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Flexible Prozesse sind Trumpf!

Arbeitsgruppe: Prof. Dr. Peter Dadam, Prof. Dr. Manfred Reichert und Dr. Stefanie Rinderle-Ma
Arbeitsgruppe: Prof. Dr. Peter Dadam, Prof. Dr. Manfred Reichert und Dr. Stefanie Rinderle-Ma

Unter Schlagworten wie Workflow Management (WFM), Business Process Management (BPM), Enterprise Application Integration (EAI) oder Serviceorientierte Architekturen (SOA) kommen derzeit vermehrt Technologien auf den Markt, welche die rechnerbasierte Unterstützung von Geschäftsprozessen im Fokus haben. Sie alle verfolgen das Ziel, die Effizienz und Anpassungsfähigkeit der Unternehmen hinsichtlich ihrer internen Geschäftsprozesse zu steigern sowie ihre Interaktion mit Kunden und Geschäftspartnern zu vereinfachen. Die Unterstützung der betrieblichen Prozesse durch solche Technologien bietet potenziell viele Vorteile: Man kann in der Regel sehr viel rascher neue Prozesse einführen, man kann eine größere Vielzahl an Prozessvarianten handhaben, es werden Leerlaufzeiten und Fehler reduziert sowie eine nahtlose Integration automatisierbarer Schritte ermöglicht. Allerdings drohen auch Probleme, und zwar wenn die eingesetzte Technologie nur starre Prozesse unterstützt, d. h. wenn während der Prozessausführung nicht mehr vom vormodellierten Ablauf abgewichen werden kann (auch nicht in Ausnahmefällen).

Angeregt durch ein gemeinsames Forschungsprojekt mit Partnern aus dem Universitätsklinikum in Ulm, begann sich die Arbeitsgruppe von Professor Dadam schon ab Mitte der 90er Jahre intensiv mit dem Thema „Prozessunterstützung“ zu befassen, wobei die klinische Anwendungsumgebung als herausfordernde „Messlatte“ diente: Informationssysteme in diesem Bereich müssen robust und stabil funktionieren, sie müssen einfach zu bedienen sein und man muss jederzeit auf Sonderfälle flexibel reagieren können. - Und so versuchte man das seinerzeit schier Unmögliche zu realisieren bzw. unter einen Hut zu bringen: „Korrektheit von Prozessen per Konstruktion“, „maximale Flexibilität zur Laufzeit“ und „einfache Bedienbarkeit“.

Zunächst stand die Arbeitsgruppe vor einem riesigen Berg von Problemen und neuen Fragestellungen, denn man betrat mit diesem Vorhaben in vielen Bereichen Neuland. Nach einigen Jahren intensiver Arbeit verstand man jedoch, wie die Teile des Puzzles zusammenpassen und es  gelang in der Folge eine Technologie für adaptive Prozess-Management-Systeme zu entwickeln, die derzeit die mächtigste dieser Art darstellt und völlig neue Maßstäbe setzt. Sie unterstützt unter anderem:

  • Prozess-Komposition im Plug & Play Stil
  • „Korrektheit per Konstruktion“: Systemseitige Überprüfung der Prozessmodelle auf strukturelle Korrektheit und korrekte Datenflüsse
  • Ad-hoc-Abweichungen: Systemseitig unterstützte Abweichungen auf Prozessinstanzebene vom vormodellierten Prozess
  • Prozess-Schema-Evolution: Änderungen am Prozessschema und Migration der bereits laufenden Instanzen auf das neue Schema
  • einfache Entwicklung prozessorientierter, flexibler Informationssysteme durch semantische hohe Anwendungsprogramm-Schnittstelle

Abb.: Prozesskomposition im Plug & Play Stil
Abb.: Prozesskomposition im Plug & Play Stil
Abb.: Geänderte Prozessinstanzen
Abb.: Geänderte Prozessinstanzen

Durch die im Februar 2008 gemeinsam mit Industriepartnern durchgeführte Ausgründung der AristaFlow GmbH in Ulm wird diese Hochtechnologie nun auch für Unternehmen kommerziell verfügbar und sichert der Universität Ulm den Fortbestand und Weiterentwicklung dieser Software für Lehr- und Forschungszwecke.

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