Teilbereich EcoHealth

Innerhalb des fakultätsübergreifenden Schwerpunkts Anpassung Biologischer Systeme beschäftigt sich der Teilbereich EcoHealth mit den Interaktionen von Organismen eines Ökosystems und deren Bedeutung für die beteiligten Partner und den gesamten Lebensraum. Angesichts der globalen Veränderungen von Klima, natürlicher Lebensräume und Biodiversität ist es essentiell, die Zusammenhänge zwischen der Ökologie natürlicher Systeme, Gesundheit und der Nachhaltigkeit natürlicher Ressourcen zu verstehen, sowie die Auswirkungen von Störungen der dabei zugrunde liegenden Anpassungsprozesse. Dabei stehen anthropogene Veränderungen der Biodiversität und deren vielfältige Auswirkungen auf Ökosystemleistungen, insbesondere auch auf die Gesundheit von Wildtieren, Pflanzen und Menschen im Fokus.

Lebensraumzerstörung und Veränderung der Landnutzung führen zu erhöhten Kontaktraten zwischen Wildtierpopulationen, Nutztieren und Menschen und begünstigen so die Entstehung und Ausbreitung sogenannter neuartiger Krankheiten (emerging diseases, z.B. SARS, Hanta, MERS, ZIKA). Anthropogene Habitat- und Klimaveränderungen, Umweltchemikalien und invasive Arten beeinträchtigen auch die Artendiversität nativer Pflanzen, Tiere und Mikroorganismen und deren jeweilige Funktion im Ökosystem bzw. im Wirt. Dadurch werden viele Ökosystemdienstleistungen sowie die davon abhängigen Wirtschaftszweige negativ beeinflusst. Die Erforschung der zugrundeliegenden abiotischen und biotischen Interaktionen erlaubt die Identifikation kritischer Ökosystemprozesse sowie die Entwicklung nachhaltiger Ansätze zur Gesunderhaltung, Sicherung und Nutzung biologischer Ressourcen.

Der Teilbereich EcoHealth integriert genetische und organismische Ansätze der Biodiversitätsforschung in gemäßigten und tropischen Lebensräumen und besitzt enge Verbindungen zu Themen der medizinischen Forschung, die sich z.B. mit der Ausbreitung viraler Infektionskrankheiten oder der Bedeutung von kommensalen und pathogenen Darmbakterien für die Gesundheit menschlicher Wirte befassen. Er trägt somit im Sinne des ‚One Health‘ Ansatzes zur Entwicklung wirksamer Interventionsmechanismen und einer effizienten Gesundheitspolitik bei, die die systemischen Zusammenhänge von Tier, Mensch und Umwelt und deren Gesundheit anerkennt.