Kolloquium für Physiklehrende WS 2011/12

Termine

Uhrzeit: dienstags, 16:15 Uhr
Ort: Universität Ulm, Oberer Eselsberg, O25, Hörsaal H2

Programm

15.11.2011

Prof. Dr. Kay Gottschalk, Institut für Experimentelle Physik:
Physics goes Bio: biologische Systeme und physikalische Fragen
Abstract

13.12.2011

Gerold Brackenhofer und Prof. Dr. Wolfgang Hüttner, Studienkommission Physik:
Der amerikanische Präriehund und die physikalischen Grundlagen der Flächenfliegerei (Vortrag mit Experimenten)
Abstract

17.01.2012

PD Dr. Ulf Wiedwald, Institut für Festkörperphysik:
Was macht man eigentlich mit magnetischen Nanoteilchen?
Abstract 

07.02.2012

al. Prof. Dr. Matthias Freyberger, Institut für Quantenphysik:
Heisenbergsche Unschärferelation - Entwicklung und moderne Interpretation
Abstract

Die Veranstaltung wird von den Abteilungen Schule und Bildung der Regierungspräsidien in Tübingen und Stuttgart als Fortbildungsmaßnahme empfohlen. Leider können keine Reisekosten erstattet werden. Für die teilnehmenden Lehrkräfte besteht aber Unfallschutz im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen.

Abstracts

Physics goes Bio: biologische Systeme und physikalische Fragen

Prof. Dr. Kay Gottschalk, Institut für Experimentelle Physik, Universität Ulm 

Di, 15.11.2010, 16:15 Uhr, O25/H2

Biologische Systeme wie Zellen reagieren auf chemische Umgebungsreize wie beispielsweise Hormone. Jedoch spielen auch physikalische Reize eine wichtige Rolle. Bekannt ist der Einfluss der Temperatur: Der Körper wehrt sich mit Fieber (erhöhter Temperatur) gegen Eindringlinge, Fische in kalten Gewässern schützen sich mit anti-freeze Proteinen gegen das Erfrieren, hohe Temperaturen lösen eine ganze Kaskade von Reparaturmechanismen aus. Weniger bekannt ist, dass auch mechanische Reize eine wichtige Rolle für zelluläres Verhalten spielen. Diesen Aspekt werde ich weiter ausführen.


Der amerikanische Präriehund und die physikalischen Grundlagen der Flächenfliegerei (Vortrag mit Experimenten)

Gerold Brackenhofer, Studienkommission Physik und Prof. Dr,. Wolfgang Hüttner, ehem. Abteilung Chemische Physik, Universität Ulm 

Di, 13.12.2011, 16:15 Uhr, O25/H2

Aufbauend auf Vorführexperimenten wollen wir versuchen, die strömungstechnischen Ursachen des dynamischen Auftriebs am Tragflügel und die Steuerungsmechanismen von Flächenflugzeugen plausibel zu machen. Der im Titel genannte Präriehund fliegt nicht, doch bedient er sich in seiner Lebensführung eines strömungsphysikalischen Tricks, der wohl jeden Evolutionsbiologen zum Nachdenken zwingt. Wenn noch Zeit bleibt, können wir dann die Luftraumstruktur über Deutschland besprechen und darlegen, wie man in ihr navigiert.


Was macht man eigentlich mit magnetischen Nanoteilchen?

PD Dr. Ulf Wiedwald, Institut für Festkörperphysik, Universität Ulm 

Di, 17.01.2012, 16:15 Uhr, O25/H2

Die Herstellung von Nanopartikeln mit chemisch-physikalischen Methoden hat sich in den letzten zehn Jahren so weit entwickelt, so dass sich heute große Mengen von Nanoteilchen annähernd gleicher Größe zu relativ geringen Kosten produzieren lassen. Für das Design maßgeschneiderter Eigenschaften reichen jedoch oftmals Nanoteilchen bestehend aus einer Atomsorte nicht aus. Vielmehr werden mehrere Elemente zur Bildung einer Verbindung eingesetzt, um die geforderten Eigenschaften zu erzielen. Bei deren Untersuchung stellt sich häufig raus, dass diese sich anders Verhalten als ihr Volumenmaterial.

Im ersten Teil meines Vortrags werde ich die Arbeiten am Institut für Festkörperphysik zur Herstellung magnetischer Nanoteilchen vorstellen. Es lassen sich 2-12 nm kleine, metallische Legierungsteilchen mit Hilfe inverser Mizellen präparieren und deren Struktur sowie ihre elektronischen und magnetischen Eigenschaften mit empfindlichster Messtechnik untersuchen. Im zweiten Teil stelle ich mögliche Anwendungsfelder magnetischer Teilchen vor. Diese reichen von Festplattenspeichern und Sensoren bis hin zu Kontrastmitteln in der Kernspinresonanz.


Heisenbergs Unschärferelation - Entwicklung und moderne Interpretation

apl. Prof. Dr. Matthias Freyberger, Institut für Quantenphysik, Universität Ulm 

Di, 07.02.2012, 16:15 Uhr, O25/H2

Die prinzipielle Unschärfe bei der Beobachtung atomarer Teilchen ist ein entscheidender und bis heute vieldiskutierter Eckpfeiler der Quantentheorie. Heisenbergs erstmalige Formulierung eröffnete den Pionieren der Theorie einen Weg zur Interpretation des formalen mathematischen Apparats. Im Vortrag werden wir diese historische Entwicklung noch einmal kritisch betrachten, um dann zu einem modernen Verständnis quantenmechanischer Unschärferelationen zu kommen. Insbesondere soll dabei hinterfragt werden, was eine Unschärferelation tatsächlich über die simultane Messbarkeit von Ort und Impuls eines Teilchens aussagen kann.


apl. Prof. Dr. Matthias Freyberger
Institut für Quantenphysik
Albert-Einstein-Allee 11
89081 Ulm
Telefon: 0731/50-23085
Telefax: 0731/50-23086
Raum: Uni Ost, O25/501