Das Michelson Interferometer
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Figur 1 zeigt schematisch das Interferometer von Michelson. P1 und P2 sind zwei planparallele Glasplatten, S1 und S2 zwei Spiegel,
von denen einer parallel zum einfallenden Strahl verschiebbar ist.
Das Licht der Quelle Q wird zum Teil von der auf der vorderen Seite
halb durchlässig versilberten Glasplatte P1 reflektiert.
Dann durchsetzt das Licht die Platte P2, wird von S1 zurückgeworfen und
gelangt, nachdem es die Platten P1 und P2 (nochmals) durchsetzt hat, in das
Fernrohr F (bzw. Schirm, Beobachter o.ä.). Der andere Teil des von Q kommenden Strahls
durchsetzt zuerst P1, wird von S2 reflektiert, hierauf von der Vorderfläche
von P1 reflektiert und gelangt dann ebenfalls in das Fernrohr F.
Dort kann aufgrund des Gangunterschiedes beider Strahlenteile
konstruktive bzw. destruktive Interferenz in Form von hellen bzw. dunklen
Kreisringen auftreten. Der Beobachter in F meint, der zweite Teil des Strahls
(an S2 reflektiert) würde an der Reflexionsebene R zurückgeworfen werden.
Dieser scheinbare Strahlengang ist gleich lang wie der tatsächliche.
Das Interferometer wird nun so justiert, daß die Abstände zwischen dem
Reflexionspunkt an P1 und den beiden Spiegeln gleich sind. Damit beträgt der
Gangunterschied µ beider Strahlenteile null, d.h. in F entsteht das Maximum
0. Ordnung. Durch Verschieben einer der beiden Spiegelflächen (S1 oder S2)
läßt sich der Gangunterschied manipulieren. Da ein Strahlenteil
einen Interferometerarm zweimal durchläuft (hin und zurück),
beträgt der Gangunterschied µ=2*RS1. Die Platte P2 ist um eine zur Ebene
der Zeichnung senkrecht Achse drehbar und hat zeierlei Bedeutung. Erstens
dient sie dazu, die beiden Lichtwege symmetrisch zu gestalten; jeder Strahlenteil
wird dreimal parallel verschoben. Zweitens kann man mit ihr geringfügige
Ungenauigkeiten im Aufbau kompensieren (durch leichte Drehung von P2 kann man
kleine Gangdifferenzen erzeugen).
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Anwendung
1. Wellenlängenbestimmung
Q sendet monochromatisches Licht aus. Durch verschieben eines Spiegels findet
man in F das Maximum 1.Ordnung. Die Strecke RS1 kann abgemessen werden, so daß man
den zugehörigen Gangunterschied und damit die Wellenlänge l berechnen kann.
Da sich jedoch nur zwei Strahlen überlagern, sind die Maxima nicht sehr scharf, so
daß erst die Bestimmung weiterer Werte zu einem genauen Ergebnis fürt
(schon Michelson überschätzte seine Meßgenauigkeit um ca. das Tausendfache).
Dies setzt natürlich einen genauen Feinstelltrieb voraus, um so im Nanometerbereich
verschieben zu können.
2. Interferometer als Meterstab
Dies ist quasi die Umkehrung des ersten Anwendungsbeispiels: Es wird Licht mit bekannter Wellenlänge
verwendet, um so die Streckenlänge RS1 berechnen zu können. Dabe wird einfach die Anzahl der
durchlaufenden Maxima (oder auch Minima) festgehalten. Durch einsetzen der als "Kompensator" fungierenden
Platte P2, lassen sich auch Zwischenwerte sehr genau bestimmen.
3. Interferometer zur Bestimmung von Brechungszahlen
Hierzu evakuiert man beide Interferometerarme und stellt dann das Maximum 0. Ordnung ein. Nun füllt
man langsam einen Interferometerarm mit einem Gas der Brechungszahl n. Während des Füllvorgangs
kann man beobachten, wie aus der Mitte neue Ringe hervortreten. Die Länge der Kammern beträgt L.
Die Lichtstrahlen legen also den Weg s=2*L zurück. In der evakuierten Kammer beträgt die
Laufzeit t(vakuum)=s/c(vakuum). In der gasgefüllten Kammer ist entsprechend die Laufzeit t(gas)=s/c(gas)>t(vakuum)
(c(gas):Ausbreitungsgeschwindigkeit von Licht im Gas). Hätte das Licht in der evakuierten Kammer dieselbe Laufzeit
t, so würde es die Strecke s(v)=c(vakuum)*t=c(vakuum)/c*s=n*s zurücklegen. Der Gangunterschied µ ist in
diesem Fall also nicht die Differenz der tatsächlich zurückgelegten Strecken, sondern des gedachten Weges
n*s und s:µ=n*s-s=s*(n-1). Während des Versuchs zählt man wiederum die Anzahl der hervortretenden Maxima,
d.h. wenn k Maxima gezählt werden, beträgt der Gangunterschied k*µ. Daraus folgt :
µ=k*l=n*s-s=n*2*L-s*L daraus folgt 2*L*n=k*l+2*L n=k*l/2*L+1
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4. Das Michelson Experiment
Michelson versuchte mit Hilfe des folgenden Experiments, Unterschiede in der Ausbreitungsgeschwindigkeit des Lichts
bzw. den Äther selbst nachzuweisen: Michelson richtete den einen Interferometerarm parallel zur Richtung der Erdbewegung
um die Sonne, den anderen, gleich langen, senkrecht dazu. Der Lichtstrahl durch die beiden Interferometerarme durchlief
diese dann mit unterschiedlicher Geschwindigkeit.
Figur 2: Von einem best. Punkt wird Licht parallel zur Erdbewegung bezüglich der Sonne ausgestrahlt. Durch die Erdbewegung in die selbe Richtung
läuft der Bezugspunkt dem Lichtstrahl hinterher. Die relative Geschwindigkeit wird somit geringer, die Geschwindigkeitsvektoren werden addiert.
Genauso werden die Geschwindigkeitsvektoren des Lichtstrahls entgegen der Erdbewegung addiert, hier wird relative Geschwindigkeit größer.
Lichtstrahlen senkrecht zur Erdbewegung werden abgelenkt; die relative Geschwindigkeit ermittelt man mit Hilfe des Satzes von Pythagoras.
Die beiden Lichtstrahlen trafen auf einen gemeinsamen Schirm (bzw. Fernrohr) und überlagerten sich dort. Das Interferometer schwamm in einem mit
Quecksilber gefülltem Trog, so daß es drehbar war. Dann drehte Michelson das Interferometer, damit der ursprünglich zur Erdbewegung
parallele Interferometerarm nun senkrecht zu eben dieser stand (Drehung um 90°). Die von Michelson vermutete Änderung des Gangunterschieds
hätte eine Veränderung des Interferenzmusters bewirken müssen. Dies konnte jedoch selbst zu verschiedenen Zeiten an verschiedenen
Orten nicht festgestellt werden. Michelson hielt dennoch an der (später durch Einstein überholten) Äthertheorie fest.
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Was gibt es im Internet über das Michelson Interferometer: 1.
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