|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
Einleitung |
|
Als eine von 26 ausgewählten Hochschulen fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen der Aktion "Notebook-University" die Universität Ulm mit 1,2 Mio Euro aus dem Topf der UMTS-Lizenzen. Damit wird nun das Projekt "SoFa - Studium ohne Festnetzanschluss" unterstützt, bei dem lernförderliche Infrastrukturen für die Präsenzuniversität unter der speziellen Berücksichtigung des Einsatzes mobiler Rechner in der Lehre entwickelt werden. Da in den letzten Monaten bereits eine Funknetz-Infrastruktur (Wireless-LAN) errichtet worden ist, kann das Augenmerk der Projektarbeiten jetzt auf der Entwicklung einer Diensteinfrastruktur gelegt werden. Sie soll neue multimediale Dienste alltagstauglich in die Forschung und Lehre einbringen und so den Einsatz multimedialer Lehrinhalte in der studentischen Ausbildung unterstützen. Ziel ist es zudem, die multimedialen Lehr- und Lernarrangements an die Möglichkeiten der mobilen Nutzung anzupassen. Dieses Projekt gliedert sich in insgesamt vier Teile:
|
||||||||
Die neue Situation in der Hochschule |
|
Die grundlegenden Herausforderung dabei ist, den zunehmenden Einsatz mobiler Rechner sowie die neuen multimedialen Medien in den universitären Alltag einzubinden. Dabei muss aber zugleich ein Niveau erreicht werden, das den Anforderungen des Alltags in Bezug auf Lehren und Lernen gerecht wird und in wichtigen Aspekten der traditionellen Arbeitsplatzunterstützung entspricht. Bislang lagen nämlich Anschaffung, Installation und Pflege der Rechner in der Zuständigkeit der Hochschule. Zukünftig gilt es, diese "öffentliche" Infrastruktur mit "privaten" Nutzungsmöglichkeiten zu kombinieren, schließlich können Studierende ihre privaten Laptops jederzeit an das vorhandene Wireless-LAN anschließen. Dies kann nur bewerkstelligt werden, wenn sich die grundlegende Aufgabenstruktur ändert, d.h. weg von einer ausstattungsbezogenen Infrastruktur hin zu einer Diensteinfrastruktur. Ein entscheidendes Defizit ist derzeit, dass es im universitären Bereich bislang keine bedarfsgerechten Strukturen gibt, die es gestatten, multimediale Angebote auf jedem Niveau an jedem Lern- und Lehrort einzusetzen. Dieses flächendeckende Multimedia-Angebot ist zugleich mit organisatorischen Umstrukturierungen und Aufgabenverteilungen verbunden: Bislang erstreckten sich die Entwicklungen im Bereich der digitalen Medien auf isolierte Demonstrationsprojekte oder die punktuelle Umsetzung im Rahmen einer Forschungs- und Lehreinheit. Jetzt geht es darum, für eine flächendeckende Umsetzung zu sorgen und dabei sowohl Nachhaltigkeit als auch Angebotsangemessenheit zu berücksichtigen. Diese Aufgabe kann nur durch den stufenweisen Aufbau einer geeigneten Diensteinfrastruktur bewerkstelligt werden, durch die sukzessiv die verschiedenen Dienste miteinander verbunden werden. Das Land Baden-Württemberg hat die Notwendigkeit dieser strukturellen Veränderungen an den Hochschulen bereits im neuen Hochschulrahmengesetz verankert; demzufolge gibt es an der Universität Ulm als zentrale Dienstleistungseinrichtung das "Kommunikations- und Informationszentrum" (KIZ), in dem Universitätsrechenzentrum und -bibliothek, Fotozentrale und Teile der Verwaltung zusammengefasst sind und neu gebildete Bereiche wie das Medienzentrum den neuen Diensteanforderungen Rechnung tragen. |
|||||||||
|
|
![]() |
||||||||||
Die Umsetzung |
Die Teilprojekte 2 und 3 dienen der zielorientierten Umsetzung der Diensteinfrastruktur an der Universität Ulm: Die konkrete Realisierung wird von zwei exemplarischen Lehr-/Lernszenarien begleitet, die während des Aufbaus der Diensteinfrastruktur als Referenzanwendungsfälle dienen. Es handelt sich dabei zum Einen um den Anwendungsfall "Individuelles selbstgesteuertes Lernen mit Web-based Training", das unter Verwendung von "Docs ´n Drugs" im Querschnittsfach Infektiologie der Medizin erprobt wird. Docs ´n Drugs ist ein fallbasiertes und webbasiertes Lernen in medizinbezogenen Studiengängen, das im Rahmen der "Virtuellen Hochschule" vom Land Baden-Württemberg gefördert wird. Der andere Anwendungsfall, "Problemorientiert gesteuertes, tutoriell unterstütztes Lernen im Team", wird am Softwaregrundpraktikum des Studiengangs Informatik-Intensiv erprobt. Beide Szenarien stellen wichtige zukünftige Lehr-/Lernarrangements dar, die viele Anforderungen an eine Diensteinfrastruktur stellen. Sie sind bereits heute inhaltlich ausgereift und im Curriculum etabliert, bislang allerdings ohne Berücksichtigung der Mobilität von Studierenden. Die über die Diensteinfrastruktur zugänglichen oben beschriebenen Lernprozesse zeichnen sich durch einen Zugewinn an Autonomie aus. Neben den damit verbundenen Vorteilen erwachsen daraus aber auch steigende Anforderungen an die Studierenden: Sie müssen ihren Lernprozess zunehmend selbst organisieren und regulieren, ob beim individuellen oder beim teambasierten Lernen. Mangelt es an diesbezüglichen Kompetenzen, besteht die Gefahr, dass die chancenreichen Lernprozesse scheitern. Ziel der pädagogisch-psychologischen Begleitforschung im vierten Teilprojekt ist es deshalb, entsprechende Fördermöglichkeiten bei der Nutzung mobiler und zeitunabhängiger Lehr-Lern-Arrangements zu entwickeln und zu erproben. In Kooperation mit Teilprojekt 2 sollen exemplarisch basierend auf dem mobilen und zeitungebunden Lehr-Lernsystem Docs ´n Drugs Prozesse des selbstgesteuerten Lernens untersucht, Ansatzstellen für deren Förderung identifiziert und ein Feedback- und Coachingsystem implementiert werden. Dieses System soll die Lernenden bei der Selbstregulation ihres Lernens unterstützen, ohne ihre neu gewonnene Autonomie zu beschneiden. Die Forschungen beinhalten auch eine systematische Evaluation des Umgangs der Lernenden mit dem System. Empirisch kommen verschiedene Methoden zum Einsatz: Online- und herkömmliche Befragungen, systematische Verhaltensbeobachtungen sowie ein learner tracing zur Untersuchung von Lernprozessen auf der Mikroebene. |
||||||||||
Die Dienste-Infrastruktur |
|
Der Interaktive Studiendienst im Umfeld anderer hochschulweiter Dienste der verschiedenen Komplexitätsebenen: |
|||||||||
![]() |
|||||||||||
|
|
|
Auf die Hardware-Infrastruktur aufbauend übernehmen Basisdienste die Grundfunktionalitäten, die an verschiedenen Stellen immer wieder benötigt werden und einen komfortablen Nutzungsservice erbringen. Auf die Basisdienste bauen die Nutzer- und Komplexdienste auf, wobei der Interaktive Studiendienst (ISDi) eine zentrale Rolle spielt. Die Zugriffsstruktur des Studiendienstes bildet das Interaktive Vorlesungsverzeichnis (InVo), über verschiedene Nutzerdienste zugänglich sind: Die Inhalte-Anbindung (InA), die es auf einfache Weise (idealerweise per Drag & Drop) ermöglicht, Lerninhalte - die meist ohnehin in elektronischer Form vorliegen - im Web bereitzustellen und zu verwalten. Der Interaktive Studentenarbeitsplatz (ISA) und der Interaktive Dozentenarbeitsplatz (IDA) stellen jeweils personalisierte Sichten auf das Interaktive Vorlesungsverzeichnis dar. Sie unterstützen bei der zunehmenden Nutzung mobiler Geräte die Möglichkeit, mit einer lokalen netzunabhängigen Kopie von Materialien zu arbeiten, die bei Verbindung zum Netz mit dem Datenbestand des Servers synchronisiert werden. Auf der Ebene der Komplexdienste müssen weitere Dienste wie Verwaltungsdienste oder Bibliotheksdienste integriert werden. Diese Verbindung kann am besten über ein Hochschulportal erbracht werden, das selbst als Komplexdienst als oberste Zugriffsebene für die gesamte Dienste-Infrastruktur fungiert. |
|||||||||
Weitere Informationen |
SoFa Projektseite des KIZ/URZ: http://kiz.uni-ulm.de/services/it/projekte/sofa.html Docs ´n Drugs - Die virtuelle Poliklinik: http://www.docs-n-drugs.de/ SoFa-eLearning-Workshop für Tutoren in der Medizin Softwaregrundpraktikum SOPRA http://www.informatik.uni-ulm.de/urg/sopra/ WELCOME-Seite des KIZ/URZ: http://www.uni-ulm.de/urz/Netzwerk/funknetz |
||||||||||
|
|
|
||
|
|
|
|
|