StuVe
- 1:
Aktuelles. - 2:
Service. - 3:
Struktur.- 3.1:
AStA. - 3.2:
StuVe. - 3.3:
TStuVe. - 3.4:
Referate. - 3.5:
Fachschaften. - 3.6:
Hochschulgruppen. - 3.7:
Ausschüsse der Studierendenvertretung. - 3.8:
Uniweite Gremien und Kommissionen. - 3.9:
Arbeitskreis Bildungsprotest. - 3.10:
Formulare und Anleitungen.
- 3.1:
- 4:
Kontakt. - 5:
Impressum.
Was ist denn nun eigentlich eine Studierendenvertretung?
Wie der Name bereits nahe legt, vertritt sie die Interessen der Studierenden gegenüber allen anderen Hochschulmitgliedern, der Verwaltung und der Öffentlichkeit.
Keine Gegenwart ohne Vergangenheit
Ursprünglich aus der reinen Notwendigkeit der sozialen Selbsthilfe entstanden, entwickelte sich von Seiten der Studierenden im Laufe des 19. Jahrhundert zunehmend der Wunsch nach Mitgestaltung und -bestimmung an ihren Universitäten.
Anfangs vor allem in Studentenverbindungen oder Burschenschaften organisiert, gab es neben der
Urburschenschaft auch Bestrebungen die Nichtkorporierten in die Interessenvertretung aufzunehmen und die Studentenverbindungen durch allgemeine Studentenvertretungen zu ersetzen. So entstanden über die
Progressbewegung Mitte des 19. Jahrhunderts sogenannte „Wildenschaften“. Die anfangs noch recht kurzlebigen und als „Finken“ und „Obskuranten“ verspotteten Zusammenschlüsse, setzten sich aber als
„Freistudentenschaft“ zunehmend durch und mit der Gründung des Dachverbands „Deutsche Freie Studentenschaft„ im Jahre 1900 verbreitete sich die Bewegung in kurzer Zeit an nahezu allen deutschen Hochschulen.
Die Freie Studentenschaft, die sich für die Schaffung gesamtstudentischer Vertretungen auf der Basis allgemeiner Wahlen einsetzte, gilt als Wegbereiter der
Verfassten Studierendenschaft. Lokal entstanden um die Jahrhundertwende die ersten Allgemeinen Studierendenausschüsse und auf gesamtstaatlicher Ebene 1919 in Gestalt der Deutschen Studentenschaft nun auch ein rechtlich verankertes Organ der Studierenden.
Aufgaben der Studierendenvertretung
Anders als in den elitären Verbindungen, waren in den freien Studentenschaften vor allem die neue Mittelschicht und nicht selten auch untere soziale Schichten vertreten, so dass man sich mit ganz praktischen Problemen des täglichen Studentenlebens auseinandersetzte (Mensa, Buchleihe, Arbeitsvermittlungen, Wohnen etc.). Aus dieser Selbsthilfe entstanden in den 20er Jahren die öffentlich-rechtlich verankerten
Studentenwerke.
Die soziale Öffnung der Hochschulen, zeitgemäße Reformen des Studiums (beispielsweise das Studium Generale in Ergänzung zum Fachstudium), Mitbestimmung und -gestaltung bei der Entwicklung der Hochschulen und des Bildungswesens etc. sind Aufgaben, denen sich die Studierendenvertretungen bis heute verschrieben haben.
Und warum ist das in Ulm so kompliziert?

Auch um diese Frage beantworten zu könne, müssen wir noch einmal kurz zurückschauen – diesmal in die 60er und 70er Jahre des 20. Jahrhunderts:
Hatten sich die Studierendenvertretungen nach den Weltkriegen vorrangig der Lösung ganz handfester Alltagsprobleme zu widmen, sahen die Studierenden in den 60er Jahren zunehmend auch eine gesamtgesellschaftliche Verantwortung und begannen allgemeinpolitisch aktiv zu werden (
Studentenproteste) und eine paritätische Mitbestimmung an den Hochschulen zu fordern. Diese Forderung wurde nach einer Klage der Professorenschaft 1973 für verfassungswidrig erklärt, mit der Erklärung die Drittelparität würde die Freiheit der Wissenschaft gefährden.
Darüber hinaus wurde im Hochschulrahmengesetz von 1976 die verfasste Studierendenschaft – anders als ursprünglich geplant – nur noch als „kann-Bestimmung“ aufgenommen, woraufhin sie in Bayern und Baden-Württemberg abgeschafft wurde. So konnte 1977
Hans Filbinger der „terroristische Sumpf an den Hochschulen“ ausgetrocknen werden und der
AStA blieb lediglich als Unterausschuss des Senats bestehen. Als Hauptstreitpunkt wurden der Studierendenvertretung alle politischen Mandate entzogen und ihnen lediglich erlaubt, sich zu soziale, geistigen, musischen und sportlichen Belangen der Studierenden zu äußern. Die Geschäftsordnung, Finanzen und Rechenschaft des AStA obliegt vollständig der Universitätsverwaltung.
Und weil das vielen Studierenden in Bayern und Baden-Württemberg nicht passt, wurden vielerorts wiederum
Unabhängige Studierendenschaften gegründet – so wie hier in Ulm die
StuVe. Diese unabhängigen Modelle haben zwar alle Handlungsspielräume, die eine eigenständige Studierendenvertretung benötigt, sind andererseits aber nicht im LHG verankert und somit privatrechtlich organisiert. Um so beispielsweise ein
SoNaFe zu organisieren werden weitere Strukturen wie der
TStuVe notwendig.
Wo wirken Studierende überall mit?
Da sowohl AStA als auch StuVe Parlamente sind in denen diskutiert und Beschlüsse gefasst werden, setzten diese Gremien sogenannten
Referate ein, welche sich um die konkrete Umsetzung bestimmter Aufgaben kümmern. Desweiteren werden für die interne Organisation und Kontrolle
Kommissionen und Ausschüsse eingesetzt.
Da die allgemeine Studierendenvertretung sich überwiegend um fakultätsübergreifende Angelegenheiten kümmert, gibt es für Fächerspezifisches die
Fachschaften. Auch diese haben in Baden-Württemberg einen schwer definierbaren Stand und sind deswegen auch explizit in der StuVe vertreten.
Für alle, die sich einfach in Interessengruppen – politisch, kulturell, gewerkschaftlich, religiös etc. – zusammenschließen und die universitäre Infrastruktur nutzen wollen gibt es die Möglichkeit
Hochschulgruppen zu gründen, die dann von der StuVe anerkannt werden.
Trotz dieses eher pessimistischen Bildes, das hier über die Studierendenschaft gezeichnet wurde, ist der Studierende selbst an den Hochschulen in Baden-Württemberg natürlich nicht völlig mundtot bzw. wird sogar explizit nach seiner Meinung gefragt. An der Universität Ulm ist die Zusammenarbeit zwischen Verwaltung, Professoren, Mitarbeitern und Studierenden sogar recht gut. Desweiteren sind studentische Vertreter in vielen Gremien und Arbeitskreisen vorgeschrieben, so beispielsweise in vielen
fakultätsübergreifenden Gremien und Kommissionen, dem
AK Studiengebühren und auch in den Fakultäten, Studien-, Prüfungs- und Berufungskommissionen und vielen mehr.
Und wie geht es weiter?

Wer die aktuelle Situation nun endlich durchschaut hat, hat unter Umständen gar nicht viel davon. Entgegen aller Erwartungen gab es im Jahr 2011 den berühmten Regierungswechsel und somit steht die Wiedereinführung der
Verfassten Studierendenschaft tatsächlich vor der Tür.
Und jetzt wird alle gaaaanz anders…oder nicht?! Ihr könnt euch entweder überraschen lassen oder ihr arbeitet einfach mit und setzt eure Vorstellungen von einer Studierendenvertretung um. Bei Interesse kommt zu den Treffen des Ulmer
AK VS oder schreib eine
E-Mail.

Kontakt
StuVe- c/o AStA
- Universität Ulm
- 89069 Ulm
- Telefon: +49 (0) 731/50-22401
- Fax: +49 (0) 731/50-22403
- Paketanschrift:
- AStA
- Universität Ulm
- Albert-Einstein-Allee 11
- 89081 Ulm




