P R E S S E I N F O R M A T I O N

Feierlickeiten während der Frühjahrsakademie an der Uni Ulm

10 Jahre ZAWiW - 10 Jahre Lernen im Alter



ZAWiW-Chor zum 10jährigen Jubiläum Ein wahrer Reigen von Glückwünschen, Grüßen und Festreden prasselte im März zu Beginn der Frühjahrsakademie auf ihren Veranstalter, das ZAWiW, nieder. Hinter diesem Kürzel verbirgt sich nicht nur das „Zentrum für Allgemeine Wissenschaftliche Weiterbildung“ an der Universität Ulm. Es steht auch für ein umfangreiches Angebot verschiedenster Lernformen für Senioren und Seniorinnen, und das schon seit zehn Jahren. Zum Festakt, der den Auftakt zur Akademiewoche bildete, kamen über 800 Lernbegeisterte des Dritten Lebensalters. Drei Hörsäle konnten gefüllt werden. Außerdem gratulierten zahlreiche prominente Vertreter aus Politik und Wissenschaft der Institution.

Raf Chanterie, Mitglied des Kabinetts der Europäischen Kommission für Bildung und Kultur, zitierte die Redensart „Man lernt nie aus!“, um auf die immer größere Zahl älterer Menschen in Europa hinzuweisen. Auch sie müssten ständig lernen, um mit dem Wandel in der Gesellschaft Schritt zu halten. Festredner Prof. Dr. Günther Dohmen, betonte in seinem Vortrag, dass Aneignung von Bildung aktiv und selbstgesteuert geschehen solle. Ein Ziel, dem sich das ZAWIW verpflichtet sieht. Carmen Stadelhofer, Leiterin des Wissenschaftlichen Sekretariats des ZAWiW, erklärte in diesem Zusammenhang: „Wir haben das Zentrum gegründet, weil die Senioren den Wunsch hatten, mehr zu wissen.“

Um diesem Wunsch nachzukommen, werden jeweils im Frühjahr und Herbst Weiterbildungskompaktwochen mit wissenschaftlichen Vorträgen veranstaltet, nunmehr auch schon zum 25. Mal. Ergänzt wird das Angebot durch Arbeitsgruppen, deren Spektrum von aktuellen Weltbildern über Geschichte, Literatur, Botanik, Medizin bis hin zu lebensweltlichen Themen reicht. Einige davon werden im Anschluss von den Teilnehmenden vertieft bearbeitet. In 18 thematischen Arbeitskreisen forschenden Lernens gehen Seniorstudierende wissenschaftlichen Fragestellungen nach. Unter fachlicher Anleitung machen sie sich mit methodischen Zugängen vertraut und präsentieren schließlich die Ergebnisse ihrer Recherchen auf Webseiten, in Dokumentationen oder Ausstellungen.

Ein wesentlicher Baustein ist auch das Heranführen der älteren Generation an das Internet als Forum virtuellen Lernens. Um die Türen zu öffnen, stehen dafür immer wieder Einführungskurse auf dem Plan. Und wer dann zu surfen weiß, kann unterschiedliche ZAWiW-Projekte ansteuern. In „GemeinsamLesen“ tauschen sich Leseratten über Literatur aus und in „Town Stories“ wird sogar europaweit gelernt. Carmen Stadelhofer erläutert: „Die Senioren aus Deutschland, Tschechien, Italien und Spanien berichten aus ihrer persönlichen Perspektive über ihre Stadt und haben so geholfen, diese ganz anders zu erschließen als zum Beispiel über einen Touristenführer.“ Oftmals wurden schließlich sogar die Koffer gepackt, um dann die beschriebenen Städte zu erleben. Daraus haben sich viele persönliche Kontakte und Freundschaften ergeben.

Das ZAWiW entwickelt auch immer wieder Projekte vor Ort, die wissenschaftlich begleitet werden. Beim Modellprojekt „Kompetenznetzwerk der Generationen“ (kdg) begegnen sich Alt und Jung. In Ulm trafen sich im letzten Herbst zum Beispiel über 800 SchülerInnen und 300 Ältere, um ihre Erfahrungen und ihr Wissen auszutauschen. Ein bundesweites Online-Projekt wiederum arbeitete 2003 zum Thema Generationenvertrag. In der Donaustadt werden auch gute Kontakte zwischen Alt und Jung innerhalb des Patenschaftsprogramms „biffy“ gepflegt.

INFO
Die nächste Akademie mit dem Thema "Europa" findet vom 14. bis 18. März 2005 statt.