"Dritter Ulmer Tag der Generationen" zum Thema "Generationsübergreifend Ganztagslernen?"
am 25.11.2004 im Haus der Begegnung

Das Thema "Generationsübergreifend Ganztagslernen?" stand im Mittelpunkt des "Dritten Ulmer Tags der Generationen" am Donnerstag, 25.11.2004 im Haus der Begegnung. Vor knapp 100 TeilnehmerInnen eröffnete Volker Amrhein, Leiter des Projektebüros "Dialog der Generationen" gemeinsam mit Carmen Stadelhofer, Leiterin vom ZAWiW und dem Schirmherren der Veranstaltung, Oberbürgermeister Gönner den Fachtag.

EröffnungsredeOB Gönner,Carmen Stadelhofer,Referentin
Eröffnung des Fachtags durch Volker Amrhein, OB Gönner, Carmen Stadelhofer und Frau Dr. Arnold (von links)

In einem Impulsreferat von Frau Dr. Arnold, Deutsches Jugendinstitut München wurden die Rahmenbedingungen und Herausforderungen für generationsübergreifende Projekte in der Ganztagsschule skizziert. Anschließend wurde in Arbeitskreisen Alt-Jung-Projekte zu den Bereichen Bildung/Erziehung für Nachhaltigkeit, Übergang Schule/Beruf, Zeitzeugenarbeit, Neue Medien und Soziale Kompetenz über alle Schularten hinweg vorgestellt. Während des Fachtags wurde erstmals auch die Idee einer "Kompetenzbörse für Jung und Alt im Lern-Austausch übers Internet" (KOJALA) für die Region Ulm/Neu-Ulm präsentiert, die im Rahmen des Modellprojekts "Kompetenznetzwerk der Generationen" vom Zentrum für Allgemeine Wissenschaftliche Weiterbildung (ZAWiW) der Universität Ulm entwickelt wurde. Gemeinsam mit den Fachleuten diskutierten interessierte LehrerInnen, SchülerInnen, StudentInnen, SeniorInnen, Eltern und anderen "BildungsexpertInnen" über die Möglichkeiten von Alt-Jung-Projekten und deren Potentiale für ein reichhaltigeres Angebot für Ganztagslernen.

AG Neue MedienGespräch
Arbeitskreise und der Markt der Möglichkeit boten genügend Raum für Gespräche

Der Markt der Möglichkeiten bot zudem Gelegenheit, eine Vielfalt generationsübergreifender Projekte kennenzulernen und sich in Gesprächen intensiv auszutauschen. Auf dem Fachtag, der auch ein Regionalgruppentreffen Süd des "Dialogs der Generationen" war, beteiligten sich über 30 engagierte Alt-Jung-Projekte aus Baden-Württemberg, Bayern, Rheinland-Pfalz und dem Saarland.

In der abschließenden Podiumsdiskussion wurden die verschiedenen Anregungen und Diskussionspunkte aus den Arbeitskreisen wieder aufgegriffen. Gernot Schultheiß vom Oberschulamt Tübingen vertiefte die Frage nach den Rahmenbedingungen für Ganztagsschule in Baden-Württemberg. Alfred Hinz, Rektor an der Bodenseeschule, präsentierte sein Konzept von Ganztagsschule, in der eine neue Lehr- und Lernkultur praktiziert wird. Andreas Zieske von der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung stellte das bundesweite Modellprogramm "Ganztagslernen" vor und Dr. Claudia Olejniczak berichtete aus ihren Erfahrungen mit Schulen im Rahmen des Generationenetzwerks Umwelt. Holger Biller von der Weleda AG forderte eine Ganztagsschule, in der stärker auch mit Firmen kooperiert und Schüler mehr auf das "wirkliche Leben" vorbereitet werden. Aus Sicht der SchülerInnen forderte Tine Scheffelmeier, Schulsprecherin vom Schubart-Gymnasium Ulm, mehr Möglichkeiten für SchülerInnen und LehrerInnen gemeinsam in der Schule mit Projekten und neuen Unterrichtsformen zu experimentieren, ohne dabei immer den Druck der Noten und Bildungspläne spüren zu müssen. Eine Forderung die auch von vielen anderen TeilnehmerInnen unterstützt wurde.

Podiumsdiskussion
Auf dem Podium: Alfred Hinz, Dr. Claudia Olejniczak, Tine Scheffelmeier, Carmen Stadelhofer, Andreas Zieske, Holger Biller und Gernot Schultheiß (von links)

Carmen Stadelhofer und Volker Amrhein zogen zum Abschluß ein kurzes positives Resümee des Fachtags. Die vielen unterschiedlichen Alt-Jung-Projekte zeigen das innovative Potential generationsübergreifender Arbeit gerade auch für die Ganztagsschule. Schule und damit auch die Rahmenbedingungen für solche Projekte befinden sich derzeit überall im Wandel. Wichtig ist es nun, entsprechende Anknüpfungspunkte und Chancen für die Schulen herauszuarbeiten. Dazu konnte der Fachtag einen ersten Beitrag leisten.

Durchgeführt wurde dieser Fachtag gemeinsam vom Projektebüro "Dialog der Generationen", dem Haus der Begegnung und dem Zentrum für Allgemeine Wissenschaftliche Weiterbildung (ZAWiW) der Universität Ulm.