Universität
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Zwei neue Forschungszentren für Erkrankungen des Nervensystems

- Freude über die beiden neuen Forschungsinstitute (v.l.): Prof. Wim Robberecht (Universität Leuven), Prof. Pierluigi Nicotera, Vorstandsvorsitzender des DZNE, Prof. Albert Ludolph, Ärztlicher Direktor der Klinik für Neurologie (RKU) sowie Direktor des ALS-Forschungszentrums, Bundesforschungsministerin Prof. Annette Schavan, Prof. Jürgen Mlynek, Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft, Prof. Gerd Kempermann (DZNE Dresden, Sprecher des Virtuellen Instituts) und der Ulmer Universitätspräsident Prof. Karl Joachim Ebeling
Bundesforschungsministerin Annette Schavan hat am Freitag in Ulm zwei neue Einrichtungen der Neurowissenschaften eröffnet. Diese werden vom Bund und dem Land Baden-Württemberg gefördert und ergänzen bestehende Aktivitäten des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) und der Universität Ulm. Die neugeschaffenen Einrichtungen sollen Verfahren der Diagnose- und Therapie entwickeln und wissenschaftliche Erkenntnisse schnellst möglich in die klinische Anwendung begleiten. Zwei Erkrankungen des Nervensystems, für die es bislang keine Heilung gibt, stehen im Mittelpunkt: die Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) und die Frontotemporale Demenz (FTD). Die ALS führt zu Muskelschwäche und in der Regel innerhalb weniger Jahre zum Tode. Die FTD geht unter anderem mit Veränderungen der Persönlichkeit einher.
„Sowohl die Universität Ulm als auch das DZNE sind international führend bei der Erforschung von ALS und FTD“, so Forschungsministerin Schavan. „Um Patienten eine Perspektive geben zu können, müssen wir jedoch dafür sorgen, dass Ergebnisse schneller vom Labor in die Praxis gelangen.“ Dazu sei es wichtig, dass Experten der Universitäten und deren Kliniken mit außeruniversitären Einrichtungen wie dem DZNE zusammenarbeiteten. Schavan: „Besonders erfreulich ist, dass hier Bund und Land zusammen kommen, um gemeinsam ein Ziel zu verfolgen. Ich freue mich darüber hinaus, dass es der Universität Ulm gelungen ist, Stiftergelder für ein eigenes ALS-Forschungszentrum zu akquirieren. Denn in der klinischen ALS-Forschung ist die Universität Ulm seit Jahrzehnten international führend.“
Bundesweit und international
Die neugeschaffenen Einrichtungen, das Helmholtz-Virtuelle-Institut „RNA-Dysmetabolismus bei ALS und FTD“ sowie das „ALS-Forschungszentrum“, sind unabhängig voneinander, sie werden jedoch eng miteinander kooperieren:
Das virtuelle Institut ist ein Forschungsverbund unter dem Dach der Helmholtz-Gemeinschaft, der neben Ulm noch weitere Standorte umfasst. Verbundpartner sind das DZNE, mit seinen Standorten in Dresden, München und Tübingen, die Universität Ulm sowie die Universitäten in Umeå (Schweden) und Straßburg (Frankreich). Auf diese Weise entsteht ein europaweit einmaliges Netzwerk, das Grundlagenforschung und klinische Forschung miteinander verbindet. Das Ziel: Wissenschaftliche Erkenntnisse über ALS und FTD sollen möglichst zügig in die klinische Anwendung gelangen und damit den Patienten zugutekommen.
Offiziell eröffnet wurde außerdem das „ALS-Forschungszentrum“ mit Sitz in Ulm. Diese Einrichtung wird sich auf der Erforschung der Amyotrophen Lateralsklerose konzentrieren. Sie wird gemeinsam von der Medizinischen Fakultät der Universität Ulm, der Charcot-Stiftung und dem Land Baden-Württemberg finanziert und aufgebaut.
Das Deutsche Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) erforscht die Ursachen von Erkrankungen des Nervensystems und entwickelt Strategien zur Prävention, Therapie und Pflege. Es ist eine Einrichtung in der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren mit Standorten in Berlin, Bonn, Dresden, Göttingen, Magdeburg, München, Rostock/Greifswald, Tübingen und Witten. Das DZNE kooperiert eng mit Universitäten, deren Kliniken und außeruniversitären Einrichtungen.
Quelle: Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen
Kontakt
Dr. Dirk Förger
Pressesprecher DZNE
+49 (0) 228 / 43302-260
dirk.foerger(at)dzne.de
