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Nr.: 231 September 1999


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inhalt Informations- und Kommunikationszentrum
Richtfest für die Universitätsbibliothek
  Die Überzeugung ist so alt wie die Universität, recht eigentlich noch ein wenig älter, insofern die Institutionalisierung der Universitätsbibliothek der Ulmer Universitätsgründung voraufging, - die Überzeugung, daß die UB ein modernes Gebäude auf dem Campus brauche, um ihrer Rolle voll gerecht werden zu können. Dennoch blieb es dreieinhalb Jahrzehnte bei der zunächst unvermeidlichen Interimslösung (einer der längsten in der Baugeschichte der Universität Ulm) im ehemaligen Kloster Wiblingen. Die Tatsache der nicht unerheblichen räumlichen, nämlich reichlich zwölf Kilometer betragenden Distanz zwischen der Wiblinger Bibliothekszentrale und dem Oberen Eselsberg als haupsächlichem Nutzungsbereich bezeichnet dabei nur einen Teil der Schwierigkeiten und Unzulänglichkeiten, die sich mit der Lokalisation der UB und der lokalen Diskongruenz in bezug auf den universitären Hauptstandort verbanden. Funktionale Erschwernisse ergaben sich unter anderem auch aus den mit der historischen Bausubstanz des Klosters in Zusammenhang stehenden technischen Beschränkungen.

Gleichwohl blieb der zentrale Neubau ein Desiderat, das sich immer wieder dem Finanzmangel beugen und prioritären Bauvorhaben unterordnen mußte. Nun aber hat hat das mit dem nachrangigen Status verbundene Dasein erzwungener Beschränkungen ein Ende. Für 23 Mio. DM entsteht auf dem Oberen Eselsberg ein Bauwerk, das im architektonischen Gelenk zwischen den Universitätsbereichen Ost und West angesiedelt ist und künftig die Ulmer zentrale Universitätsbibliothek verkörpern wird. Ein lichtdurchflutetes Gebäude nennt es sein Schöpfer, der Münchner Architekt Prof. Otto Steidle, der auch die Universität West gebaut hat. Insbesondere Lichthöfe werden dafür Sorge tragen, daß sich dieser Charakter ergibt, der dem von außen sehr blockhaft wirkenden Bauwerk nicht unmittelbar anzusehen ist.

Lange Tragzeit

Als am 13. September in Anwesenheit gleich zweier Landesminister, des Ministers für Wissenschaft, Forschung und Kunst, Klaus von Trotha, und des Finanzministers Gerhard Stratthaus, das Richtfest stattfand, wurde aber vor allem auch deutlich, daß die lange »Tragzeit«, die für dieses architektonische Glied der Kernuniversität auf dem Oberen Eselsberg verhängt war, naturgemäß nicht ohne konzeptionelle Folgen bleiben konnte. Zur Gründungszeit der Universität Ulm 1967, war das, was wir heute »Multimedia« nennen, noch nicht einmal gedankliche Realität. Multimedia als Inbegriff der multiplen Verfügbarkeit von Daten und deren totaler Kommunikation durch unterschiedliche, aber untereinander integrierte mediale Techniken ist heute eine Wirklichkeit, von der auch die Funktionen einer Bibliothek unausweichlich mitbestimmt sein müssen. Und so betonte Rektor Prof. Dr. Hans Wolff denn auch in seiner Richtfestansprache genau diesen modernen Charakter, der für die Ulmer Universitätsbibliothek kennzeichnend sein soll, der Charakter eines Informations- und Kommunikationszentrums, das die modernen Möglichkeiten multimedialer Datenverwaltungs- und -vermittlungstechniken nutzen und seinen Nutzern wiederum in einem Multimediazentrum zur Verfügung stellen wird. Elektronische Medien und internationale Netze sind heute selbstverständliche Elemente des Funktionskanons wissenschaftlicher Bibliotheken. Auf diesem Wege, der die Zusammenarbeit zwischen Bibliothek und Rechenzentrum erfordert, ist man schon eine Weile unterwegs. Der Rektor, der zugleich amtierender Vorsitzender der Landesrektorenkonferenz ist, ging hierbei auch auf den Novellierungsentwurf für des baden-württembergische Universitätsgesetz ein. Es sei ein willkommener Aspekt dieses Entwurfs, daß er im Sinne der inneruniversitären Organisationsfiguren grenzüberschreitende funktionale Gemeinsamkeiten verschiedener Zentren in besonderer Weise begünstige.

Die alte Zentrale bleibt Magazin

Davon, daß die zwischem dem Campus auf dem Oberen Eselsberg und Wiblingen als dem bisherigen Standort der Zentralbibliothek liegenden 12,5 km aus dem Bibliotheks- Fahrdienst herausfielen, kann freilich keine Rede sein. 652.000 Bücher und Zeitschriften und 187.00 Dissertationen machen den Bestand der Ulmer UB aus, sehr viel mehr Objekte, als im Neubau Platz finden werden. Dieser ermöglicht mit 4.283 qm Nutzfläche die Unterbringung von rund 200.000 bibliographischen Einheiten neben den anderen Bereichen, also namentlich dem Multimediazentrum, der Verwaltung und der Buchbinderei. Mit anderen Worten: der Standort Wiblingen bleibt ein Bibliotheksstandort der Universität, künftig im Sinne des Magazins, das die ältere, weniger frequentierte Literatur beherbergt. Ob und insbesondere wann das Magazin der Bibliothek auf den Oberen Eselsberg folgen kann, ist eine offene Frage. Zwar gilt der jetzt gerichtete Neubau nominell als erste Ausbaustufe; doch dazu, wann die zweite folgen könnte, wagt derzeit niemand eine Prognose, ja von dieser »Stufung« war in den Ansprachen des Richtfestes noch nicht einmal die Rede.

inhalt 2,1 Milliarden für die Forschung
Die DFG 1998
  Die Ausgaben der DFG betrugen im Haushaltsjahr 1998 insgesamt 2.108,7 Mio. DM. Rund 60 Prozent der Finanzmittel kamen vom Bund, knapp 40 Prozent von den Ländern und der Rest in einer Gesamthöhe von 17 Mio. DM aus Stiftungen, aus einer einmaligen Zuwendung von Bund und Ländern für den Erweiterungsbau der DFG-Geschäftsstelle und aus eigenen Einnahmen der DFG. Rund 78 Prozent der Mittel im Normal- und Schwerpunktverfahren wurden für die Personalförderung überwiegend junger Wissenschaftler verwendet, knapp 22 Prozent der Mittel entfielen auf Sachkosten einschließlich Reisen. Die Geistes- und Sozialwissenschaften partizipieren mit 16, Biologie und Medizin mit 35,8, die Naturwissenschaften mit 23,4 und die Ingenieurwissenschaften mit 24,8 Prozent an den bewilligten Mitteln. Im Normalverfahren wurden 6513 Forschungsvorhaben mit einer Gesamtsumme von 877 Millionen DM in die Förderung aufgenommen. 4633 Anträge wurden gänzlich abgelehnt. 60,9 Prozent der beantragten Mittel konnten nicht bewilligt werden.

In den 117 Schwerpunktprogrammen wurden im Berichtsjahr 1980 Forschungsvorhaben mit insgesamt 275,2 Mio. DM gefördert. Für 68 von insgesamt 115 geförderten Forschergruppen wurden 86,2 Mio. DM bewilligt. Die vier Hilfseinrichtungen der Forschung erhielten 1998 insgesamt 16,7 Mio. DM. Einen wesentlichen Anteil an der Forschungförderung hatten auch 1998 die 266 Sonderforschungsbereiche, für die 598,4 Mio. DM bereitgestellt wurden. Zusätzlich wurden für die 13 Transferbereiche 6,5 Mio. DM bewilligt. Für 330 Graduiertenkollegs wurden 128,3 Mio. DM zur Verfügung gestellt. Von den 21 Innovationskollegs erhielten zwölf Weiterbewilligungen in Höhe von 33,3 Mio. DM. Das wissenschaftliche Bibliothekswesen wurde 1998 mit 40,5 Mio. DM gefördert. Im Programm zur Förderung von Habilitationen erhielten 386 Stipendiaten insgesamt 27,1 Mio. DM. Zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses im Heisenberg-Programm wurden für insgesamt 122 Stipendiaten (einschließlich Verlängerungsanträge) 24,9 Mio. DM bewilligt. Im Rahmen des Gottfried-Wilhelm- Leibniz-Programms wurden für zehn Forscher und Forschergruppen 23,9 Millionen DM bewilligt. Für die Großgeräteförderung stellte die DFG 1998 für 120 bewilligte Anträge 33,2 Mio. DM zur Verfügung. Die Pflege der wissenschaftlichen Beziehungen zum Ausland ist ein wichtiger Bestandteil der Förderungsaktivitäten. Insgesamt wurden 1998 hierfür 18,9 Mio. DM bewilligt.

Für Koordinierungs-, Beratungs- und Planungsaufgaben im Bereich der Allgemeinen Forschungsförderung und zur Betreuung einzelner Programme arbeiteten 266 Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen in Kommissionen und Ausschüssen des Senats und des Hauptausschusses mit.

inhalt Ein Optimum an Schneidequalität
Künstliche Diamantskalpelle in der Ophthalmochirurgie
  Die kleinen Dimensionen des Auges und die notwendige hohe Exaktheit bei chirurgischen Eingriffen erfordern sehr scharfe und hochpräzise ophthalmochirurgische Instrumente. Die Hornhaut hat eine Dicke von ca. 600 Mikrometern und die Linsenkapsel von 2-4 Mikrometern. Bei der Hornhauttransplantation, der weltweit am häufigsten durchgeführten Transplantation, muß die Hornhaut präzis geschnitten werden. Die Kataraktoperation, die weltweit am häufigsten durchgeführte Operation überhaupt, besteht im Einsetzen einer Kunstlinse durch eine selbstdichtende Wunde in den 2- 4 Mikrometer dicken Kapselsack.

Derzeit werden schneidende Instrumente in der Ophthalmochirurgie meist als Stahlklingen gefertigt. Selten kommen auch Klingen aus natürlichem Diamant zum Einsatz. Diese Diamantklingen sind sehr teuer und können nur in relativ einfachen Geometrien erzeugt werden. Die Gesellschaft für Diamantprodukte mbH in Ulm (GFD) hat ein Verfahren zur künstlichen Herstellung von Diamantklingen entwickelt. Wir von der Universitäts-Augenklinik (Prof. Dr. Gerhard K. Lang, PD Dr. Christoph W. Spraul) sind gegenwärtig dabei, diese Klingen in Zusammenarbeit mit der GFD für unsere Bedingungen zu optimieren. Hierbei sind neben ergonomischen Gesichtspunkten besonders die Klingengeometrie sowie die Klingenschärfe von Bedeutung. Die Klingen lassen sich inzwischen mit so extremer Schärfe versehen, daß praktisch kein Gewebewiderstand mehr spürbar ist. Je nach Einsatz benötigt der Ophthalmochirurg jedoch mehr oder weniger Gewebewiderstand. Durch Variation der Schärfe sowie der Stärke der Klinge läßt sich deren Charakteristik so modifizieren, daß ein Optimum an Schneidequalität resultiert.

Wir untersuchen auch Gesichtspunkte der Sterilisierung sowie die Lebensdauer der künstlichen Diamantklingen. In diesem Zusammenhang wurden Griffe entwickelt, die ein Versenken der Diamantschneiden erlauben, um die empfindlichen Schneiden bei Nichtgebrauch vor Beschädigungen zu schützen. Vorgesehen ist, die Klingen nicht nur bei der Operation am Auge, sondern auch bei der ophthalmopathologischen Aufarbeitung von chirurgisch oder autoptisch entferntem Gewebe einzusetzen. Hierbei müssen sehr dünne und gleichmäßige Gewebeschnitte (Lichtmikroskopie ca. 5-10 Mikrometer, Elektronenmikroskopie ca. 100 Nanometer) ohne Schnittartefakte angefertigt werden. Bisher werden dafür Metallmesser verwendet, die künftig durch sogenannte Langmesser aus künstlichem Diamant ersetzt werden sollen. Erste Versuche zeigen hier bereits vielversprechende Resultate.

PD Dr. Christoph W. Spraul

inhalt Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis
Satzung des Senats der Universität Ulm
  Der Senat der Univerität Ulm hat in seiner Sitzung am 29. 4. 1999 die Satzung zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis beschlossen. Am 16.9.1999 in den Amtlichen Bekanntmachungen veröffentlicht, ist sie am 17.9. in Kraft getreten. Im folgenden wird sie leicht gekürzt wiedergegeben.

Präambel

Wissenschaftliche Arbeit dient dem Erkenntnisgewinn. Grundvoraussetzung ist die Redlichkeit des Wissenschaftlers. Anders als der manchmal schwer abzugrenzende Irrtum widerspricht Unredlichkeit in der wissenschaftlichen Arbeit dem Wesen der Wissenschaft und der Verantwortung des Wissenschaftlers gegenüber der Gesellschaft.

Grundsätze

Allgemeine Prinzipien wissenschaftlicher Arbeit sind insbesondere: - lege artis zu arbeiten; - Protokolle zu erstellen und Rohdaten zu dokumentieren und mindestens drei Jahre aufzubewahren, - Resultate zu dokumentieren; - alle Ergebnisse konsequent selbst anzuzweifeln; - strikte Ehrlichkeit im Hinblick auf die Beiträge von Partnern, Konkurrenten und Vorgängern zu wahren. Jedes Mitglied der Universität trägt die Verantwortung dafür, daß diese Prinzipien von ihm selbst und sämtlichen nachgeordneten Mitarbeitern eingehalten werden. Sie bilden insbesondere einen festen Bestandteil der Lehre und der Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses, dem nicht nur theoretische Kenntnisse und technische Fertigkeiten, sondern auch eine ethische Grundhaltung beim wissenschaftlichen Arbeiten vermittelt werden soll.

Publikation, Autorenschaft und Verantwortung

Publikationen sollen folgenden Kriterien genügen: - Veröffentlichung neuer Beobachtungen oder Erkenntnisse in Originalarbeiten, - Nachprüfbarkeit von Publikationen, d.h. Aufzeichnung aller methodischen Angaben; - Berücksichtigung und Kennzeichnung relevanter Vorarbeiten anderer Autoren; - Autorschaft wird durch wesentliche Beiträge (Konzeption, Erhebung, Auswertung, Aufbereitung von Daten und ihre Umsetzung in ein publikationsfähiges Manuskript) begründet; - Autorschaft bedeutet Mitverantwortung für das Gesamtmanuskript; die Leitung einer Einrichtung begründet keine Autorenschaft.

Fehlverhalten

Wissenschaftliches Fehlverhalten liegt vor, wenn in einem wissenschaftserheblichen Zusammenhang bewußt oder grobfahrlässig Falschangaben gemacht werden, geistiges Eigentum anderer verletzt oder die Forschungstätigkeit anderer auf andere Weise beeinträchtigt wird. Zu schwerwiegendem Fehlverhalten gehören insbesondere: - Falschangaben, d.h. das Erfinden von Daten, das Verfälschen, z.B. durch Auswählen und Zurückweisen unerwünschter Ergebnisse, ohne dies offenzulegen, oder durch Manipulation einer Darstellung oder Abbildung, unrichtige Angaben in einem Bewerbungsschreiben oder einem Förderantrag; - Verletzung geistigen Eigentums, z.B. durch unbefugte Verwertung unter Anmaßung der Autorschaft (Plagiat), die Ausbeutung von Forschungsansätzen und Ideen, insbesondere als Gutachter (Ideendiebstahl), die Anmaßung oder unbegründete Annahme wissenschaftlicher Autor- oder Mitautorschaft, die Verfälschung des Inhalts, die unbefugte Veröffentlichung und das unbefugte Zugänglichmachen gegenüber Dritten, solange das Werk, die Erkenntnis, die Hypothese, die Lehre oder der Forschungsansatz noch nicht veröffentlicht sind; - die Inanspruchnahme der (Mit-)Autorschaft eines anderen ohne dessen Einverständnis; - Sabotage von Forschungstätigkeit einschließlich des Beschädigens, Zerstörens oder Manipulierens von Versuchsanordnungen, Geräten, Unterlagen, Hardware, Software, Chemikalien oder sonstigen Sachen, die ein anderer zur Durchführung eines Experiments benötigt; - Beseitigung von Primärdaten, insofern damit gegen gesetzliche Bestimmungen oder disziplinbezogen anerkannte Grundsätze verstoßen wird. Eine Mitverantwortung für Fehlverhalten kann sich unter anderem ergeben aus: - aktiver Beteiligung am Fehlverhalten anderer; - Mitwissen um Fälschungen durch andere; - Mitautorschaft an fälschungsbehafteten Veröffentlichungen; - grobe Vernachlässigung der Aufsichtspflicht.

Kommission

Der Senat bestellt eine ständige Kommission »Verantwortung in der Wissenschaft«, die die Einhaltung dieser Richtlinien überwacht. Die Kommission besteht aus fünf Professoren, einem Mitglied des wissenschaftlichen Dienstes, einem Doktoranden und einem Mitglied des nichtwissenschaftlichen Dienstes. Für den Fall, daß sich ein Mitglied für befangen erklärt oder wegen der begründeten Vermutung der Befangenheit abgelehnt wird, bestellt der Senat ein Ersatzmitglied. Mitglieder der Kommission sollen keine Ämter mit Leitungsfunktion in den Selbstverwaltungsorganen der Universität innehaben. Die Amtszeit beträgt zwei Jahre mit der Möglichkeit einmaliger Wiederbestellung. Der Ombudsmann bzw. sein Stellvertreter gehören der Kommission als Gäste mit beratender Stimme an. Sofern keines der Mitglieder der Kommission die Befähigung zum Richteramt hat, tritt ein Jurist der Zentralen Universitätsverwaltung mit beratender Stimme hinzu. Die Kommission wählt aus ihrer Mitte einen Vorsitzenden. Sie entscheidet mit Stimmenmehrheit der Mitglieder.

Ombudsmann

Der Senat bestellt auf Vorschlag des Rektors einen in der Wissenschaft erfahrenen Professor als Ansprechpartner für Angehörige der Universität, die Vorwürfe wissenschaftlichen Fehlverhaltens vorzubringen haben (Ombudsmann), sowie einen Stellvertreter für den Fall der Befangenheit oder der Verhinderung des Ombudsmanns. Zum Ombudsmann soll nur bestellt werden, wer aufgrund der ihm möglicherweise zugehenden Informationen nicht selbst zu einschlägigem Handeln verpflichtet ist (z.B. als Prorektor, Dekan oder Dienstvorgesetzter). Die Amtszeit des Ombudsmanns beträgt zwei Jahre. Der Ombudsmann berät als Vertrauensperson diejenigen, die ihn über ein vermutetes wissenschaftliches Fehlverhalten informieren, und greift von sich aus einschlägige Hinweise auf, von denen er Kenntnis erhält. Er erstattet dem Rektor jährlich Bericht.

Vorprüfung

Im Fall eines konkreten Verdachts auf wissenschaftliches Fehlverhalten soll unverzüglich der Ombudsmann oder ein Mitglied der Kommission informiert werden. Die Information soll schriftlich erfolgen; bei mündlicher Information ist ein schriftlicher Vermerk über den Verdacht und die diesen begründenden Belege aufzunehmen. Erlangt der Ombudsmann oder ein Mitglied der Kommission Kenntnis von einem wissenschaftlichen Fehlverhalten, prüft er die Vorwürfe unter Plausibilitätsgesichtspunkten auf Konkretheit und Bedeutung, auf mögliche Motive und in Hinblick auf Möglichkeiten der Ausräumung der Vorwürfe. Erweist sich ein Verdacht als hinreichend konkret, so übermittelt er die Anschuldigungen unter Wahrung der Vertraulichkeit des Informierenden der Kommission. Die Kommission wird auf Antrag des Ombudsmanns oder eines ihrer Mitglieder tätig. Sie wird auch tätig, wenn Hinweise auf wissenschaftliches Fehlverhalten unmittelbar an sie gerichtet werden, und setzt den Ombudsmann davon in Kenntnis.

Dem vom Verdacht des Fehlverhaltens betroffenen Wissenschaftler (Betroffenen) wird von der Kommission unverzüglich unter Nennung der belastenden Tatsachen und Beweismittel Gelegenheit zur Stellungnahme gegeben, ohne daß ihm dabei die Person des Informierenden bekannt gemacht wird. Dabei ist er darauf hinzuweisen, daß es ihm freistehe, sich zu dem Verdacht zu äußern oder nicht zur Sache auszusagen und jederzeit einen von ihm zu wählenden Rechtsbeistand zu befragen oder hinzuzuziehen. Die Frist für die Stellungnahme beträgt drei Wochen.

Nach Eingang der Stellungnahme des Betroffenen bzw. nach Verstreichen der Frist trifft die Kommission innerhalb von zwei Wochen die Entscheidung darüber, ob das Vorprüfungsverfahren zu beenden ist oder ob eine Überleitung in das förmliche Untersuchungsverfahren zu erfolgen hat. Das Vorprüfungsverfahren ist zu beenden, wenn sich der Verdacht nicht hinreichend bestätigt oder ein vermeintliches Fehlverhalten vollständig aufgeklärt hat. Wird das orprüfungsverfahren beendet, so sind der Betroffene und der Informierende unter Mit-teilung der Gründe zu benachrichtigen. Ist der Informierende mit der Einstellung des Prüfungsverfahrens nicht einverstanden, hat er innerhalb von zwei Wochen das Recht, eine erneute Prüfung der Entscheidung durch die Kommission zu veranlassen.

Förmliche Untersuchung

Der Vorsitzende der Kommission teilt die Eröffnung des förmlichen Untersuchungsverfahrens der Hochschulleitung mit. Die Kommission kann nach eigenem Ermessen Fachgutachter aus dem Gebiet des zu beurteilenden wissenschaftlichen Sachverhalts sowie Experten für den Umgang mit solchen Fällen als weitere Mitglieder mit beratender Stimme hinzuziehen.

Die Kommission berät in nichtöffentlicher mündlicher Verhandlung. Sie prüft in freier Beweiswürdigung, ob wissenschaftliches Fehlverhalten vorliegt. Dem Betroffenen ist in geeigneter Weise Gelegenheit zur Stellungnahme zu geben. Dabei ist er darauf hinzuweisen, daß es ihm freistehe, sich zu dem Verdacht zu äußern oder nicht zur Sache auszusagen und jederzeit einen von ihm zu wählenden Rechtsbeistand hinzuzuziehen. Der Betroffene ist auf seinen Wunsch auch mündlich anzuhören. Soweit andere Personen angehört werden, haben auch diese das Recht auf mündliche Anhörung und die Hinzuziehung eines Beistandes. Soweit der Betroffene zur sachgerechten Verteidigung Kenntnis von der Person des Informanten benötigt, ist ihm der Name mitzuteilen. Die Verfahrensgrundsätze der Strafprozeßordnung gelten entsprechend.

Hält die Kommission ein Fehlverhalten für nicht erwiesen, wird das Verfahren eingestellt. Hält die Kommission ein Fehlverhalten für erwiesen, legt sie das Ergebnis ihrer Untersuchung dem Rektor mit einem Vorschlag zum weiteren Verfahren, auch in bezug auf die Wahrung der Rechte anderer, zur Entscheidung und weiteren Veranlassung vor. Die wesentlichen Gründe, die zur Einstellung des Verfahrens oder zur Weiterleitung an den Rektor geführt haben, sind dem Betroffenen und dem Informanten unverzüglich schriftlich mitzuteilen. Gegen die Entscheidung der Kommission gibt es keine Rechtsmittel. Die Akten der förmlichen Untersuchung werden 30 Jahre aufbewahrt.

Wenn wissenschaftliches Fehlverhalten festgestellt worden ist, prüft die Universitätsleitung sowohl zur Wahrung des wissenschaftlichen Standards der Universität als auch der Rechte aller direkt und indirekt Betroffenen die Notwendigkeit weiterer Maßnahmen. Die Ahndung wissenschaftlichen Fehlverhaltens richtet sich nach den Umständen des Einzelfalls. Je nach Sachverhalt werden akademische, arbeitsrechtliche, disziplinarrechtliche, zivilrechtliche, strafrechtliche und/oder ordnungsrechtliche Maßnahmen mit entsprechenden Verfahren eingeleitet oder veranlaßt.

(Mit dem Inkrafttreten der vorstehenden Satzung tritt die »Verantwortung in der Wissenschaft - Grundsätze und Empfehlungen des Senats der Universität Ulm vom 13.November 1998« (Amtliche Bekanntmachungen der Universität Ulm Nr. 10, 24.11.1998, S.44-55) außer Kraft.)

inhalt Einundzwanzig Projekte positiv
Zweite Förderperiode für das IZKF
  Das Interdisziplinäre Zentrum für klinische Forschung der Universität Ulm (IZKF) startete am 1.9.99 in eine neue Förderphase. Bei der Begutachtung im März sind, wie bereits berichtet, 21 Projekte positiv begutachtet worden, 5 Projekte mehr als in der ersten Förderperiode. Insgesamt wurden 75% des beantragen Finanzvolumens bewilligt, was ein sehr gutes Ergebnis darstellt.

Am 9. Juli wurden die Schwerpunktkoordinatoren sowie der Sprecher des IZKF gewählt. Neuer und alter Sprecher ist Prof. Dr. Frank Lehmann-Horn, Leiter der Abteilung Angewandte Physiologie, der auch Sprecher des Graduiertenkollegs »Diagnostische und therapeutische Konzepte in der molekularen Medizin« ist. Die Dozenten dieses Graduiertenkollegs sind sämtlich Projektleiter im IZKF. Neu ist, daß nun auch Doktoranden in das Curriculum des Graduiertenkollegs eingebunden werden. Sie haben so die Möglichkeit, zusätzliche Qualifikationen durch Teilnahme an Praktika, Fortbildungen und Exkursionen zu erhalten, die ihnen auch zertifiziert werden.

Bei den Schwerpunktkoordinatoren hat es Neubesetzungen gegeben. Prof. Dr. Thomas Mertens, Leiter der Abteilung Virologie, ist Koordinator des Schwerpunktes »Immunmodulation bei Entzündungen«, Prof. Dr. Klaus-Michael Debatin, Ärztlicher Direktor der Kinderklinik, koordiniert den Schwerpunkt »Onkologie« und Prof. Dr. Reinhardt Rüdel, Leiter der Abteilung Allgemeine Physiologie, bleibt Koordinator des Schwerpunktes »Bewegungsapparat und Nervensystem«. Die drei Koordinatoren sind Mitglieder im Lenkungsausschuß, dem Führungsgremium des IZKF, dem der Sprecher vorsteht.

Die bereits in der ersten Förderphase in Gang gebrachte Zusammenarbeit mit der Pharmaindustrie soll künftig verstärkt werden. Die Projektträger aller IZKF, die Deutsche Forschungsanstalt für Luft- und Raumfahrt (DLR) und das Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Technologie (BMBF), veranstalteten dazu am 21.9.1999 in Bonn ein Treffen des Verbands der Forschenden Arzneimittelhersteller und der IZKF. Um patentrechtliche Beratung zu gewährleisten, soll eine Patent- und Verwertungsstelle für die acht Zentren eingerichtet werden. Das entlastet die Patentanmelder von den nicht unerheblichen Anwaltskosten.

Dr. Ilka Fichtel

inhalt Korrespondierende Entzündungen im Herz
Acht-Jahres-Studie identifiziert schwelendes Infarktrisiko
  Weder handelt es sich bei MONICA 1984 um eine gewisse telefonische Dienstleistung, noch sind Beziehungen auf der log-Hazards-Skala von diesbezüglicher Art. MONICA steht für »Monitoring Trends and Determinants in Cardiovascular Disease«, der Zusatz »1984« für das Startjahr, und besagte Beziehungen hat MONICA nicht gehabt, sondern aufgedeckt - ein wichtiges Resultat für Kadiologen und ihre Patienten, denn es geht um die Beziehungen zwischen Entzündungsreaktionen im Organismus und dem statistischen Risiko eines akuten Gefäßverschlusses am Herzen.

Ein Teilprojekt von MONICA war die »Augsburg-Kohorten-Studie«, an der sich Wissenschaftler aus dem Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit der Gesellschaft für Strahlen- und Umweltforschung (GSF), MEDIS-Institut und Institut für Epidemiologie, Neuherberg, aus der Immunological Medicine Unit an der Imperial College School of Medicine, Hammersmith Hospital, London (UK), sowie die Ulmer Ärzte Dr. Margit Fröhlich und Dr. Dr. Hans-Günther Fischer beteiligten. Federführend war Prof. Dr. Wolfgang Koenig, Geschäftsführender Oberarzt der Medizinischen Klinik im Ulmer Universitätsklinikum. Koenig stellte auf der 26. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Prävention und Rehabilitation von Herz-Kreislauf-Erkrankungen e.V. (DGPR) am 14.Mai 1999 in Todtmoos/Schwarzwald die wichtigsten Ergebnisse des Acht-Jahres- Projekts unter dem Titel »C-reaktives Protein, ein sensitiver systemischer Entzündungsmarker, als Prädiktor eines koronaren Ereignisses bei gesunden Männern mittleren Alters« vor. Stellvertretend für das Team wurde er mit dem PRO-CORDE-Förderpreis der DGPR dekoriert.

Daß es für Herzpatienten kritisch werden kann, wenn sich sklerotische Ablagerungen in den Koronargefäßen entzünden, ist schon länger bekannt. Da unsere Organe keine Inseln sind, sondern unter anderem über den Blutkreislauf miteinander in Verbindung stehen, könnten, so die Überlegungen der Forscher, auch anderswo lokalisierte Entzündungsprozesse die vorgeschädigten Gefäße in Mitleidenschaft ziehen. Entzündlich vorbelastete Menschen wären danach prinzipiell als Risikokandidaten für einen akuten Gefäßverschluß einzustufen.

Auch nikotinbereinigt überzufällig

Um ihre Vermutung zu überprüfen, wählten die Forscher zum Studienstart 936 gesunde Männer zwischen 45 und 64 Jahren aus der Allgemeinbevölkerung als Probanden aus und untersuchten deren Blut mit Hilfe eines hochempfindlichen immunradiometrischen Verfahrens auf C-reaktives Protein (CRP) - ein Molekül, das im Zuge der Entzündungsabwehr vom Körper gebildet wird, und zwar bereits bei sehr leichten Entzündungen, um nach deren Abklingen zügig wieder abgebaut zu werden. Dauerhaft erhöhte CRP-Werte bei einem augenscheinlich gesunden Probanden lassen sich demzufolge als Anzeichen einer latenten chronischen Entzündung verstehen. Während der folgenden acht Beobachtungsjahre registrierten die Forscher bei ihren Testpersonen insgesamt 53 koronare Ereignisse, und die entfielen tatsächlich bevorzugt auf Probanden mit erhöhtem CRP-Spiegel. Der Unterschied war statistisch signifikant. Rechnete man noch das generell erhöhte Risiko der Raucher heraus, fiel die solcherart nikotinbereinigte Differenz ein wenig geringer aus, blieb aber überzufällig.

Die MONICA-Daten bestätigen also zum einen die Annahme, daß C-reaktives Protein als Risikomarker zur Prognose eines akuten Gefäßverschlusses herangezogen werden kann, zum anderen, nicht weniger wichtig, daß auch eine geringgradige Entzündung in der Pathogenese der Atherosklerose eine Rolle spielen und insbesondere für das Auftreten thrombotischer Komplikationen von Bedeutung sein kann. Die Bedingungen, unter denen eine Entzündung in einen Herzinfarkt mündet, bedürfen allerdings noch genauerer Aufklärung.

Der prognostischen Bedeutung der bereits bekannten Risikofaktoren wie Rauchen, hohe Blutfettwerte, Übergewicht und hoher Blutdruck tun die MONICA-Resultate, betont Koenig, keinen Abbruch. Mehr als die Hälfte der Infarktfälle, mit denen die Ärzte konfrontiert werden, lassen sich auf die Risikoklassiker zurückführen. Für jene bislang mehr oder minder rätselhaften Scheinbar-aus-heiterem-Himmel-Infarkte aber, deren Anteil noch immer zwischen 40 bis 50 Prozent liegt, liefert die Studie ein wichtiges ergänzendes Erklärungsmodell.

inhalt Mathematische Modellierung und Analyse
Internationale Applied Probability Conference an der Universität Ulm
  Vom 26. bis 28. Juli 1999 fand an der Universität Ulm die INFORMS Applied Probability Conference statt. 500 Teilnehmer aus 36 Ländern berichteten und diskutierten über ihre neuesten Forschungsergebnisse. Thematische Schwerpunkte waren die Modellierung und Analyse von technischen Systemen aus der Informatik und den Ingenieurwissenschaften (zum Beispiel Verkehrsmodelle, Kommunikationsnetzwerke) sowie Fragestellungen aus der Versicherungs- und Finanzwirtschaft (Risikomanagement, Bewertung von Optionen u.a.). Auf der Grundlage der Stochastik (Lehre vom Zufall) werden die Modelle mit mathematischen Methoden aus der Wahrscheinlichkeitsrechnung, Statistik und Optimierung analysiert.

Der Kongreß war der zehnte seiner Art und wurde erst zum zweiten Mal in einem europäischen Land veranstaltet. Zuletzt hatten ihn Atlanta (1995) und Boston (1997) ausgerichtet. Die Wahl Ulms als Tagungsort ist Ausdruck des hohen Ansehens, das die Ulmer Mathematik weltweit genießt. Als Organisatoren zeichneten Prof. Dr. Volker Schmidt, Prof. Dr. Uwe Jensen, Dr. Andreas Frey (Abteilung Stochastik), Prof. Dr. Ulrich Rieder, Dr. Nicole Bäuerle (Abteilung Operations Research) und Prof. Dr. Ulrich Stadtmüller (Abteilung Mathematik III) verantwortlich.

Von den 500 Teilnehmern kamen etwa 350 aus dem Ausland. Insgesamt wurden ca. 450 Vorträge in 13 parallelen Sektionen gehalten. In drei Hauptvorträgen gaben international führende Stochastiker aus Moskau (Prof. Dr. Albert N. Shiryaev, Moscow State University), Paris (Prof. Dr. François Baccelli, Ecole Normale Superieure) und Utrecht (Prof. Dr. Richard D. Gill, Universität Utrecht) einen Überblick über aktuelle Entwicklungen auf den Gebieten der Finanzmathematik, der Kommunikationsnetzwerke und der statistischen Analyse räumlicher Daten.

Weitere Informationen und Details über die Tagung sind im Internet unter der Adresse http://www.mathematik.uni-ulm.de/ap99 zu finden.

inhalt Neue Hoffnung und Lebensqualität
1000. Nierentransplantation in Ulm
  Am 23. Juli 1999 konnte im Transplantationszentrum Ulm die 1000. Nierentransplantation durchgeführt werden. Empfängerin war eine 46 Jahre alte Patientin. Die stattliche Bilanz zeugt von einem unermüdlichen Einsatz des gesamten ärztlichen und pflegerischen Teams und verdankt sich nicht zuletzt der guten Zusammenarbeit mit Eurotransplant in Leiden (Niederlande). Auch die Unterstützung durch die Krankenkassen und die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) ist hier hervorzuheben.

Besonderer Dank gebührt den Familien, die im Augenblick eines unermeßlichen Verlustes Organspende möglich werden ließen und damit den Empfängern neue Hoffnung und Lebensqualität geschenkt haben. Diese Haltung verdient nicht nur Anerkennung, sondern Hochachtung. Die Organspende ist die Grundlage dafür, daß die Möglichkeiten einer hochentwickelten Transplantationsmedizin den Patienten zugute kommen können. Ärzte und Patienten hoffen gleichermaßen darauf, daß auch in Zukunft die Spendenbereitschaft und das Verständnis der Angehörigen die dringend erforderliche Organgewinnung ermöglichen. Außerordentlich wichtig ist dabei die Kooperation mit den peripheren Krankenhäusern, ohne deren Engagement auf dem Gebiet der postmortalen Organspende die Arbeit des Transplantationszentrums nicht denkbar wäre. So konnten in Ulm bislang insgesamt 147 Herzen, 118 Lebern, 21 Lungen, 51 Bauchspeicheldrüsen und 959 Nieren für die Transplantation gewonnen werden.

Die Organtransplantation ist schon seit Jahren aus der Zone des Spektakulären und Außergewöhnlichen herausgetreten und zu einem Stück klinischer Normalität geworden. Über 90 % Ein-Jahres-Überlebenszeit für Transplantate sind Standard und haben die Nierentransplantation zum Behandlungsverfahren der Wahl für die chronische terminale Niereninsuffizienz gemacht. Daraus resultiert auch die große Nachfrage. Mehr als 300 Patienten warten allein in Ulm auf eine Niere, Tendenz steigend. Besonderes Augenmerk wird daher der Aufklärung der Bevölkerung gewidmet mit dem Ziel, die Spendenbereitschaft zu erhöhen. Zudem wurde ein Programm für die Lebendspende neu aktiviert. Das Ulmer Transplantationszentrum hofft so die unzuträglich langen Wartezeiten reduzieren zu können. Seit Inkrafttreten des Transplantationsgesetzes vom 1.12.1997 ist die Lebendspende - zunächst vorläufig - geregelt. Danach kommen als Spender Verwandte ersten und zweiten Grades sowie dem Empfänger emotional nahestehende Personen in Frage. Die anonyme Spende ist nicht möglich.

Eine neue Niere zu bekommen, bedeutet für den Niereninsuffizienten, wieder ein weithin normales Leben führen zu können. Auch bleiben ihm die mit einer andauernden Dialysepflicht möglicherweise verbundenen gesundheitlichen Folgeschäden erspart. Daneben hat die Nierentransplantation einen ökonomischen Aspekt. Sie kostet etwas mehr als die einjährige Dialysebehandlung und deshalb insgesamt sehr viel weniger, auch wenn man die Nachsorgekosten berücksichtigt. Prof. Dr. Dietmar Abendroth, Leiter der Organisationszentrale des Transplantationszentrums im Universitätsklinikum Ulm, errechnet vor diesem Hintergrund Einsparungen seit Beginn der Nierentransplantationen 1970 in Ulm in Höhe von mehr als 503 Mio. DM. Diese Kosten wären rechnerisch dann entstanden, wenn die Transplantatempfänger sämtlich hätten dauerhaft dialysiert werden müssen.

inhalt Preise gegen den Krebs
Novartis-Stiftung fördert drei Forscher der Universität Ulm
  PD Dr. Donald Bunjes, Oberarzt in der Abteilung Innere Medizin III der Universität Ulm und 1992 dekoriert mit dem Arthur-Pappenheim-Preis der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie, erhielt am 3. Juli 1999, dem 32.Jahrestag der Universität Ulm, zusammen mit seiner Kollegin Dr. Ulrike Seitz (Abteilung Nuklearmedizin) eines der mit 12.000 Mark dotierten 1999er Graduierten-Stipendien der Novartis-Stiftung für Therapeutische Forschung. »Radioimmunkonjugate zur Intensivierung der Konditionierung vor Stammzelltransplantation bei Patienten mit Hochrisikoleukämien« lautet der Titel ihres gemeinsamen Projekts, worin Bunjes die klinischen, Seitz die technischen Fragen bearbeitet. Es geht summarisch gesagt darum, die Heilungschancen von Patienten mit fortgeschrittenem respektive hochaggressivem akutem und chronischem Blutkrebs zu verbessern. Bis heute ist das Auftreten eines Rezidivs innerhalb von weniger als zwei Jahren nach (scheinbar) erfolgreicher Behandlung bei dieser Patientengruppe die Regel, die Prognose schlecht. Um alle Tumorzellen im Knochenmark des Patienten zu zerstören, wird die Ganzkörperbestrahlung mit erhöhter Dosis durchgeführt. Dadurch läßt sich zwar tatsächlich die Rezidivrate verringern, aber die Strahlenbehandlung hinterläßt im ganzen Körper eine Strecke der Verwüstung. Dieses Drama wäre womöglich zu verhindern, wenn es gelänge, die eigentlichen Angriffsziele, die leukämischen Zellen, selektiv zu bestrahlen.

Als Träger einer dafür notwendigen Markierung wählten Bunjes/Seitz einen »anti-NCA 95« genannten Antikörper, der bisherigen Untersuchungen zufolge selektiv an blutbildende Vorläuferzellen bindet und sich bevorzugt im Knochenmark anreichert, als Markierung radioaktives Rhenium (188Re). 188Re, ein fast reiner Beta-Strahler, deponiert über 90 Prozent seiner angeregten Strahlung innerhalb eines Radius von nur 11 mm um die markierte Zelle und bot sich daher als nuklearer Fineliner an. Gesucht war nun zunächst eine Methode, das Radionuklid stabil an den Antikörper zu koppeln. Anschließend war zu überprüfen, ob das so gewonnene Radioimmunkonjugat, wenn man es Leukämiekranken verabreicht hatte, sich tatsächlich im Knochenmark und dort in entarteten Zellen konzentrierte.

Nachdem die Herstellung der Markierungssubstanz gelungen war, begannen die Forscher im Februar 1998 mit der Durchführung des klinischen Tests. Insgesamt 31 Patienten haben sie seither mit dem 188Re-markierten Antikörper vorbehandelt, um anschließend die Strahlen- und/oder Chemotherapie und schließlich eine Stammzelltransplantation einzuleiten. Die Messung der im Knochenmark erzielten Strahlungsdosis ergab, daß der 188Re-gekennzeichnete Antikörper wirklich den erhofften Brennglas-Effekt gehabt hatte: durchschnittlich 13 Gy (Gray, radiologische Intensitätseinheit; 1 Gy entspricht ca. 1 Joule/kg) waren ins Knochenmark transportiert, die durch die zusätzliche externe Ganzkörperbestrahlung eingebrachte Dosis von 12 Gy damit mehr als verdoppelt worden. Die Radioimmunkonjugate selbst wurden gut vertragen und verursachten keine zusätzlichen Schäden an anderen Organen. Damit hatte sich das Bunjes/Seitz-Konzept sogar vergleichbaren Verfahren amerikanischer Konkurrenzgruppen überlegen gezeigt.

Therapieformen wie die skizzierte Radioimmunotherapie zur Knochenmarksablation stellen höchste Anforderungen an Reinheit und Qualität der verwendeten Radiopharmaka. Ohne ein zuverlässiges Generatorsystem zur Radionuklidproduktion, eine reproduzierbare und effektive Markierungsmethode und laufende Kontrollen ist eine klinische Umsetzung innovativer Konzeptionen nicht möglich. Mit einer radiochemischen Reinheit von 94 (±3) %, einer spezifischen Aktivität von 5,6-7,4 GBq/mg Antikörper hoher Stabilität im In-vitro-Versuch und hoher Immunoreaktivität - nachgewiesen in umfangreichen Voranalysen - darf Bunjes/Seitz' Beta-strahlender Antikörper als Qualitätsprodukt deklariert werden.

Aussetzer im Todesprogramm

Häufiger als die Leukämie und medizinisch ein ebenso schwieriges Problem ist das Kolonkarzinom, der Dickdarmkrebs. Er ist gegenwärtig bei beiden Geschlechtern der dritthäufigste Tumor in der westlichen Welt. Jedes sechste Krebsgeschwür siedelt im Dickdarm, und zumindest in Deutschland hat die Zahl der Erkrankungsfälle während der letzten 20 Jahre beständig zugenommen. Für seine Entstehung werden sowohl genetische als auch Umweltfaktoren (namentlich die Ernährung) verantwortlich gemacht. Frühzeitig erkannt, kann Dickdarmkrebs durch einen relativ risikolosen operativen Eingriff geheilt werden. Rund ein Viertel der Karzinome ist aber zum Zeitpunkt der Diagnosestellung bereits so weit fortgeschritten, daß eine vollständige operative Entfernung nicht mehr gelingt. Die Residualzellen können sich jederzeit zu neuen Krebsherden entwickeln. In diesen Fällen kann nur noch eine palliative Therapie mit Zytostatika erfolgen: eine nicht auf Heilung, sondern auf Linderung ausgerichtete Behandlung mit Medikamenten, welche, bei operativer Therapie auch unterstützend eingesetzt, den Teilungszyklus der Zellen bremsen oder zum Stillstand bringen sollen.

Fast alle diese Präparate wurden schon in zahlreichen Studien auf ihre Wirksamkeit beim Kolonkarzinom untersucht - die Resultate waren, was die palliative Anwendung betraf, enttäuschend. Privatdozent Dr. Roland Schmid, Leitender Oberarzt der Abteilung Innere Medizin I in der Ulmer Universitätsklinik, sucht nach einer Erklärung für das häufige Versagen der Zytostatikabehandlung. Da die Wirkung der gängigen Medikamente auf Apoptose-Induktion beruht, das heißt auf der Auslösung des genetisch festgelegten Todesprogramms der Zellen, könnte, so vermutet er, die Chemoresistenz von Kolonkarzinomen zumindest teilweise auf eine Blockierung der apoptotischen Signalkette zurückzuführen sein.

Vor diesem Hintergrund ist Schmid auf die NF-KB-Proteine aufmerksam geworden - eine Gruppe von Proteinen, die bei Immun- und Entzündungsreaktionen als eine Art Steuerzeichen an der Regulation zahlreicher Gene beteiligt sind, neueren Befunden zufolge aber auch Einfluß auf Differenzierungs- und Wachstumsgene und schließlich eine antiapoptotische Wirkung haben können. Ionisierende Strahlung, Chemotherapeutika und Tumornekrosefaktor, der Exekutionswirkstoff der Apoptose, aktivieren als Schutzreaktion der Zellen die NF-KB-Proteine mit dem - zumindest sehr wahrscheinlichen - Resultat einer therapievermittelten Apoptoseresistenz.

Schmid will nun versuchen, die NF-KB-Resistenzmechanismen aufzuklären, die verantwortlichen Gene zu isolieren und zu charakterisieren. Und er will erproben, ob es möglich ist, die Wirkung der Strahlentherapie zu verstärken und die Chemoresistenz von Kolonkarzinomzellen zu brechen, indem man die Schutzproteine blockiert. Er hat dazu Voruntersuchungen durchgeführt und ein Arbeitskonzept formuliert, das ebenso den Beifall der Novartis-Stiftung für Therapeutische Forschung fand. Mit ihrer Unterstützung konnte offiziell am 32.Jahrestag der Universität Ulm das Forschungsprojekt »Zytostatika- Resistenzmechanismen an Kolonkarzinomzellinien« eingerichtet werden.

inhalt Symptome sind Zeichen
Die Rolle der Semiotik in der Integrierten Medizin
  Wenn wir über die Kosten und Konsequenzen medizinischer Maßnahmen diskutieren, diese bewerten und anhand der Bewertung über deren Verfügbarkeit entscheiden, sollte die Frage nach der Rolle von Placebos und Placebo-Effekten geklärt sein. In der aktuellen Diskussion um die Verteilung der Ressourcen scheint das Phänomen »Placebo« aber keine wesentliche Rolle zu spielen. Da die vorliegenden Daten zu Placebos hart genug sind, um konkrete Schritte für gesundheitsökonomische Entscheidungen abzuleiten, hat die AG Klinische Ökonomik (Leiter Prof. Dr. Franz Porzsolt) der Universität Ulm im Sommersemester 1999 zum zweiten Mal im Zuge des Psychosomatik-Unterrichts an der Universität Ulm ein Seminar »Placebo und Placebo-Effekte« angeboten. Im Rahmen des Seminars hielt im Wintersemester 1998/99 Prof. em. Dr. Thure von Uexküll eine Vorlesung zum Thema »Placebo - die Gretchenfrage der Medizin«. Wegen der außerordentlich großen Resonanz wurde sie während eines Seminars am 2. und 3. Juli 1999 in der Reha-Klinik in Glotterbad (Schwarzwald) wiederholt.

Aus Doppelblindstudien ist bekannt, daß Placebos bei vielen verschiedenen Krankheiten wirken, die Ansprechrate beträgt bis zu 80%. Der Goldstandard der pharmazeutischen Medizin hat zum Ziel, den Placeboeffekt zu eliminieren. Wirkung wird hier als rein mechanistischer Effekt definiert. Seit etwa 1850 dominiert diese einseitige Sichtweise in der Medizin. Sie hat große Erfolge zu verbuchen, stößt aber immer mehr an ihre ethischen und finanziellen Grenzen.

Die Integrierte Medizin bietet ein neues Modell, das sich aus der Wissenschaftstheorie entwickelt hat. Es stellen sich vier Fragen:
1) Warum ist eine Ergänzung des bisherigen Modells der Medizin notwendig?
2) Wie soll das ergänzende Modell aussehen?
3) Was für eine Bedeutung hat dieses neue Modell für die Praxis und welche Bedeutung hat die Praxis für das Modell?
4) Warum brauchen wir ein neues Modell?

In den letzten Jahrzehnten hat ein Paradigmenwechsel begonnen, der durch die Erkenntnisse der Quantenphysik eingeleitet wurde und sich in der Heisenbergschen Unschärferelation widerspiegelt. Es gibt keine objektive Realität, der Beobachter konstruiert seine Beobachtung auf Grund seiner Fragestellungen und seiner Verhaltensmöglichkeiten. Die konstruktivistische Wende in der Philosophie hat dieser Tatsache Rechnung getragen, indem sie Realität nicht als etwas, das vorliegt, sondern als etwas, das von uns konstruiert wird, betrachtet. Das herkömmliche medizinische Modell soll nun ebenfalls um diese Erkenntnis erweitert werden.

Bisher wird in der Medizin das Ursache-Wirkungs-Modell angewendet. Ein Symptom wird als Wirkung einer im Körper verborgenen Ursache betrachtet. Nach dem neuen Modell sind Symptome Zeichen mit einer Bedeutung, die der Arzt verstehen muß, um seinen Behandlungsauftrag ausführen zu können. Zeichenprozesse sind dreigliedrig im Gegensatz zu den zweigliedrigen Kausalprozessen (Ursache und Wirkung); sie bestehen aus dem Zeichen, dem Interpretanten und dem Bezeichneten. Zeichenprozesse interpretieren die Umgebung des Organismus und »konstruieren« auf diese Weise eine zu den Bedürfnissen und Verhaltensmöglichkeiten des Organismus passende Umwelt. Organismen und Umwelt bilden daher eine »Einheit des Überlebens«. Krankheiten sind als Passungsstörung zwischen dem Organismus und seiner Umwelt zu sehen. Wir Menschen konstruieren unsere »soziale Umwelt«, die menschliche Wirklichkeit, mit der Sprache. Es besteht eine hierarchische Anordnung von Subsystemen, zwischen denen Zeichen ausgetauscht werden: Zellen bilden Subsysteme von Organen, Organe Subsysteme von Organismen, Organismen Subsysteme von sozialen Umwelten. Jedes Subsystem sucht sich die für es passende Umwelt, konstruiert also seine Wirklichkeit.

Nach Peirce gibt es drei verschiedene Zeichenklassen, die ikonischen, die indexikalischen und die symbolischen Zeichen. Die ikonischen (oder »Quali-Zeichen«) sind die positiv oder negativ getönten Qualitäten unseres Erlebens. Sie weisen auf Grund von Ähnlichkeit aufeinander hin. Die indexikalischen Zeichen repräsentieren das Ursache-Wirkungs-Modell. Etwas weist allein durch sein Dasein auf ein anderes hin, z. B. Wirkung auf Ursache oder Rauch auf Feuer. Die dritte Zeichenklasse versucht die ikonische und indexikalische Zeichenklasse auf symbolischer Ebene zu verbinden. Die Sprache ist ein System symbolischer Zeichen. Sprechen hat daher eine Tiefendimension; die Sprache spricht auch ikonische und indexikalische Inhalte an bzw. spricht sie aus.

Mit zwei Monaten nimmt das Kind seine Umwelt in der ikonischen Dimension, also über Sinneseindrücke wie Schmecken, Riechen, Hören und taktile Empfindungen wahr. Mit etwa vier Monaten lernt das Kind, seine Umwelt nach dem Ursache-Wirkungs-Prinzip mitzugestalten. Das entspricht der indexikalischen Ebene. Mit ca. zwei Jahren beginnt die Integration beider Ebenen, das Kind erlernt die Sprache, gewinnt ein Vorstellungsvermögen, in dem abwesende Objekte gegenwärtig sein können.

Bezogen auf die Medizin bedeutet die ikonische Dimension die strikt private Erfahrung des Menschen, ein Körper zu sein, Schmerzen zu empfinden oder den Arm über die Propriozeption als eigen zu erleben. Die indexikalische Dimension erfaßt zeitlich-räumliche Zusammenhänge und entspricht der Erfahrung, einen Körper zu haben, mit dem und auf den man aktiv einwirken kann. Die symbolische Ebene fügt diesem pragmatischen Realitätsprinzip die Überwachung durch ein kommunikatives Realitätsprinzip hinzu. Lebewesen sind »geschlossene Systeme«. Sie interpretieren Einwirkungen auf ihre Rezeptoren nach ihrem (subjektiven) Interpretanten. Um Zugang zu einem geschlossenen System zu finden, muß man sich um den Interpretanten dieses Systems, das heißt um einen gemeinsamen Interpretanten (Code) bemühen. Für den Arzt bedeutet das, das Bedürfnis des Patienten, der mit einem Symptom in die Sprechstunde kommt, die für ihn unheimlichen Zeichen zu entschlüsseln. Dafür muß sich ein gemeinsamer Code zwischen Arzt und Patient entwickeln. Das bisherige Medizinsystem betrachtet den Patienten jedoch als offenes System, in das man hineinschauen kann, um Ursachen von Krankheiten zu finden und zu beheben.

H. von Förster bezeichnet diese »Umformatierung«, eines geschlossenen in ein offenes System als »Trivialisierung«. Um den Menschen als geschlossenes System zu verstehen, muß man davon ausgehen, daß jeder seine Wirklichkeit aus drei Ebenen, einer ikonischen Erlebnis-Ebene, einer indexikalischen (räumlich-zeitlichen) Orientierungs-Ebene und einer symbolischen Ebene des kognitiven und verbalen Verstehens konstruiert. Um die Wirklichkeit seines Patienten zu erreichen, muß es dem Arzt gelingen, bei den Ereignissen der (narrativen) Geschichte des Patienten »dabei zu sein«. Durch den wechselseitigen Informationsaustausch kann sich der Arzt vergewissern, ob das »Dabeisein« zutrifft, ob ein gemeinsamer Code entwickelt wurde.

Krankheit wird in diesem Modell als gestörte Passung, das heißt als gestörte Einheit des Überlebens eines Menschen mit seiner biologischen und sozialen Umwelt, betrachtet. Die Passung kann unter Einbeziehung familiärer und sozialer Wirklichkeiten wiederhergestellt werden. Paßt die Beziehung zwischen Arzt und Patient? Der Arzt als Droge ist dann wirksam, wenn der Patient ihn als Droge gebrauchen kann. Die reflektierte Kasuistik kann dem Arzt helfen, diese Passung zu finden. Wir brauchen ein Metasystem wie das der Integrierten Medizin, um zu verstehen, wie in einem System verschiedene Subsysteme kooperieren können. Die Bedeutung der Subsysteme für Systeme und Suprasysteme und vice versa muß hierfür erst in einem übergreifenden Modell sichtbar gemacht werden.

(Eine Weiterführung des Seminars ist im Wintersemester 1999/2000 an der Universität Ulm im Rahmen des Psychosomatik-Unterrichts in Kooperation mit der Rehaklinik Glotterbad vorgesehen.)

Karin Meißner, Prof. Dr. Franz Porzsolt

inhalt Roboterchirurgische Ergebnisse kritisch bewerten
Über computerassistierte Chirurgie am Bewegungsapparat
  In den vergangenen Jahren hat sich der Trend zur computergestützten Chirurgie (CAS = Computer Assisted Surgery) verstärkt. Das Streben nach erhöhter Präzision operativer Eingriffe bei gleichzeitig verminderter Gewebetraumatisierung hat auch bei der Behandlung von Erkrankungen des Bewegungsapparates den Einsatz entsprechender Systeme gefördert. Im Gegensatz zur Entwicklung von Arzneimitteln, deren breiter klinischer Anwendung eine genau reglementierte und mehrstufige wissenschaftliche Erprobung vorausgehen muß, sind jedoch Operationsroboter und Navigationssysteme auf den Markt gekommen, ohne daß die Effektivität und Effizienz ihres Einsatzes adäquat hinterfragt wurde.

Aus diesem Grund veranstaltete die Arbeitsgemeinschaft für Endoprothetik (AE) am 3. und 4. Mai 1999 ein Konsensgespräch über den derzeitigen Stellenwert und die zukünftigen Perspektiven der »Computerassistierten Chirurgie am Bewegungsapparat«. Die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft sind leitende Ärzte orthopädischer und unfallchirurgischer Kliniken mit Arbeitsschwerpunkt und entsprechendem wissenschaftlichem Interesse im Bereich der Endoprothetik. Der Präsident, Prof. Dr. Wolfhart Puhl (Ärztlicher Direktor der Orthopädischen Klinik der Universität Ulm), hatte vorgeschlagen, vor dem Hintergrund einer teilweise unkritischen Bewerbung einzelner CAS-Systeme die gebotene wissenschaftliche Diskussion über deren Nutzen und Stellenwert zu fördern. In einem breit angelegten Gesprächstreffen sollte die Thematik unter Einbeziehung von Herstellern und Anwendern erörtert werden. Die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Traumatologie (DGOT) und die Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) waren von dieser Veranstaltung informiert, und Mitglieder beider Gesellschaften waren anwesend.

Sämtliche Hersteller relevanter marktgängiger CAS-Systeme waren von der AE zur Teilnahme eingeladen. Um eine möglichst umfassende Diskussion der Thematik zu gewährleisten, stellten nach Absprache mit den Herstellern aller Systeme jeweils zwei kompetente Referenten den Stand der technischen Entwicklung und der klinischen Anwendung - einschließlich bisheriger wissenschaftlicher Ergebnisse - dar. Am Konsensgespräch nahmen darüber hinaus Spezialisten zur Studienplanung vom Deutschen Krankenhausinstitut (DKI) und zur übergeordneten Betrachtung von Aspekten der Software- und Hardware-Entwicklung teil. Auch war ein Jurist anwesend, der aufgrund seiner bisherigen Ausbildung und Tätigkeit für die sachverständige Beantwortung schwieriger Fragen des Arztrechtes auf diesem neuen Gebiet besonders qualifiziert ist. Im Rahmen des Konsensgespräches erarbeitete Diskussionspunkte sind bei einer Pressekonferenz am 29.7.1999 im Münchner Presseclub dargelegt worden und werden hier zusammengefaßt.

Von der Technik abgeleitet

Wenn man vom Computereinsatz in orthopädischen und unfallchirurgischen Operationssälen spricht, können etwas vereinfacht zwei Systeme unterschieden werden: Navigationssysteme; sie erleichtern dem Operateur die Orientierung in unübersichtlichen oder anatomisch besonders schwierigen Bereichen und sollen ihn dabei unterstützen, einzelne Schritte des Eingriffs - wie z.B. das Einbringen von Schrauben in enge Knochenbrücken der Wirbelsäule - mit größerer Genauigkeit und damit reduzierter Schadensgefahr für den Patienten zu bewältigen. Operationsroboter; hierbei handelt es sich im wesentlichen um Maschinen, die bereits seit längerer Zeit auch im industriellen Bereich eingesetzt werden und die einen Arbeitsschritt - wie z.B. das Fräsen einer Höhle im Oberschenkelknochen zur späteren Aufnahme eines Endoprothesenstieles - mit hoher Exaktheit ausführen.

Die im Rahmen der klinischen Erprobung bislang durchgeführten wissenschaftlichen Studien scheinen für einzelne Navigationssysteme positive Ergebnisse zu zeigen. So ist der Einsatz dieser Systeme seit vielen Jahren in der Neurochirurgie (z.B. bei Operationen am Gehirn) erprobt und hat sich bewährt. Der Einsatz im orthopädischen und unfallchirurgischen Bereich, z.B. beim Einbringen von Schrauben in die Wirbelsäule, hat sich ebenfalls als sehr zuverlässig erwiesen. Das exakte Einsetzen von Knieendoprothesen oder der Pfanne beim Hüftgelenkersatz ist durch Navigationssysteme möglich.

Für einzelne Operationsroboter wurde zwar die hohe Genauigkeit von Arbeitsschritten in experimentellen Untersuchungen bestätigt, jedoch stehen verläßliche klinische Untersuchungen zum Nachweis eines langfristigen Nutzens für Patienten noch aus. Der endoprothetische Robotereinsatz beruht im wesentlichen auf der Erwartung, daß die präzise Anpassung eine längere Haltbarkeit der Prothese verspricht. Ob diese aus der Technik abgeleitete Erwartung, wo hohe Präzision bei schnell laufenden Teilen zu einer längeren Haltbarkeit führt, auf ein biologisches System übertragbar ist, ist noch völlig offen. Da heute die in ein manuell vom Operateur bereitetes Endoprothesenlager eingesetzten Prothesen bereits sehr hohe Standzeiten erreichen, wird ein Nachweis sehr schwierig, ob das robotergefräste Lager tatsächlich zu einer längeren Standzeit führt und damit der hohe Aufwand und gegebene Nachteile zu rechtfertigen sind.

Nebenwirkungen

Während die der Öffentlichkeit und damit den Patienten zugänglichen Informationen den Eindruck erwecken, daß Operationsroboter aufgrund ihrer hochexakten Arbeitsweise die Implantation einer Hüftendoprothese für den Patienten zu einem langfristig erfolgreichen Eingriff machen, werden erste unerwünschte Nebenwirkungen aus Sprechstunden und Kliniken berichtet, die z.B. in vorübergehendem oder permanentem Hinken durch operationsbedingten Muskel- oder Nervenschaden begründet sind. Die Operationsdauer wird mit der bisher zur Verfügung gestellten Robotertechnologie verlängert, was zwangsläufig Auswirkungen auf die operative und postoperative Komplikationsrate hat. Auch frühe Versagensfälle, bei denen das nichtfeste Einwachsen des Endoprothesenschaftes - entgegen allen Prognosen - zur Wechseloperation Anlaß gibt, müssen genannt werden.

Um den Wert der Roboterassistenz nicht unnötig in Mißkredit geraten zu lassen, fordert die AE nachdrücklich sorgfältige prospektive Studien über einen längeren Zeitraum. Dies ist wichtig, bevor das System allein unter Aspekten des Medizinmarktes Verbreitung findet. In einer Zeit der Diskussion über Belastungen der Solidargemeinschaft und daraus resultierender permanenter Gesundheitsreformbemühungen ist dies besonders bedeutsam, denn derzeit spricht der hohe Anschaffungspreis des Operationsroboters mit nicht unerheblichen Folgekosten und verlängerten Operationszeiten gegen eine generelle Verbreitung.

Vor Robotereinsatz bzw. Navigation müssen bei den derzeit diskutierten Systemen die zu operierenden anatomischen Regionen aus Planungsgründen bildtechnisch exakt erfaßt werden. Dies geschieht in der Regel mit Hilfe einer Computertomographie. Vor dem Robotereinsatz muß darüber hinaus noch in den meisten Fällen eine kleinere Operation erfolgen, in der Metallmarkierungen in den Knochen eingebracht werden, um mit ihrer Hilfe in der späteren definitiven Operation die Orientierung des Roboters zu ermöglichen. Welchen Stellenwert diese zusätzlichen Belastungen für den Patienten in einer Nutzen-Risiko-Abwägung haben und inwieweit sie durch künftige Entwicklungen vermeidbar werden, sollte ebenfalls näher untersucht werden.

Noch nicht Standard

Erfahrene Anwender der Operationsroboter an der Hüfte haben die Vorteile der Planung und Paßgenauigkeit hervorgehoben. Zu den Kernfragen der längeren Prothesenstandzeit oder der fraglichen Roboterpräzision in der Verbindung des Metallimplantats mit der biologisch aktiven Knochenstruktur konnten sie nichts beitragen.

Aus alledem ergibt sich, daß computergestütztes Operieren zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht als Standardtherapie gelten kann. Daraus folgen für die anwendenden Ärzte zwei Konsequenzen: Einerseits ist der Operateur nicht verpflichtet, den Patienten auf die Möglichkeit computergestützten Operierens hinzuweisen. Ebensowenig ist er verpflichtet, computergestützt zu operieren. Andererseits setzt die geplante computergestützte Operation voraus, daß der Patient über die Neuartigkeit des Verfahrens und das Fehlen langfristiger Untersuchungsergebnisse informiert wird, bevor er sich für die Durchführung einer computergestützten Operation entscheidet. Diese besonderen Informationspflichten für das computergestützte Operieren entfallen erst dann, wenn die Verfahren an einem ausreichend großen Patientengut medizinisch- wissenschaftlich erprobt, im wesentlichen unbestritten und in der Praxis nicht nur an wenigen Zentren verbreitet sind und Ergebnisse aus langfristigen Beobachtungen vorliegen. Unabhängig davon bleibt der Operateur verpflichtet, über den Einsatz der Methode auch in Ansehung des einzelnen Patienten zu entscheiden und dabei zu überlegen, ob sie für den jeweiligen Patienten risikoärmer oder weniger belastend ist oder bessere Heilungschancen verspricht.

Die verfügbaren Technologien bieten sowohl im Bereich des Robotereinsatzes als auch in der Navigation die Perspektiven einer weiteren Verbesserung der Qualität ärztlichen Handelns. Dies ist jedoch nur dann gewährleistet, wenn ihre Anwendung mit einer sorgfältigen Datenerhebung im Sinne wissenschaftlicher Prüfungen verbunden ist. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen müssen kritisch bewertet werden und sollten Ärzten dazu dienen, sowohl ihren Patienten die Vor- und Nachteile des Computereinsatzes zu vermitteln als auch gemeinsam mit Herstellern die noch notwendige Entwicklungsarbeit zu steuern.

Prof. Dr. Wolfhart Puhl

inhalt In der Tiefe des Schädelraumes
Neurochirurgische Erfahrungen mit dem Skalpell aus synthetischem Diamant
  Nicht zu Unrecht wird die Ulmer Gesellschaft für Diamantprodukte (GFD) mit Preisen überhäuft. Sie hat ein Produkt entwickelt, das auch den minimalinvasiv tätigen Neurochirurgen hilft. Es hilft ihm bei Eingriffen an Nerven, aber auch bei Operationen am Rückenmark und am Gehirn - überall dort, wo es auf besonders präzisen Schnitt ankommt, natürlich unter Sicht des Operationsmikroskops. Das Produkt ist ein Skalpell mit einer Klinge aus synthetischem Diamant, die in jeder gewünschten Form hergestellt werden kann. Die Klinge schneidet hochpräzise. Sie ist in einen Klingenhalter eingelassen. Dieser wiederum ist stufenlos in einen ergonomischen Handgriff einzusetzen. Das gesamte Instrument ist also in seiner Gesamtlänge variabel und deshalb gleichermaßen für oberflächennahes Arbeiten wie für Eingriffe in der Tiefe des intrakraniellen Raumes anwendbar. Mit diesem Diamantskalpell arbeiten wir seit einem reichlichen Jahr.

Mikroskapelle mit natürlichem Diamant gibt es schon lange. Wir haben sie mehr als 20 Jahre eingesetzt. Sie nutzen sich jedoch leicht ab, die schneidenden Flächen werden durch Riefen unregelmäßig und schneiden dann nicht mehr gut. Sie können zwar nachgeschliffen werden, haben aber doch nur eine begrenzte Lebensdauer. Ihr Preis ist hoch.

Mittlerweile haben wir die Ulmer Diamantklinge für ganz unterschiedliche operativ-technische Aufgaben erprobt, und zwar ausschließlich unter dem Operationsmikroskop. Die von uns verwendeten Klingen sind 2 mm breit, für mikrochirurgische Arbeiten ein gut geeignetes Maß. Zunächst testeten wir Prototypen, noch ohne den jetzigen Handgriff, unter unsterilen Bedingungen an Resten von Suralisnerven (Abb.1). Das Epineurium des Nervus suralis, seine äußere Nervenhülle, ist ein sehr weiches, schwer zu fassendes Gewebe. Mit Mikropinzette und Mikroschere läßt sich das Epineurium kaum bearbeiten. Mit der Diamantklinge hingegen sind Entfernung des Epineuriums und interfaszikuläre Neurolyse, also die chirurgische Isolierung der einzelnen Nervenfaszikelgruppen, einfach durchführbar.

Für die nächste Phase, den realen operativen Eingriff, standen der ergonomische Handgriff und der Klingenhalter zur Verfügung, in dessen 2,5 mm breites Ende die Diamantklinge eingelassen ist. Zunächst wählten wir zur Erprobung des Instruments oberflächennahe Eingriffe, Nervenoperationen, bei denen es darauf ankam, hochpräzis tangential zu den Nervenfaszikeln zu schneiden. Besonders bewährte sich das Diamantskalpell bei der Entfernung von Nerventumoren. Bei solchen Tumoren, zum Beispiel Schwannomen, liegen die Faszikel in den zwiebelschalenartigen bindegewebigen Schichten um den Tumor. Sie funktionieren normal und werden am besten scharf, das heißt mit einem Skalpell - nicht mit einer Schere - vom Tumor abgelöst.

Präparation ohne Zug

In einer weiteren Phase der Erprobung setzten wird das Diamantskalpell im intrakraniellen Raum und am Rückenmark ein. Auch für Operationen in diesen Räumen besteht Bedarf an einem hochpräzis schneidenden Mikroskalpell. Subkortikal gelegene Hirntumoren gehen wir, wenn sie nicht an die Oberfläche reichen, nicht primär transzerebral an, also durch die Hirnrinde; vielmehr nutzen wir die natürlichen Spalträume des Gehirns, die Windungstäler. Sie sind von der Arachnoidea überzogen, einer bindegewebigen, über den Furchen und Windungen des Gehirns und des Rückenmarks liegenden Membran. Diese muß zunächst geöffnet werden, bevor man in das Windungstal hineingehen kann (Abb. 2). Einer Mikroschere fehlt die Präzision des Schnitts, die mit dem Diamantskalpell erzielt werden kann. Das erlaubt eine Präparation ohne Zug und minimiert das Risiko der Verletzung feiner kortikaler Blutgefäße.

Da die Länge des Instruments variabel ist, eignet sich das Ulmer Diamantskalpell selbst für Eingriffe in der Tiefe des Schädelinnern, zum Beispiel bei Operationen an der Schädelbasis. Abb. 3 zeigt eine solche Anwendung, und zwar die zugfreie Dissektion des linken Sehnervs von einem Meningeom des Canalis opticus, nachdem der vordere Clinoidfortsatz und das Dach des knöchernen Opticuskanals bereits abgeschliffen worden sind. Ein herkömmliches Diamantskalpell wäre für den Eingriff an dieser Stelle zu kurz gewesen. Ferner zeigt die Erfahrung, daß die schneidende Fläche dann, wenn das Skalpell nicht ganz neu ist, irgendwo eine Riefe hat. Sie setzt die Schneidfähigkeit deutlich herab. Bei der Präparation mit der Mikroschere hätte man am Sehnerv ziehen müssen, um ihn vom Tumor abzulösen. Das bekommt dem Nerv nicht gut. Das Meningeom war nämlich hart und unbeweglich. Mit keinem anderen Instrument als dem Ulmer Diamantskalpell hätte man den Sehnerv so schonend vom Tumor ablösen können. Wir haben uns bisher im wesentlichen einer einzigen Klingenkonfiguration bedient, obwohl eine große Auswahl zur Verfügung steht. Zusammen mit Dr. Peter Gluche (GFD) arbeiten wir jetzt an einigen besonderen Klingenformen für die Präparation der Arachnoidea, sowohl an der Oberfläche als auch in der Tiefe des Schädelinneren. Wir empfehlen, Diamantskalpelle unterschiedlicher Stärke herzustellen. Denn für die Operationen an den vergleichsweise derben peripheren Nerven sind andere mechanische Kräfte erforderlich als an der feinen Arachnoidea oder bei der Dissektion eines Hirnnervs. Die Realisierung dieser Wünsche ist für den Hersteller der Diamantskalpelle unproblematisch.

Prof. Dr. Hans-Peter Richter

inhalt Musterfall der Kooperation
Siemens stiftet Professur für Telekommunikationstechnik
  »Zwischen der Universität Ulm und der Firma Siemens bestehen seit vielen Jahren enge Beziehungen durch Forschungskooperationen und -aufträge auf dem Gebiet der Informationstechnik. Diese für beide Seiten vorteilhafte Zusammenarbeit wird durch die Stiftungsprofessur für Telekommunikation und Angewandte Informationstheorie verfestigt und erhält eine neue Qualität.« Mit diesen Worten begrüßte Wissenschaftsminister Klaus von Trotha das finanzielle Engagement von Siemens für die neue Professur an der Universität Ulm. Er bezeichnete die Förderung als »einen Musterfall eines kooperativen und erfolgreichen Zusammenwirkens von Wissenschaft und Wirtschaft«.

Die Stiftungsprofessur wird sich vor allem mit einem in den letzten Jahren dynamisch gewachsenen Teilbereich der Informationstechnik, der Entwicklung von Verfahren zur sicheren Datenübertragung bei künftigen digitalen Kommunikationssystemen, beschäftigen. Sie soll die bisherigen Aufgabenfelder der Abteilung Informationstechnik der Fakultät für Ingenieurwissenschaften mit ihren Schwerpunkten in den Bereichen Signaltheorie und Signalverarbeitung ergänzen. Die Professur wird von Siemens zehn Jahre lang mit jährlich DM 400.000.-- für laufende Personal- und Sachkosten gefördert. Die Universität stellt die Infrastruktur bereit und finanziert die anfallenden Investitionen. Nach der Stiftungsphase soll die Professur vom Land übernommen werden.

Neben den Synergieeffekten in der Forschung erwartet der Wissenschaftsminister, daß die Einrichtung der Stiftungsprofessur zusätzliche Forschungs- und Entwicklungsaufträge nach sich ziehen und den Austausch zwischen Wissenschaftlern und Praktikern im Rahmen von Weiterbildung und Schulung begünstigen werde. Auch die Studenten können profitieren, indem sie sich das erweiterte Vorlesungsangebot etwa auf dem Gebiet digitaler Netze zunutze machen. Baden-Württemberg steht mit 25 Professuren und einem Fördervolumen von ca. 70 Millionen Mark an der Spitze der Bundesländer bei der Einwerbung von Stiftungsprofessuren.

inhalt Ruder-Junioren-WM in Bulgarien
Ulmer Abteilung Sport- und Rehabilitationsmedizin betreute auch 1999 die Junioren- Nationalmannschaft des Deutschen Ruderverbandes
  Die Ruder-Junioren-WM 1999, die vom 2. bis 9. August in Plovdiv, Bulgarien, stattfand, verzeichnete rund 1.000 Teilnehmer aus 30 Ländern, darunter auch Deutschland. Medizinisch wurde die deutsche Nationalmannschaft von der Abteilung Sport- und Rehabilitationsmedizin (Ärztlicher Direktor Prof. Dr. Manfred Lehmann) der Universität Ulm betreut. Vor Ort dabei waren Prof. Dr. Jürgen M. Steinacker, Werner Lormes und Dr. Bogislav Baller.

Die Vergabe von internationalen sportlichen Meisterschaften in osteuropäische Länder löst oft gemischte Gefühle bei Aktiven und Betreuern aus. Die Veranstalter sind sehr engagiert, und man anerkennt auch die Notwendigkeit und Wichtigkeit, solche Ereignisse nicht nur im Westen stattfinden zu lassen. Begrenzte finanzielle Mittel der Ausrichter und für westliche Begriffe ungewohnte hygienische und wohnliche Voraussetzungen erfordern aber eine aufwendige logistische und medizinische Planung auf seiten der beteiligten Mannschaften. Bei der Junioren-Weltmeisterschaft der Ruderer 1995 in Posen zum Beispiel stellte eine grassierende Salmonellenerkrankung die medizinischen Betreuer vor eine schwierige Situation. Die Vorräte an Medikamenten waren bald erschöpft. Doch konnten die erforderlichen Pharmaka aus Deutschland nachgeordert werden. Daß trotz der schweren Erkrankungswelle nur drei deutsche Athleten abgemeldet werden mußten und die Mannschaft einen großen Gesamterfolg erzielen konnte, bedeutete auch einen besonderen medizinischen Erfolg.

Durch Impfungen läßt sich einer Reihe drohender Gesundheitsgefahren prophylaktisch begegnen. Die Ulmer Sportmediziner hatten deshalb vor der Weltmeisterschaft in Bulgarien ausdrücklichen Wert auf die Impfberatung der Eltern und Athleten gelegt und in Verbindung mit der Sektion Infektiologie und Klinische Immunologie (Leiter Prof. Dr. Peter Kern) der Universität Ulm Auffrischungen des Tetanus- und Diphtherieschutzes und besonders die Impfung gegen Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), Hepatitis A und Typhus bei den 64 Athleten und etwa 20 Betreuern empfohlen und durchgeführt. Unterstützt wurden sie dabei von den Firmen Smith Kline Beecham und Pasteur Mérieux MSD, die kostenlosen oder stark verbilligten Impfstoff bereitgestellt haben. Die Betreuer führten in ihrem Gepäck rund 300 kg Medikamente, Zusatzernährung, Elektrolytkonzentrate und Geräte mit.

inhalt Makuladegeneration in Zellkultur
DFG fördert Ulmer Universitäts-Augenklinik
  Theoretisch ist es gar nicht so wenig, was die ophthalmologische Forschung bis heute über die altersbedingte Makuladegeneration (AMD) in Erfahrung gebracht hat. Der AMD liegt eine Stoffwechselstörung in der Pigmentepithelschicht der Netzhaut (Retina) zugrunde: die retinalen Stäbchen und Zapfen, sich beständig erneuernde Empfängerstellen der Lichtempfindung, werden nicht vollständig abgebaut. So bilden sich unterhalb der Netzhaut Ablagerungen auf dem Gelben Fleck, dem Punkt der größten Sehschärfe. Der Gelbe wird zum blinden Fleck, die Zellen der darüberliegenden Pigmentepithelschicht sterben ab oder beginnen unkontrolliert zu wuchern, und in Einzelfällen kann es geschehen, daß Blutgefäße aus der Choriocapillaris, der innersten Schicht der Aderhaut, in die Retina einwachsen und deren Feinstruktur vollends zerstören. Die Wissenschaftler unterscheiden zwischen der häufigeren trockenen (nicht exsudativen) und der mit rund 12% der AMD-Fälle deutlich selteneren feuchten (exsudativen) Form, wobei besonders letztere für ihre extrem ungünstige Prognose bekannt ist.

Aller Lehrbuchkenntnisse unerachtet sind die Möglichkeiten eines therapeutischen Eingriffs bei der AMD eng begrenzt, nur in wenigen Fällen kommt eine Laserbehandlung oder eine operative Entfernung der eingesproßten Gefäße in Betracht, die den Fortgang der Erkrankung zumindest aufhalten kann, und so ist die AMD bis heute weltweit die häufigste Ursache von Sehkraftminderung und Erblindung in der Bevölkerungsgruppe der Über-Sechzigjährigen.

Privatdozent Dr. Christoph W. Spraul aus der Abteilung Augenheilkunde der Universität Ulm, seit Jahren international anerkannter Experte in Sachen AMD, kam jetzt auf den Gedanken, das Zusammenspiel zwischen Pigmentepithelschicht und Choriocapillaris detailliert zu untersuchen, um auf diesem Weg möglicherweise Ansatzpunkte für eine wirksame Behandlung zu finden. In der Universitäts- Augenklinik, wo die Laser- und chirurgische Behandlung der AMD zu den Spezialitäten des Hauses gehört und die Arbeitsgruppe um Spraul, Prof. Dr. Gabriele Lang (Leiterin der Sektion Konservative Retinologie) und die Biologin Corinna Kaven im Gewebekulturlabor seit Jahren erfolgreich präklinische Forschung im Kontext der altersbedingten Makuladegeneration betreibt, wird man zunächst aus retinalen Pigmentepithelzellen, Choriocapillaris und den Jungzellen der verhängnisvollen Neugefäße aus der untersten Aderhautschicht ein möglichst wirklichkeitsgetreues AMD-Modell zusammenbauen. An diesem Modell soll anschließend die Interaktion zwischen den verschiedenen Zelltypen mittels Wachstumsfaktoren- und Therapeutikagabe so gesteuert werden, daß sich speziell die Blutgefäß-Einsprossungen in die Retina zurückbilden und der Degenerationsprozeß gestoppt, womöglich teilweise rückgängig gemacht wird. Anders als im Tierversuch lassen sich dabei am Kokulturmodell verschiedenste Parameter nach Belieben manipulieren und eine Vielzahl von Medikamenten auf ihre Wirksamkeit testen.

Diese Perspektive hat letzthin auch die Gutachter der Deutschen Forschungsgemeinschaft beeindruckt. Für sein Projekt »Manipulation der Interaktion zwischen retinalem Pigmentepithel und Choriocapillaris anhand eines Zellkultur-Modells zur Behandlung der altersbezogenen Makuladegeneration« bewilligte sie Dr. Spraul Fördermittel in Höhe von 180.000,- Mark.

inhalt Starthilfe
Anfangsförderung für Forschungsvorhaben
  Promovierte Mitarbeiter (Nachwuchswissenschaftler) des nichtmedizinischen Bereichs der Universität Ulm können für Forschungsvorhaben, für die keine anderweitige Finanzierungsmöglichkeit besteht, eine hausinterne Anfangsförderung beantragen. Diese Maßnahme soll dem wissenschaftlichen Nachwuchs Hilfe bieten auf dem Wege zu den Forschungsleistungen, die in der Regel als Legitimation von Drittmittelanträgen (etwa bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft) erforderlich sind. Hauptkriterium der Förderungswürdigkeit ist wissenschaftliche Originalität. Aus den Anträgen muß erkennbar sein, daß es sich um einen eigenständigen Beitrag zur wissenschaftlichen Forschung handelt. Großprojekte können in diesem Zusammenhang nicht gefördert werden.

Beantragt werden können Mittel für Hilfskräfte, Sachausgaben und Investitionen. Sollen Projekte, die bereits Mittel im Rahmen der hier erneut ausgelobten Anfangsförderung erhalten, ausnahmsweise weitergefördert werden, genügt ein kurzgefaßter Antrag mit Zwischenbericht. Die Anträge müssen enthalten: den Namen des/der Antragstellers/in und Angaben zu seiner/ihrer wissenschaftlichen Qualifikation, Lebenslauf, Promotionsurkunde, Publikationsliste; eine Kurzbeschreibung des Vorhabens, seines wissenschaftlichen Hintergrundes und seiner methodischen Ansätze nebst einer Auflistung der einschlägigen Literatur; die gewünschte Förderhöhe mit Begründung und geplanter Verwendung; die Ausstattung des Forschungsbereichs, soweit für das Vorhaben wesentlich; gegebenenfalls die Zusammensetzung der Arbeitsgruppe sowie die Einverständniserklärung des Abteilungsleiters. Anträge (in freier Form) sind bis zum 29. Oktober 1999 beim Dezernat I-1, Frau Herzberger, Albert-Einstein-Allee 5, 89081 Ulm, Telefon 22009, e-Mail ilse.herzberger@rektoramt.uni-ulm.de, einzureichen.

inhalt Gut eingeschlagen
Akzeptanz für das Semesterticket
  Rundum positiv bewerten nach einjähriger Laufzeit alle Beteiligten die bisherige Entwicklung beim Semesterticket für den öffentlichen Nahverkehr. Das Semesterticket war für die Studierenden der Universität Ulm zum Wintersemester 1998/99 eingeführt worden und wird bereits von rund 40% der Berechtigten in Anspruch genommen. »Wir sind sehr zufrieden mit der Akzeptanz. Unsere Erwartungen für das erste Jahr wurden übertroffen«, bilanzierte Thomas Mügge, Geschäftsführer der Donau-Iller- Nahverkehrsverbund GmbH (DING), zum Ende des Sommersemesters. Für ihn auch »eine Bestätigung, daß mit diesem guten Angebot der ÖPNV für Studenten besonders attraktiv gemacht wurde«. Zu dem unbestrittenen Erfolg beigetragen hat Mügge zufolge auch, »daß sich alle Studenten über den Sockelbeitrag an der Finanzierung des Modells beteiligen«.

Zufrieden auch Günter Skrzeba, Geschäftsführer des Studentenwerks Ulm: »Wir freuen uns, daß das Modell so gut eingeschlagen hat. Schließlich waren wir daran nicht ganz unschuldig.« So habe die intensive Öffentlichkeits- und Aufklärungsarbeit die Akzeptanz des Semestertickets wesentlich gefördert. Aber: »nichts Gutes, was nicht zu verbessern wäre«, meint Skrzeba, der im Zuge der Neuregelung, die für das kommende Jahr ansteht, insbesondere eine Nachbesserung für die Studierenden erreichen möchte, die das Semesterticket bisher nicht in Anspruch nehmen. Sein Vorschlag: kostenlose Fahrten in Schwachlast-Zeiten als Bonus für den Sockelbeitrag, den bekanntlich alle Studierenden unabhängig von der ÖPNV-Nutzung entrichten müssen.

Bestätigt wird Skrzeba von einer AStA-Umfrage unter den Studierenden, deren Ergebnisse Vorsitzender Christopher Wolf zum Ende des Sommersemesters vorlegte. Demnach sprach sich ein Großteil der Studierenden für einen derartigen Ausgleich aus. Die meisten wünschten sich Gratis-Fahrt zwischen 19.00 und 1.00 Uhr. »Insgesamt brachte die Umfrage rund 80% Zustimmung«, so der AStA- Sprecher, »aber für die Mehrheit sind die Ticketpreise momentan zu teuer.«

Unabhängig davon haben sich im Wintersemester 1.943 Studenten für ein Semesterticket entschieden, mit Abstand die meisten (1.566) für Fahrten im Stadtgebiet. Im Sommersemester fand das Semesterticket immerhin noch 1.556 Abnehmer. Damit beläuft sich der Jahresdurchschnitt auf 1.750 Tickets, etwa 200 über dem ursprünglich gesteckten Ziel. Zusätzliche Impulse erwarten die Beteiligten von der neuen Linie 29, die bekanntlich die nördlichen Stadtteile und Blaustein direkt mit der Wissenschaftsstadt auf dem Oberen Eselsberg verbindet. Zwar läuft die derzeitige vertragliche Regelung in einem Jahr aus, aber DING, Studentenwerk und Universität haben als gemeinsames Ziel: das Semesterticket soll bleiben.

Willi Baur

Inzwischen wurde bekannt, daß die Bundesbahn die Nutzung des Tickets
einschränkt. Es soll auf Strecken, die über den DING-Bereich hinausgehen, dann nicht mehr gelten, wenn durchgehende Züge benutzt werden. Beispiel: Wer von Memmingen nach Ulm fahren wollte und ein DING-Ticket besaß, konnte eine Fahrkarte von Memmingen bis Kellmünz lösen. Von Kellmünz an galt sein Ticket.
Künftig soll in Zügen, die ohne Halt in der DING-Zone zwischen Memmingen und Ulm verkehren, das Ticket keine (partielle) Gültigkeit mehr haben.

inhalt Wachstumsmotivationen
Wissenschaftspreis 1999 der Stadt Ulm
  Im Rahmen der Ulmer Schwörmontagsfeierlichkeiten, eines lokalhistorischen Gedenkens an die Verbriefung bürgerlicher Rechte, wird seit einem runden Vierteljahrhundert im Zweijahresturnus der Wissenschaftspreis der Stadt verliehen. Insgesamt 30.000 Mark waren es, die OB Ivo Gönner am 19. Juli an drei Preisträger zu verteilen hatte: an den Kardiologen Prof. Dr. Johannes Waltenberger (15.000 DM), den FH-Professor Klaus Paulat (10.000 DM) und das Biologenteam Bernecker, Freiberg & Freiberg (5.000 DM) aus der Abteilung Systematische Botanik und Ökologie der Universität.

Wachstumsfaktor

Prof. Dr. Johannes Waltenberger forscht nicht nur über Wachstumsfaktoren - was Produktivität und Ansehen der Ulmer Kardiologie angeht, ist er gewissermaßen selber einer. Der Oberarzt in der Abteilung Innere Medizin II des Universitätsklinikums, von Chef Prof. Dr. Vinzenz Hombach für den Wissenschaftspreis vorgeschlagen, gehört nach dessen Aussage zu deren fähigsten Mitarbeitern und sicher zu den erfolgreichsten. Über drei Millionen Mark an Drittmitteln hat er bislang einwerben können. Er hat eine Arbeitsgruppe von 15 Mitarbeitern aufgebaut, von denen sieben als Vollzeitkräfte aus diesen Mitteln finanziert werden, gemeinsam mit Prof. Dr. Doris Wedlich (Abteilung Biochemie), PD Dr. Jürgen Engele (Anatomie und Zellbiologie), Dr. Peter Jehle (Innere Medizin II) und Dr. Max Reinhagen (Innere Medizin I) den Landesforschungsschwerpunkt »Wachstumsfaktormodulation als therapeutisches Prinzip« nach Ulm geholt, zum kardiovaskulären Sonderforschungsbereich 451 »Läsion und Reparation am kardiovaskulären System« (erste Förderungsperiode 1999 - 2001) zwei Projekte beigesteuert und ist mit einem weiteren Projekt an der Initiative zur Einrichtung eines dritten beteiligt. Er wurde 1994 mit dem Oskar-Lapp-Preis der Deutschen Gesellschaft für Herz- und Kreislaufforschung, 1995 mit dem Young Investigator Award der European Vascular Biology Association, 1996 mit dem Merckle- Forschungspreis, 1997 mit dem Eberhard-Betz-Preis der Deutschen Gesellschaft für Arterioskleroseforschung und dem Heinz-Meise-Preis der Deutschen Herzstiftung, 1998 mit dem Präventionspreis der Deutschen Herzhilfe ausgezeichnet, und während der letzten Jahre haben auch Mitarbeiter seiner Arbeitsgruppe mehrere wissenschaftliche Preise errungen. In Gestalt der Wachstumfaktoren hat Waltenberger ein Schlüsselelement im Prozeß der Gefäßverengung identifiziert, und seither arbeiten er und sein Team daran, ihr Wissen therapeutisch nutzbar zu machen. Speziell prämiiert wurde ein völlig neues Konzept zur Hemmung glatter Gefäßmuskelzellen, deren Wucherung entscheidend zur Restenose beiträgt, der erneuten Einengung der Herzkranzgefäße nach erfolgreicher Aufweitung mittels Ballonkatheter. Je nach Lokalisation, Gefäßbefall und der besonderen Charakteristik des Gefäßverschlusses liegt das Risiko einer Restenose gegenwärtig bei 30 bis 50 Prozent. Das unerwünschte Wachstum ist fatalerweise just die Antwort des Organismus auf den vorangegangenen Dehnungsprozeß, da die mechanisch herbeigeführte Aufweitung der Gefäße von diesem als Anforderung neuen Zellmaterials interpretiert wird. Waltenbergers Gegenstrategie besteht nun in der Blockade mehrerer hintereinandergeschalteter Signalübertragungsschritte innerhalb des übermotivierten körperinternen Bestellsystems. Die Chancen, daß sein Konzept in der klinischen Anwendung aufgeht, stehen gut. Damit könnten zahlreiche Nachuntersuchungen und Zweiteingriffe eines Tages überflüssig werden.

Aufsitzer

Zu den Grundlagenfertigkeiten, mit denen sich Freiberg/Freiberg/Bernecker als Preisträger qualifizierten, gehört die Kunst des Kletterns. Denn Beobachtungen an Organismen, welche die Blattoberflächen im Kronendach eines Tropenwaldes besiedeln, spielen sich notwendigerweise einige Etagen über dem Erdboden ab und setzen darum die Beherrschung alpiner Klettertechniken voraus. Die Ulmer Botaniker, Musterschüler von Abteilungschef Prof. Dr. Gerhard Gottsberger, haben im Zuge ihrer Forschungsarbeiten an der Grenze zwischen Biosphäre und Atmosphäre auch besonderes diplomatisches Geschick beim Aufbau internationaler und interdisziplinärer Forschungskontakte bewiesen.

Epiphyten und Epiphyllen gelten als eine der charakteristischsten Organismengruppen tropischer Wälder. Sie verbringen ihren gesamten Lebenszyklus auf anderen Pflanzen, ohne jedoch in physiologischem Kontakt mit ihnen zu stehen, sind also keine Parasiten wie unsere heimische Mistel, die sich auf Kosten anderer Bäume ernährt, sondern Aufsitzerpflanzen. Weltweit etwa 15% aller Gefäßpflanzenarten - wir kennen sie zum Teil als Zimmerpflanzen - lassen sich den Epiphyten zurechnen, unter ihnen zahlreiche Orchideen und Bromelien, Aronstab-, Pfeffer-, Erika- und Usambaraveilchengewächse, Kakteen und etliche Farne. Die faszinierende Vielfalt ihrer Erscheinungsformen resultiert aus der Vielfalt ihrer verletzlichen, steter Veränderung unterworfenen Lebensräume: Wie hoch über dem Meeresspiegel liegt der tropische Wald, wie nahe am Äquator? Wieviel Licht, wieviel Regenwasser und damit wieviel Nährstoffe fängt das Kronendach ab? Wie glatt oder rauh ist die besiedelte Borke, wie lange lebt das Gastgeberblatt?

Listenweise Erstbeschreibungen

So ein Tropenbaum, sagt Martin Freiberg, ist aber sein eigener Mikrokosmos mit unterschiedlichen Klimazonen und einer jeweils andersartigen pflanzlichen Einwohnerschaft, die in ihrer Ausprägung insofern nicht allein der räumlichen Lokalisation und den Launen von Sonne und Wind unterworfen sind. Daß nämlich die Charakteristik der so dicht benachbarten, doch so wesensverschiedenen Lebensräume auch in umgekehrter Richtung, teils wesentlich, von den sie besiedelnden Organismen geprägt wird, daß beispielsweise die oft gewaltigen Ansammlungen von toter und lebender Biomasse auf den Ästen tropischer Bäume die mikroklimatischen Schwankungen im Kronenbereich abpuffern und das Mikroklima nahe der größeren Äste im Endeffekt eher dem in Bodennähe als dem in den Kronenzwischenräumen ähnelt, das hat Freiberg bei seinen jahrelangen Studien in Französisch-Guyana und auf Costa Rica erkannt.

Die klassische Variante, wenn es um Beziehungen zwischen Lebensraum und Phänoptyp geht, ist nach wie vor »Umwelt prägt Individuum«. Dr. Andrea Berneckers bevorzugte umweltgeprägte Individuen der vergangenen Jahre waren Lebermoose der Gattung Bazzania, die sich unter günstigen Lebensbedingungen als aufschlußreiches Objekt mit weitem Variantenspektrum erwiesen, maßkonfektioniert auf Substrat und Mikroklima. Dabei schloß die Forscherin, wie übrigens auch die Kollegen Freiberg, zum Teil mit Pflanzen Bekanntschaft, die bis zu diesem Zeitpunkt in der Fachliteratur noch nicht vorkamen. Listenweise Erstbeschreibungen, aber auch taxonomische Neuzuordnungen bis hin zu einem neuen Artkonzept gehen auf das Konto des Dreierteams; Bernecker hat obendrein einen ausführlichen Tropenlebermoos-Bestimmungsschlüssel erarbeitet.

Schnittstelle zum Himmel

Dr. Elke Freiberg schließlich konzentrierte sich auf die Epiphyllen insgesamt, eine wichtige Sonderform der Epiphyten, die ausschließlich Blattoberflächen besiedelt, jene Grenzschicht zwischen Himmel und Erde, die sowohl mit dem Blatt als auch mit der Atmosphäre in Kontakt steht, und die wissenschaftlich als »Phyllosphäre« bezeichnet wird. Bakterien, Blaualgen, Grünalgen, Pilze, Flechten, Moose und Keimlinge höherer Pflanzen zählen zu den Vertretern dieser Organismengruppe. Unter konstant hohen Temperaturen, hoher Luftfeuchtigkeit und regelmäßigen ergiebigen Niederschlägen bilden sie in tropischen Regenwäldern artenreiche, komplexe Lebensgemeinschaften, die wiederum Lebensraum für Tiere schaffen, die vor allem aber auch eine wichtige Rolle im Stoffwechselhaushalt der Regenwälder spielen. Hier setzten Elke Freibergs Studien an. Sie wollte die Mechanismen der biologischen Fixierung molekularen Luftstickstoffs durch die auf den Blattoberflächen lebenden Organismen aufzuklären helfen und hat dafür, unter anderem an den zwei häufigsten Blaualgenarten, so umfangreiche Freilandstudien durchgeführt wie noch kein Wissenschaftler vor ihr.

Als besonderes Verdienst wurde den drei Wissenschaftlern angerechnet, daß sie sich über ihre Forschungstätigkeit hinaus auch in der Lehre engagiert und um Ansehen und Attraktivität der Abteilung verdient gemacht haben. Das tropenbiologische Praktikum, das schon Studierende aus Tübingen, Würzburg, Erlangen, Oldenburg und Hamburg nach Ulm gelockt hat, die Epiphytensammlung des Botanischen Gartens, das wissenschaftliche Austauschprogramm mit der Universität von Costa Rica, das COPAS-Projekt zur Erforschung der Baumkronen tropischer Wälder - die Anziehungspunkte der Ulmer Botanik trügen ohne Bernecker/Freiberg/Freiberg wohl kaum ihr heutiges Gesicht.

Funktionszusammenhang

FH-Preisträger Paulat arbeitet auf einem Gebiet, das seit Jahren auch an der Universität, hier namentlich in der Abteilung Meß-, Regel- und Mikrotechnik unter Prof. Dr. Eberhard P. Hofer, Konjunktur hat: der Übertragung von Konzepten der Regelungstechnik auf physiologische Prozesse, etwa mit diagnostischer Zielstellung. »Nichtinvasive kybernetische Meßverfahren zur funktionellen Diagnostik des Herz-Kreislauf-Systems« heißt das Vorhaben, das Paulat den Wissenschaftspreis eingetragen hat, stellvertretend für eine Vielzahl thematisch breitgefächerter Forschungsarbeiten mit medizinischem Bezug. Paulat betreibt sein Metier als Praktiker. In Zusammenarbeit mit Kliniken im Ulmer Raum, aber auch mit Instituten und Firmen in den Niederlanden, Norwegen und den USA hat er medizinische Meßgeräte entwickelt. Funktionelles Markenzeichen seiner Produkte ist ihre Fähigkeit, nicht nur einen einzelnen Parameter zu erfassen, sondern eine Vielzahl von Informationen so miteinander zu verknüpfen, daß der diagnostisch wichtige Funktionszusammenhang dargestellt wird. Zu den interessantesten Projekten gehören neben dem genannten eine chipgesteuerte Regeleinheit für die maschinelle Positivdruckbeatmung, eine Automatik zur bedarfsgesteuerten Regelung eines Zwerchfellschrittmachers und ein Sensorsystem zur Vermeidung des plötzlichen Kindstods.

inhalt Der Xenonschlaf - Narkose des dritten Jahrtausends
Wie ein volatiles Anästhetikum auf den intravenösen Eintritt vorbereitet wird
  »Xenon« ist Griechisch und bedeutet »das Fremde«. Aber so fremd, wie sein Name will, ist das Element, 1898 von W. Ramsay und M. W. Tavers entdeckt, schon lange nicht mehr. Nun dürfte es bald noch viel bekannter werden. Die anästhetischen und analgetischen Eigenschaften des Edelgases kennt man schon seit Ende der 30er Jahre. Als Narkosegas bei einer Operation wurde es erstmalig 1951 eingesetzt. In weiteren Anwendungen erwies sich seine weitgehende Kreislaufneutralität, und so hätte es schon früh einen Siegeslauf antreten oder jedenfalls erheblich an Terrain gewinnen können, wenn seiner Verbreitung nicht die hohen Kosten entgegengestanden hätten. Bei respiratorischer Zufuhr, der Applikation des Gases über die Lunge, werden für zwei Narkosestunden etwa 12 Liter benötigt, die derzeit mit ca. DM 800.--, je nach Marktlage auch mit DM 1000.-- zu Buche schlagen. Ein auf auf 12 Liter begrenzter Verbrauch erfordert bereits geschlossene Narkosesysteme mit Recycling-Komponenten, ist also kaum weiter reduzierbar. Allein aufgrund dieser finanziellen Bedingungen wäre Xenon chancenlos, sich auf breiter Front gegen die konventionellen Anästhetika durchzusetzen.

Es kommt allerdings noch ein weiteres hinzu: Seine hohe Dichte (das Litergewicht ist viermal so hoch wie das von Luft) kann zu einer Beeinträchtigung der Lungenmechanik führen, so daß die Anwendung in der Respirationsnarkose bei Patienten mit obstruktiven Lungenerkrankungen (Rauchern, Asthmatikern) sowie bei Kindern ausscheidet. Auch kommt es bei längerer Anwendung des Xenons als Atemgas zu einer Anreicherung im Darm, woraus Durchblutungsstörungen resultieren können. Daß Xenon nun aber dennoch im Begriff ist, alle Hürden zu überwinden und die Narkose zu revolutionieren, verdankt sich vieljährigen Ulmer Forschungsarbeiten, die von Prof. Dr. Michael Georgieff, Ärztlichem Direktor der Ulmer Universitätsklinik für Anästhesiologie, und seiner Arbeitsgruppe durchgeführt worden sind. Den Durchbruch brachte die Idee, Xenon intravenös zu applizieren.

Subjektiv angenehm

Anlaß dafür, das Edelgas intensiv zu beforschen, um es für die Anästhesie auf breiter Basis fruchtbar machen zu können, gab es hinlänglich: es beeinträchtigt die Kreislaufstabilität nicht, läßt den Patienten sowohl den Schlaf als auch das Aufwachen aus der Narkose subjektiv nicht als unangenehm empfinden, gewährleistet - da es einen niedrigen Blutlöslichkeitskoeffizienten hat - kurze An- und Abflutungszeiten und ist infolgedessen sehr gut steuerbar. Und obwohl der Patient aus der Xenon-Narkose rasch aufwacht, bleibt die Schmerzhemmung gleichwohl noch mehrere Stunden nach dem Eingriff erhalten. Das hat insofern große Bedeutung, als die Schmerzmittel, die zusätzlich zu den gängigen Anästhetika verabfolgt werden müssen (in der Regel Opiatderivate), die Atmung deprimieren. Dadurch verlängert sich die Aufenthaltsdauer im Aufwachraum, und auch auf der peripheren Station ist eine mehrstündige Überwachung unerläßlich. Besonders groß ist die Gefahr der Atemdepression, wenn postoperativ weitere Schmerzmittelgaben erforderlich sind. Traditionelle Anästhetika haben darüber hinaus kardiovaskuläre Nebenwirkungen, sie irritieren die Kreislaufregulation durch direkte Beeinflussung des Herzmuskels, indem sie seine Kontraktilität und damit Pumpleistung herabsetzen sowie Rhythmusstörungen bewirken, oder durch die Aufhebung des peripheren Gefäßtonus.

Den gebräuchlichen volatilen (flüchtigen) Anästhetika haften noch weitere Negativmerkmale an, die erheblich ins Gewicht fallen. Da sie überwiegend zu den Fluorchlorkohlenwasserstoffen (FCKWs) gehören, tragen sie zur Zerstörung der Ozonschicht in der Atmosphäre bei. Lachgas (N2O) gilt als Treibhausgas. Den Substanzen werden überdies teratogene (fruchtschädigende) Wirkungen nachgesagt, was zu einem Arbeitsverbot für Schwangere in Operationsbereichen während der Anwendung der Inhalationsanästhetika geführt hat. Die gleichfalls traditionellen intravenösen anästhetischen Pharmaka wiederum belasten durch ihre Abbauprodukte die Abwässer. Als besonders wassertoxisch ist Phenol eingestuft, das aus Alkylphenol entsteht.

Metamorphose eines Gases

Die Forschungen Georgieffs und seiner Mitarbeiter, deren Ziel es war, das medizinisch und ökologisch überlegene Xenon konkurrenzfähig zu machen, führten schließlich vom Recyclinggedanken im Kontext der respiratorischen Anwendung zu einer Verwandlung des Gases in ein intravenöses Pharmakon. Schon seit rund vier Jahrzehnten werden Fettemulsionen, das sind von Phospholipiden umgebene Fetttröpfchen, in der künstlichen intravenösen Ernährung angewendet. Dieselben Fettemulsionen lassen sich auch als Träger für Pharmaka nutzen. Xenon ist eine lipophile Substanz, wird mithin in Fett gut gelöst, das ihm deshalb als Transportvehikel dienen kann. Anders als bei der Aufnahme des Gases über die Lunge wird Xenon an einem Lipidträger im Körper nicht großflächig verteilt. Die Verringerung des Verteilungsraumes innerhalb der Kreislaufbereiche vermindert die erforderliche Dosis drastisch. So werden zur Narkoseeinleitung nur noch etwa 0,025 Liter im Vergleich zu 1,2 Litern im Fall der Gabe über die Atemwege benötigt.

Auch die analgetische Wirkung verstärkt sich deutlich, so daß keine zusätzlichen Schmerzmittel gegeben werden müssen. Darüber hinaus sinkt der Bedarf an muskelentspannenden Additiven (Muskelrelaxantien). Das von einem Lipidträger transportierte Xenon kann als Mono-Anästhetikum angewendet werden. Der Bedarf für eine zweistündige Narkose liegt bei etwa 0,15 Litern, also beinahe um den Faktor 100 unter dem der Xenon-Respirationsnarkose. Inzwischen hat sich in Selbstversuchen gezeigt, daß eine weitere Herabsetzung um den Faktor zwei möglich sein dürfte. Eine nennenswerte Akkumulation des Gases im Darm findet nicht statt. Auf die Lungenmechanik kann das Xenon nicht einwirken, da seine Gesamtmenge im Atemgas um mehr als 90% vermindert wird. Jedoch erfolgt die Elimination ausschließlich über die Lunge, was die kontinuierliche exspiratorische, in der Atem-Abluft durchgeführte, Konzentrationsmessung und damit eine genaue Steuerung der Narkosetiefe ermöglicht.

Am Stoffwechsel unbeteiligt

Da die Lungenmechanik nicht berührt wird und respiratorische Depression allenfalls in minimalem Umfang eintritt, kann Xenon als Anästhetikum auch dann angewendet werden, wenn keine »große« Anästhesie stattfindet, also zum Beispiel bei kleinen chirurgischen Eingriffen, in der Notfallmedizin oder in der Endoskopie und Bronchoskopie. Überall dort, wo die Schmerzhemmung im Vordergrund steht, wird Xenon das Analgetikum der Wahl sein, weil es am Stoffwechsel nicht teilnimmt und auch den Herzmuskel nicht tangiert. So kann es bei der Behandlung des akuten Herzinfarktes ebensogut angewendet werden wie bei der Schmerzbekämpfung in der Intensivtherapie.

Bis zur Marktreife und Zulassung des lipidgebundenen Xenons als intravenöses Narkotikum werden allerdings noch zwei bis drei Jahre vergehen. Zunächst bedarf es einer weiteren Verbesserung des Verfahrens zur Anlagerung an den Lipidträger. Während in den bisherigen Versuchen fertige Emulsionen zugrunde gelegt wurden, soll das Gas künftig zunächst in den Lipiden gelöst werden und erst danach die Bindung der Lipide an die Phospholipide erfolgen. Dadurch wird sich die Xenon-Bindungsquote erhöhen lassen. Sicherzustellen sind dann sowohl die genaue Quantifizierung des Xenonanteils als auch die Stabilität des fertigen Präparats bei unterschiedlichen Außentemperaturen zwischen 5° und 50° C, wobei die Bioverfügbarkeit konstant bleiben muß. Ferner sind obere Dosisbegrenzungen auszuarbeiten, um das sogenannte Wirkungsbreite-Spektrum zu bestimmen, innerhalb dessen eine sichere Anästhesie und Schmerzbefreiung erzielt werden können. Diese Ermittlungen setzen tierexperimentelle Studien voraus. Daran werden sich präklinische Untersuchungen anschließen, deren Ziel darin besteht, die Dosis-Wirkungs-Beziehung zu quantifizieren. Auch eventuelle Nebenwirkungen bedürfen der Aufklärung, gelten allerdings mit Rücksicht auf die bekannten Eigenschaften der Einzelkomponenten als unwahrscheinlich. Sowohl für das Shuttle-Modell der Lipide als auch für die Technik der Überwachung der Narkosetiefe anhand der vom Patienten ausgeatmeten Luft (im sogenannten »Closed-Loop-Verfahren«) hat Professor Georgieff bereits weltweit Patente angemeldet.

Mehr Gesundheit für weniger Geld

Wenn alle Rechnungen aufgehen, wird dieser epochale medizinische Fortschritt nicht nur dem Patienten guttun, sondern auch dem klinischen Finanzhaushalt. Denn nach dem derzeitigen Stand der Dinge würde eine zweistündige Anästhesie mit intravenösem Xenon etwa DM 30,--, vielleicht auch DM 32,-- kosten, für eine herkömmliche Anästhesie gleicher Dauer hingegen müssen 168,56 DM in Ansatz gebracht werden. Auch Schmerzfreiheit und Schlaf (Analgosedierung) für 24 Stunden kosten in der Intensivstation derzeit weit mehr, nämlich 330,44 DM, als sie mit intravenösem Xenon kosten dürften: unter Zugrundelegung des gegenwärtigen Preisgefüges ist hier von etwa 45.-- DM auszugehen. Wir hätten dann einen jener seltenen Fälle vor uns, wo mehr Gesundheit für weniger Geld zu haben ist. Am Xenon selbst dürfte es vermutlich nicht fehlen. An der Atmosphäre ist es mit einer Gesamtmenge von ca. 400 Millionen Tonnen beteiligt, was einem Anteil von 0,000008 Volumenprozenten entspricht. Es kann von verflüssigter Luft durch fraktionierte Destillation abgetrennt werden. Die Weltproduktion reinen Xenons beträgt gegenwärtig etwa 6 Millionen Liter im Jahr. Eine Steigerung auf 9,5 Millionen Liter ist Industrieprognosen zufolge vom Jahr 2001 an zu erwarten.

Mit dem Konzept der intravenösen Anwendung des volatilen Narkotikums Xenon hat Georgieff schon jetzt weltweit starke Aufmerksamkeit ausgelöst. Er ist Träger des mit DM 100.000.-- dotierten Braunschweig-Preises, der am 24. September 1999 im Rahmen des Kongresses »Lebenswelten für morgen« erstmalig verliehen wurde. Der Braunschweig- Preis »für hervorragende anwendungsnahe Forschungsarbeiten, die einen konkreten Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung leisten«, wurde 1998 international ausgeschrieben und soll künftig im Zweijahres-Turnus vergeben werden. Er ist, so eine Pressemitteilung der Ausloberin, »der höchstdotierte Forschungspreis dieser Art einer deutschen Stadt«.

Sonstiges
  Weiterbildung
 

Neue aktuarielle Fernkurse an der Universität Ulm

Das Kursangebot der Universität Ulm und des Instituts für Finanz- und Aktuarwissenschaften (IFA) zur Weiterbildung für Beschäftigte in Versicherungswirtschaft, Banken und Unternehmensberatung (berufsbegleitend) umfaßt im Wintersemester 1999/2000 folgende Kurse:
Pensionsversicherungsmathematik, Lebensversicherungsmathematik, Krankenversicherungsmathematik, Schadensversicherungsmathematik, Bausparmathematik, Finanzmathematik, Recht für Aktuare und Informationsverarbeitung für Aktuare.
Kursbeginn ist im September/Oktober 1999. Die Kursdauer beträgt ca. 4 Monate (während eines Semesters).

Für dieses Kursangebot kooperieren im Rahmen ihres wissenschaftlichen Weiterbildungsauftrags an der Universität Ulm: die Akademie für Wissenschaft, Wirtschaft und Technik an der Universität Ulm und das Institut für Finanz- und Aktuarwissenschaften (IFA). Nähere Informationen im Internet unter http://www.mathematik.uni-ulm.de/ifa

Beim Institut für Finanz- und Aktuarwissenschaften, c/o Abteilung Unternehmensplanung, Universität Ulm, D-89069 Ulm, Tel: +49-(0)731-50-23556, Fax: +49-(0)731-50-23585, e- mail: ifa@mathematik.uni-ulm.de kann ein Info-Heft angefordert werden. Persönliche Beratung geben Dr. Gabriele Adams und Dr. Karin Stadtmüller, Tel: +49-(0)731-50-23594 oder -23556, e-mail: aktuarfernkurs@mathematik.uni-ulm.de.

  Multimedia Transfer 2000
  Die Akademische Software Kooperation (ASK) schreibt den größten Multimedia- Nachwuchswettbewerb im deutschsprachigen Raum, den Multimedia Transfer 2000, aus. Beteiligen können sich Studenten, Absolventen und Wissenschaftler mit innovativen Entwicklungen zu den Themen Lernsoftware, Tools und Creative Design aus allen Fachbereichen. Einsendeschluß ist am 31.10.1999 bei ASK, Universität Karlsruhe, 76128 Karlsruhe. Weitere Einzelheiten im Internet unter http://www.ask.uni-karlsruhe.de/transfer2000.

  Hochschuldidaktik
  Die Arbeitsgruppe Hochschuldidaktische Weiterbildung der Albert-Ludwigs- Universität Freiburg bietet im Wintersemester 1999/2000 eine hochschuldidaktische Weiterbildungsveranstaltung über das Netz an. Damit verbunden sind zwei Präsenztage in Freiburg am 9.10.1999 und am 22.1.2000. Von der Arbeitsgruppe werden Studienmaterialien veröffentlicht. Das Angebot richtet sich an Lehrende aller Fakultäten der neun baden-württembergischen Universitäten. Weitere Auskünfte bei Arbeitsgruppe Hochschuldidaktische Weiterbildung der Universität Freiburg, Tel. 0761-203-2452, -2447, oder im Internet unter http://www.ezw.uni-freiburg.de/hd

  Software Award
  Der European Academic Software Award (EASA) wird für 2000 erneut ausgeschrieben. Ziel des Wettbewerbs ist die Förderung der Entwicklung und des Einsatzes von Wissensmedien in der Ausbildung. Teilnehmen können Studenten und Wissenschaftler an Hochschulen sowie Forschungs- und Weiterbildungseinrichtungen mit innovativer Lernsoftware, Forschungssoftware und Internet-Anwendungen zum Lehren und Lernen. Die Autoren der besten Programme werden im November 2000 zum europäischen Finale und zur Preisverleihung in die Niederlande eingeladen. Einsendeschluß für die erste Stufe (Ausfüllen des Online-Fragebogens) ist der 1.11.1999. Teilnahmeunterlagen im Internet unter http://www.easa-award.net. Nähere Auskünfte auch bei Markus Wehrum, Universität Karlsruhe, ASK, Tel. 0721-608-6113.

  Sind Sie verrückt?
  Mal wieder stundenlang telefoniert? Den dritten Sommermantel in dieser Saison gekauft? Bis Mitternacht volle Tube die Stereoanlage dröhnen lassen? Ja, sind Sie denn verrückt? - Unter Berufung auf Prof. Dr. Volker Faust, Abteilung Psychiatrie I der Universität Ulm, Zentrum für Psychiatrie Weissenau, ist dieser Verdacht zumindest ernsthaft zu erwägen. Seelische Störungen »mit zeit- und gesellschaftstypischen Schwerpunkten hinsichtlich Beschwerdebild, Ursache und Verlauf«, schreibt er in seinem neuen Buch »Seelische Störungen heute«, seien weiter verbreitet, als allgemein angenommen, und im Zunehmen begriffen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schätzt, daß mittlerweile jeder Dritte bis Vierte zumindet einmal in seinem Leben betroffen ist - häufig, ohne sich selbst darüber klar zu sein, mindestens ebenso häufig, ohne sich selbst, geschweige denn den Mitmenschen den in unserem Kulturkreis weitgehend tabuisierten Makel einzugestehen.

Über die Symptome sogar der wichtigsten psychischen Störungen und Erkrankungen - Angststörungen und Depressionen, Alzheimer-Demenz, Burnout-Syndrom, Manie, Schizophrenie und Zwangsstörungen, um nur einige der wichtigsten zu nennen - herrscht bis heute allgemeine Unkenntnis. Fehlinformationen, Gerüchte, Vorurteile kursieren zuhauf und machen den Kranken und ihren Angehörigen den Umgang mit dem Problem und einer meist reservierten Umwelt nicht leichter. Oft sind es zunächst scheinbar harmlose Macken, die banalen Blackouts des Alltags, die sich später als (Früh-)Warnsignale einer gravierenden psychischen Störung entpuppen. Rechtzeitiges Erkennen und Eingreifen könnte manche persönliche und familiäre Tragödie verhindern, nicht nur im Falle der Manie, deren Symptome der exzessiven Redeflut, des Kaufrausches und unphysiologischer Nachtaktivität unser Eingangsbeispiel liefern.

Durch allgemeinverständliche Darstellung will Faust die Kommunikationsbarrieren zwischen medizinischen Fachleuten und Laien überwinden helfen, will das Bewußtsein für latente Fehlsteuerungen schärfen und zugleich die Bereitschaft zu Anteilnahme und Verständnis induzieren. Und immer wieder plädiert er für möglichst frühzeitige Inanspruchnahme professioneller Hilfe, für den Gang zum Arzt. Wem aber muß geholfen werden? Nie abzuheben, keine Tiefs zu haben, wäre je auch schon wieder pathologisch. Wo liegt die Grenze zwischen »normal verrückt« und »psychisch krank«? - Diese Frage bleibt bisweilen ungeklärt.

Volker Faust: »Seelische Störungen heute. Wie sie sich zeigen und was man tun kann«
München, Beck 1999, Becksche Reihe Bd. 1287, ISBN 3-406-42087-7, 384 Seiten, DM 24,-

  Gestorben: Christa Felk
  Am 20. August 1999 verstarb völlig unerwartet unsere Personalratskollegin Christa Felk. Seit mehr als 26 Jahren war Christa Felk an der Universität Ulm beschäftigt, von 1973 bis 1985 in der Klinik im Vorstandssekretariat der Inneren Medizin und im Sonderforschungsbereich 87. 1985 wechselte sie als Verwaltungsangestellte ins Dezernat für Technik und Sicherheit der Universität.

1985 wurde sie erstmals in den Personalrat gewählt und 1989 für dieses Amt von ihren dienstlichen Aufgaben teilweise freigestellt. 1990 wechselte sie ganz in den Personalrat der Universität Ulm, indem sie zusätzlich die Sekretariatsaufgaben des Personalrats übernahm. Hier war sie eine wichtige Ansprechpartnerin für die Beschäftigten, die sich mit ihren Sorgen und Nöten an sie wandten.

Christa Felk hat sich mit den Arbeitsbedingungen der Beschäftigten befaßt und sie kritisch hinterfragt. Es war ihr ein besonderes Anliegen, an deren Verbesserung mitzuwirken. Uns allen werden ihr freundliches Wesen und ihre Hilfsbereitschaft fehlen.

Ingrid Schöntag

  Frauenförderpreis
  Der mit 10.000 Mark dotierte Frauenförderpreis der Universität Ulm wurde erstmals am 5. Februar 1999 an vier Nachwuchswissenschaftlerinnen für hervorragende Promotions- und Diplomarbeiten vergeben. Sein Ziel ist die Förderung von Frauen in der Wissenschaft an der Universität Ulm. Er kann für strukturelle Maßnahmen und innovative Projekte zur Frauenförderung sowie für hervorragende wissenschaftliche Leistungen verliehen werden.

Vorschläge und Bewerbungen für die zweite Ausschreibung sind bis zum 15. 11. 1999 an das Büro der Frauenbeauftragten, Albert-Einstein-Allee 11, 89081 Ulm, Tel. 0731/50-22424 zu richten. Dort ist auch die Richtlinie zur Vergabe des Frauenförderpreises erhältlich. Im Internet finden sich Ausschreibungstext und Richtlinie unter http://www.uni-ulm.de/frauenbuero/fb/ffp.htm.

  Frauenuniversität
  Während der Expo 2000 wird vom 15.7. bis 15.10.2000 in Hannover ein interdisziplinäres Postgraduierten-Studium zum Thema »Technology and Culture« angeboten. Die Lehrveranstaltungen dieser Internationalen Frauenuniversität werden in englischer Sprache abgehalten. Englischkenntnisse müssen von Nichtmuttersprachlerinnen mit dem TOEFEL-Zeugnis oder einem vergleichbaren Sprachdiplom nachgewiesen werden. Bewerbungsschluß ist am 15.10.1999 beim Deutschen Akademischen Austauschdienst, Kennedyallee 50, 53175 Bonn, Tel. 0228-8820.

  Personalien
 

Ruf erhalten

auf die C4-Professur für Experimentelle Ökologie (Nachfolge Prof. Dr. Werner Funke) der Universität Ulm:
Dr. Elisabeth KALKO, Tübingen

auf ein Ordinariat des Instituts für Angewandte Informatik und Informationssysteme der Universität Wien:
Prof. Dr. Wolfgang KLAS, Abteilung Datenbanken und Informationssysteme

Ruf angenommen

auf eine C3-Professur für Humangenetik der Universität Münster:
PD Dr. Ingo KENNERKNECHT, Abteilung Medizinische Genetik

auf die C4-Professur für Angewandte Mathematik der Universität Köln:
Prof. Dr. Rüdiger SEYDEL, Abteilung Numerik

Ruf abgelehnt

auf die C4-Professur für Wirtschaftsmathematik/Stochastik der
Universität Rostock:
Prof. Dr. Volker SCHMIDT, Abteilung Stochastik

Bestellungen, Ernennungen, Verleihungen

zum apl. Professor:
PD Dr. Franz Konrad, Sigmaringen
PD Dr. Volker MÖBUS, Abteilung Frauenheilkunde und Geburtshilfe
PD Dr. Jürgen M. STEINACKER, Abteilung Sport- und Rehabilitationsmedizin

zum Oberassistenten
Dr. Hubert RAUSCHER, Abteilung Oberflächenchemie und Katalyse

zum Akademischen Rat
Jörg SIEDENBURG, Unterrichtsrechnergruppe der Fakultät für Informatik

zum ordentlichen Mitglied der Ukrainischen Schewtschenko- Gesellschaft der Wissenschaften:
Prof. Dr. Richard J. Brunner, ehedem Direktor der Akademie für medizinische Berufe der Universität Ulm

zum Chefarzt der Chirurgischen Abteilung der Stadtklinik Baden-Baden:
Prof. Dr. Dieter BERGER, Sektion Kinderchirurgie

zum Chefarzt der Abteilung Strahlentherapie des Stadtkrankenhauses Wolfsburg:
Dr. Dr. Lutz KLEEBERGER, Abteilung Strahlentherapie

zur Wissenschaftlichen Assistentin
Michaela HORSTENDAHL, Seminar für Pädagogik

zum Wissenschaftlichen Assistenten:
Dr. Richard PETER, Abteilung Medizinische Soziologie

zum Fellow der Amerikanischen Gesellschaft für Infektionskrankheiten:
Prof. Dr. Peter KERN, Sektion Infektiologie und Klinische Immunologie

zum Fellow des American College of Cardiology:
Prof. Dr. Wolfgang Koenig, Abteilung Innere Medizin II

in den Hinterzartener Gesprächskreis der Deutschen Forschungsgemeinschaft:
Prof. Dr. Klaus-Michael DEBATIN, Universitäts-Kinderklinik

Gewählt

zu Prorektoren der Universität Ulm für die Amtszeit vom 1.10.1999 bis 30.9.2001:
Prof. Dr. Karl Joachim EBELING, Abteilung Optoelektronik (dritte Amtszeit), und Prof. Dr. Vinzenz HOMBACH, Abteilung Innere Medizin II

zu Dekanen der Universität Ulm für die Amtszeit vom 1.10.1999 bis 30.9.2001:
Fakultät für Naturwissenschaften:
Prof. Dr. Othmar MARTI, Abteilung Experimentelle Physik (zweite Amtszeit); Prodekan Prof. Dr. Harald WOLF, Abteilung Neurobiologie

Medizinische Fakultät:
Prof. Dr. Peter GIERSCHIK, Abteilung Pharmakologie und Toxikologie; Prodekan Prof. Dr. Uwe Bernd BRÜCKNER, Sektion Chirurgische Forschung

25Jähriges Dienstjubiläum

Elfriede DEININGER, Zentrale Universitätsverwaltung
Günter EHRET, Abteilung Neurobiologie
Monika MAYER, Universitätsbibliothek
Emma MÜLLER, Zentrale Universitätsverwaltung
Eugen NEFF, Abteilung Mikrowellentechnik
Prof. Dr. Franz SCHWEIGGERT, Sektion Angewandte Informationsverarbeitung
Eva-Maria SEICHTER, Universitätsbibliothek
Elisabeth STAAR, Zentrale Universitätsverwaltung
Carmen STADELHOFER, Zentrum für Allgemeine Wissenschaftliche Weiterbildung
Prof. Dr. Joseph VESER, Abteilung Humangenetik

Ausgeschieden

Martin BECKERT, Zentrale Universitätsverwaltung
Jörg BERNS-MÜLLER, Abteilung Numerik
Dr. Peter BORTHEN, Abteilung Elektrochemie
Marion BUCK, Abteilung Allgemeine Botanik
Nataliya DEYNEKA, Abteilung Festkörperphysik
Jürgen DOLLINGER, Abteilung Mathematische Physik
Franz EBERHARD, Abteilung Optoelektronik
Christa ECKENFELS, Abteilung Medizinische Psychologie
Angelika EGGER, Sektion Spektren- und Strukturdokumentation
Angela EIBELSHÄUSER, Zentrale Universitätsverwaltung
Volker GETTWERT, Abteilung Organische Chemie I
Simone HAMPP, Universitätsbibliothek
Michael HEIDENREICH, Sektion Kernresonanzspektroskopie
Dr. Eberhard HELLER, Abteilung Organische Chemie II
Oliver HOLFELD, Sektion Polymere
Teresa HUBER, Abteilung Elektrochemie
Hans HÜBNER, Abteilung Chemische Physik
Bernhard KNEER, Abteilung Quantenphysik
Helmut KNOLLER, Sektion Polymere
Volker KRUSCHE, Abteilung Theoretische Physik
Tanja LEYENDECKER, Zentrale für Photo, Graphik und Reproduktion
Sonja LIEBER, Abteilung Quantenphysik
Alfred MAYER, Zentrale Universitätsverwaltung
Jörg MÜLLER, Abteilung Experimentelle Physik
Dr. Nikolaus NESTLE, Sektion Kernresonanzspektroskopie
Dr. Christian REMBE, Abteilung Meß-, Regel- und Mikrotechnik
Dr. Axel SCHUNK, Abteilung Physiologische Chemie
Prof. Dr. Elias SHIU, Abteilung Finanzwirtschaft
Dietmar STOCK, Abteilung Allgemeinmedizin
Bernd STRIEGEL, Abteilung Organische Chemie III
Harald TAMANINI, Zentrale Universitätsverwaltung
Dieter TODER, Seminar für Pädagogik
Olaf WEIGERT, Abteilung Physiologische Chemie
Roland WURSCHE, Abteilung Anorganische Chemie II
Walter ZIMMER, Universitäts-Rechenzentrum
Gabriela ZIPP, Abteilung Organische Chemie III

Gestorben

Christa FELK, Personalrat der Universität
Eugen RABUS, Zentrale Universitätsverwaltung

  T-Zellen bei Bedarf
  Prof. Dr. Hans-Reimer Rodewald (41), zuletzt tätig in Basel, stammt aus Hamburg. Dort ist er aufs altsprachliche Gymnasium gegangen, hat später in Norderstedt Industriekaufmann gelernt und noch später an der Universität Hannover Tiermedizin studiert. Heute ist Rodewald ein international anerkannter Immunologe, der so wählerisch sein kann, einen Ruf der Freien Universität Berlin auf deren Lehrstuhl für Immunologie auszuschlagen, um später von Basel als neuer Leiter der Abteilung Immunologie an die Universität Ulm zu kommen.

Rodewalds Metamorphose vom Tiermedizin- zum T-Zell-Kundler vollzog sich in Göttingen, Freiburg und Boston. Am Max-Planck-Institut für Immunbiologie schrieb er seine Dissertation »Über das Repertoire von regulatorischen und zytotoxischen T-Lymphozyten der Maus - Korrelationen zwischen der Struktur und der Funktion des T-Zell-Antigen-Rezeptors«, nachdem er zuvor als Gast am Hygieneinstitut der Universität Göttingen das immunologische Handwerk in Gestalt der Herstellung monoklonaler Antikörper geübt hatte. Zum Veterinär promoviert, verdingte er sich zunächst als Stipendiat der Deutschen Forschungsgemeinschaft, später der Harvard Medical School in Boston: die ersten Monate am Massachusetts Institute for Technology, anschließend am zu Harvard gehörigen Dana Faber Cancer Institute. Rodewalds Forschungsarbeiten dieser und der folgenden Schweizer Jahre, schließlich seine Habilitationsschrift, mit der er 1997, abermals in Hannover, die akademische Lehrbefugnis erwarb, handeln von hämatopoetischen Stammzellen und T-Zellen und davon, wie erstere zu letzteren werden. Der therapeutische Bezug liegt auf der Hand: Je genauer man die Bedingungen kennt, unter denen sich das hämatopoetische Rohmaterial zu funktionstüchtigen Abwehrzellen ausdifferenziert, desto eher ist es möglich, Störfälle dieses Prozesses zu beeinflussen.

Rodewald kennt jene Bedingungen mittlerweile ziemlich genau: die Baupläne der aus mehreren Untereinheiten zusammengesetzten Rezeptorkomplexe, an denen die Steuerbefehle der Zellreifung eingehen, verschiedene Typen von Vorläuferzellen mit unterschiedlicher Eignung zur späteren T-Zelle oder zu T-Helfer-Lymphozyten, von natürlichen Killerzellen oder Mastzellen, einem Zelltyp mit entscheidender Bedeutung bei Allergien. In »Nature« diskutierte er in jüngster Zeit eine bedeutsame Neuigkeit: Der Thymus, zentraler Ort der Entwicklung von T-Lymphozyten, ist nicht nur, wie man bisher annahm, beim jungen Menschen, sondern auch in weit fortgeschrittenem Alter in der Lage, bei Bedarf T-Zellen bereitzustellen.

  Papst der Zahlentheorie
 

Prof. Schmidt Ehrendoktor in Marburg

Prof. Dr. Wolfgang Schmidt, University of Colorado, Boulder, USA, ist mit der Ehrendoktorwürde des Fachbereichs Mathematik und Informatik der Philipps-Universität Marburg ausgezeichnet worden. In seiner Laudatio apostrophierte Prof. Dr. Hans-Peter Schlickewei, ehedem Universität Ulm, den Ehrenpromovenden als »Papst der Zahlentheorie«. Nicht nur durch die große Zahl von Publikationen auf höchstem Niveau, es sind mittlerweile mehr als 150, sondern auch mit Rücksicht auf die kontinuierliche Kreativität seit den 50er Jahren bis heute sei sein Beitrag zur mathematischen Forschung herausragend. Auch zeichneten sich seine Arbeiten dadurch aus, daß sie auf kompliziertes Fachvokabular verzichten und eine besondere Klarheit pflegen. Schmidt hat spektakuläre Ergebnisse in der Geometrie der Zahlen, Normalität von Zahlen, Theorie der Gleichverteilung, Hardy-Littlewood-Methode, der Riemannschen Vermutung über die Kongruenzzetafunktion sowie auf dem Gebiet der diophantischen Approximationen erzielt. Der in Wien gebürtige, seit 1960 in den USA arbeitende Mathematiker ist bereits Ehrendoktor der damaligen Fakultät für Naturwissenschaften und Mathematik der Universität Ulm (1981) sowie der Sorbonne in Paris.

  Zum Titelbild
  Der Anästhesist ist nicht Gehilfe, sondern Partner des Chirurgen, verantwortlich dafür, daß die vitalen Funktionen des Patienten während der Operation im grünen Bereich bleiben. Als 1844 die erste Narkose - mit Lachgas - durchgeführt wurde, bedeutete dies für die Chirurgie die Eröffnung neuer, damals freilich auch noch ungeahnter Möglichkeiten. Schon 1846 folgte die Äthernarkose. 1847 wurde erstmals Chloroform verwendet, das seiner bequemeren Handhabung wegen den Äther überflügelte, seit der Mitte unseres Jahrhunderts aber nicht mehr eingesetzt wird, weil sich gezeigt hatte, daß es auf die Leber toxisch wirkt. Die wichtigsten gängigen Inhalationsnarkotika sind Stickstoffverbindungen (zum Beispiel Lachgas), halogenierte Kohlenwasserstoffe (zum Beispiel Halothan) und halogenierte Äther (zum Beispiel Enfluran). Nun zeichnen sich ganz neue Aspekte durch die Anwendung von Xenon ab, das den Verzicht auf die Gabe zusätzlicher Schmerzmittel ermöglicht und damit die Belastung für den Patienten verringert und zugleich Kosten spart. In Ulm hat Prof. Dr. Michael Georgieff, Direktor der Universitätsklinik für Anästhesiologie, nach Wegen gesucht, das flüchtige Narkotikum Xenon in ein intravenös anwendbares umzuwandeln. Lesen Sie dazu den Beitrag auf. S. ***

  Gremienwahlen 1999 an der Universität Ulm
  Am 29. und 30. Juni 1999 haben an der Universität Ulm Gremienwahlen stattgefunden. Zu bestimmen waren die Wahlmitglieder des Senats und der Fakultätsräte komplett sowie die studentischen Vertreter im Großen Senat.

Gewählt wurden:

Großer Senat

(nur Studenten; 4389 Wahlberechtigte, 10,2% Wahlbeteiligung):
Rebecca Schmidt, Jörg Hakenberg, Marie-Desiree Kroner

Senat

Professoren (206 Wahlberechtigte, 59,2% Wahlbeteiligung):
Peter Kern, Uwe Bernd Brückner, Doris Wedlich, Günter Ehret, Peter Dadam, Bernd Haller

Wissenschaftliche Mitarbeiter (1316 Wahlberechtigte, 19,7% Wahlbeteiligung):
Dr. Klaus Murmann, PD Dr. Alexander Brinkmann

Sonstige Mitarbeiter (810 Wahlberechtigte, 10,4% Wahlbeteiligung):
Beate Mendler, Ulrich Kohler

Studenten (4389 Wahlberechtigte, 10,1% Wahlbeteiligung):
Christopher Wolf, Thorsten Albers

Fakultätsrat Naturwissenschaften

Professoren (48 Wahlberechtigte, 46% Wahlbeteiligung):
Peter Reineker, Peter Dürre, Othmar Marti, Bernhard Rieger, Harald Wolf, Gerhard Maas

Wissenschaftliche Mitarbeiter (248 Wahlberechtigte, 19,4% Wahlbeteiligung):
Dr. Günther Dukek, Prof. Dr. Tony Debaerdemaeker, PD Dr. Gerhard Taubmann

Sonstige Mitarbeiter (128 Wahlberechtigte, 7% Wahlbeteiligung):
Ingrid Bader

Studenten (731 Wahlberechtigte, 16,7% Wahlbeteiligung):
Christian Nienhaus, Endre Kajari, Judith Meckler

Fakultätsrat Mathematik und Wirtschaftswissenschaften

Professoren (24 Wahlberechtigte, 62,6% Wahlbeteiligung):
Heinz Fiedler, Werner Kratz, Joachim Voeller, Dieter Beschorner, Klaus Hellwig, Franz Schweiggert, Frank Stehling, Ulrich Rieder, Ulrich Stadtmüller

Wissenschaftliche Mitarbeiter (55 Wahlberechtigte, 43,6% Wahlbeteiligung):
Dr. Uwe Pittelkow, Dr. Hartmut Lanzinger, Dr. Matthias Grabert

Sonstige Mitarbeiter (18 Wahlberechtigte, 38,9% Wahlbeteiligung):
Helga Runckel

Studenten (506 Wahlberechtigte, 14,6% Wahlbeteiligung):
Clemens Prestele, Christian Ehrhardt, Patrick Walch

Fakultätsrat Medizin

Professoren (97 Wahlberechtigte, 66% Wahlbeteiligung):
Peter Kern, Lothar Kinzl, Thomas Mertens, Guido Adler, Peter Gierschik, Christof Pilgrim, Wilhelm Gaus, Uwe Bernd Brückner, Michael Georgieff, Vincenz Hombach, Walter Knöchel, Bernd Haller

Wissenschaftliche Mitarbeiter (779 Wahlberechtigte, 13,4% Wahlbeteiligung):
PD Dr. Alexander Brinkmann, Dr. Alexander Benner, Dr. Astrid
Morin, Dr. Wolfgang Geisser

Sonstige Mitarbeiter (112 Wahlberechtigte, 9,8% Wahlbeteiligung):
Pia Rüdiger

Studenten (2253 Wahlberechtigte, 1,2% Wahlbeteiligung):
Thomas Föller, Sina Schmittinger, Robert Fintelmann, Andrea Ziegler

Fakultätsrat Ingenieurwissenschaften

Professoren (18 Wahlberechtigte, 33,3% Wahlbeteiligung):
Herbert Kabza, Hans-Jörg Pfleiderer, Albrecht Rothermel, Hans-Peter
Großmann, Peter Unger, Jürgen Lindner, Martin Bossert, Wolfgang Menzel, Erhard Kohn

Wissenschaftliche Mitarbeiter (102 Wahlberechtigte, 13,7% Wahlbeteiligung):
Dr. Jürgen Mähnß, Roland Jäger, Veit Schwegler
Sonstige Mitarbeiter (51 Wahlberechtigte, 9,8% Wahlbeteiligung):
Gerhard Strohm

Studenten (350 Wahlberechtigte, 26,9% Wahlbeteiligung):
Matthias Hofinger, Tilo Renz, Edgar Weigand

Fakultätsrat Informatik

Professoren (18 Wahlberechtigte, 83,3% Wahlbeteiligung):
Uwe Schöning, Günther Palm, Helmuth Partsch, Michael Weber, Peter Dadam, Heiko Neumann, Jacobo Torán, Friedrich von Henke, Susanne Biundo-Stephan

Wissenschaftliche Mitarbeiter
(73 Wahlberechtigte, 69,9 % Wahlbeteiligung):
Frank Kargl, Martin Gumhold, Jochen Messner

Sonstige Mitarbeiter (14 Wahlberechtigte, 64,3% Wahlbeteiligung):
Claudia Wainczyk

Studenten (549 Wahlberechtigte, 23,7% Wahlbeteiligung):
Guido de Melo, Markus Fakler, Alexander Raschke.

  Erster Absolvent des Studiengangs Wirtschaftsphysik
  Am 21.7.1999 hat Prof. Dr. Othmar Marti, Dekan der Fakultät für Naturwissenschaften der Universität Ulm, dem ersten Absolventen des neuen, zum Wintersemester 1998/99 eingeführten Studiengangs Wirtschaftsphysik das Diplom überreicht. Der Absolvent, Dipl.-Phys. Claus Spizig, kann damit zusätzlich den Titel Dipl.-Phys. oec. führen. Spizig, der das Physikstudium mit Auszeichnung abschloß, hatte aus eigenem Interesse schon vor der Einführung des neuen Studiengangs neben seinem Physikstudium auch Wirtschaftswissenschaften betrieben. Seine entsprechenden Studien- und Prüfungsleistungen konnten alle für die Wirtschaftsphysik anerkannt werden. Weitere Kandidaten werden bald folgen. Das neue Fach wird damit früh auf seine Praxisbewährung getestet.

Im Gegensatz zum forschungsorientierten Physikstudium soll die Wirtschaftsphysik Studierende anziehen, die in der Industrie arbeiten wollen. Dementsprechend wurde das Curriculum gestaltet. Etwa ein Drittel der Lehrinhalte stammen aus Wirtschaftswissenschaften und Informatik. Das neunsemestrige Studium verlangt zudem nur eine sechsmonatige Bearbeitungszeit für die Diplomarbeit. Man darf erwarten, daß die Ulmer Wirtschaftsphysik, die sich inzwischen eines regen Zustroms von Studierenden erfreut, unter den praxisorientierten Naturwissenschaften ihren Platz finden wird.

  Gäste
  Prof. Dr. Donald Joseph Seward BREAN University of Toronto, Faculty of Management, Toronto, in der Abteilung Elektronische Bauelemente und Schaltungen
Markus BREITBACH Firma Siemens, Ulm, in der Abteilung Informationstechnik
Prof. Dr. Malcom BURROWS University of Cambridge, Großbritannien, in der Abteilung Neurobiologie
Dr. James D. CRESSER Macquarie University, Department of Physics, Australien, in der Abteilung Quantenphysik
Hans DIETERICH Firma Siemens, Ulm, in der Abteilung Informationstechnik
Dr. Mauro FORTUNATO Universita de Camerino, Dipartimento die Matematica e Fisica, Camerino, in der Abteilung Quantenphysik
Dieter FOX Carnegie Mellon University, Pittsburgh, beim Sonderforschungsbereich 527
Thomas FREY Firma Siemens, Ulm, in der Abteilung Informationstechnik
Prof. Dr. Ernst M. GABIDULIN Head Moscow Institute of Physics and Technology, Department of Radio Engineering, Moskau, in der Abteilung Informationstechnik
Armin HÄNTLE Firma Siemens, Ulm, in der Abteilung Informationstechnik
Dr. Mark HELM Institut de Biol. Molec. et Cellulaire de Centre National de la Recherche Scientifique, Strasbourg, in der Abteilung Allgemeine Botanik
Don C. LAMB University of Illinois at Urbana-Champaign, Urbana, in der Abteilung Biophysik
Prof. Dr. Paul IAIZZO University of Minnesota, in der Abteilung Angewandte Physiologie
Prof. Dr. Martti KLINGA Universität Helsinki, in der Abteilung Anorganische Chemie II
Prof. Dr. Kozo KUCHITSU Josai University, Sakado, in der Sektion Spektren- und Strukturdokumentation
Dr. Stefan LACHOWICZ Edith Cowan University, Joondalup, in der Abteilung Allgemeine Elektrotechnik und Mikroelektronik
Prof. Dr. Willis LAMB University of Arizona, Department of Physics and Astronomy, Tucson, in der Abteilung Quantenphysik
Dr. Witold LOJKOWSKI Polish Academy of Sciences, High Pressure Research Center, Warschau, in der Abteilung Werkstoffe der Elektrotechnik
Rainer LUCAS Firma Siemens, Ulm, in der Abteilung Informationstechnik
Dr. Irene MARZOLI Universita de Camerino, Dipartimento die Matematica e Fisica, Camerino, in der Abteilung Quantenphysik
Prof. Dr. Mark G. RAIZEN University of Texas, Department of Physics, Austin, in der Abteilung Quantenphysik
Srinivasa RAO Institute of Mathematical Sciences, Chjennai, Indien, in der Abteilung Theoretische Informatik
Yuri ROITER Polytechnische Universität Lviv (Lemberg, Ukraine), in der Abteilung Experimentelle Physik
Dr. Sonnada Math SHIVAPRASAD National Physical Laboratory, Surface Physics Group, New Delhi, in der Abteilung Oberflächenchemie und Katalyse
Dr. Istvan SIPOS University Medical School, Debrecen, in der Abteilung Angewandte Physiologie
Dr. Oleg SKOPINTSEV Russian Academy of Science, Institute for Information Transmission Problems, Moskau, in der Abteilung Informationstechnik
Dr. Robert TAMMER Fachhochschule Brandenburg, in der Abteilung Chemische Physik
Dr. Akula VENUGOPAL Indian Institute of Chemical Technology, Hyderabad, in der Abteilung Oberflächenchemie und Katalyse
Variyam VINODCHANDRAN Basic Research in Computer Science, Centre of Danish National Research Foundation, University of Aarhus, in der Abteilung Theoretische Informatik
Prof. Dr. Milan VLACH School of Information Science, Ishikawa, in der Abteilung Meß-, Regel- und Mikrotechnik
Piotr WASZCZUK Warsaw University, Department of Chemistry, Warschau, in der Abteilung Oberflächenchemie und Katalyse
Prof. Dr. Valery YAKOVLEV Moscow Engineering Physics Institute, Department of Theoretical Physics, Moskau, in der Abteilung Quantenphysik
Prof. Dr. Th. ZARIPHOPOULOU University of Wisconsin-Madison, Department of Mathematics and Finance, in der Abteilung Mathematik VII
Prof. Dr. Shi-Yao ZHU Hongkong Babtist College, Department of Physics, Hongkong, in der Abteilung Quantenphysi
  Venia legendi
 
für das Fach Physikalische Chemie Dr. Hubert RAUSCHER, Abteilung Oberflächenchemie und Katalyse,
(Habilitationsthema »The interaction of silanes with silicon single crystal surfaces: microscopic processes and structures«)
für das Fach Experimentelle Phamakologie Dr. Heike WIELAND, Biberach,
(Habilitationsthema: »Neuropeptid-Y-Rezeptorsubtypen - Implikationen für die Therapie metabolischer Erkrankungen«)
für das Fach Theoretische Physik Dr. Andreas ZEILER, Abteilung Quantenphysik,
(Habilitationsthema: »Tokamak Edge Turbulence«)
  Promotionen
 

zum Dr. biol. hum.

Dipl.-Phys. Heinz HEMPOWITZ
»Analyse kieferorthopädischer Problemstellungen mit Hilfe der Finiten Elemente«
Dipl.-Pädagoge Edwin TOEPLER
»Qualität durch Vernetzung - Regionale Netzwerke für Gesundheit

zum Dr. med. dent.

Sibylle WANNER
»Pathologische Befunde an Zähnen von hochmittelalterlichen Schädeln des Ulmer Barfüßerklosterfriedhofs in Relation zu Geschlecht, Alter und sozialer Stellung«

zum Dr. med.

Barbara ARTUN
»Die Bedeutung der Wehentätigkeit vor der Sectio-Entbindung für die Neugeborenenadaptation«
Carola BERTSCH
»Können Tenodesen die physiologische Belastung des Sprunggelenks nach Außenbandrupturen wiederherstellen? Eine biomechanische In-vitro- Untersuchung des intakten, verletzen und rekonstruierten Sprunggelenkkomplexes
Reinhard BUCHER
»Das unbestimmte Subjekt 'man' im Rahmen psychoanalytischer Abwehrmechanismen bei Leukämiepatienten unmittelbar vor Knochenmarktransplantation«
Peter BÜCHLER
Sequenzanalyse des BMP4-Gens beim Südafrikanischen Krallenfrosch Xenopus laevis
Nina von DELFT
»Untersuchungen zur Compliance bzw. zum Selbstbehandlungsverhalten bei Diabetikern«
Angelika DEMEL
»Wirksamkeit von CSE-Hemmern und Fibraten - eine vergleichende Untersuchung hinsichtlich des Risikoprofils bei Patienten mit Hyperlipidämie in einer Praxis für Allgemeinmedizin«
Jörg DÖRING
»Therapeutischer Effekt von intraoperativer Suggestion auf die postoperative Übelkeit und das postoperative Erbrechen«
Michael EISERT
»Die operative Behandlung der Spondylodiszitis unter besonderer Berücksichtigung anästhesiologischer Aspekte«
Irene ELSER
»Funktionelle Parameter nach Tibiakopfumstellungsosteotomie bei Gonarthrose«
Susanne FAUSER
»Untersuchung der Zytokin-mRNA-Expression durch T-Lymphozyten bei zystischer Echinokokkose«
Hildburg FINKLER
»Einfluß hypertoner, hyperonkotischer Lösung (HT-HES) auf die Leberfunktion, gemessen mittels Stabile-Isotopen-Technik«
Ulrike FREY
»Radiologische Aspekte in der Beurteilung nach Distraktions-/Kompressions- Osteosynthesen sowie Segmentverschiebungen mittels eines Ilisarov-Fixateurs«
Bernhard FRÖHLICH
»Erfassung des Arteriosklerosestatus bei neuentdeckten Typ-II-Diabetikern mit hochauflösendem B-Mode-Ultraschall«
Anette GENTNER-BÖTTCHER
»Regulation rechtsatrialer Beta-Adrenozeptoren nach kardiopulmonaler Reanimation im Tierversuch«
Johannes GÖPPL
»Ergebnisse und Komplikationen der Ilisarov-Methode zur Extremitäten- Verlängerung (Gruppe A) und zur Segment-Verschiebung (Gruppe B) mit dem OA- Instrumentarium an der unteren Extremität«
Olaf GREBE
»Elektive Stentimplantation nach perkutaner transluminaler Koronarangioplastie von chronischen Koronarverschlüssen«
Susanne GROSSEKEMPER
»Epitop-Spezifität MHC-I-restringierter T-Zellen bei der HIV/SIV-Infektion«
Jürgen GUNDLACK
»Einfluß von Platelet-Derived Growth Factor-BB auf Ca2+-aktivierte K+-Kanäle der humanen Endothelzellen der Umbilikalvene«
Thomas HANDSCHUH
»Messung des effektiven Kapillardruckes im hyperdynamen septischen Schock am Hausschwein«
Felix HOFFMANN
»Ist der Anatomical Repair den Tenodesen klinisch und funktionell überlegen? Eine prospektive Studie im Literaturvergleich«
Martin HUNSTIGER
»Regionale Chemotherapie von Lebermetastasen kolorektaler Karzinome; die Zusammenfassung einer prospektiv randomisierten Studie: intraarterielle versus intravenöse plus intraarterielle Therapie«
Armin IMHOF
»Plasmaviskosität - Determinanten und regionale Unterschiede. Vergleich zweier bevölkerungsbezogener Stichproben mit hohem und mittlerem kardiovaskulärem Risiko (Glasgow MONICA und MONICA-Augsburg)«
Silke JAINTA
»Untersuchungen zur Geschlechtsdeterminierung bei Ellobius lutescens«
Dörte JUNG
»Einflußfaktoren auf die Prävalenz der kardialen autonomen diabetogenen Neuropathie bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen unter Einbeziehung weiterer diabetestypischer Komplikationen«
Joachim KIEFERLE
»Die arterielle Verschlußkrankheit im Stadium III und IV nach Fontaine unter der Behandlung mit dem stabilen Prostazyklinanalogon Iloprost bei Diabetikern und Nichtdiabetikern - eine prospektive klinische Studie«
Paul KRAEMER
»Einflußfaktoren der Heilung und der Rehabilitation bei amputierten Patienten mit fortgeschrittener arterieller Verschlußerkrankung der unteren Extremität - retrospektive Studie bei 268 Patienten«
Klaus LEIPZIGER
»Forensische Psychiatrie am Bezirkskrankenhaus Bayreuth. Beschreibung und Untersuchung der Rahemenbedingungen, Konzepte und Behandlungsergebnisse bei nach Paragraph 63 Strafgesetzbuch im Maßregelvollzug untergebrachten Patienten im Bezirkskrankenhaus Bayreuth unter besonderer Berücksichtigung der Gruppe der Sexualstraftäter«
Michael LEMKE
»Funktionelle Ergebnisse stabilisierender Operationsverfahren bei Frakturen des Dens axis«
Nikolaus LÖFFELHARDT
»Einfluß des Betablockers Bisoprolol auf die körperliche Belastbarkeit und den respiratorischen Gasaustausch bei Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz«
Annette MAIER
»Experimentelle Untersuchungen zum Bewegungs- und Bandscheibendruckverhalten der Lendenwirbelsäule bei Belastung mit reinen Momenten und exzentrischen Kompressionskräften«
Nina MATUSCHEK
»Langzeiteffekt von Ethidiumbromid auf immortalisierte Glioblastom- und Fibroblastenzellen«
Brigitte MAYER
»Die Wirkung von Captopril bei Patienten mit Belastungskoronarinsuffizienz«
Jochen RENTSCHLER
»Einfluß des 5-HT3-Rezeptor-Antagonisten Tropisetron auf die gastrale viszerale Perzeption bei Patienten mit nichtulzeröser Dyspepsie«
Markus RIEDL
»Charakterisierung toxininduzierter Vesikel bei humanen Zellinien«
Hans-Joachim RIESNER
»Effektivität und Verträglichkeit des selektiven Serotonin- Wiederaufnahmehemmers Fluvoxamin (Fevarin®) beim chronisch osteoarthrotischen Schmerzsyndrom infolge fortgeschrittener Gon- oder Coxarthrose«
Achim RUBEL
»Lebens- und Behandlungszufriedenheit bei stationären depressiven und schizophrenen Patienten«
Dieter SCHAARSCHMIDT
»Graft-versus-Leukämie Reaktion: Analyse der Effektorzellen in einem allogenen Grenzverdünnungskultursystem«
Judith SCHICKLING
»Die mediane Frequenz des Herzkammerflimmerns als Leitparameter der Defibrillation in der Herzchirurgie«
Wolfgang SITTE
»Heterologe In-vitro-Expression der Glutamattransporter-Gene EAAT1 und EAAT3 und funktionelle Untersuchungen«
Dagmar STARKE
»Wertigkeit der Strahlentherapie bei schmerzhaften Gelenkerkrankungen«
Susanne WAGNER
»Untersuchungen am Chloridkanal des menschlichen Skelettmuskels: Charakterisierung einer dominanten Myotonie-Mutante und Topologiestudien mittels proteinmodifizierender Reagenzien«
Aiguo WANG
»Evaluation of different cell culture systems for their suitability to study various aspects of drug metabolism in rat liver cells«
Stefanie WEILER???
»Die nichtulzeröse Dyspepsie - besteht ein Zusammenhang mit Helicobacterpylori-Infektion und histologischer Gastritis?«
Sandra WEINER
»Retrospektive Studie über die chirurgische Versorgung von Lebertraumen von Januar 1979 bis August 1996 an der Chirurgischen Universitätsklinik Ulm«
Monika WEIßER
»Wachstum bei Kindern mit insulinabhängigem Diabetes mellitus im Vergleich mit ihren nichtdiabetischen Familienmitgliedern«
Stefanie WILMES
»Die Effektivität diagnostischer Maßnahmen bei der Entdeckung von Rezidiven während der Tumornachsorge bei Mammakarzinompatientinnen«
Uwe ZIEGLER
»Isokinetisches Muskeltraining mit hohen Geschwindigkeiten in der Rehabilitation nach operativer Versorgung frischer vorderer Kreuzbandrupturen«

zum Dr. rer. nat.

Dipl.-Chem. Thomas DRETSCHKOW
»Strukturuntersuchungen an organischen Adsorbatfilmen auf einkristallinen Elektrodenoberflächen mit Hilfe der In-situ-Rastertunnelmikroskopie«
Dipl.-Chem. Christian DROHMANN
»Hyperbranched Polyalkenylcarbosilanes by Hydrosilylation of ABn Monomers with Platinum Catalysts«
Dipl.-Math. Mathias ETTER
»Zur Qualitätsverbesserung der Entwicklung und Pflege von verteilten Anwendungen«
Dipl.-Chem. Matthias FEHRENBACHER
»Abscheidung und Aufwachsverhalten von Silizium bei CVD-Prozessen«
Dipl.-Phys. Thomas GUTHER
»Materialentwicklung für elektrochemische Kondensatoren auf der Basis elektronisch leitender Oxide mit Rutil- und Perowskit-Struktur«
Dipl.-Math. Urs HARTL
»Zur Darstellbarkeit des rigid analytischen Picard-Funktors«
Dipl.-Phys. Franz Josef HARTMANN
»Spektroskopie und Quantenschwebungen mit kernresonant monochromatisierter Synchrotronstrahlung«
Dipl.-Phys. Ingolf HÖRSCH
»Experimentelle Aspekte der Mikroskopie und Spektroskopie im optischen Nahfeld«
Dipl.-Chem. Jürgen KASTLER
»Analytik, Massenspektrometrie und Vorkommen multifunktioneller Alkylnitrate in belasteter und unbelasteter Atmosphäre«
Dipl.-Chem. Anka KÖHNE
»Kopplungstechniken in der Chromatographie: Entwicklung und Anwendung«
Dipl.-Chem. Susanne KÖNIG
»Modifizierung und Charakterisierung von Trennkapillaren in der elektrokinetischen Chromatographie«
Dipl.-Chem. Anja KUNZMANN
»Isolierung und Charakterisierung der 3´tRNA-Endonuklease aus Kartoffelmitochondrien«
Dipl.-Chem. Ralf Neil Artur MASANTSCHEK
»Chemische und enzymatische Untersuchungen zur Sondierung der Sekundärstruktur, durchgeführt an p53wt-Messenger-RNA«
Dipl.-Chem. Gerhard MAYR
»Bildung und Kompensation von Temperaturgradienten in der schnellen HPLC unter Verwendung von Mikropartikel-gepackten Säulen«
Dipl.-Phys. Jörg MÜLLER
»Untersuchung des Niederfrequenzschwingungsbereiches von PMMA mit Hilfe der Ramanspektroskopie«
Dipl.-Chem. Hans-Otto MUNZ
»Neue Gasphasen-Synthese, Mikrowellenspektrum und Struktur des Iodazids IN3: Bestimmung der Rotationskonstanten, Zentrifugalverzerrungskonstanten und Kernquadrupolkopplungskonstanten«
Dipl.-Phys. Klaus Peter OTTO
»Atomare diamagnetische Suszeptibilitäten angeregter Elektronenzustände mittels dopplerfreier Zweiphotonen-Spektroskopie«
Dipl.-Chem. Alke Susanne PETRI
»Einkristallzüchtung und Untersuchung von Kupferkomplexen der Cyclopropan- 1,1-Dicarbonsäure«
Dipl.-Chem. Martin PFEFFER
»Hochauflösende FT-IR-Spektroskopie von 13c-1,3,5-Triazin«
Dipl.-Chem. Alexander PFETSCH
»Neue Möglichkeiten der Charakterisierung von Mikroorganismen mittels Kapillar- Elektrophorese«
Dipl.-Biol. Jörg SPELDA
»Verbreitungsmuster und Taxonomie der 'Chilopoda' und 'Diplopoda' Südwestdeutschlands. Diskriminanzanalytische Verfahren zur Trennung von Arten und Unterarten am Beispiel der Gattung 'Rhymogona' COOK, 1896 ('Diplopoda: Chordeumatide: Craspedosomatidae')«
Dipl.-Phys. Till POMPER
»Submikroriß- und Crazebildung in Polymeren und deren Composites untersucht mittels Ultrakleinwinkelstreuung von Synchrotronstrahlung«
Dipl.-Chem. Thomas SCHWARZ
»Experimentelle und theoretische Strukturuntersuchungen an Cyclopropan-1,1-Dicarbonsäure und ihren Cobalt(II)-Salzen«
Dipl.-Phys. Hadwig Ella Sybilla STERNSCHULTE
»Lumineszenz-Untersuchungen an dotiertem und undotiertem Diamant«
Dipl.-Biol. Manfred ULITZKA
»Fransenflüglergesellschaften deutscher Wälder (Insecta, Thysanoptera)«
Dipl.-Chem. Roland WURSCHE
»Late Transition Metal Catalysts for the Olefin Homo- and Copolimerization - New Functional Poly(1,4-ketone) Materials«
Dipl.-Chem. Gabriele ZIPP
»Ionselective Membranes with Self-Organized Supramolecular Channels«
Veranstaltungstermine
  Donnerstag, 30.9.1999 15.00 Uhr
Prof. Dr. M. Vlach, Ishikawa, Japan: »Local Approximations of sets in optimization«, Universität OE, Hörsaal 45.2. (Elektrotechnisches Kolloquium)

Donnerstag, 30.9., bis Sonntag, 3.10.1999
Allgäuer Herbstsporttage 1999, Oberstdorf Hotel »Wittelsbacher Hof« (gemeinsame Veranstaltung der Orthopädischen Klinik mit Querschnittgelähmtenzentrum der Univ. Ulm, der Orthopädischen Abteilung des Rehabilitationskrankenhauses Ulm, der Orthopädischen Praxis Dr. Kruijer, Oberstdorf, und des Bayerischen Sportärzteverbandes)

Montag, 4.10.1999 16.30 Uhr
Frank-Oliver Weißer, Univ. Ulm: »Anästhesiologische Besonderheiten bei Diabetes mellitus«, Safranberg, Hörsaal 2 (Fortbildung der Univ.-Klinik für Anästhesiologie)

Dienstag, 5.10.1999 18.30 Uhr
Prof. Dr. Frank Pohlandt (oder Vertreter): »Betreuung des Neugeborenen«, Hörsaal Michelsberg (Informations- und Diskussionsabend der Univ.-Frauen- und -Kinderklinik)

Freitag, 8.10., und Samstag, 9.10.1999 8.30 Uhr
Grundkurs Allergologie, Hörsaal Michelsberg (Veranstaltung der Univ.-Klinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde)

Sonntag, 10.10.1999 9.00 Uhr
Allergologie-Kurs für nichtärztliches medizinisches Personal, Hörsaal Michelsberg (Veranstaltung der Univ.-Klinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde)

Montag, 11.10.1999 16.30 Uhr
Dr. Peter Steffen, Univ. Ulm: »Palliativmedizin«, Safranberg, Hörsaal 2 (Fortbildung der Univ.-Klinik für Anästhesiologie)

Mittwoch, 13.10.1999 18.00 Uhr
Dr. Matthias Schwamborn, PD Dr. Florian Gebhard, Univ. Ulm: »Calcaneusfrakturen«, Safranberg, Hörsaal 1 (Fortbildung der Abteilung Unfallchirurgie, Hand- und Wiederherstellungschirurgie)

Montag, 18.10.1999 16.30 Uhr
Dr. T. Welte, Magdeburg: »Diagnostik, Therapie und Prävention von Beatmungspneumonien«, Safranberg, Hörsaal 2 (Fortbildung der Univ.-Klinik für Anästhesiologie)

Mittwoch, 20.10.1999 7.00 Uhr
Dr. Peter Pecher, Univ. Ulm: »Wachstumsfaktoren zur Koronar-Neogenese«, Safranberg, Konferenzraum Casino (Fortbildung der Abteilung Kardioanästhesie)

Mittwoch, 20.10.1999 16.00 Uhr
Prof. Dr. M. Daniel Lane, Johns Hopkins University, Baltimore: »From Fatty Acid Synthesis to Adipose Development«, OE, Hörsaal 1 (Feodor Lynen Lecture)

Samstag, 23.10.1999 9.00 Uhr
Onkologisches Seminar »Mundhöhlen- und Pharynxkarzinom - Epidemiologie, Therapie und Prognose«, OE, Hörsaal Klinikum (Veranstaltung des Tumorzentrums)

Montag, 25.10.1999 16.30 Uhr
Dr. N. S. Morton, Glasgow: »Prevention and control of pain in children«, Safranberg, Hörsaal 2 (Fortbildung der Univ.-Klinik für Anästhesiologie)

Mittwoch, 27.10.1999 7.00 Uhr
Dr. Werner Baulig, Univ. Ulm: »Qualitätssicherung in der Kardioanästhesie«, Safranberg, Konferenzraum Casino (Fortbildung der Abteilung Kardioanästhesie)

Montag, 1.11.1999 18.00 Uhr
Dr. Lunkes, Straßburg: »Zur Pathogenese des Morbus Huntington - ein zelluläres Modell«, OE, Hörsaal Rehabilitationskrankenhaus (Fortbildung der Abteilung Neurologie)

Mittwoch, 3.11.1999 18.00 Uhr
Onkologisches Kolloquium »Sarkomdiagnostik: Bildgebung und Biopsie-Technik«, Safranberg, Hörsaal 4 (Veranstaltung des Tumorzentrums)

Mittwoch, 3.11.1999 19.30 Uhr
Prof. Dr. Otto Schlecht, Bonn: »Ludwig-Erhard-Lecture 1999«, Stadthaus, Ulm (Studium generale