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Zusammenfassung: Vergleich Rosa-T und Kabel-BW

Diese Seite enthält einen subjektiven und daher unvollständigen Vergleich von Rosa-T und Kabel-BW. Zusätzlich finden Sie hier die Ergebnisse einiger Bandbreiten- und Ping-Messungen. Insgesamt gesehen ist Kabel-BW schneller und preisgünstiger als Rosa-T. Über die Zuverlässigkeit kann bisher keine Aussage gemacht werden (da erst seit wenigen Tagen Kabel-BW Kunde). Die Mitarbeiter von Kabel-BW waren bisher sehr freundlich und die Kabel-BW Hotline war immer gut erreichbar. Dies gilt allerdings auch weitgehend für die Rosa-T Mitarbeiter und die Rosa-T Hotline. Der Vergleich gilt nur für den Anschluss (Raum Ulm), an dem er durchgeführt wurde. Es können keine Aussagen zu anderen Anschlüssen abgeleitet werden - selbst wenn diese sich in der Nähe befinden.

Die Angaben der Seite sind ohne jede Gewähr. Es wird weder für die Richtigkeit noch für die Vollständigkeit der Daten eine Garantie übernommen (siehe Haftungsausschluss). Insbesondere gelten die Aussagen nicht im Allgemeinen sondern sind nur in diesem speziellen Fall gültig.

Der Test wurde im November 2009 durchgeführt. Es sollte beachtet werden, dass sich der Markt sehr schnell verändert.

Zu den Tarifen von Rosa-T und Kabel-BW

Der (sehr) alte Rosa-T Tarif:

  • "Rosa-T Telefon Anschluss und Rosa-T DSL 2000 Flatrate"
  • 2 MBit down
  • 192 KBit up
  • mit Internet-Flat
  • ohne Festnetz-Flat
  • 20.46 Euro/Monat Telefonanschluss
  • 20.50 Euro/Monat DSL-2000 Anschluss
  • 10.21 Euro/Monat DSL-Flat
  • Modem/Router kostenlos
  • Insgesamt: 51.17 Euro/Monat
  • Da Telefon, Fax und Anrufbeantworter ohne Router funktionieren (der Splitter befindet sich vor dem Router mit integriertem Modem), sind die Stromkosten vernachlässigbar (<1 Euro pro Monat) - sofern der Router für den Internetzugang nur bei Bedarf angeschaltet wird.
Nachdem Rosa-T den alten DSL2000 Tarif nicht weiter anbietet, ist ein Wechsel unvermeidbar. Da dieser Alttarif ohne Zweifel sehr ungünstig ist, ist ein Wechsel in jedem Fall sinnvoll. Allerdings ist es sehr bedauerlich, dass Rosa-T auf diese Weise für Altkunden erneut 2-Jahresbindungen erzwingen möchte. Die ganzen Neukundenvorteile bekommt man natürlich nicht, man ist ja Altkunde.



Das erste Ersatzangebot von Rosa-T war der 16000er Tarif:

  • "Call & Surf Comfort Plus 16000"
  • 16 Mbit down (in Wirklichkeit nur 3 MBit an diesem Anschluss)
  • 1 MBit up (in Wirklichkeit nur 192 KBit an diesem Anschluss)
  • mit Internet-Flat
  • mit Festnetz-Flat
  • Paketpreis: 49.95 Euro/Monat
  • Modem/Routermiete (Speedport 503V): 1.95 Euro/Monat
  • Insgesamt: 51.90 Euro/Monat
  • bei erneuter 2-Jahresbindung
Nach Prüfung des Anschlusses hat Rosa-T festgestellt, dass nur 3 MBit down-Stream verfügbar sind. Man wollte trotzdem den 16000er Tarif weiter anbieten - weil das zukunftssicher sei - und außerdem sei es ja günstiger als mein Alttarif. Na' danke ...



Nach Protest wurde dann der 6000er Tarif angeboten:

  • "Call & Surf Comfort 6000 / Standard"
  • 6 MBit down (in Wirklichkeit nur 3 MBit an diesem Anschluss)
  • 576 KBit up (in Wirklichkeit nur 192 KBit an diesem Anschluss)
  • mit Internet-Flat
  • mit Festnetz-Flat
  • Paketpreis: 39.95 Euro/Monat
  • Modem/Routermiete (Speedport 503V): 1.95 Euro/Monat
  • Insgesamt: 41.90 Euro/Monat
  • bei erneuter 2-Jahresbindung
Bis auf die Festnetz-Flat würde das dann weitgehend meinem alten DSL2000-Tarif entsprechen, so die Aussage von Rosa-T. Der noch günstigere "Call & Surf Basic mit Internet-Flatrate" Tarif wurde mir nicht angeboten. Ich habe ihn dann selbst im Internet gefunden. Der ist dann endlich identisch mit meinem alten Tarif, jedoch für nur noch 29.90 Euro. Andererseits - wo ich schon am Umstellen bin - warum nicht etwas mehr Bandbreite?



Auf Nachfrage bezüglich mehr Bandbreite hat Rosa-T dann VDSL25 angeboten:

  • "Call & Surf Comfort VDSL25 / Standard"
  • 16 - 25 MBit down (nach 100GB Volumen pro Monat nur noch 6 MBit)
  • 1.6 - 5 MBit up (nach 100GB Volumen pro Monat nur noch 576 KBit)
  • mit Internet-Flat
  • mit Festnetz-Flat
  • Paketpreis: 44.95 Euro/Monat
  • Modem/Routermiete (Speedport 722V): 2.95 Euro/Monat
  • Insgesamt: 47.90 Euro/Monat
  • bei erneuter 2-Jahresbindung
Auf der Webseite steht natürlich werbewirksam nur 25 MBit down und 5 MBit up. Erst durch Lesen der Rosa-T AGBs (den Link dafür muss man natürlich erst mal finden) erfährt man dann, dass ab 100 GB Transfervolumen pro Monat die Bandbreite drastisch beschnitten wird (Stand: 2009-11-25). 100 GB hat man bei 25 MBit/Sec nach etwa 14 Stunden erreicht. Das Angebot "Call & Surf VDSL25" ist also keine Monats-Flatrate sondern eine Halbtags-Flatrate. Die Beschränkung ist weltfremd. Warum sollte man einen solchen Tarif kaufen, wenn man die Bandbreite dann doch nicht nutzt bzw. nur kurz nutzen kann und dann wird herunter geregelt? Mit 1000 GB hätte ich eventuell leben können, mit 100 GB jedoch sicher nicht. Da muss ich nur einen wissenschaftlichen Datensatz (z.B. über Nacht) kopieren, und das Limit ist erreicht. Zugegeben, mit dem alten Tarif ging das natürlich aufgrund der zu geringen Bandbreite auch nicht - aber warum soll ich mir einen Tarif/Anschluss mit hoher Bandbreite zulegen, nur um fest zu stellen, dass ich damit immer noch nicht meine Daten herunterladen kann (oder nur genau ein mal)? ... Alternativ kann man die VDSL25-Variante des Entertain-Paketes für 57.90 Euro/Monat incl. Router wählen - dann ohne Volumenbegrenzung. Und was ist mit den Kunden, die kein Entertain brauchen oder wollen?



Nach diesen weniger erfreulichen Versuchen, bei Rosa-T einen geeigneten Tarif zu finden, hat schließlich die folgende Alternative von Kabel-BW den Zuschlag erhalten:

  • "CleverKabel Internet"
  • 20 MBit down
  • 1 MBit up
  • mit Internet-Flat
  • ohne Telefon-Flat
  • ohne Volumenbegrenzung
  • 20 Euro/Monat für CleverKabel Internet
  • 7 Euro/Monat für KabelBW Basis-Anschluss mit TV (Gruppentarif)
  • 2 Euro/Monat für Stromkosten Kabelmodem (für dauernde Erreichbarkeit Telefon)
  • 2 Euro/Monat (umgerechnet auf 24 Monate) für Router (z.B. D-Link DIR-615)
  • Insgesamt also 31 Euro/Monat
Das Kabelmodem muss immer am Netz hängen, da mein (analoges) Telefon an ihm angeschlossen ist. Die Sprachqualität ist hervorragend. Ich konnte keinen Unterschied zu meinem analogen Rosa-T Anschluss feststellen. Die Kabel-BW Mitarbeiter waren sehr freundlich und hilfsbereit. Wichtiger noch - die Hotline war immer erreichbar - auch noch um 23 Uhr - und das ohne lange Wartezeiten (< 2 Min. - in der Regel sofort). Jetzt bin ich gespannt, wie zuverlässig der Anbieter in den nächsten beiden Jahren ist.



Bandbreiten- und Ping-Messungen: Rosa-T vs. Kabel-BW

Vorab sei gesagt, dass der Vergleich natürlich nicht fair ist. Das Rosa-T System ist 5 Jahre alt und der Rosa-T Tarif ist langsam. Das Kabel-BW System ist top aktuell und der Tarif ist ziemlich schnell. Trotzdem hat mich interessiert, ob die Hersteller im Rahmen ihrer Angaben die Bandbreiten einhalten. Darüber hinaus sind die ping-Zeiten (die in der Regel von keinem Hersteller spezifiziert werden) für interaktive Echtzeitanwendungen (u.a. Spiele) von Interesse.

Hardwaresetup Rosa-T (mit Splitter und Router Sinus 1024 DSL):

  Rosa-T - Splitter - Modem/Router - (W)Lan - Laptop
              |
           Telefon 
Der Router wurde damals kostenlos von der Telekom gestellt.

Hardwaresetup Kabel-BW (mit Kabelmodem Arris TM602 B und Router D-Link DIR-655):

  Kabel-BW - Kabelmodem - Router - (W)Lan - Laptop
                 |
              Telefon 
Nur das Kabelmodem (zur Zeit Arris oder Motorola) wird von KabelBW kostenlos bereit gestellt (bleibt aber im Besitz von KabelBW). Der D-Link Router DIR-655 wurde von mir selbst beschafft, da ich einige Features des Routers nutzen möchte. Der Einsatz kleinerer Modelle (z.B. DIR-615 oder DIR-635 -- wenn man D-Link verwenden möchte) ist selbstverständlich auch möglich. Da die kleinen DIR's 40-50 Euro kosten, ergeben sich bei 48 Monaten Laufzeit so nochmals 1-2 Euro pro Monat für den Router.



Um die up- und down-Bandbreite und die ping-Zeit zu bestimmen, wurden die Web-Seiten Speed Report und Speed Test verwendet. Die Tests wurden mit mehreren Servern durchgeführt. Die Bestwerte sind in der Tabelle unten gelistet. Zusätzlich wurden die Daten mittels scp/ftp (zu Uni-Rechnern) und ping (zu Uni-Rechnern und heise.de) überprüft. Die Schwankung der ermittelten Werte war in der Regel im Bereich von 5% (Bandbreiten) und 20% (ping):
Anschluss Setup down up ping
CleverKabel Internet Router-Lan-Laptop 20.00 MBit 0.96 MBit 14ms
CleverKabel Internet Router-WLan-Laptop 19.20 MBit 0.96 MBit 14ms
Rosa-T DSL-2000 Router-Lan-Laptop 1.95 MBit 0.19 MBit 55ms
Rosa-T DSL-2000 Router-WLan-Laptop 1.94 MBit 0.19 MBit 55ms
Die gefundenen Werte entsprechen bei beiden Anbietern ziemlich exakt den Spezifikationen des jeweiligen Tarifs.

Linux-Anbindung

Sowohl das Rosa-T als auch das Kabel-BW Hardwaresetup hat ohne Probleme in Verbindung mit Linux-Rechnern funktioniert. Zum Einrichten des Kabelmodems (Routers) muss (kann) man das ETH-Interface des Rechners auf DHCP umstellen und per Kabel mit dem Gerät verbinden. Im Fall des Routers kann man auch manuell z.B. die ETH-IP 192.168.0.2 am Rechner einstellen und erreicht dann den Router unter 192.168.0.1. Das Einrichten des Kabelmodems geht nur mittels DHCP und muss VOR dem Router erfolgen. Für Details siehe die von Kabel-BW gelieferte (Windows) Anleitung zum Einrichten des Modems/Zugangs bzw. die von dem Router-Hersteller gelieferte Installationsanleitung. Da man bei der Einrichtung des Kabelmodems direkt im Internet hängt, kann es empfehlenswert sein, den eigenen Rechner in dieser Zeit per Firewall zu schützen oder alle nicht benötigten Remote-Dienste ab zu stellen. Ich habe festgestellt, dass die Port-Scans innerhalb weniger Sekunden anfangen. Es ist also wichtig sich zu schützen.

Schlussbemerkungen

Im Prinzip ist es vorbildlich, dass der Anbieter Rosa-T in den Vertragsbedingungen von VDSL25 nicht nur die "bis zu" Bandbreite sondern auch die Mindest-Bandbreite spezifiziert. Andererseits ist dies nicht wirklich überraschend, denn immerhin ist der Tarif vom Entertain-Paket abgeleitet - und beim Fernsehen benötigt man ganz offensichtlich eine Mindestbandbreite. Auch kann man natürlich die Spanne der Bandbreite (z.B. up-Load 1.6 bis 5.0 MBit) so groß wählen, dass man als Anbieter in 99% aller Fälle nicht tätig werden muss. Wirklich Bedauerlich ist allerdings die in den AGB's versteckte Beschränkung auf 100GB. Entweder wird diese Info in ehrlicher Weise direkt auf der Webseite angegeben, oder, sehr viel besser, sie wird aus den Vertragsbedingungen entfernt. Diese Beschränkung ist nicht mehr zeitgemäß.

Im übrigen würde ich mir sehr wünschen, wenn der Gesetzgeber endlich dem "bis zu" Wildwuchs am TK-Markt ein Ende setzen würde. Es ist für den Verbraucher ein unerträglicher Zustand, dass man zwar mit "bis zu" fast beliebig werben kann, dass es aber in den meisten Fällen keinerlei Regeln gibt, wo "zu wenig" anfängt. Wenn es ungünstig läuft, tröpfeln die Daten am Ende aus der Leitung und man hat keine Chance, dies zu ändern - denn "bis zu" wird ja eingehalten.

Immerhin gab es eine mündliche Aussage des technischen Supports der Kabel-BW Hotline, dass sie bei Bandbreiten von weniger als 80% der zugesagten Bandbreite die Leitung als gestört ansehen und das Problem beheben. Leider ist jedoch ein Unterschied zwischen einer mündlichen Aussage und der Niederlegung im Vertrag, dass man z.B. zu 97% der Zeit mind. 80% der Bandbreite zusichert. Dies in den AGB's von Kabel-BW zu finden wäre sehr wünschenswert. Natürlich kann sich eine solche Aussage nur auf die Strecke vom Kabelmodem über Kabel-BW bis hin zum Backbone-Provider beziehen. Wenn das Internet oder der Zielrechner lahmt, kann kein Provider etwas ausrichten.

Wie dem auch sei. Die Bandbreiten Messungen oben haben gezeigt, dass das Problem vermutlich weniger akut ist, als gemein hin angenommen. Die Anbieter liefern bei dieser Stichprobe tatsächlich die versprochene Bandbreite. Insofern kann man hoffen, dass der bisher sehr positive Eindruck von Kabel-BW auch weiterhin bestehen bleibt. Wie das im Fall von Rosa-T gewesen wäre, kann hier natürlich nicht abschließend beantwortet werden.