Märchen

Was du nicht willst, dass man Dir tut,

das füg auch keinem andern zu!

Es war 15 Uhr. Mehrere Kinder trafen sich auf dem Spielplatz. Sie hatten in der Schule verabredet, dass alle ihre Murmeln mitbringen sollten. „Hat jeder seine Murmeln dabei?“ fragte Udo. ,,Ja“ schrieen alle. Nun fingen sie ab zu spielen. Alle konnten es gut, denn sie übten fast jeden Tag.

Auf einmal kam Elke, ein jüngeres Mädchen aus der Nachbarschaft, auf sie zu und fragte: ,,Kann ich mitspielen?“ ,,Nein.“ entschied Udo der älteste von allen. ,,Du bist auch viel zu klein dazu.“ „Und Du fängst immer an zu weinen, wenn Du verlierst.“ warf Frank ein. Eine kurze Pause entstand. ,,Außerdem darfst Du Dich nicht schmutzig machen.“ sagte Ute. ,,Das stimmt doch gar nicht.“ erwiderte Elke. ,,Hast Du überhaupt Murmeln?“ fragte Udo. ,,Nein, meine Mama meint, das wäre nichts für Mädchen.“ antwortete Elke. ,,Dann darfst Du auch nicht mitspielen! Hau endlich ab, du blöde Ziege!“ schrie Udo sie an. Elke zog beleidigt ab. Sie war schon wieder den Tränen nah.

Als Elke weg war, sagte Petra, die sich bis jetzt noch nicht geäußert hatte, zu Udo: ,,Das war nicht nett von Dir. Stell dir vor, du wolltest bei anderen mitspielen, aber sie schicken dich weg, weil du zu klein bist! Wir hätten ihr ja auch Murmeln leihen können.“ „Ich weiß, dass ich nicht nett zu ihr war.“ sagte Udo beklommen. „Es gibt auch ein Sprichwort.“ meinte Petra. „Ja, ja, ich weiß schon.“ antwortet Udo

,,Was Du nicht willst was man Dir tut, das füg auch keinem andren zu!“

Am nächsten Tag durfte Elke mitspielen, und jeder gab ein paar Murmeln ab. Elke lernte sehr schnell.