Die Märchen

Schnuff, der Hase, büxt aus. Er mag seine Möhrchen nicht

Schnuff ist ein kleines Hasenkind. Er hatte wieder einmal Stress mit seiner Mama Hase. Er wollte seine Möhrchen nicht mehr essen. Dabei gab sich Mama Hase immer sehr viel Mühe, alles schön und gut zu kochen.

Nicht nur die Möhrchen, nein, sie benutzte auch das Grün, das an den Möhrchen ist. Sie nahm auch Dill und Petersilie. Es schmeckte immer super. Aber Schnuff wollte mehr. Fleisch, Eier und all solche Sachen. "Ich hab keinen Bock mehr auf deine blöden Möhrchen!", sprachs und bums, weg war er.

Nun war Schnuff weg. Ganz lange war er gehoppelt. Da kam er an einen großen Platz. Am Rand waren Bäume. Ganz öde sah es hier aus. Der große Platz war einmal eine Wiese gewesen und die Bäume hatten auch einmal viele Blätter. Rehe waren da und weinten. Die Muttis konnten ihre Kitze gar nicht trösten, die weinten.

"Warum weint ihr denn alle?" "Ja, kannst du es denn nicht sehen?" sagte ein Mamareh. "Alles ist von der Sonne verbrannt. Wir haben nicht einmal was für unsere Kinder. Sie werden krank und schwach, wenn sie nichts zu essen bekommen. Wir würden jetzt sogar Möhrchen essen, wenn wir sie hätten."

Schnuff schluckte und hoppelte weiter. Jetzt kam er an einem großen Bauernhof vorbei. Der Bauer hatte nicht nur Kühe, Schweine und Hühner. Nein, er hatte auch einen kleinen Zoo, wo die Kinder gerne hinkamen: eine Bärenmutti mit ihren Jungen, kleine Wölfe mit ihren Jungen. Kleine Ponys waren auch da. Hunde und Katzen waren auch zu sehen. Auch hier waren alle Tiere traurig und weinten.

"Ja ihr lieben Freunde, warum weint ihr denn?"

"Ja, kleiner Hase, ich will es Dir gerne sagen", sprach die Bärenmama. Von unserem Bauer ist die Kühltruhe kaputt gegangen. Da hatte er immer Vorrat für uns drin. Das ganze Fleisch ist verdorben. Wenn wir nun nichts zu essen bekommen, haben wir auch keine Milch für unsere Jungen. Sie müssen dann hungern und werden krank. Wenn wir wenigstens Möhrchen hätten. Die würden wir jetzt so gerne essen. Die brauchen auch nicht angerichtet sein."

Schnuff ließ seinen kleinen Kopf hängen und hoppelte weiter. Jetzt kam er an einem großen Feld vorbei. Hier war einmal ganz viel Korn und Weizen. Die große Hitze hatte alles verdorrt. Die Ähren waren jetzt alle ganz platt auf dem Boden. Ganz viele Vögel saßen am Rand und waren wie die anderen Tiere ganz traurig und weinten. Schnuff fragte schon gar nicht mehr. Er hörte nur, wie der Rabe und eine Drossel sagten: "Wenn wir wenigstens Möhrchen hätten, wir könnten aus den Möhrchen etwas für unsere Kinder picken und sie brauchten nicht zu hungern."

Nun hatte Schnuff genug gesehen und gehört. Er wollte auch kein Fleisch mehr. Er wollte nur noch Mutti's Möhrchen, die sie so gut zubereiten konnte. Er hoppelte nach Hause, ganz, ganz schnell. Er konnte kaum Luft bekommen. Von weitem rief er schon: „Mama, Mama ich habe Hunger, ganz doll viel Hunger auf deine Möhrchen mit ganz viel Grün. Und Mama, wir haben doch so viele Möhrchen. Bitte, darf ich etwas von diesen meinen Freunden bringen, die ich alle getroffen habe? Sie haben alle nichts zu essen, weil alles verdorrt, verbrannt und verdorben ist. Sie müssen alle hungern und die Kinder werden ganz doll krank wenn sie nichts zu essen bekommen. Alle würden sich über Möhrchen freuen. Ich werde nie wieder sagen, das ich keine Möhrchen mag."

„Ja, mein Schnuff. Wenn du gegessen hast, werde ich dir gerne Möhrchen für deine Freunde einpacken. Du kannst sie ihnen bringen. Ich freue mich, daß du auf deiner Reise gelernt hast, daß auch andere Tiere, die sonst immer einen großen Speiseplan hatten, sich über Möhrchen freuen“