Hinweise zu Seminaren und Diplomarbeiten

16.8.1999, Frank Kargl

Abteilung Verteilte Systeme
Universität Ulm

Einleitung

Der vorliegende Text will einige Erläuterungen zu Seminaren im Hauptstudium geben, die den Seminarteilnehmern die Planung und Durchführung von Ausarbeitung und Vortrag erleichtern sollen. Entsprechendes gilt für die Durchführung einer Diplomarbeit. Viele der angesprochenen Punkte sind bei näherem Hinsehen trivial und unmittelbar einleuchtend, wenn man sie sich einmal vor Augen geführt hat. Sie stammen aus eigener Erfahrung oder den angegebenen Quellen und sind nicht als "In Stein gemeiselte Wahrheit" zu verstehen, sondern eher als Ratschlag. Der Text stützt sich in weiten Teilen auf den Leitfaden für die Erstellung von Seminararbeiten und Diplomarbeiten [Kroe98] von Prof. Kröger von der FH-Wiesbaden.

Das Seminar bzw. die Diplomarbeit dient zwei unterschiedlichen Zielen:

  1. Der Beschäftigung mit einem wissenschaftlichen Thema.
  2. Dem Erlernen bzw. der Anwendung der notwendigen Fertigkeiten wissenschaftlichen Arbeitens.

Beide Ziele stehen gleichberechtigt nebeneinander und keines sollte vernachlässigt werden. Oft ist es aber so, daß das wissenschaftliche Thema zu deutlich im Vordergrund steht und der zweite Punkt vorausgesetzt oder nur am Rande erwähnt wird. Viele Studenten sehen sich einer Vielzahl von Problemen gegenüber, sei es bei der Literaturrecherche, der Erstellung der Ausarbeitung, beim Zitieren oder beim Vortrag. Mit diesem Text will ich versuchen, dem zumindest etwas abzuhelfen.

Wissenschaftliches Arbeiten

"Wissenschaftliches Arbeiten ist eine der Grunddisziplinen, die sich Studierende während ihres Studiums aneignen müssen. Die Einhaltung von Formalismen bei der Durchführung von Arbeiten ist wichtig, da dabei eine Vereinheitlichung der Arbeitsweise und deren Einübung stattfindet. Eine solche Vereinheitlichung ist auch die Grundlage für Team-basiertes Arbeiten und Lernen."
aus: [Kroe98]

Anforderungen an wissenschaftliches Arbeiten

Folgende Anforderungen sind an eine wissenschaftliche Arbeit zu stellen (siehe [Lor97a]):

Diese Punkte sollte man bei der Vorbereitung seines Seminars stets vor Augen haben.

Die Phasen der Bearbeitung

Langjährige Erfahrungen vieler Wissenschaftler haben ein Grundschema bei der Bearbeitung eines Themas enstehen lassen, dessen Vorzüge sich in der Praxis tausendfach gezeigt haben und an dem man sich auch bei der Ausarbeitung eines Seminars orientieren sollte. Dieses Schema beinhaltet grob die folgenden Schritte:
  1. Literaturrecherche
  2. Eigener Ansatz und Bewertung
  3. Schriftliche Ausarbeitung
  4. Präsentation
Die einzelnen Punkte werden in den nun folgenden Kapiteln ausführlich erläutert.

Die Literaturrecherche

Vor jeder wissenschaftlichen Arbeit steht zunächst eine Orientierung im Umfeld. Obwohl der Betreuer eines Seminars sicher einige wichtige Einstiegsliteratur genannt hat, genügt es in der Regel nicht, sich nur auf diese Quellen zu beschränken. Vielmehr enthält diese Einstiegsliteratur eine Vielzahl von Querverweisen, die oft einen Blick wert sind. Auch ein Gang in die Bibliothek oder eine Recherche im Internet erweitern den Blick auf das Thema.

Das Internet beherbergt eine Vielzahl von Suchmaschinen oder Linksammlungen. Dabei sind themenbezogene Suchmaschinen/Sammlungen vorzuziehen, da hierbei bereits viele "falsche Treffer" aussortiert sind. Selbst heute kann man jedoch noch nicht davon ausgehen, daß sich alles Material zu einem Thema im Internet befindet. Deshalb sollte man die Recherche unbedingt auch in Bibliotheken fortsetzen.

Das effektive Lesen wissenschaftlicher Literatur ist eine Kunst für sich und z.B. in [vW94] dargestellt. Auch sollte man die korrekte Benutzung von Bibliotheken z.B. in entsprechenden Kursen erlernen.

Bereits in dieser Phase empfiehlt es sich, eine Bibliographie zu erstellen, in der die verwendeten Quellen sowie kurze Skizzen der (für das eigene Thema wichtigen) Inhalte aufgeführt sind. Dies erspart bei der späteren Erstellung der Ausarbeitung viel unnötige Sucharbeit.

Nach langer (und hoffentlich erfolgreicher) Literaturarbeit, verfügt man nun über einen umfassenden Überblick über das zu bearbeitende Thema. Dies verhindert oftmals unnötige Doppel-Arbeit ("Tue nie etwas, was ein anderer schon für dich getan hat."). Jetzt ist man bereit für den nächsten Schritt.

Der eigener Ansatz und dessen Bewertung

Während sich Seminararbeiten in der Regel auf die Bearbeitung Darstellung von bestehendem Material beschränken, ist spätestens bei der Diplomarbeit (und in noch stärkerem Maße bei der Promotion) die Entwicklung eigener Ideen und Lösungen im gewählten Themengebiet von Bedeutung.

Wie dieser eigene Ansatz konkret aussieht, hängt stark von der Aufgabenstellung ab und kann z.B. aus einem Systementwurf samt Umsetzung oder theoretischen Überlegungen bestehen. Der eigene Lösungsansatz stützt sich dabei auf die, in der Literatur vorgefundenen Ideen und Verfahren, er konkretisiert, kombiniert oder erweitert diese. Gelegentlich ist auch die reine Übernahme bzw. Übertragung in ein anderes Fachgebiet denkbar.

Allgemeine Ratschläge sind auf Grund der Heterogenität dieser Phase nur schwer zu geben. Generell gilt jedoch, daß das gewählte Vorgehen methodisch einwandfrei sein muß. Die einzelnen Vorgehensschritte sollten logisch begründbar sein und in der späteren Ausarbeitung auch so dargestellt werden.

Sowohl für Seminar- als auch Diplomarbeit wichtig ist die kompetente Diskussion und Bewertung der in der Literatur vorgefunden Lösungen sowie der qualifizierte Vergleich mit dem eigenen Ansatz (soweit vorhanden). Eine solche Diskussion und Bewertung ist eine Meinung des Wissenschaftlers und sollte daher von der sachlichen Darstellung der Lösungen bzw. des eigenen Ansatzes klar getrennt werden. Es zeichnet einen Wissenschaftler aus, wenn er auch den eigenen Ansatz kritisch hinterfragt.

Die schriftliche Ausarbeitung

Die schriftliche Ausarbeitung dient der Fixierung der eigenen Arbeit sowohl für sich selbst (als Vorbereitung des Vortrags) als auch für Kollegen, die den Text vor, während oder nach einer Konferenz studieren und aus eigenen Arbeiten darauf verweisen können. In dieser Funktion dokumentiert die Ausarbeitung auch den eigenen Anspruch auf die wissenschaftlichen Ergebnisse.

Gliederung der Arbeit

Jede wissenschaftliche Arbeit besteht in der Regel aus den gleichen wesentlichen Blöcken.
  1. Titelblatt
  2. Inhaltsverzeichnis
  3. Zusammenfassung (Abstract)
  4. Hauptteil
  5. Literaturverzeichnis
Nach dem Inhaltsverzeichnis kann bei Bedarf ein Abbildungsverzeichnis folgen, nach dem Literaturverzeichnis sind z.B. ein Glossar oder weitere Anhänge möglich.

Hauptteil

Der Hauptteil einer wissenschaftlichen Arbeit sollte eine in sich geschlossene Abhandlung darstellen. Ein Leser mit vergleichbarer Ausbildung sollte in der Lage sein, die Arbeit im Zusammenhang zu verstehen, ohne auf Sekundärliteratur zurückgreifen zu müssen. Die Sekundärliteratur sollte nur zur Vertiefung von einzelnen Aspekten notwendig sein. Zu diesem Zweck ist die folgende Gliederung nützlich (siehe auch [Kroe94]):
  1. Einleitung
  2. Aktueller Stand der Forschung
  3. Eigene Ergebnisse
  4. Diskussion und Bewertung
  5. Zusammenfassung
Die einzelnen Teile sollen dabei aufeinander aufbauen, d.h. es sollten keine Vorwärtsverweise existieren, wohingegen Rückwärtsverweise die aktuelle Textstelle zu den vorher erarbeiteten Ergebnissen in Verbindung setzen und somit den logisch folgerichtigen Aufbau der Arbeit unterstreichen.

Einleitung

Die Einleitung dient der Hinführung zum Thema, sie bettet die Arbeit in einen Gesamtkontext ein und motiviert den Leser zum weiteren Lesen. Dazu spricht sie zunächst alle Themenbereiche an, die in die eigene Arbeit hinein spielen und richtet anschließend den Fokus der weiteren Betrachtung auf das eigentliche Thema. Die Einleitung schließt mit einer Übersicht über die restliche Arbeit.

Aktueller Stand der Forschung

Dieser Teil spiegelt die durchgeführte Literaturarbeit wieder. Nach dem Lesen dieses Kapitels sollte der Leser in der Lage sein, die restlichen Teile der Arbeit zu verstehen.

Eigene Ergebnisse

Dieser Teil der Arbeit, der je nach Umfang bzw. Art der Arbeit aus mehreren Kapiteln bestehen kann, stellt die Ergebnisse der Arbeit, die Entscheidungen über die gewählte Vorgehensweise sowie die einzelnen Arbeitsschritte detailiert dar. Im Rahmen eines Systementwurfs und seiner Umsetzung werden dabei typischerweise Kapitel oder Abschnitte zu Anforderungen, Entwurf, Implementierung und Bewertung vorhanden sein. Dieser Teil baut auf die im zweiten Teil eingeführten Fachbegriffe auf und ist auf einer niedrigen Abstraktionsebene geschrieben.

Diskussion und Bewertung

Abgesetzt von der reinen Darstellung in den letzten beiden Kapiteln folgt eine Diskussion und Bewertung der eigenen Ergebnisse im Kontext des aktuellen Forschungsstandes. Dies ist auch der Platz, um gemachte Erfahrungen zu beschreiben. Eine kritische Beleuchtung, bei der auch Schwächen des eigenen Ansatzes genannt und diskutiert werden, nimmt eventuelle Fragen während des Vortrags bereits vorweg.

Zusammenfassung

Der Hauptteil wird mit einer Zusammenfassung der gesamten Arbeit abgeschlossen. Dort werden noch einmal alle wesentlichen Ergebnisse der Arbeit zusammengefaßt. Am Ende der Zusammenfassung kann ein Ausblick folgen, der die zukünftige Entwicklung des eigenen Projekts oder des gesamten Forschungsgebiets aus der Sicht des Autors darstellt. Die Arbeit und deren Ergebnisse werden in diesem Teil wieder auf einem höheren Abstraktionsniveau betrachtet.

Layout

Bei der Erstellung der Arbeit werden oftmals gewisse Vorgaben (z.B. vom Verlag, dem Seminarleiter etc.) gemacht. Diese sind natürlich einzuhalten. Das gilt insbesondere auch für die Längenangaben. Wenn derartige Angaben fehlen, so sollte man folgende Vorgaben berücksichtigen.

Für den Text sollte eine 11 oder 12 Punkt große Schrift (z.B. Times oder Helvetica) gewählt werden. Der Zeilenabstand beträgt 1,5, der Rand links 3cm, rechts 2cm.

Grafiken sollten immer dort eingesetzt werden, wo sie das Verständnis des Leser fördern. Nicht umsonst heißt es: "Ein Bild sagt mehr als Tausend Worte". Andererseits sind Grafiken kein Mittel, um den Text auf den geforderten Mindestumfang aufzublasen.

Das eigentliche Schreiben und Setzen von Text ist mit heutigen Textverarbeitungssystemen relativ einfach geworden. Doch gilt auch, daß eine schöne Oberfläche nicht zwangsweise auch ein schönes Druckbild ergibt. Als Textverarbeitungssystem ist gerade im wissenschaftlichen Bereich das Textsatzsystem LaTeX weit verbreitet. Wer jemals den Ausdruck eines Word Dokuments mit dem eines LaTeX Dokuments verglichen hat, kennt sicherlich die Unterschiede. Nichtsdestotrotz kann natürlich auch jedes andere Textverarbeitungssystem verwendet werden.

Bei der Rechtschreibung bieten heutige Systeme weitestgehende Unterstützung an. Jedoch sind auch sie nicht unfehlbar und versagen bei grammatikalischen Fehlern in der Regel vollständig. Deshalb empfiehlt es sich, das eine oder mehrere Personen den Text nochmals Korrektur lesen.

Das Literaturverzeichnis

Die Frage, wie ein Literaturverzeichnis zu erstellen ist und wie korrekt zitiert wird, verdient eine eigene Abhandlung und ist hier in dieser Kürze nicht zu bearbeiten. Immerhin gibt es bereits eine eigene DIN-Norm (DIN 1505), die sich mit dieser Fragestellung beschäftigt. Ich empfehle z.B. die Lektüre von [Lor97b].

Der Vortrag

Neben der schriftlichen Fassung, die quasi die Arbeit auf Dauer konserviert, ist der Vortrag von mindestens ebenso großer Wichtigkeit. Hier stellt man die eigenen Überlegungen ganz unmittelbar einem mehr oder weniger großen Fachpublikum vor. Die Form und Ausführung der Präsentation bestimmen ganz unmittelbar den Eindruck der Zuhörer und sind damit oft das wichtigste Kriterium für Bewertung der eigenen Arbeit [Mat].

Allgemeines

Oberstes Ziel sollte es sein, den Nutzen für die Zuhörer zu maximieren, was in der Regel die optimale Wissensvermittlung bedeutet. Einen Vortrag zu halten, der dieses Kriterium erfüllt, erfordert ausgiebige Vorbereitung und viel Übung. Daher sollte man die Seminare im Hauptstudium nicht als lästige Pflicht empfinden, sondern viel mehr als gute Gelegenheit, die entsprechenden Fähigkeiten zu trainieren. Auch wenn man nach dem Studium eine nicht wissenschaftliche Laufbahn anstrebt, wird man immer wieder in die Situation kommen, ein Produkt, eine Idee oder auch sich selbst vor einem Publikum überzeugend präsentieren zu müssen.

Der Vortrag sollte sich natürlich aus der schriftlichen Ausarbeitung ergeben, wobei üblicherweise einige Kürzungen anzubringen sind. Die Gliederung kann meist direkt übernommen werden. Am Anfang sind Titel und Name des Referenten zu nennen. Eine Grobgliederung liefert den roten Faden. Wiederholungen sollten soweit sinnvoll eingebaut werden. Denken Sie daran, der Zuhörer kann an schwierigen Stellen nicht selbst zurückblättern. Zusammenfassungen nach wichtigen Abschnitten einbauen. Vorwärtsverweise sollte man vermeiden, Rückverweise können als Wiederholung dienen.

Ein einfaches Mittel, um viele der im Folgenden genannten Punkte zu verdeutlichen, besteht darin, sich selbst in die Rolle des Zuhörers zu versetzen, der einen Vortrag anhört. Dabei kann man sich selbst fragen:

Wichtige Punkte, die man bei der Planung und natürlich beim Vortrag selbst beachten sollte, sind: Zusätzlich sind bei einem wissenschaftlichen Vortrag noch weitere Punkte zu beachten:

Erstellung der Folien

Es gibt mittlerweile einige Tools zur Erstellung von Präsentationen, egal ob es sich um LaTeX Erweiterungen oder Programme wie Powerpoint handelt. Eines haben sie alle gemeinsam: Sie können keine perfekten Folien hervor zaubern. Vielmehr entsteht ein guter Foliensatz erst im Kopf des Autors und danach im Programm. Folien oder eine entsprechende Online-Präsentation sind ein elementarer Bestandteil jedes Vortrags. Sie dienen dem Referenten als Hilfestellung, Publikum als Orientierung und zur Veranschaulichung komplizierter Sachverhalte. Entsprechend sind einige formale Punkte zu beachten:

Der eigentliche Vortrag

Nervös?

Zunächst sollte man sich darüber klar werden, daß ein Vortrag vor Publikum immer mit einer gewissen Nervosität einhergeht. Diese ist bis zu einem gewissen Punkt normal und oft sogar auch hilfreich, weil sie zu einer gewissen Anspannung und erhöhter Aufmerksamkeit führt. Was darüber hinaus geht, stört den Vortragsablauf. Eine solche übergroße Nervosität läßt sich allerdings durch einige Maßnahmen abbauen.

Wirkung auf die Zuschauer

Kennen Sie das, wenn ein Redner gelangweilt über ein Thema referiert, das ihn selbst überhaupt nicht zu interessieren scheint? Zum Einschlafen! Ein Referent sollte also zunächst selbst Spaß an seinem Vortrag haben und diesen auch nach außen vermitteln. Dazu gehört eine offene zum Publikum gewandte Körperhaltung und ein entsprechender Gesichtsausdruck. Weiterhin sollte man es vermeiden, zu schnell durch den eigenen Foliensatz zu jagen. Das erweckt den Eindruck, der Referent wolle das Ganze nur schnell hinter sich bringen. Störungen wie Wackeln des Projektors, Suche nach Folien oder weites Herumwandern im Raum lenken sowohl Publikum als auch Referenten vom eigentlichem Thema ab. Außerdem sollte man beim Auflegen einer Folie prüfen, ob der Projektor noch den richtigen Ausschnitt zeigt. Auf der anderen Seite sind die gegenteiligen Extreme (starres Verharren am Ort, mechanisch auswendig gelernter Vortrag und Gesten usw.) zwar nicht ablenkend, dafür aber einschläfernd.

Der Sprachstil des Redners sollte flüssig, souverän und locker sein, jedoch keinesfalls wie auswendig gelernt. Wichtig ist auch auf die Dynamik und Betonung zu achten, da ein zu gleichmässiger Sprachrythmus bei den Zuhörern Konzentrationsprobleme auslöst. Auch die angepaßte Lautstärke trägt zur Konzentration des Publikums bei. Wenn man dann noch durch gelegentliche Medienwechsel, kleinere Witze oder die Einbeziehung des Publikums den Ablauf beleben, kann man sich eines aufmerksamen Publikums fast gewiß sein. Regelmäßiger Blickkontakt mit allen Teilen des Publikums ist ein weiterer wichtiger Punkt.

Besondere Vorbereitung verlangen Vorträge in Fremdsprachen. Hier sollte umso mehr Probevorträge vorsehen, insbesondere um Vokabularlücken rechtzeitig aufzudecken. Ablesen vom Blatt oder Auswendig lernen ist aber auch hier Tabu.

Oft ist der Anfang eines Vortrages der entscheidende Moment. Die Zuhörer sind noch skeptisch, der Vortragende noch unsicher. Wenn man diesen Punkt erfolgreich gemeistert hat, geht der Rest oft wie von selbst. Daher sollte der Anfang noch sorgfältiger vorbereitet werden wie der Rest des Vortrags. Eventuell kann man sich sogar die einleitenden Worte vorher überlegen und auswendig lernen (dann aber nicht herunterleiern!)

Motivation der Zuhörer

Ein Vortrag vor motivierten und interessierten Zuhörern ist ungleich einfacher als vor einem Club schwerhöriger Senioren. Doch wie erreicht man dies? Eine Reihe von Mechanismen helfen dabei:

Fragen und Diskussion

Am Ende eines Vortrags sollte man genügend Zeit einplanen, um Fragen der Zuhörer zu beantworten. 25 - 30 Prozent der Vortragszeit sind hier nicht zu knapp bemessen. Fragen hört man sich immer interessiert und aufmerksam bis zum Ende an, man fällt seinen Zuhörern nicht ins Wort (was man ja umgekehrt auch nicht möchte). Die Antwort sollte präzise und auf den Punkt erfolgen.

Im Rahmen von Seminaren, die ja auch dem Erlernen von Vortragstechniken dienen, kann man auch direkt auf den Vortragsstil des Referenten eingehen. Dabei empfiehlt es sich, diesen Teil klar von der inhaltlichen Diskussion zu trennen und zum Beispiel danach durchzuführen. Zunächst ist dem Referenten die Möglichkeit zu geben, sich selbst zu analysieren und Dinge zu nennen, die ihm selbst aufgefallen sind, danach kann das Publikum Anmerkungen nennen. Dabei sollte man sich auf neutrale Beobachtungen beschränken und Wertungen nach Möglichkeit vermeiden.

Zusammenfassung

Es gibt also eine Menge von Punkten für einen guten Vortrag zu beachten. Alle Teile spielen dabei zusammen, ein schlecht recherchierter Vortrag wird kaum zu guten Folien führen, umgekehrt kann die brillanteste Idee, schlecht vorgetragen, nicht überzeugen. Man sollte also jeden Teil wichtig nehmen und gewissenhaft durchführen. Als Dank wird man einen erfolgreichen Vortrag vor einem interessierten Publikum erleben. Egal ob es sich dabei um ein Wissenschaftler, Vorstandsmitglieder oder Kunden handelt, den Effekt auf die eigene berufliche Laufbahn sollte man nicht unterschätzen.

Bibliographie

[Kroe94]
Kröger, Reinhold: Hinweise zur Strukturierung einer Diplomarbeit. FH Wiesbaden, FB Informatik, 1994.
[Kroe98]
Kröger, Reinhold; Debusmann, Markus; Weyer, Christoph: Leitfaden für das Erstellen von Seminar- und Diplomarbeiten. FH Wiesbaden, FB Informatik, 1998.
[Lor97a]
Lorenzen, Klaus F.: Anforderungen an Diplomarbeiten und Kriterien ihrer Beurteilung. FH Hamburg, FB Bibliothek und Information, Januar 1997.
[Lor97b]
Lorenzen, Klaus F.: Das Literaturverzeichnis in wissenschaftlichen Arbeiten - Erstellung bibliographischer Belege nach DIN 1505 Teil 2. FH Hamburg, FB Bibliothek und Information, 2. Edition, Januar 1997.
[Mat]
Mattern, Friedemann: Seminarvortrag - Hinweise zur Präsentation.
[vW93]
Werder, Lutz von: Lehrbuch des wissenschaftlichen Schreibens. Schibri-Verlag, Berlin, 1993.
[vW94]
Werder, Lutz von: Wissenschaftliche Texte kreativ Lesen: kreative Methoden für das Lernen an Hochschulen und Universitäten. Schibri-Verlag, Berlin, 1994.
[vW95]
Werder, Lutz von: Rhetorik des wissenschaftlichen Redens und Schreibens. Schibri-Verlag, Berlin, 1995.