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Marwan Dakkouri

Elektrochemie, Elektronenbeugung an Gasen

Hauptforschungsaktivitäten: (a) Struktur- und Konformationsanalyse von cyclischen Verbindungen in der Gasphase mit der Methode der Elektronenbeugung sowie der Spektroskopie und quantentheoretischer Rechenverfahren. (b) Synthese von neuen Si- und Ge-haltigen cyclischen Verbindungen sowie von organischen Metallen und Halbleitern. (c) Sekundäre Adsorptionsphänomene und deren technische Anwendung (z.B. Öl an aktivierter Sandoberfläche).

Marwan Dakkouri, geb. 1937 in Damaskus/Syrien. Chemiestudium an der Universität Karlsruhe. Promotion 1969. Seit 1972 technischer Leiter der physikalisch-chemischen Praktika. 1978 Akad. Oberrat. Habilitation 1989 (Physikalische Chemie). Zahlreiche Forschungsaufenthalte in USA. Engere Zusammenarbeit mit Kollegen in USA/Texas, South Carolina, Arkansas, Missouri, Jamaica, Italien und Belgien.

1) M.Dakkouri, Through-Bond and Through-Space Interactions of Substituents and the Nonlinearity of X- CºY Linkages. II. Comparative Theoretical Study of Molecules Involving Triply Bonded Atoms of the Type CH3CºCX (X= H, F, Cl, CN), YCZ2 (Y= H2, O, F2Cl2 and Z=CN ), and CX3Y (X=H,F and Y=CN ,NC), Struct. Chem., 1, 179 (1990).

2) M.Dakkouri, Experimental and Theoretical Investigation of the Molecular Structure of Cyclopropylgermane, J.Am. Chem.Soc., 113, 7109 (1991).

3) M.Dakkouri, Structures and Conformational Analysis of Monosubstituted Cyclopropanes of the Type: c-Pr-XY3 and c-Pr-CH2-XY3 (X=Si,Ge; Y= H,F,Cl) in Structures and Conformations of Non-Rigid Molecules J.Laane, M. Dakkouri, B.van der Veken and H.Oberhammer (Eds.), Kluwer, Amsterdam, 1993.

Unsere Elektronenbeugungsgruppe an der Universität Ulm beschäftigt sich seit einigen Jahren mit der Erforschung von Substituenteneinflüssen auf die Strukturen und Dynamik von nicht-starren Molekülen, vorwiegend cyclischen und äthan-ähnlichen Verbindungen in der Gasphase (d.h. Moleküle in ihrer freien Form). Hierbei wird die modernste, effektivste und zuverlässigste Form der Bestimmung der Molekülgeometrie (Bindungsabstände, Bindungs- und Torsionswinkel) und der Konformationsanalyse in der Gasphase, nämlich die Kombination von quantenmechanischen Rechnungen (abinitio Verfahren) mit Elektronenbeugungs- und spektroskopischen Messungen angewandt. Es gibt in der Bundesrepublik zwei Gruppen, die sich mit der Methode der Elektronenbeugung an Gasen beschäftigen. Die eine ist in Tübingen und die zweite ist unsere Gruppe in Ulm. Zwischen beiden Gruppen besteht eine enge Zusammenarbeit auf dem experimentellen Sektor. Die Forschungsaktivität un- serer Arbeitsgruppe konzentriert sich auf folgende Gebiete:

1. Die gezielte Synthese von neuen Molekülen, welche geeignet sind, Antworten auf einige in der Literatur kontrovers diskutierten Bindungsprobleme zu geben. Es wurden bisher in unserem Laboratorium etwa 30 neue Ringmoleküle dargestellt (z.B. des Typs (CnH2n-1) XY3, wobei n= 3,4,5; und des Typs C3H5- CH2-XY3 wobei X=Si, Ge; Y=H, F, Cl, oder XY3= CºCH).

2. Systematisierung von Substituenteneffekten ( wie z.B. Through-Bond und Through-Space Effekte, anionische oder negative Hyperkonjugation, Gauche-Effekt und anomerischer Effekt) und deren Auswirkung auf die Elektronenverteilung in Molekülsystemen. Diese Systeme sind vorwiegend Si- oder Ge-haltige cyclische Verbindungen.

3. Strukturelle Belege für die postulierte Inversion der Elektronegativität innerhalb der vierten Hauptgruppe der Elemente (Ge ist elektronegativer als Si). Hierbei wird der Unterschied zwischen Atom- und Gruppen-Elektronegativität untersucht.

4. Das Konzept der Ringspannung und die Untersuchung der Ringdynamik (Puckering, Pseudorotation, Flexibilität). Gründe für die Instabilität und Reaktivität von kleinen cyclischen Verbindungen.

5. Überprüfung der häufig diskutierten (p->d) Bindungshypothese als Folge der Beteiligung der vakanten d-Orbitale des Siliziumatoms. In den letzten zehn Jahren haben wir uns in einigen Publikationen damit auseinandergesetzt und einen konstruktiven Beitrag zur Klärung dieses Bindungsproblems geliefert.

6. Ermittlung des Einflusses von starken sigma-Elektronenakzeptoren und schwachen pi-Elektronendonatoren, wie Fluor- und Chloratome, auf die Flexibilität und Konformationsstabilität in den von uns untersuchten cyclischen Molekülreihen (z.B. in Cyclobuta- nen des Typs (CH2)3XHY, wobei X=C, Si und Y=F, Cl, Br, CºCH und CºN).

7. Pseudoaromatizität in 1,4-disilacyclohexa-2,5-diene des Typs X2Si(HC=CH)2SiX2, wobei X=H, F, Cl) und die mögliche Beteiligung von Si an dativen Bindungen.

8. Untersuchung der Nicht-Linearität von geminal-substituierten Acetyleno- und Cyanogruppen und deren Ursachen.


Aus: "Chemie studieren in Ulm"
HTML-Formatierung von Wolfgang Hutter
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