PASST! - Passgenau studieren in Ulm

Mit dem Projekt PASST! – Passgenau studieren in Ulm verfolgt die Universität Ulm seit der ersten Förderphase das Ziel, Studierende in der Studieneingangsphase passgenau und individuell – auf den Bedarf in ihrem jeweiligen Studienfach abgestimmt – zu unterstützen.  Die Maßnahmen im Projekt PASST! sind darauf ausgerichtet zu fördern und zu fordern. Einerseits bieten sie den Studierenden einen attraktiven Studienstandort mit persönlicher und fächerspezifischer Unterstützung, andererseits fordern sie schon ab Beginn des Studiums das aktive und eigenverantwortliche Lernen ein. Beides zielt darauf ab, die Studierenden zu einem erfolgreichen Abschluss ihres Studiums zu führen und sie mit den notwendigen Kompetenzen für das spätere Berufsleben auszustatten.

Ziele für die zweite Förderphase

Während sich in der ersten Förderperiode viele kleinere studiengangspezifische Maßnahmen noch in der Erprobung befanden, soll die zweite Förderphase nun zu einer Verdichtung und Zusammenführung der Konzepte führen. Das in der Chemie und Mathematik erfolgreiche Konzept der leistungsdifferenzierten Aktivierung wird in der zweiten Projektphase auch in die Maßnahmen der Physik und Biologie integriert. 

Maßnahmen zur Orientierung, bieten eine Einführung in die Lern- und Fächerkultur und Orientierung in Bezug auf den gewählten Studiengang und die möglichen Berufsfelder. Darüber steigern sie die Motivation der Studierenden. Diese wurden in den Wirtschaftswissenschaften und der Elektrotechnik in der ersten Förderphase erprobt und sollen nun in der zweiten Förderphase noch stärker in den Grundvorlesungen verankert und um Inhalte erweitert werden. 

Maßnahme 1: Kleingruppenangebote mit individueller Aktivierung

  • Prinzip und Ziele der Maßnahme

    Maßnahme 1 setzt insbesondere an den Zielen der individuellen Unterstützung unter Berücksichtigung der Lern- und Fachkultur an. Durch die Vermeidung einer Über- bzw. Unterforderung soll die Maßnahme motivieren und Frustration entgegenwirken.

  • Chemie: Individuell angepasste Tutorien

     Studiert man eines der chemischen oder chemienahen Fächer, so startet man im ersten Fachsemester mit den Inhalten der Allgemeinen und zum Teil der Analytischen Chemie. Das Wissen der Studienanfänger*innen ist überaus heterogen. Im Rahmen der Vorlesung und des Seminars ist es nur bedingt möglich diese Heterogenität zu nivellieren. In individuell angepassten Tutorien erhalten die Studierenden deshalb individuell angepasste Tutorien, deren Schwerpunkte flexibel auf die Bedürfnisse der Gruppen abgestimmt werden. 

    Die leistungsfähigsten Studierenden der Chemie erhalten frühzeitig im Studium anhand von Forschungsversuchen erste Einblicke in die aktuelle Forschung. Jede*r dieser Studierenden wird durch eine Doktorandin oder einen Doktoranden individuell betreut. Für alle Studierenden wird zudem ein vierstündiges fakultatives Kurzpraktikum angeboten, in dem sie in Zweiergruppen individuell bei der Durchführung eines problemorientierten chemischen Versuchs betreut werden.

    Ansprechpartner für das Teilprojekt in der Chemie ist Oliver Wiltschka

  • Mathematik: Verständnisbasiertes Lernen in Kolloquien

    Im Rahmen von PASST! wurde in der Mathematik ein neues Konzept für die Vorlesungsbetreuung bei den mathematischen Einführungsveranstaltungen erarbeitet. Bei den Kolloquien werden den Studierenden innerhalb einer Kleingruppe elementare Fragen gestellt, durch deren individuelle Beantwortung an der Tafel sie einen Teil der Übungspunkte erwerben können. Wir möchten die Studierenden dabei unterstützen, sich individuell und verständnisbasiert Kompetenzen und Lernstrategien zu erarbeiten. Die Kolloquien sollen den schon immer von den Studierenden erwarteten Prozess der kritischen Vorlesungsnachbereitung explizit einfordern. Durch Übungspunkte für etwas, das vorher implizit erwartet war, sollen die Studierenden einerseits entlastet, andererseits zielgerichteter gefördert werden. 

    Ansprechpartnerin für das Teilprojekt in der Mathematik ist Prof. Dr. Irene Bouw.

  • Physik: Leistungsdifferenzierte Betreuung im Seminar"Erfolgreich studieren"

    Das Konzept der individuellen, an das Leistungsniveau der Studierenden angepassten Aktivierung wird in der zweiten Projektphase des PASST!-Projekts auf das Seminar „Erfolgreich studieren“ im Fach Physik übertragen werden. In diesem Angebot wurden in der ersten Projektphase schon Studiertechniken sowie tutorielle Unterstützung beim Nacharbeiten der Vorlesungsinhalte und dem verständigen Lösen der Übungsblätter angeboten. Außerdem wurde ein individuelles Coachingangebot für Studierende mit Schwierigkeiten angeboten. Diese beiden Förder- und Unterstützungskonzepte werden in der zweiten Förderphase zusammengeführt und weiterentwickelt.

    Die Studierenden werden dazu in leistungsdifferenzierte Seminargruppen aufgeteilt. Die Tutor*innen fördern gezielt und bedarfsgerecht leistungsschwache und -starke Studierende beim Nacharbeiten der Inhalte und regen durch ihre Unterstützung das verständnisvolle und eigenaktive Bearbeiten der Übungsblätter sowie auch ein sinnvolles Zusammenarbeiten der Studierenden an, bei dem sich alle Studierenden aktiv einbringen und nicht etwa nur voneinander abschreiben. Leistungsschwache Studierende profitieren von kleineren Seminargruppen und erhalten bei Bedarf neben der fachlichen Unterstützung auch in Zusammenarbeit mit den Studienfachberater*innen Unterstützung beim Erstellen individueller Studienpläne.

    Ansprechpartner für das Teilprojekt in der Physik ist Gerold Brackenhofer

  • Biologie: Leistungsdifferenzierung im Tutorium „Einstieg ins Studium“

    Im Tutorium „Einstieg ins Studium“ für Biologiestudierende im 1.-2. Semester werden Veranstaltungen aus dem Modul „Grundlagen der Biologie“ wiederholt und vertieft. Zusätzlich werden Strategien zur effektiven Prüfungsvorbereitung speziell in der Biologie vermittelt. So erlernen die Studierenden schon früh wichtige Kompetenzen, die sie direkt an den häufig als schwierig empfundenen Veranstaltungen und Inhalten einüben können. In der Weiterentwicklung des Konzepts sollen auch in der Biologie die Tutoriengruppen leistungsdifferenziert zusammengesetzt werden, um auf die individuellen Bedürfnisse von leistungsstarken und -schwachen Studierenden eingehen zu können.

    Ansprechpartner für das Teilprojekt in der Biologie ist Dr. Philipp von Wrangell

Maßnahme 2: Frühzeitige Studien- und Berufsorientierung

  • Prinzip und Ziele der Maßnahme

    Gerade die oftmals theorielastigen Grundlagenfächer zu Beginn des Studiums sind für viele Studierende in ihrer Bedeutsamkeit für das Studienfach sowie das spätere Berufsleben schwer einzuschätzen. Dies kann sich negativ auf die Studienmotivation auswirken. Die Angebote in dieser Maßnahme konfrontieren die Studierenden auf spielerische Weise mit realistischen Problemen aus der beruflichen Praxis. Dabei wird bewusst in Kauf genommen, dass die Studierenden zunächst inhaltlich überfordert sind und die Inhalte und zugrundeliegenden Theorien und Prinzipien nicht gänzlich verstehen. Die realistischen Aufgaben wirken auf die Studierenden motivierend und im weiteren Studienverlauf erklären sich durch den inhaltlichen Lernfortschritt die zu-nächst noch nicht verstandenen Aspekte. Die Studierenden können in Rückerinnerung an die Erfahrungen zu Studienbeginn die Bedeutung der ansonsten eher „trockenen“ theoretischen Grundlagen besser einschätzen. Zudem erhalten die Studierenden frühzeitig Einblick in typische Arbeitsaufgaben und -zusammenhänge möglicher späterer Berufsfelder.

  • Elektrotechnik: Weiterentwicklung der Veranstaltung „Elektronikentwurf“

    Die Veranstaltung „Elektronikentwurf – eine praktische Einführung“ richtet sich an Studienanfänger*innen der Studiengänge Elektrotechnik und Informationssystemtechnik. In einer einstündigen Vorlesung werden Grundlagen des ingenieurmäßigen Arbeitens vermittelt. Die Studierenden werden an den Entwurf von elektronischen Prototypen herangeführt. In einem Blockpraktikum in der vorlesungsfreien Zeit erfolgt der Prototypenentwurf und -aufbau. Die Diskussion mit einem erfahrenen Industrieingenieur ergänzt das Angebot. 

    Ansprechparter für das Teilprojekt in der Elektrotechnik ist Prof. Dr. Hermann Schumacher.

  • Wirtschaftswissenschaften: „Economic Games“

    Im zweitägigen Studieneingangsprojekt „Economic Games“ befassen sich Studieren-de des 1. Semesters im Bachelorstudiengang Wirtschaftswissenschaften in einem strategischen Planspiel mit theoretischen Aspekten der Betriebs- und Volkswirt-schaftslehre. Die spielerische Form ermöglicht es den Studienanfänger*innen optimal, eigenständig und unabhängig vom individuellen Vorwissen im späteren Studium den Bezug zur Praxis herzustellen. 

    Ansprechpartnerin für das Teilprojekt in den Wirtschaftswissenschaften ist Miriam Haller

Wir danken dem MWK Baden-Württemberg für die Förderung dieses Projekts zur Verbesserung der Studieneingangsphase an der Universität Ulm