Modellierung und ERM

Ziele des Kurses

Der Kurs erklärt die Entwicklung und den Einsatz von Modellen in der Versicherung. Dabei vermittelt er die mathematischen Grundlagen und Modelle des Asset-Liability-Managements in der Lebens- und in der Kompositversicherung. Er eignet sich zur Einarbeitung in die Thematik sowie zur Vorbereitung auf die entsprechende DAV-Grundwissenprüfung nach PO III und PO 4. Auf spezielle Umsetzungsprobleme oder verwendbare Softwarepakete geht der Kurs nicht ein.

Voraussetzungen zur Kursteilnahme

Neben den in den Zulassungsvoraussetzungen geforderten mathematischen Grundlagen werden gute Kenntnisse in Lebensversicherungsmathematik, Schadenversicherungsmathematik, Finanzmathematik und Rechnungslegung für Versicherer vorausgesetzt.

Bearbeitungsaufwand

Zur besseren Einschätzung, wie viel Zeit für die Bearbeitung von Lehrtext, Eigenübungen im Fernkursskript und den Einsendeübungen (Kursübungen) benötigen, haben wir die Teilnehmer vergangener Kurse nach Ihrem Bear-beitungsaufwand befragt.
Durchschnittlich wurden benötigt:

  • für den Lehrtext: 4 Stunden pro Woche
  • für die Beispiele und Übungen im Skript: 1 Stunden pro Woche
  • für die Kursübungen: 5 Stunden pro Kursübung

Der Kurs findet im Sommer- und im Wintersemester statt.

Termine und Anmeldung

Mit dem Kurszertifikat wird ein Aufwand von 9 ECTS bestätigt.

Inhalte des Kurses

Kurseinheit 1: Einführung

Kapitel 1: Grundlegendes zu Modellen

Kapitel 2: Grundlegendes zum ALM

  1. Das Grundmodell des simultanen ALM
  2. Deterministische und stochastische Modelle
  3. Grundmethoden der Projektion eines Versichertenbestandes

Kapitel 3: Beschreibung des Actuarial Control Cycles

Kapitel 4: Das Grundmodell

  1. Erzeugung von Szenarien mithilfe stochastischer Modelle
  2. Das Aktiv-Modell
  3. Das Passiv-Modell
  4. Das Wettbewerbsmodell
  5. Das Managementmodell
  6. Auswertung / Analyse
  7. Güte und Qualität von Modellen
  8. Der Profit-Test

Kapitel 5: Modellierung in der bAV

  1. Modellierung in der bAV

Kurseinheit 2: Modelle in der Schaden-/Unfallversicherung

Kapitel 6: Charakteristika und ökonomische Größen

  1. Einführung des Fallbeispiels
  2. Charakteristika von Schaden- und Unfallversicherern
  3. Ergebnisgrößen für Ertrag und Risiko

Kapitel 7: Aufbau eines internen Modells

Kapitel 8: Bruttomodell

  1. Bestandsmodell
  2. Schadenmodell: Grundlagen der Schadenmodellierung
  3. Schadenmodell
  4. Abhängigkeitsstrukturen im Bruttomodell

Kapitel 9: Abwicklungsmodell

Kurseinheit 3: Risiko und Risikomanagement

Kapitel 10: Risiko

  1. Risikobegriff
  2. Risikoklassifizierung
  3. Risikoidentifikation
  4. Risikobewertung
  5. Risikohandhabung

Kurseinheit 4: Solvency II und andere europäische Aufsichtskonzepte

Kapitel 11: Allgemeine Einführung

  1. Begriff der Solvabilität
  2. Vorhandenes und benötigtes Risikokapital
  3. Definition eines Risikotragfähigkeitskonzepts und Festsetzung von Risikolimiten
  4. Solvency II

Kapitel 12: Säule 1 von Solvency II

  1. Die Solvenzbilanz unter Solvency II
  2. Ermittlung der Solvenzkapitalanforderung
  3. Ermittlung der Mindestkapitalanforderung

Kapitel 13: Säule 2 von Solvency II

  1. Prinzipien
  2. Own Risk and Solvency Assessment (ORSA)
  3. Anforderungen an das Versicherungsunternehmen

Kapitel 14: Säule 3 von Solvency II

  1. Grundlagen von Säule 3
  2. Marktdisziplin
  3. Offenlegung
  4. Formen der Berichtspflichten

Kapitel 15: Andere europäische Aufsichtskonzepte

  1. Basel II und Basel III
  2. Einrichtungen der betrieblichen Altersversorgung

Anhang

Anhang A: Beispiel: Der Stresstest

  1. Modellierung
  2. Test-Szenarien
  3. Projektionsrechnung
  4. Ergebnis des Stresstests
  5. Konsequenzen bei Nichtbestehen

Anhang B: Embedded Value und MCEV

  1. Allgemeines Bewertungsmode
  2. Marktkonsistente Bewertung
  3. Market Consistent Embedded Value

Anhang C: Fallbeispiel einer MCEV-Berechnung

  1. Einführung des Fallbeispiels
  2. Das stochastische Kapitalmarktmodell
  3. Fortschreibungsalgorithmus
  4. Management- und Wettbewergsmodell
  5. Bewertung mittels MCEV
  6. Profit-Test
  7. Güte und Qualität

Anhang D: Modellierung in der PKV

Anhang E: Monte-Carlo-Simulationen Einführung des Fallbeispiels

  1. Einführung
  2. Simulation der Gleichverteilung
  3. Simulation absolut stetiger Verteilungen mit der Inversionsmethode
  4. Allgemeine Technik für die Simulation diskreter Verteilungen
  5. Simulation von Abhängigkeiten
  6. Simulation von Zeitreihen
  7. Simulation stochastischer Prozesse

Anhang F: Duration und Konvexität

Anhang G: Storno

Anhang H: Berechnung des SCR