Forum Digitale Lehre

Universität Ulm

Mit dem ersten "Forum Digitale Lehre" am 10. Mai 2016 haben Lehrende gemeinsam mit den Teams des Zentrum für E-Learning und dem kiz gemeinsam über viele spannende Aspekte der Themen Digitale Lehre und E-Learning diskutiert. Dabei wurden Probleme, Potentiale und Lösungen besprochen.

Am 10. Mai 2016 hat das Zentrum für E-Learning gemeinsam mit dem kiz das erste E-Learning-Treffen von Lehrenden der Universität Ulm organisiert und unter dem Namen „Forum Digitale Lehre“ eine Plattform für den gemeinsamen Austausch zu den Themen E-Learning und digitale Medien ermöglicht.

Wir möchten uns hiermit noch einmal sehr herzlich bei allen Teilnehmenden für Ihr Erscheinen, die spannenden Beiträge und die anregenden Diskussionen bedanken!

Bei diesem ersten Treffen haben wir uns sehr allgemein mit dem Themenbereich „Lehre Digtital - Möglichkeiten, Bedenken, Nutzen“ auseinandergesetzt. Ziel war es hierbei den Teilnehmenden die Möglichkeit zu geben, die Themen anzusprechen, die aktuell großen Einfluss auf die Lehre und die Zusammenarbeit zwischen Dozierenden und Studierenden haben. Die angesprochenen Bereiche haben den Teams des Zentrum für E-Learning und des kiz eine Auswahl an möglichen Themen für die nächsten Termine des „Forum Digitale Lehre“ aufgezeigt und zudem wichtige Hinweise für die zukünftige Ausrichtung und Erweiterung unserer Serviceangebote gegeben. Die Diskussion wurde eingeleitet durch die folgenden Fragen:

  • Wie wird Ihre Lehre durch digitale Medien und Technologien beeinflusst?
  • Welche Entwicklungen bieten das größte Potential, die Lehre zu verbessern?
  • Welchen Technologien und Medien sollte die Universität größere Aufmerksamkeit schenken?
  • Welche Unterstützung wünschen Sie sich bei der Erstellung von E-Learning Inhalten?

 

Im Laufe des Treffens wurden verschiedene Aspekte des digitalen Lehrens und Lernens diskutiert und Problemfelder und Lösungen angesprochen:

Vorlesungsaufzeichnungen & Lehrvideos

Vorlesungsaufzeichnungen sind aktuell ein wichtiger und von Studierenden oft gewünschter Bestandteil der digitalen Lehre. Sie sind einerseits ein Angebot an Studierende, Inhalte aus den Präsenzveranstaltungen nachzuarbeiten und zur Klausurvorbereitung zu nutzen, andererseits sind sie auch ein didaktisches Hilfsmittel, um die traditionellen Lehrkonzepte insbesondere von Vorlesungen aufzubrechen. Unter dem Stichwort „Flipped Classroom“ gibt es bereits einige Lehrende, die Vorlesungsaufzeichnungen nutzen, um diese von Studierenden zur Vorbereitung durchzuarbeiten zu lassen, damit die Präsenzveranstaltung genutzt werden kann, um Interaktivität und Gruppenarbeiten für eine intensivere Verarbeitung der Inhalte zu ermöglichen. Allerdings wurde hier angemerkt, dass diese Umstellung der Lehre nur bei kleineren Gruppengrößen möglich ist und auch von Studierenden nur unter bestimmten Voraussetzungen positiv bewertet wird. Vor allem bereits interessierte und motivierte Studierende scheinen dieses Angebot effektiv zu nutzen. Zudem müssen sich viele Studierende erst an dieser interaktiven Form der Lehre gewöhnen (einen Flyer mit Tipps für Studierende zur effektiven Nutzung der Aufzeichnungen finden Sie hier).

Von den Teilnehmenden wurde angemerkt, dass die technischen Möglichkeiten für Onlinevideos derzeit nur sehr wenig Möglichkeiten zulassen, Aufzeichnungen didaktisch sinnvoll Aufzubereiten bzw. darzustellen und das dadurch auch nur wenige Studierende dieses Angebot gezielt und sinnvoll nutzen, obwohl bei Umfragen der Einsatz von Vorlesungsaufzeichnungen mehrheitlich gewünscht ist. Tatsächlich haben wir noch wenig Möglichkeiten, didaktische Anregungen direkt in die Videos zu implementieren. Jedoch kennen wir erfolgreiche Modelle, wie die effektive Nutzung der Aufzeichnungen in den Präsenzveranstaltungen oder auch über Moodle unterstützt und gefördert werden kann. Gerne beraten wir Sie hierzu. Und falls Sie Ideen und erfolgreich erprobte Konzepte zur Einbindung der Aufzeichnungen in Ihr Lernkonzept haben, freuen wir uns sehr über Ihre Erfolgsgeschichte!

https://www.uni-ulm.de/einrichtungen/e-learning/matterhorn-vorlesungsaufzeichnung.html


Produktion und Austausch von multimedialen Lehrmaterialien

Ein weiterer Diskussionspunkt betraf die Produktion digitaler Lehrmaterialien. Vor allem die Erstellung von interaktiven E-Books als Alternative zu herkömmlichen Skripten wurde von den Teilnehmenden hervorgehoben. Allerdings fehlt es hierbei noch an sinnvollen und einfach zu bedienenden Softwarelösungen und Workflows, um verschiedene Formate (ePub, HTML, PDF, etc.) ohne großen technischen und zeitlichen Aufwand produzieren zu können. Eine Anregung der Teilnehmenden war es, bereits erfolgreich eingesetzte Softwarelösungen und Workflows zu sammeln und für andere Lehrende der Universität zu veröffentlichen. Wir werden mit dem anstehenden Website-Relaunch erfolgreich eingesetzter Software und effektive Workflows auf dem E-Learning Portal zu integrieren und für die Lehrenden besser auffindbar zu machen.

Darüberhinaus wurde über eine Möglichkeit gesprochen, eine Plattform für bereits hergestellte Lehrmaterialien im Sinne von „Open Educational Resources (OER)“ für andere Lehrende zu etablieren. Informationen zu diesem Thema finden Sie z.B. bei e-teaching.org. Wir beobachten ebenfalls dieses Thema und werden Ihnen selbstverständlich neue Entwicklungen weitergeben.

https://www.e-teaching.org/didaktik/recherche/oer


Einsatz von Audience Response Systems

Mit sogenannten Audience Response Systemen (z.B. Tweedback, Pingo, Socrative) ist es möglich, Hörerinnen und Hörer in einer Vorlesung aktiver einzubinden, indem in der Vorlesung direkt Rückmeldungen eingeholt werden. Dazu benötigen die Studierenden in der Regel nicht mehr als ein Smartphone oder Laptop. Ein großer Vorteil dabei ist die Anonymität, die durch den Einsatz dieser digitaler Lösungen gewährleistet wird und Studierende so eher bereit sind sich zu beteiligen. Allerdings wurde von den Teilnehmenden berichtet, dass es bei größeren Veranstaltungen schnell zu Überlastungen des Netzwerks kommen kann. Zudem besteht die Möglichkeit, dass der Einsatz von Smartphones bei den Studierenden im Laufe einer Vorlesung eher ablenkend als motivierend wirken kann.

https://www.uni-ulm.de/einrichtungen/e-learning/werkzeuge-fuer-erfolgreiches-e-learning/praesenzlehre-unterstuetzen/audience-response-systems.html

https://www.e-teaching.org/lehrszenarien/vorlesung/abstimmungssysteme


Rahmenbedingungen der Lehre (Raumausstattung)

Eine wichtige Voraussetzung für den erfolgreichen Einsatz interaktiver und technologie-gestützter Lehrmethoden ist die passende Ausstattung der Lehrräume. Insbesondere die starre und einseitige Bestuhlung von Hörsälen wurde als Grund genannt, warum interaktive Methoden in Vorlesungen nur schwierig umsetzbar sind. Zudem fehlt es teilweise an der passenden Ausstattung und Möglichkeiten digitale Endgeräte wie Tablets oder elektronische Tafeln flexibel einzusetzen. Wir werden weiter mit den Teilnehmenden und weiteren Lehrenden in Kontakt bleiben und gemeinsam über Möglichkeiten sprechen, welche Maßnahmen und Erweiterungen der technischen Raumausstattung sinnvoll und wünschenswert sind.

 

Sinnvolle und hilfreiche Beratungsformate

Im Laufe des Treffens wurde von den Teilnehmenden auch diskutiert, wie Sie sich eine effektivere Unterstützung durch das Zentrum für E-Learning und das kiz wünschen. Dabei wurde als sinnvolle Maßnahme vorgeschlagen, Lehrende insbesondere bei dem Einsatz verschiedener Endgeräte und Softwarelösungen gezielter zu beraten und eine Möglichkeit zu schaffen, Hardware an einer zentralen Stelle auszuleihen und damit Funktionen und den Einsatz in der Lehre zu testen. Wir prüfen diese Vorschläge und hoffen, unser Angebot bald in der gewünschten Richtung erweitern zu können.