Art Lectures

ART LECTURES

MUSISCHES ZENTRUM UNIVERSITÄT ULM - Eine Vortragsreihe der Experimentellen Musik EMU

Kunst im Dialog - Art-Lectures

Freitags im Musikhaus, Musisches Zentrum der Universität Ulm. Eintritt frei.

Die Art-Lectures im MUZ sind eine Mischung aus Vortrag und Gespräch mit Bild, Klang und Duft-Beispielen über Themen zwischen Kunst, Musik und Wissenschaft, die eventuell nicht ein riesiges Publikum, sondern nur einige Menschen interessieren - deshalb veranstalten wir sie in kleinen Runden im Musikhaus des Musischen Zentrums.

  • 1) Freitag 12. Juni 2015 - 15 bis 16:30 Uhr: Imaginary Landscape.
    Dr. Wolf-Dieter Trüstedt, Hochschule für Musik & Theater München & Universität Ulm
    A Der abstrakte Klang. Die bildende Kunst hat das Konzept der „Abstrakten Kunst“ entwickelt (Kandinsky, Malewitsch ....). Wir können uns fragen, ob es nicht auch eine abstrake Musik mit abstrakten Klängen gibt, z.B. rein imaginierte Klänge, Klänge, die wir nicht zuordnen können, oder ein Rhythmus, den wir nicht verstehen, nicht aufschlüsseln können, eine Melodie, die z.B. auf einer Euler-Pentatonik beruht - also so abstrakt ist, wie die Kreise von Kandinsky sind. Es heißt, dass Pythagoras vom Klang der Gestirne sprach. Aristoteles hat das bezweifelt. Es heißt, dass wir nur wahrnehmen können, was in uns vorgeprägt ist. In dieser Gedankenwendung beginnt das Wirken des Künstlerischen. B Klanglandschaften. In der angekündigten Art Lecture, versuchen wir solche imaginierten Klänge zu generieren – z.B. den Klang einer fremden Landschaft mit dem Schreien unbekannter Tiere – z.B. der Schrei einer „emotionalen Krähe“ in einer bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht wahrgenommenen Landschaft (1) oder mit einem vollkommen neuen Rhythmus, generiert von Primzahlen (siehe „musica mathematica“). Siehe hierzu auch die Arbeiten von Andy Farnell (2). C Weil der Computer zunächst ohne eigene Prägung arbeitet, setzen wir ihn zur Realisierung solcher imaginierten Klänge ein – mit dem frei verfügbaren Computerprogramm Pure Data (3). Es ist ein Programm, das Klänge aus dem Nichts (blank page) entwickeln kann. Hermann von Helmholtz hat die Vorarbeiten dazu 1863 beschrieben (4). D In dem Buch Wabi-sabi (5) steht eine eindrückliche Metapher zur Beschreibung des Universums als ein System, in dem aus dem Nichts etwas entsteht - und wieder vollkommen verschwindet: Ein Wanderer formt aus den Halmen eines (homogenen) Binsenfeldes eine Hütte fürs Übernachten, indem er die Binsen oben zusammenbindet. Nach der Nacht öffnet er wieder seine Hütte. Das Feld ist wieder homogen wie vorher und die Hütte ist verschwunden. So ähnlich arbeiten wir mit einem Büschel von Sinuswellen in der additiven Klangsynthese. E Diese Art der Klang-Genese wird live demonstriert, erklärt und diskutiert – einschließlich einiger sich selbst entfaltender Klangfelder als eigenständige Musikstücke oder als wunderliche Spielwerke.
    (1) John Cage – „Imaginary Landscape“ No. 1 - 1939 komponiert
    (2) mitpress.mit.edu/authors/andy-farnell
    (3) puredata.info
    (4) www.uni-leipzig.de/~psycho/wundt/opera/helmhltz/toene/TonEmpIn.htm
    (5) Wabi-sabi für Künstler, Architekten und Designer, Leonard Koren, Wasmuth-Verlag, S. 42

    Dr. Wolf-Dieter Trüstedt, Promotion, Physikdepartment München, bei Mayer-Leibnitz. Seit 1973 freiberuflich elektronische Musik. Kompositionen und Bau von Musikinstrumenten. Aufführungen weltweit u.a. mit Yoshi Oida. Lehraufträge an der HdK Berlin, der Musikhochschule München und der Universität Ulm.

  • 2) Freitag 3. Juli 2015 - 15 bis 16 Uhr: Duft in der Kunst.
    Christine Söffing, Musisches Zentrum Universität Ulm
    Dr. Stefanie Dathe, Leiterin Museum Villa Rot
    "Es liegt was in der Luft - Duft in der Kunst" heißt die aktuelle Ausstellung, die derzeit im Museum Villa Rot in Burgrieden noch bis zum 2. August 2015 gezeigt wird. Die Ausstellung zeigt Werke internationaler Künstler zum Thema Duft - wie den "Duft der Macht" von Luca Vitone, die "Falling Flowers" von Ernesto Neto oder ein Duft-Labyrinth von Maki Ueda.
    Die Art-Lecture zeigt, beschreibt und bespricht die unsichtbaren Werke, olfaktorischen Porträts, die Rauminstallationen, die Gedanken und Ansätze der Futuristen, die von der Curatorin Caro Verbeek zusammengestellt wurden, und auch das Parfüm, das extra für die Ausstellung synästhetisch zu einem Wiegenlied von Hermann Hoenes komponiert wurde, kann getestet werden.
    Siehe auch: www.villa-rot.de/de/ausstellungen/aktuell/
    Konzert: Am Sonntag 12. Juli 2015 um 16 Uhr wird die EMU der Universität Ulm in der Ausstellung Vertonungen von Düften live aufführen.

  • 3) ACHTUNG! wird auf Freitag 31.07. verschoben! (Freitag 24. Juli 2015) - 15 bis 16 Uhr: Mikrophone - Anwendung. Klaus Schmidtke, Musisches Zentrum Universität Ulm Wie funktioniert ein Mikrophon? Was für verschiedene Typen gibt es? Welches Mikrophon nehme ich für welche Aufnahme? Piezo, Electret, Symmetrisch, Phantomspeisung, Popschutz, Spinne - was ist das? Auf diese Fragen wird in der Art-Lecture eingegangen und dann an Beispielen erläutert, was man für eine gute Aufnahme beachten sollte.

Filme im MUZ - zusammen mit den Cineasta

In diesem Sommersemster starten wir gemeinsam mit dem Cineasta ein neues Projekt: Wir zeigen spannende und merkwürdige Filme - die Termine werden auf de MUZ-Startseite veröffentlicht.

Fragen/Kontakt: muz(at)uni-ulm.de