Philosophischer Salon im Sommersemester 2018: "Luxus"

Die Frage nach dem Luxus wurde erstmalig in der Auseinandersetzung mit Rousseau diskutiert, der in seinem 2. Discours die Frage stellt, inwiefern Kunst und Wissenschaft zur Verbesserung der Lebensverhältnisse beigetragen haben. Rousseau prangert den eleganten Lebensstil des Pariser Salons an und stellt diesem das ehrliche Landleben gegenüber, das ohne Maskerade und Verstellung auskommt. Dagegen bestand in der Klassik, insbesondere in der Berlinischen Monatsschrift, die einhellige Meinung, dass die Kultur mit dem Überflüssigen begänne. Die Natur selbst schon erzeugt Überfluss, also etwas über das Notwendige und die Bedürfnisse hinausgehende. Dieses Surplus der Natur ist der Luxus und damit die  Einbruchsstelle der Kultur des Menschen.

Die philosophische Frage nach dem Luxus ist somit keine nur aus der Neuzeit stammende. Gehört nicht vielmehr der Genuss und das über das Notwendige Hinausgehende, also das, was schlichtweg als überflüssig bezeichnet wird, zur kulturellen Entwicklung des Menschen?

Alle interessierten Zuhörer sind herzlich eingeladen! Die Vorträge finden jeweils donnerstags 19:30 - 21:00 Uhr in der Villa Eberhardt, Heidenheimer Str. 80 statt.

 

 

03. Mai 2018
Prof. Dr. Dr. Otto-Peter Obermeier, Universität  Ulm:
„Luxus: individuelles Laster oder kollektiver Nutzen?"

 

24. Mai. 2018
Prof. Dr. Jean-Pierre Wils, Universität Nijmegen:
„Luxus? Über Wirklichkeitsverlust und Lebensgewinn“

 

28. Juni 2018
Prof. Dr. Lambert Wiesing, Universität Jena:
„Luxus - Der Dadaismus des Besitzens“

 

Einzelvortrag in Zusammenarbeit mit der Goethe-Gesellschaft:
12. Juli 2018
Dr. Joachim Seng, Frankfurt:
"Monsieur Göthé. Goethes unbekannter Großvater"

 

Villa Eberhardt

Archiv des Philosophischen Salons.