Hilfestellung für Fehlersuche bei Netzwerkproblemen

bei Video- und/oder Audio-Konferenzen

 

Allgemeine Betrachtung

Konferenz
(der gesamte Leitungsweg, die Doppelpfeile stehen für beide Richtungen des Datenaustausches)

Konferenzraum <-> Internet <-> Internetprovider (Telekom/Vodafone/UnityMedia/...) <-> eigenes Modem <-> eigenes WLAN <-> Endgerät ↔ Audio/Video Eingabegerät

Grundsätzlich können Probleme auf dem gesamten Leitungsweg auftreten.

Mögliche Problemstellen und Lösungsansätze

  • Konferenzraum

    zu viele Teilnehmer mit Bild und Ton.

    Lösungsansatz:

    • nur wer spricht hat sein Mikrofon an
    • nur wer spricht hat das Video an
  • Internet

    zu Krisenzeiten kann das Netz einfach überlastet sein

    Lösungsansatz:

    • Konferenzbeginn nicht zur vollen oder halben Stunde, sondern zu alternativen Zeiten
  • Internetprovider

    Zusätzlich zum Internet allgemein ist ggf. bereits eine Bandbreitenbegrenzung aktiviert, weil (z.B.: Mobilnetz) das gebuchte Datenvolumen erreicht ist, oder die gebuchte Verbindungsgeschwindigkeit zum Provider zu gering ist.

    Lösungsansatz:

    • Videoauflösung reduzieren bzw. das Video ganz abschalten.   
  • Modem/Router

    Hier haben Sie als Nutzer wenig Einflussmöglichkeiten.
    Meist erhalten Sie das Modem/Router von Ihrem Provider und haben so gut wie keine Konfigurationsmöglichkeiten.

  • WLAN

    Optimierungsmöglichkeiten:

    • Eine LAN-Anbindung (Kabel vom Router zum Endgerät) ist einer WLAN-Anbindung vorzuziehen, da meist höhere Datenübertragungsraten erreicht werden.
    • Bei Verbindung mit LAN-Kabel bitte das WLAN am Rechner deaktivieren.
    • Entscheidend im VK Fall sind aber die Latenz und der Jitter, weniger die Datenübertragungsrate. Beide Werte sollten möglichst niedrig sein. Mit Kabelverbindung sind sie meist niedriger, verglichen mit WLAN Verbindung (siehe: Testmöglichkeiten der Internet Verbindungsgeschwindigkeit ).
    • Wenn es WLAN sein muss, gilt hier auch der Grundsatz: „Je näher am Router, um so besser die Verbindung.“
    • Die meisten neueren Router senden mit  zwei Frequenzen:
      2,4 GHz und 5 GHz:
      - 2,4 GHz hat eine größere Reichweite, kann jedoch problematisch werden, wenn Nachbarnetze in der Umgebung ebenfalls den eigenen oder einen Nachbarkanal verwenden. Hier könnte es hilfreich sein am Router eine neue Kanalsuche an zu stoßen. Damit wird ein günstiger freier oder wenig belegter Kanal gesucht.
      - 5 GHZ hat einen schnelleren Datendurchsatz, jedoch ist die Reichweite viel geringer als bei 2,4 GHz. Vor allem wenn Wände zwischen Router und Endgerät zu durchdringen sind. Das 5 GHz Band ist zur Zeit nicht so ausgelastet wie das 2,4 GHz Band, weil vor allem ältere und günstigere Endgeräte das 5 GHz Band nicht unterstützen.
  • Netzwerkverbindung funktioniert nicht am Endgerät

    Lösungsansatz:

    • Hat das Gerät bereits in einem anderen Netz funktioniert?
    • Wenn ja, war am vorherigen Standort ein Netzwerkadministrator für das Gerät zuständig?
    • Dann ist vermutlich in den Netzwerkeinstellungen eine feste IP-Adresse für das Gerät vergeben worden. Da in den meisten privaten Netzwerken eine IP-Adresse vom Router vergeben wird (DHCP) muss am Endgerät in den Netzwerkeinstellungen von fester IP-Adresse auf DHCP gewechselt werden.
  • Verbindung ruckelt, Ton ist nicht flüssig

    möglicherweise ist der Rechner ein älteres Gerät und kommt mit den Leistungsanforderungen der Anwendung nicht zurecht.

    Lösungsansätze:

    • Alle nicht benötigten Anwendungen im Hintergrund ausschalten.
    • Wenn im Internetbrowser mehrere Fenster geöffnet sind, die nicht benötigten Fenster schließen.
    • Überprüfen, ob für den verwendeten Browser ein Update vorliegt.
    • Eventuell hilft es auch einen anderen Browser zu verwenden (Firefox, Chrome, Safari)    
    • Bei WebEx benötigt die WebEx Anwendung weniger Leistung als die Browser-Version.
    • Ermitteln ob der Rechner an der Leistungsgrenze ist:
      - Windows PC
      über den Taskmanager (in der Taskleiste unten, rechte Maustaste, Taskmanager)
      Auf der Registerkarte Leistung kann die Auslastung der CPU, des Arbeitsspeichers und des Datenträgers überprüft werden.
      - Macintosh Rechner
      über die Aktivitätsanzeige kann ebenfalls die Auslastung der CPU, des Arbeitsspeichers und des Datenträgers überprüft werden.
      Details können auch mit den Tastenkombinationen (Apfel)+2, (Apfel)+3 und (Apfel)+4 hinzugefügt werden.
  • Headset/Mikrofon

    Es ist immer besser wenn Sie ein Headset verwenden.
    Zum einen werden dadurch Umgebungsgeräusche gefiltert und noch wichtiger, es besteht weniger die Gefahr einer Rückkopplung. (Das Geräusch aus den Lautsprechern wird wieder über das Mikrofon übertragen.)
    Auch bei einem Mobiltelefon sollte besser ein Headset benutzt werden.
    Versuchen Sie nach Möglichkeit das Headset über die Systemeinstellungen des Rechners zu konfigurieren. Nur wenn unbedingt notwendig sollte ein Programm des Mikrofon Herstellers verwendet werden.
    Achten Sie darauf, dass der Eingangspegel des Mikrofons nicht zu hoch eingestellt ist. Dies verursacht bei der Gegenstelle Verzerrungen und Übersteuerungen des Klanges.

     

  • Videokamera

    Auch hier sollte nach Möglichkeit eine Anbindung über das Betriebssystem erfolgen. Dann sollte die Kamera problemlos von der Konferenzsoftware erkannt werden.
    Verwenden Sie bei einer Konferenz lieber eine niedrigere Auflösung (Bildqualität) dann sollte das Bild auch flüssiger übertragen werden.
    Bitte vermeiden Sie Gegenlicht-Situationen (helles Licht hinter dem Nutzer) und sorgen Sie für ausreichende Beleuchtung ihres Gesichts. (Ein dunkles Gesicht in einem hellen Hintergrund ist selten hilfreich.)

  • Empfehlungen für eine gut ablaufende Konferenz

    • Testen Sie Ihre Geräte schon vor Beginn der Sitzung.
      Beginnen Sie ruhig 10 Minuten vorher mit den Tests.
    • Wenn Sie nicht das Wort haben, deaktivieren Sie ihr Mikrofon das vermeidet ungewolltes „hineinplappern“.
    • Bei mehreren Teilnehmern sollte das Video nur für die Sprecher aktiv sein. Zum einen irritiert es, wenn 20 Gesichter auf dem Bildschirm zu sehen sind und zum anderen wird sonst unnötigerweise das Konferenzsystem belastet und die verfügbare Bandbreite ins Internet überschritten.
    • Möchten Sie Folien präsentieren, kann es durchaus sinnvoll sein, diese schon vorher zu verteilen oder eine Download Möglichkeit anzubieten.
    • Haben Sie immer einen Plan B bereit. Gerade in Krisenzeiten wird das Internet sehr belastet.
    • Verlegen Sie das Meeting ggf. auf eine reine Telefonkonferenz.
  • Hilfreiche Informationen für eine Support-Anfrage

    Wenn Sie sich mit Ihrem Problem an einen Support wenden, sollten Sie vorher folgendes wissen:

    • Welcher Internetprovider (Vodafone, Unitymedia, Telekom, . . .)?
    • Welche gebuchte Verbindungsgeschwindigkeit?
    • Verbindung im Haus mit LAN (Kabel) oder WLAN?
    • Bei Verbindung mit LAN-Kabel ist das WLAN am Rechner deaktiviert?
    • Wenn WLAN 2,4GHz oder 5GHz?
    • Was für ein Endgerät wird konkret verwendet (Rechner als Bezeichnung reicht nicht)?
    • Größe des Arbeitsspeichers.
    • Welches Betriebssystem (Windows (Version?), MacOS, Unix/Linux)?
    • Welcher Browser wird verwendet? Firefox oder Chrome in der aktuellen Version sind dringend empfohlen
    • Verwenden Sie ein Headset?
    • Ggf. welche Anwendung macht das Problem (Webex, DFNconf, jitsi, . . . )?
    • Hatten Sie schon mit anderen Anwendungen bessere Erfahrungen?
    • Haben Sie den Geschwindigkeitstest gemacht? - Welches Ergebnis?
    • Wie sind Download, Upload, Ping, Jitter (siehe: Testmöglichkeiten der Internet Verbindungsgeschwindigkeit)

     

  • Testmöglichkeiten der Internet Verbindungsgeschwindigkeit

    • BELWUE- Anbindung von der Universität an das Home-Netz
      Browser-Speedtest
       
    • Verbindungstest für Unitymedia- und Vodafone-Kunden (mit einer guten Auswertung anhand der gebuchten Datenrate)
      Unitymedia-Speedtest
       
    • Verbindungstest für Telekom und sonstige Kunden
      Breitbandmessung
       

    Sollten Sie Messergebnisse zur Verfügung haben, hier eine kleine Erklärung:

    Paketverlustrate
    Bezeichnet die Pakete, die zwischen dem PC und der Gegenstelle verloren gehen. Größer 5 % ist schlecht aber evtl. noch tolerabel, größer 10% kritisch

    Ping
    Der Ping bezeichnet die Zeit, die ein Datenpaket von Ihrem PC zu einem Server im Internet benötigt – diese Verzögerung wird auch als Latenz bezeichnet .
    Eine Latenz größer 200ms ist schlecht.

    Jitter
    ist die zeitliche Schwankung zwischen dem Empfang von zwei Datenpaketen. Um diese zu kompensieren, verlangsamt ein Puffer den Datenempfang. Oft liegt der Jitter im einstelligen Millisekundenbereich, aber auch Werte bis zu 30 ms sind noch normal.

    Bandbreite
    Für eine Webex-Konferenz reicht normalerweise eine Bandbreite von 1MBit (permanent) aus. Das bedeutet, dass eine höhere reelle Bandbreite von Vorteil ist, aber eine kleinere Bandbreite macht eine flüssige Konferenz fast unmöglich.