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Vor 29 Jahren - Uni Ulm erhielt IPv4-Adressraum von der ARPA

Universität Ulm

Erstaunlich, was sich im E-Mail-Archiv langjähriger kiz-Beschäftigter mitunter für Schätze finden: Beim großen Aufräumen vor dem Ruhestand wurde eine E-Mail vom 30. Oktober 1990 gefunden, in der das Network Information Center (NIC) des Defense Data Networks (DDN) - der Registrierungsstelle des ARPANETS - der Universität Ulm ihren IPv4-Adressraum 134.60.0.0 zuweist. Das ARPANET (Advanced Research Projects Agency Network) war der Vorläufer des heutigen Internets, das ab 1968 im Auftrag der US Air Force von einer kleinen Forschergruppe unter der Leitung des Massachusetts Institute of Technology und des US-Verteidigungsministeriums entwickelt wurde.

Für die Universität Ulm markierte dieser Zeitpunkt die offizielle Anbindung an das damals im Aufbau befindliche Landeshochschulnetz und weiter in das noch primär von Universitäten und Regierungseinrichtungen dominierte Internet. Im Jahr 1990 gab es beispielsweise schon die noch heute gebräuchliche SMTP E-Mail und FTP, aber die öffentliche Nutzung des WWW musste noch einige Jahre auf sich warten lassen.

Der Adressraum 134.60.0.0 ist ein Schatz besonderer Art, denn ein solches sog. Class-B Netz mit maximal 65.536 "echten" IPv4-Adressen ist schon seit langem nicht mehr auf dem freien Markt verfügbar. IPv4-Adressen sind ein knappes Gut und machten die weitreichende Nutzung von NAT (Network Adress Translation) erforderlich. Mit der Einführung von IPv6, die auch an der Universität Ulm im Gang ist, gehören diese Probleme durch den Adressraum von maximal 2128 unterschiedlichen IPv6-Adressen bis auf Weiteres der Vergangenheit an.

(Hö)