News 2019

Ulmer Krebsforscher geehrt

09/2019

Professor Dr. Hartmut Döhner erhählt zwei hohe internationale Auszeichnungen

Für seine herausragenden wissenschaftlichen Leistungen auf dem Gebiet der Krebsforschung erhielt Professor Dr. Hartmut Döhner, Ärztlicher Direktor der Klinik für Innere Medizin III des Universitätsklinikums Ulm, im September zwei hohe internationale Auszeichnungen.

Am Mittwoch, 11. September, wurde Professor Hartmut Döhner in Lodz die Medaille der Polnischen Gesellschaft für Hämatologie und Transfusionsmedizin im Rahmen der Jahrestagung dieser Gesellschaft überreicht. Er erhielt diese Würdigung für seine Verdienste um die internationale Hämatologie und für seine exzellenten wissenschaftlichen Forschungsbeiträge. Am Sonntag, 22. September, wurde Professor Hartmut Döhner außerdem die Binet-Rai Medaille des Internationalen Workshops der Chronisch Lymphatischen Leukämie (iwCLL) anlässlich der Tagung der Gesellschaft in Edinburgh, Schottland, verliehen. Damit ehrte die Gesellschaft den Krebsforscher für seine langjährigen herausragenden wissenschaftlichen Beiträge zur Erforschung der Chronisch Lymphatischen Leukämie, der häufigsten Leukämieform im Erwachsenenalter. Die Entschlüsselung der Mechanismen der Erkrankungsentstehung und die Entwicklung von neuen Behandlungsmöglichkeiten bei Leukämie- und Lymphknotenkrebser-krankungen ist eines der dynamischsten Bereiche in der Medizin. Die Klinik für Innere Medizin III am Universitätsklinikum Ulm gehört auf diesem Gebiet zu den national und international führenden Einrichtungen.

 

Prof. Döhner receives his award at the International Workshop on Chronic Lymphocytic Leukemia (iwCLL) Conference in Edinburgh, Scottland

Neue Heisenberg-Professorin Pamela Fischer-Posovszky

02/2019

Fettgewebe verstehen, um Übergewicht zu bekämpfen

Übergewicht und Fettleibigkeit, auch Adipositas genannt, sind weltweit zu einer Epidemie geworden. An der Ulmer Klinik für Kinder- und Jugendmedizin erforscht Professorin Pamela Fischer-Posovszky, warum und wie die übermäßige Ansammlung von Fettgewebe den Organismus krank macht. Nun hat die Biologin von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) eine Heisenberg-Professur erhalten, um sich neuen Behandlungsmethoden von Adipositas zu widmen.

Allein in Deutschland sind nach Zahlen des Robert-Koch-Instituts rund 15 Prozent der Kinder und Teenager zwischen drei und 17 Jahren zu dick. Unter den Erwachsenen gelten nach Angaben der Europäischen Statistikbehörde Eurostat rund 17 Prozent der Deutschen als adipös. Adipositas führt zu schweren Begleiterkrankungen wie Typ-2-Diabetes, Bluthochdruck und Atherosklerose. Konventionelle Therapiemaßnahmen wie zum Beispiel Diäten, mehr körperliche Bewegung oder eine Verhaltenstherapie, sind meist nicht langfristig erfolgreich.

Zur Physiologie und Pathophysiologie des Fettgewebes forscht Professorin Pamela Fischer-Posovszky an der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin der Ulmer Universitätsklinik. „Ein funktionstüchtiges Fettgewebe ist eine wichtige Voraussetzung für einen gesunden Stoffwechsel unseres Organismus. Entscheidend ist, dass der Körper Energie sicher speichern kann – das tut er im Fettgewebe. Gerade bei Adipositas aber ist diese Speicherfähigkeit beeinträchtigt, da die Fettzelle nicht mehr ausreichend gut auf das wichtigste Speichersignal, das Hormon Insulin, reagieren kann“, erklärt Professorin Fischer-Posovszky die Problemstellung.

Hauptziel: gesundes Fettgewebe

Im Rahmen ihrer Heisenberg-Professur will die Biologin nun die molekularen Ursachen der sogenannten Insulinresistenz erforschen und auf Basis ihrer Forschungsergebnisse neue Behandlungsmethoden entwickeln. Dabei steht nicht der Gewichtsverlust des Patienten im Vordergrund – das Hauptziel ist stattdessen, die Gesundheit des Fettgewebes zu erhalten oder wiederherzustellen.

Ein weiteres Teilprojekt widmet sich dem „braunen Fettgewebe“, das die einzigartige Eigenschaft besitzt, Energie zu verbrennen und in Form von Wärme freizusetzen. Versuche im Mausmodell haben gezeigt, dass die Umwandlung von weißem Fett in braunes Fett den Stoffwechsel positiv beeinflusst: die Insulinsensitivität wird verbessert und zu hohe Cholesterinwerte gesenkt. „Dort setzen wir an. Wir wollen versuchen, aus weißem Fettgewebe braune Fettzellen im Menschen zu generieren“, schildert Professorin Pamela Fischer-Posovszky.

Bereits seit der Doktorarbeit widmet die heute 46-Jährige ihre wissenschaftliche Karriere dem Thema Übergewicht und Adipositas. „Damals hat uns der Zelltod im Fettgewebe interessiert. Die Idee war, Fettzellen auszumerzen und so die Pfunde zum Schmelzen zu bringen. Das waren wichtige Vorarbeiten für mein jetziges Forschungsprogramm“, so Fischer-Posovszky.

Ihr Biologie-Studium absolvierte Pamela Fischer-Posovszky an den Universitäten Jena und Ulm und schloss danach eine Doktorarbeit in der Ulmer Sektion Pädiatrische Endokrinologie und Diabetologie an. Im Rahmen des Margarete von Wrangell-Habilitationsprogramms des Landes konnte sie einen mehrmonatigen Forschungsaufenthalt in den USA am University of Texas Southwestern Medical Center in Dallas realisieren und 2013 ihre Habilitation abschließen. Ausgezeichnet wurde die zweifache Mutter unter anderem mit dem Forschungspreis der Deutschen Adipositas-Gesellschaft sowie dem Mileva-Einstein-Marić-Preis und dem Frauenförderpreis der Uni Ulm.

„Die Heisenberg-Professur stärkt nachhaltig die Forschungsschwerpunkte unserer Universität“, freut sich Professor Klaus-Michael Debatin, Ärztlicher Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin. „Professorin Pamela Fischer-Posovszky ist nicht nur eine hervorragende Wissenschaftlerin, sondern auch ein Paradebeispiel für die Vereinbarkeit für Beruf und Familie“.

Über die Heisenberg-Professur:
Die Heisenberg-Professur ist eine hochkarätige Auszeichnung im Rahmen des Förderprogramms für Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler mit besonders herausragenden Leistungen der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). Das Programm soll es den Forschenden ermöglichen, sich auf eine wissenschaftliche Leitungsposition vorzubereiten und weiter selbstständig zu forschen. Im dritten Jahr der Förderung erfolgt eine Evaluation der Stelle und nach fünf Jahren geht die Heisenberg-Professur in eine „Langzeit-Professur“ und damit in den Landeshaushalt über.
Bislang wurden bereits drei Professorinnen und Professoren der Universität und der Universitätsklinik Ulm mit einer Heisenberg-Professur gefördert: 2009 Professorin Anita Marchfelder (Molekulare Botanik) sowie 2015 der Psychologie-Professor Christian Montag und der Krebsmediziner Professor Lars Bullinger.

 

Text und Medienkontakt: Daniela Stang

Prof. Pamela Fischer-Posovszky forscht im Rahmen einer Heisenberg-Professur zum Verständnis von Fettgewebe (Foto: Universitätsklinikum Ulm / H.Grandel)

03/2019

Meileinstein auf dem Weg zur Professorin

Vier Ulmer Forscherinnen in Wrangell-Habilitationsprogramm aufgenommen - darunter Dr. Julia Zinngrebe

01/2019

Großer Erfolg für Wissenschaftlerinnen auf dem Weg zur Professur: Gleich vier junge Forscherinnen der Universität Ulm sind in das „Margarete von Wrangell-Habilitationsprogramm für Frauen“ aufgenommen worden – so viele wie nie zuvor. Ziel des Landesprogramms ist es, qualifizierten Wissenschaftlerinnen die Habilitation zu ermöglichen, mit der sie die Lehrberechtigung in ihrem Fach erwerben. Im Zuge des Habilitationsprogramms werden die Stellen der Forscherinnen in der Regel für fünf Jahre finanziert – drei Jahre davon durch das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst (MWK) sowie den Europäischen Sozialfonds und zwei Jahre von der Heimatuniversität. Darüber hinaus nehmen die Habilitandinnen an Schulungen und Trainingsangeboten im Zuge des Mentoring-Programms MuT teil.

Ein Gutachterinnengremium hat an der Universität Ulm zwei Psychologinnen und zwei Ärztinnen der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendmedizin für das Margarete von Wrangell-Habilitationsprogramm ausgewählt. Die Förderung beginnt im ersten Quartal 2019.

Forschung zu Leukämie und Immundefekten

Die Stipendiatin Dr. Kerstin Felgentreff, Jahrgang 1981, ist Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin. Neben ihrer ärztlichen Tätigkeit an der Universitätsklinik forscht Dr. Felgentreff in Kooperation mit dem Ulmer Institut für Klinische Transfusionsmedizin und Immungenetik (IKT) zur DNA-Reparatur und zu DNA-Reparaturdefekten bei Kindern mit angeborener Immunschwäche. Vor ihrem Wechsel an die Uniklinik Ulm im Jahr 2015 hat Kerstin Felgentreff in Marburg Medizin studiert und Meilenstedort auch promoviert. An der Universitätsklinik Freiburg sowie insbesondere bei einem vierjährigen Forschungsaufenthalt am Boston Children’s Hospital, wo sie sich mit induzierten pluripotenten Stammzellen von Patienten mit schweren kombinierten Immundefekten beschäftigte, legte die Stipendiatin wichtige Grundlagen für ihre weitere wissenschaftliche Arbeit. Im Zuge ihrer durch das Margarete von Wrangell-Programm geförderten Habilitation will die Forscherin Biomarker für die Diagnostik von DNA-Reparaturdefekten und primären Immundefekten identifizieren, sowie den Einfluss von DNA-Schäden auf die Entwicklung von Immunzellen untersuchen. Dr. Kerstin Felgentreff beteiligt sich an der klinischen Ausbildung im Medizinstudium im Bereich Immunologie und ist Mitglied der Junior Faculty der Internationalen Graduiertenschule für Molekulare Medizin an der Uni Ulm.

Ebenfalls an der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendmedizin forscht die Assistenzärztin Dr. Julia Zinngrebe zu Leukämien im Kindesalter. Julia Zinngrebe, Jahrgang 1986, studierte Medizin an der Universität Ulm. Für ihre von der Ulmer Universitätsgesellschaft (UUG) ausgezeichnete Promotionsarbeit hat sie zwei Jahre lang am Imperial College und am University College in London geforscht.
Als Postdoktorandin widmet sich Zinngrebe nun der Erprobung neuartiger Therapieansätzen bei der Akuten Lymphatischen Leukämie (ALL) im Kindesalter.
Im Zuge des Margarete von Wrangell-Habilitationsprogramms will die Wissenschaftlerin
das bisher unzureichend erforschte Zusammenspiel von Leukämiezellen und Adipozyten (Fettzellen) im Knochenmark untersuchen. Im Zentrum steht die Frage, inwiefern und über welche Wege diese Adipozyten das Überleben und die Vermehrung von Leukämiezellen beeinflussen. Forschungsziel sind neue therapeutische Ansätze, die sich gezielt gegen Leukämiezellen im Knochenmark richten. Denn die Prognose von rückfälligen jungen ALL-Patienten ist besonders schlecht, wenn das Knochenmark betroffen ist. Dr. Zinngrebe ist Mitglied der Junior Faculty der Internationalen Graduiertenschule für Molekulare Medizin. Lehraufgaben übernimmt sie im Masterstudiengang Molekulare Medizin und bei der klinischen Weiterbildung von Medizinstudierenden.

Zwei Psychologinnen ausgezeichnet

In das Margarete von Wrangell-Habilitationsprogramm aufgenommen wurde zudem die Psychologin Dr. Sally Olderbak. Die gebürtige Amerikanerin (Jahrgang 1984) promovierte an der University of Arizona und führt ihre wissenschaftliche Arbeit seit 2011 am Institut für Psychologie und Pädagogik der Universität Ulm fort. In der Abteilung Differentielle Psychologie und Psychologische Diagnostik beforscht die zweifache Mutter unter anderem individuelle Unterschiede in der emotionalen Kompetenz. Im Zentrum ihrer wissenschaftlichen Arbeit stehen das Konstrukt Empathie und die Wahrnehmung von Emotionen in Gesichtsausdrücken. Als Habilitandin will Sally Olderbak die Messung sozio-emotionaler Eigenschaften verbessern und deren Einfluss evaluieren. Diese Forschung ist hochrelevant, denn solche sozio-emotionalen Eigenschaften werden beispielsweise in Auswahlverfahren oder bei der Beschreibung schwerer Störungen wie Psychopathie oder Autismus herangezogen. Dabei ist bisher wenig darüber bekannt, wie zuverlässig eingesetzte Messinstrumente sind und welchen Einfluss sozio-emotionale Eigenschaften tatsächlich auf den beruflichen oder etwa schulischen Erfolg haben. Dr. Sally Olderbak lehrt im Bachelor- und Masterstudiengang Psychologie insbesondere zu den Themen Persönlichkeit und individuelle Unterschiede sowie interpersonale Fähigkeiten.

Mit Dr. Joana Straub hat eine weitere Psychologin die Aufnahme in das Margarete von Wrangell-Habilitationsprogramm geschafft. Die approbierte Kinder- und Jungendpsychotherapeutin arbeitet als leitende Psychologin des stationären Bereiches an der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie/Psychotherapie des Universitätsklinikums Ulm. Joana Straub, Jahrgang 1984, hat nach ihrem Masterabschluss an der Universität Konstanz in Ulm promoviert. Thema ihrer kumulativen Dissertation war die Entwicklung und Evaluation einer Gruppen-Kurzzeittherapie zur Behandlung depressiver Jugendlicher. Mittels funktioneller Magnetresonanztomographie (fMRT)-Bildgebung hat sie dabei auch neuronale Korrelate als „Antwort“ der Jugendlichen auf die Psychotherapie untersucht. Das Habilitationsprojekt der zweifachen Mutter dreht sich ebenfalls um die Psychotherapieforschung: Straub will zum einen die Wirksamkeit der Eye Movement, Desensitization and Reprocessing (EMDR)-Traumatherapie bei Jugendlichen, die unter einer post-traumatischen Belastungsstörung (PTBS) leiden, untersuchen. Zum anderen möchte sie die damit einhergehenden neuronale Veränderungen mittels fMRT erforschen. Eine PTBS tritt häufig nach Flucht- oder Gewalterfahrungen auf.
Dr. Joana Straub engagiert sich in der medizinischen und psychologischen Lehre der Universität Ulm mit dem Schwerpunkt Depressionen im Kindes- und Jugendalter.

„Ich freue mich außerordentlich über diesen tollen Erfolg und gratuliere den vier hervorragenden Stipendiatinnen ganz herzlich. Ihr Weg zur Professur ist durch die Aufnahme in dieses Programm ein gutes Stück weit geebnet“, sagt die Gleichstellungsbeauftragte der Universität Ulm, Professorin Susanne Biundo-Stephan.

Erste Professorin als Namenspatronin

Namenspatronin des Margarete von Wrangell-Habilitationsprogramms für Frauen ist die erste ordentliche Professorin an deutschen Universitäten. Die Botanikerin und Chemikerin Margarete von Wrangell (1877-1932) erhielt 1923 einen Ruf auf die Professur für Pflanzenernährungslehre an der landwirtschaftlichen Hochschule in Hohenheim.
Seit 1997 schreibt die Landesregierung das nach ihr benannte Programm aus, wobei in Baden-Württemberg bis zu zehn Förderzusagen im Jahr gemacht werden.
Erklärtes Ziel ist es, strukturell bedingten Nachteilen von Frauen in der Wissenschaft entgegenzutreten. Dabei wird der besonderen Situation klinisch tätiger Medizinerinnen Rechnung getragen. Noch immer sind Frauen in der Professorenschaft unterrepräsentiert. Gemäß dem Statistischen Bundesamt lag der bundesweite Professorinnenanteil 2017 bei rund 24 Prozent.

Text/Medienkontakt : Annika Bingmann

Dr. Julia Zinngrebe engagiert sich in der Leukämieforschung (Foto: Eberhardt/ Uni Ulm)

News 2018

"Highly Cited Researchers" 2018

Neun Uni-Forscher unter den weltweit einflussreichsten - darunter Prof. Hartmut Döhner und Prof. Stephan Stilgenbauer

12/2018

Noch immer ist die wissenschaftliche Veröffentlichung der Goldstandard, um Forschungserfolge zu messen. Dass dieses Jahr insgesamt neun Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen der Universität Ulm zu den "Highly Cited Researchers 2018" (Clarivate Analytics) gehören, ist für die jüngste Universität Baden-Württembergs ein großer Erfolg.

Zu den Top 1 Prozent der weltweit meist zitierten Forschern der Uni Ulm gehören sieben Männer und zwei Frauen. Dazu zählen der Chemiker Professor Peter Bäuerle, der Neurowissenschaftler Professor Heiko Braak und die Neurowissenschaftlerin Dr. Dr. Kelly Del Tredici, die Leukämieforscher Professor Hartmut Döhner und Professor Stephan Stilgenbauer, der Botaniker Professor Steven Jansen, die Quantenphysiker Professor Fedor Jelezko und Professor Martin Plenio sowie die Physikerin Professorin Ute Kaiser.

"Noch nie gehörten so viele Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität Ulm zur erfolgreich publizierenden Weltspitze!", freut sich Universitätspräsident Professor Michael Weber. Und das liegt nicht nur daran, dass in diesem Jahr erstmals Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in das Publikationsranking aufgenommen wurden, die feldübergreifend forschen und bislang nicht berücksichtigt worden waren. "Das Ergebnis zeigt eben auch, dass die Forschungsschwerpunkte der Universität Ulm gut gewählt und international bestens sichtbar sind. So forschen alle meist zitierten Wissenschaftler der Uni Ulm zu Forschungsthemen aus den strategischen Entwicklungsbereichen unserer Universität", ergänzt Weber. Dazu gehören in diesem Fall die Energiespeicherung und -wandlung, die Hämatologie und Onkologie, die Neurodegeneration und die Quantentechnologien sowie der Bereich Adaption biologischer und technischer Systeme.

Erfasst für die Analyse 2018 wurde die weltweite Publikationsleistung von 2006 bis 2016, also für eine ganze Dekade. Je häufiger in diesen Publikationen ein Autor bzw. dessen Paper zitiert wird, desto höher ist sein Zitationsindex. Zu den "Highly Cited Researchers" (HCR) gehören im jeweiligen Jahr die Top 1 Prozent der meistzitierten Autoren eines Forschungsfeldes. Herausgegeben wird die Analyse zu den "Highly Cited Researchers" von der Wissenschaftsagentur Clarivate Analytics. Grundlage hierfür sind die Datenbank-Analysen des unabhängigen und größten Zitationsindexes "Web of Science". Im Ländervergleich erreicht Deutschland mit 356 HCR den 4. Platz weltweit, hinter den USA (2639), dem Vereinigten Königreich (546) und China (482) auf den Plätzen 1 bis 3.

 

 Text und Medienkontakt: Andrea Weber-Tuckermann

Prof. Hartmut Döhner und Prof. Stephan Stilgenbauer

10 Million Euros for Collaborative Research Center in Leukemia

07/2016

The German Reserach Foundation (Deutsche Forschungsgemeinschaft - DFG) Continues to Promote Cutting-Edge Research of Ulm University Hospital.

Ulmer leukemia researchers can expand their international pioneering role with a fund of almost 10 million euros: The German Research Foundation (DFG) has recently announced that, for the next four years, it will continue to promote the highly successful Collaborative Research Center SFB 1074 "Experimental Models and Clinical Translation in Leukemia”.

In the 2012 established CRC, physicians and scientists together explore the origin and personalized treatment of leukemia: basic research and clinical application go hand in hand. "The renewed funding of our Collaborative Research Center SFB 1074 shows that the Ulmer leukemia research occupies an internationally leading position. With the first funding’s research projects we have contributed in groundbreaking findings not only for the research of the pathogenesis of leukemia, but also for better treatment of the disease," says Professor Hartmut Döhner, Coordinating Investigator of the CRC and Medical Director of the University Hospital’s Department of Internal Medicine III.

Joint Research for a Big Goal

In the CRC more than 20 leading scientists from various disciplines in a total of 16 projects research for a common goal: Through a better understanding of the genetic changes in leukemia, targeted and "tailored" therapies are to be developed. The focus is on the most common acute and chronic leukemias occurring predominantly at an advanced age and which frequently end fatally. Using experimental models, the researchers investigate at the cellular and molecular level how leukemias arise. By doing so they strive to target new drugs. Furthermore, the Ulm biobank allows them to look for genetic and epigenetic abnormalities in various blood cancers. In two central projects, the physicians and scientists devote themselves to novel study methods such as DNA sequencing and protein analysis techniques.

Old and Young Stem Cells

Among the biggest successes of the first funding period’s basic research is the description of a previously unknown aging and "rejuvenating" mechanism of hematopoietic stem cells. The scientists were able to show that by blocking a certain protein substance older stem cells are able to repair themselves more efficiently. Furthermore, researchers have characterized typical genetic lesions in the most common forms of leukemia in adults, acute myeloid leukemia and chronic lymphocytic leukemia, and uncovered the genetic basis of resistance mechanisms against new leukemia drugs. "The special feature of our research group is the transfer of basic research into clinical applications. Our mission is the development of new treatment options. Our patients should be spared therapeutic failures and related side effects", says Professor Klaus-Michael Debatin, deputy CRC Spokesperson and Medical Director of the University Hospital’s Department of Pediatrics and Adolescent Medicine. Research results have been published in prestigious journals such as "Nature" or the "New England Journal of Medicine", adds the Vice President of Medicine, Gender and Diversity.

Excellent Conditions in Ulm

The conditions of Ulm University medicine are excellent: Researchers have access to experimental leukemia models and countless blood and bone marrow samples – Ulm’s leukemia Biobank is among the most comprehensive in the world. Leukemia patients benefit directly from findings of the Collaborative Research Center at the Comprehensive Cancer Center Ulm (CCCU), which was again awarded by the German Cancer Aid as " Oncological Center of Excellence"."With the targeted appointment of renowned professors and young scientists, we were able to strengthen Ulm’s leukemia research", says Professor Thomas Wirth, Dean of the Medical Faculty. Among these are the immunologist Professor Hassan Jumaa who was recently awarded with an ERC Advanced Grant, the highly renowned geneticist Professor Reiner Siebert as well as Dr. Maria Carolina Florian and Dr. Jan Krönke, who respectively lead a DFG Emmy Noether Junior Research Group - a top award for young researchers on their way to professorship. "Leukemia research has a tradition at Ulm University. The now extended Collaborative Research Center contributes significantly to this continued success story and expands the leading position of Ulm cancer medicine in research and clinical application," says Professor Michael Weber, President of Ulm University. The application-oriented scientific work in the CRC will benefit patients beyond Ulm.Background of the Collaborative Research CenterCollaborative Research Centers of the DFG are the most important publicly funded research groups in Germany. They aim to promote quality science and research focus at universities. In subprojects scientists work across disciplines on demanding research projects. Another important objective is the promotion of young talent. A CRC can be financed up to 12 years. After each funding period (4 years) an international review committee evaluates the scientific work and decides on the financial extension.Original article in German by: Annika Bingmann

Prof. Thomas Wirth, Prof. Hartmut Döhner, Prof. Klaus-Michael Debatin

06/2015

Publication analysis by the media group Thomson Reuters

Three from Ulm among the most influential researchers in the world

Three of the world's most influential scientists in their field do research at Ulm University. This result stems from the North American media company Thomson Reuters’ publication analysis "The world's most influential scientific minds of 2014". The recently released ranking used the citation databases "Web of Science" and "incites", in which researchers were determined who have been cited the most (top 1% in the year of publication) by their peers in professional articles from 2002 to 2012. Among these approximately 3,200 pioneers from 21 subjects, two physicians are from Ulm: Professors Hartmut Döhner and Heiko Braak. Add to that the physics professor Fedor Jelezko.

In the currently published table one can also find scientists who were most often cited in the years 2012 and 2013. Submit articles ("hot papers") are considered to be highly relevant.
"This publications analysis confirms that Ulm University is an attractive location for leading world-class researchers," says Prof. Axel Groß, Ulm University’s Vice President for Research and Information Technology.

Heiko Braak, senior professor
at the Department of Neurology / Center for Clinical Research at Ulm’s University Hospital, is one of the most cited researchers in neuroscience and behavioral sciences. Braak deals with neurodegenerative diseases such as Alzheimer's and Parkinson. The physician has developed an international classification scheme in which the course of Alzheimer's disease can be sorted in stages based on typical brain changes.

Research focus of Professor Hartmut Döhner, Medical Director of the Department of Internal Medicine III, coordinator of the "Comprehensive Cancer Center Ulm" and University Vice President for Medicine, are the most common blood cancer diseases in adults, acute myeloid and chronic lymphocytic leukemias. He has discovered genetic alterations that can provide information on disease progression and therapeutic responses. Based on these findings, new molecular-targeted therapies can be developed. International guidelines used for the treatment of blood cancer are based on Döhner’s cancer research. According to Thomson Reuters’ publication analysis Döhner is one of the most cited scientists in clinical medicine.

A physicist from Ulm is also listed by Thomson Reuters: Professor Fedor Jelezkos’ focus are color centers in diamond, where contaminations can be stored and controlled. This is by no means abstract fundamental research, but important for all technologies based on quantum coherence – for example high-performance sensors, imaging and novel quantum computers. At the end of 2012 Jelezko was awarded an ERC Synergy Grant in the amount of 10.3 million euros, along with his colleagues Professors Martin Plenio and Tanja Weil (group BioQ).

Overall, 159 German scientists are in the rankings, including 21 in Baden-Württemberg. Eight of them do research at the University of Heidelberg. Karlsruhe Institute of Technology and the University of Hohenheim steer, like Ulm University, three scientists.


Original article in German by Annika Bingmann

Ulm University, youngest in Baden-Württemberg, was founded in 1967 as a medical and natural sciences university. Since then, the range of subjects has significantly expanded. There are currently about 10 000 students spread across four faculties ("Medicine", "Natural Sciences", "Mathematics and Economics" as well as "Engineering and Computer Science").
Ulm University is the engine and center of the “city of science”, in which a diverse research environment has developed comprised of hospitals, technology companies and other institutions. Life sciences and medicine, biotechnology, nanotechnology and energy materials, financial services and their mathematical methods as well as information, communication and quantum technologies are the university’s research priorities.

 

03.02.2015

Behandlung von Patienten verbessern

Aufnahme in das Emmy Noether-Programm der DFG ermöglicht Nachwuchswissenschaftler Aufbau einer eigenen Arbeitsgruppe

Dr. Krönke hat während eines dreijährigen Forschungsaufenthaltes am Brigham and Women’s Hospital in Boston/USA wesentlich zur Aufklärung des Wirkmechanismus der Medikamente Thalidomid und Lenalidomid bei hämatologischen Erkrankungen (Erkrankungen, die das blutbildende System betreffen) beigetragen. Diese Arbeiten wird er nun in Ulm mit seiner neuen Arbeitsgruppe fortsetzen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf der translationalen Umsetzung seiner Erkenntnisse mit dem Ziel, die Behandlung von Patienten mit diesen Wirkstoffen zu verbessern. Damit gliedert er sich hervorragend in einen wissenschaftlichen Schwerpunkt der Ulmer Universitätsmedizin ein.

 

Weitere Informationen:

Emmy Noether (1882-1935) war eine herausragende Mathematikerin des 20. Jahrhunderts. Obwohl die nach ihr benannten Theoreme zum Grundbestand der mathematischen Physik zählen und sie eine der ersten deutschen Mathematikerinnen war, die sich habilitierte, erhielt sie in Deutschland nie eine ordentliche Professur. Ihr Name ziert heute das Programm, mit dem die Deutsche Forschungsgemeinschaft den exzellenten Nachwuchsforscherinnen und -forschern einen alternativen Weg zur Professur bietet.

Dr. Jan Krönke, Klinik für Innere Medizin III am Universitätsklinikum Ulm, ist in das Emmy Noether-Programm der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) aufgenommen worden. Das Emmy Noether-Programm ermöglicht durch eine großzügige Förderung herausragenden Nachwuchswissenschaftlern – insbesondere nach einem erfolgreichen Forschungsaufenthalt im Ausland – den Aufbau einer eigenen Arbeitsgruppe.


 

News and Press Releases 2015


02/2015

Development of targeted strategies for elderly cancer patients

Cancer Specialist Prof. Dr. Lars Bullinger Receives Heisenberg Professorship

Recognition for outstanding scientific work: Prof. Dr. Lars Bullinger, cancer specialist and head of the Section Oncology in the Department of Internal Medicine III has been approved for a transformation of his Heisenberg fellowship into a Heisenberg Professorship for Personalized Tumor Therapy by the Heisenberg funding program of the German Research Foundation (DFG). The Heisenberg program thus supports the continuation of Professor Bullinger’s high-profile research projects and its profiling for future scientific management functions.

The professorship will strengthen the research focus Hematology and Oncology of the University Ulm medicine and complement existing activities to a specific translational alignment, ie., contribute through a bridging function of the professorship as well as a strengthening of the basic research and clinical research.

"Particularly with regard to the development of targeted therapeutic strategies for older cancer patients for whom there are often no good therapeutic approaches, the Heisenberg professorship will ideally fit into the priorities of Ulm University and afford a valuable contribution to interdisciplinary networking" said Prof. Dr. Hartmut Döhner, Medical Director of the Department of Internal Medicine III, Ulm University Hospital.

To the point:

The aim of the Heisenberg program is to enable outstanding scientists who meet all the requirements for appointment to a long-term professorship, to prepare for a scientific management position and process at this time further research topics. Eligible applicants are young scientists of all disciplines who can demonstrate their competence of a professorship by a habilitation or through equivalent achievements and are recognized through outstanding scientific performances. The program was named after Werner Heisenberg, who was appointed professor at the age of 26 and received the Nobel Prize in Physics at the age of 32. (Source of this paragraph: German Research Foundation, www.dfg.de)


 

Ulmer leukemia researchers can expand their international pioneering role with a fund of almost 10 million euros: The German Research Foundation (DFG) has recently announced that, for the next four years, it will continue to promote the highly successful Collaborative Research Center SFB 1074 "Experimental Models and Clinical Translation in Leukemia”.

In the 2012 established CRC, physicians and scientists together explore the origin and personalized treatment of leukemia: basic research and clinical application go hand in hand. "The renewed funding of our Collaborative Research Center SFB 1074 shows that the Ulmer leukemia research occupies an internationally leading position. With the first funding’s research projects we have contributed in groundbreaking findings not only for the research of the pathogenesis of leukemia, but also for better treatment of the disease," says Professor Hartmut Döhner, Coordinating Investigator of the CRC and Medical Director of the University Hospital’s Department of Internal Medicine III.

Joint Research for a Big Goal

In the CRC more than 20 leading scientists from various disciplines in a total of 16 projects research for a common goal: Through a better understanding of the genetic changes in leukemia, targeted and "tailored" therapies are to be developed. The focus is on the most common acute and chronic leukemias occurring predominantly at an advanced age and which frequently end fatally. Using experimental models, the researchers investigate at the cellular and molecular level how leukemias arise. By doing so they strive to target new drugs. Furthermore, the Ulm biobank allows them to look for genetic and epigenetic abnormalities in various blood cancers. In two central projects, the physicians and scientists devote themselves to novel study methods such as DNA sequencing and protein analysis techniques.

Old and Young Stem Cells

Among the biggest successes of the first funding period’s basic research is the description of a previously unknown aging and "rejuvenating" mechanism of hematopoietic stem cells. The scientists were able to show that by blocking a certain protein substance older stem cells are able to repair themselves more efficiently. Furthermore, researchers have characterized typical genetic lesions in the most common forms of leukemia in adults, acute myeloid leukemia and chronic lymphocytic leukemia, and uncovered the genetic basis of resistance mechanisms against new leukemia drugs. "The special feature of our research group is the transfer of basic research into clinical applications. Our mission is the development of new treatment options. Our patients should be spared therapeutic failures and related side effects", says Professor Klaus-Michael Debatin, deputy CRC Spokesperson and Medical Director of the University Hospital’s Department of Pediatrics and Adolescent Medicine. Research results have been published in prestigious journals such as "Nature" or the "New England Journal of Medicine", adds the Vice President of Medicine, Gender and Diversity.

Excellent Conditions in Ulm

The conditions of Ulm University medicine are excellent: Researchers have access to experimental leukemia models and countless blood and bone marrow samples – Ulm’s leukemia Biobank is among the most comprehensive in the world. Leukemia patients benefit directly from findings of the Collaborative Research Center at the Comprehensive Cancer Center Ulm (CCCU), which was again awarded by the German Cancer Aid as " Oncological Center of Excellence".
"With the targeted appointment of renowned professors and young scientists, we were able to strengthen Ulm’s leukemia research", says Professor Thomas Wirth, Dean of the Medical Faculty. Among these are the immunologist Professor Hassan Jumaa who was recently awarded with an ERC Advanced Grant, the highly renowned geneticist Professor Reiner Siebert as well as Dr. Maria Carolina Florian and Dr. Jan Krönke, who respectively lead a DFG Emmy Noether Junior Research Group - a top award for young researchers on their way to professorship. "Leukemia research has a tradition at Ulm University. The now extended Collaborative Research Center contributes significantly to this continued success story and expands the leading position of Ulm cancer medicine in research and clinical application," says Professor Michael Weber, President of Ulm University. The application-oriented scientific work in the CRC will benefit patients beyond Ulm.

Background of the Collaborative Research Center


Collaborative Research Centers of the DFG are the most important publicly funded research groups in Germany. They aim to promote quality science and research focus at universities. In subprojects scientists work across disciplines on demanding research projects. Another important objective is the promotion of young talent. A CRC can be financed up to 12 years. After each funding period (4 years) an international review committee evaluates the scientific work and decides on the financial extension.

Original article in German by: Annika Bingmann


Joy on the extension of the leukemia CRC (from left): Prof. Thomas Wirth, Dean of the Medical Faculty, Prof. Hartmut Döhner, SFB 1074 Coordinating Investigator and Medical Director of the Department of Internal Medicine III, and Prof. Klaus-Michael Debatin, Deputy SFB 1074 Coordinating Investigator and Medical Director of the Department of Pediatrics.

05/2016

Erstzulassung eines Leukämie-Medikaments in den USA

Von: Petra Schultze

Internationale Studie belegt Wirksamkeit

News and Press Releases 2016

Wissenschaftler des Ulmer Universitätsklinikums unter der Leitung von Prof. Dr. Stephan Stilgenbauer (Leitender Oberarzt der Klinik für Innere Medizin III) haben in einer internationalen Studie die Wirksamkeit eines neuen Medikaments bei einer besonders aggressiven Form der Chronisch Lymphatischen Leukämie (CLL) nachgewiesen. Die US-amerikanische Food and Drug Administration (FDA) hat für das Medikament aufgrund dieser Studie die Erstzulassung erteilt. Eine solche Erstzulassung in den USA durch eine in Deutschland geführte Studie ist selten. Die Studienergebnisse sind aktuell in der Fachzeitschrift Lancet Oncology erschienen und stellen einen Durchbruch in der Behandlung dar.

Signalweg für das natürliche Zellsterben wieder freimachen

Das Medikament sorgt dafür, dass die Krebszellen sich nicht mehr mit Hilfe eines bestimmten Eiweißstoffs (B-Zell-Lymphom-2-Protein, BCL-2) vor dem natürlichen Absterben schützen können. Der Signalweg für das natürliche Absterben der Krebszellen wird durch Venetoclax, so der Name des Medikaments, wieder frei. Die Ulmer Universitätsklinik für Innere Medizin III ist als zentrales Referenzlabor der Deutschen CLL-Studiengruppe weltweit ein Zentrum für die Erforschung der Chronischen Lymphatischen Leukämie und hat große Erfahrung in der Entwicklung und Durchführung internationaler Studien zur Erforschung der Wirkungsweise neuer Krebsmedikamente.

„80 Prozent der 106 bereits durch eine andere Krebstherapie behandelten Patienten mit der besonders aggressiven Form der CLL, der 17p-Deletion, sprachen auf das Medikament an. Bei fast allen verbesserten sich die Blutwerte durch die Therapie deutlich. Die Patienten hatten Nebenwirkungen, die aber geringer ausfielen als bei herkömmlicher Chemotherapie und zum Teil durch den schnellen Abbau der Krebszellen verursacht wurden“, erläutert der Erstautor der Studie, Prof. Dr. Stephan Stilgenbauer. Eine Erstzulassung durch die US-amerikanische Food and Drug Administration (FDA) ist für neue Medikamente eine wegweisende Entscheidung, für Europa ist die Zulassung ebenfalls beantragt. Venetoclax ist ein oraler Inhibitor des B-Zell-Lymphom-2-Proteins, der von der Firma AbbVie entwickelt wurde.

Hoffnung auf Wirksamkeit bei weiteren Krebsarten

„Das Besondere an dem neuen Medikament ist, dass es in zentrale Vorgänge eingreift, die bei sehr vielen Krebsarten vorkommen. Es gibt daher gute Chancen, dass die jetzt gezeigte Wirksamkeit bei der CLL auch für andere Krebsarten genutzt werden kann. Es laufen bereits Studien für andere Leukämieformen und für Brustkrebs“, betont Prof. Dr. Hartmut Döhner, Ärztlicher Direktor der Klinik für Innere Medizin III. Prof. Dr. Udo X. Kaisers, Leitender Ärztlicher Direktor des Ulmer Universitätsklinikums, ergänzt: „Die Erforschung von Krebserkrankungen, von den Grundlagen ihrer Entstehung bis zur Wirksamkeit neuer Therapien, ist eine wichtige Aufgabe der deutschen Universitätskliniken. Vor 60 Jahren gab es bei Leukämie keine Aussicht auf Heilung, heute hat ein erheblicher Teil der Leukämiepatienten Aussicht, geheilt zu werden. An diesem medizinischen Fortschritt für die Menschen arbeitet das Ulmer Universitätsklinikum mit.“

Titel der Originalpublikation: Stephan Stilgenbauer et. al.: Venetoclax in relapsed or refractory chronic lymphocytic leukaemia with 17p deletion: a multicentre, open-label, phase 2 study http://www.thelancet.com/journals/lanonc/article/PIIS1470-2045(16)30019-5/fulltext


02/2016

Emmy Noether Junior Research Grant awarded to Stem Cell Researcher

Epigenetic architecture of stem cells in sight

Stem cells are the "jack of all trades" of the body, which can transform themselves into different tissues and so repair defects. Dr. Maria Carolina Florian deals with these "mechanics" - and in particular with the aging of hematopoietic stem cells and stem cells of the skin. Now the scientist, who does research in the Institute of Molecular Medicine at Ulm University, has been promoted as part of the Emmy Noether Program of the Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) and receives a junior group.

With the lead of an Emmy Noether junior research group, excellent young researchers are supported on their way to a professorship and guided towards scientific independence. The 36-year-old Maria Carolina Florian, who studied pharmaceutical biotechnology in Milan where she received her doctorate, has already made a name for herself as a stem cell expert: In the renowned journal "Nature" she was able to show, for example, that, triggered by a specific protein substance, blood-forming stem cells change to another signal transmission system during the aging process. By blocking the protein substance, however, the stem cells can be rejuvenated, so that they can once again focus on their "reparation job".

In the next five years - Florian will receive a total of 1.8 million euros - she wants to further sharpen her academic profile. Her new project is about epigenetic changes in the course of stem cell aging that appear to play a central role. The term epigenetics refers to a form of gene regulation by external factors. Unlike the mutation, however, the genetic material does not change permanently. Rather, individual genes are switched on and off by the detachment or attachment of chemical groups. Should the epigenetic signature of the hematopoietic stem cell change during the aging process, it may also affect the stem cell function and division. Corresponding molecular mechanisms - especially the establishment and maintenance of epigenetic signature – is what Maria Carolina Florian plans to decipher. With an aging society, it is by no means pure basic research: "There are numerous diseases associated with stem cell aging, such as cancer, anemia or an impaired immune system," says the Italian-born, who has been researching in Ulm since 2009, with confidence.

The mother of two considers Ulm University "the best place for stem cell and aging research in Germany" and praises the top-class cooperation partners, including, of course, the renowned stem cell researcher Professor Hartmut Geiger, Head of the Institute of Molecular Medicine, as well as the laboratory infrastructure. Since epigenetic stem cell research is technically extremely challenging, Florian is also working with experts from the German Cancer Research Center in Heidelberg (DKFZ), the University of Munich (LMU) and Cincinnati Children's Hospital (USA). Always with the aim to reveal the epigenetic architecture of hematopoietic stem cells and stopping the aging process.
"We are very pleased that Ms. Florian has decided to continue her research here in Ulm. This is also proof of the sustainability and the innovative potential which distinguishes stem cell research in Ulm. We will therefore do everything in order to keep Ms. Florian in Ulm on a long-term basis,” says Professor Hartmut Geiger.

Original article in German by: Annika Bingmann


Dr. Maria Carolina Florian

11.01.2016

Universität Ulm glänzt bei Publikationsanalyse

 

Vier Forscher unter den meistzierten Köpfen weltweit

Vier der weltweit einflussreichsten Wissenschaftler in ihrem Fachgebiet forschen an der Universität Ulm. Wie bei der letzten Auflage der Publikationsanalyse „Highly Cited Researchers“ sind die Professoren Heiko Braak, Hartmut Döhner und Fedor Jelezko vom Medienkonzern Thomson Reuters gelistet. 2015 gehört zudem die Neurowissenschaftlerin Dr. Dr. Kelly Del Tredici-Braak zu den meistzitierten Köpfen.
Basis der Aufstellung sind Fachartikel aus der Zitationsdatenbank „Web of Science“, die zwischen 2003 und 2013 erschienen sind. Gerankt wurden Wissenschaftler, die in ihrem Forschungsbereich besonders oft von ihren Kollegen zitiert wurden (Top 1 %). Diese mehr als 3000 „Vordenker“ forschen in 21 definierten Feldern der Natur- und Sozialwissenschaften. „Das Ranking belegt einmal mehr die international sichtbare Forschungsstärke der Universität Ulm in hochaktuellen und zukunftsweisenden Forschungsgebieten. Auch innerhalb des Landes ist das Ergebnis herausragend, nur übertroffen von dem der Universität Heidelberg“, kommentiert Professor Joachim Ankerhold, Vizepräsident für Forschung und Technologietransfer.

Der Anatom Heiko Braak ist Seniorprofessor an der Ulmer Universitätsklinik für Neurologie/Zentrum für Klinische Forschung (ZKF). Sein Spezialgebiet sind neurodegenerative Erkrankungen wie Alzheimer und Parkinson, für deren Verlauf er unter anderem ein international verwendetes Klassifikationsschema entwickelt hat („Braak-Stadien“). Um diese Modelle zu erstellen, hat der Mediziner genaue anatomische Studien durchgeführt. Mit ihm forscht und publiziert seine Ehefrau Dr. Dr. Kelly Del Tredici-Braak (AG Klinische Neuroanatomie, Klinik für Neurologie/ZKF), die ebenfalls zu den meistzitierten Forschern im Feld „Neuro- und Verhaltenswissenschaften“ zählt.

Professor Hartmut Döhner, Ärztlicher Direktor der Universitätsklinik für Innere Medizin III und Sprecher des „Comprehensive Cancer Center Ulm“, ist Experte für die häufigsten Blutkrebserkrankungen im Erwachsenenalter (akute myeloische, chronisch lymphatische Leukämien AML/CLL). Auf Döhners Forschung basieren internationale Leitlinien zur Blutkrebs-Therapie. Weiterhin hat er genetische Veränderungen entdeckt, die Rückschlüsse auf den Krankheitsverlauf und auf den Erfolg möglicher Therapien zulassen. Somit zählt Professor Döhner, der die weltweit führende deutsch-österreichische AML-Studiengruppe leitet und Sprecher des Sonderforschungsbereichs „Experimentelle Modelle und klinische Translation bei Leukämien“ ist, zu den meistzitierten Wissenschaftlern im Bereich „Klinische Medizin“.

Einer der besonders oft zitierten Physiker leitet das Ulmer Institut für Quantenoptik. Professor Fedor Jelezko beschäftigt sich mit Farbzentren in Diamanten, in denen sich Fremdatome speichern und kontrollieren lassen. Dies ist für alle Technologien wichtig, die auf Quantenkohärenz beruhen. Beispiele reichen von hochleistungsfähigen Sensoren und bildgebenden Verfahren wie der Magnetresonanztomographie bis zum Quantencomputer der Zukunft. Professor Jelezko ist Teil der Gruppe BioQ, die mit einem Synergy Grant des Europäischen Forschungsrats über 10,3 Millionen Euro ausgezeichnet wurde.

Mit der Universität Ulm assoziiert sind weiterhin die viel zitierten Professoren Bruno Scrosati und Stefano Passerini (beide Helmholtz-Institut Ulm für elektrochemische Energiespeicherung/ HIU). Auch Professor Klaus Müllen, Direktor am Max-Planck-Institut für Polymerforschung in Mainz und seit einigen Monaten Ehrendoktor der Fakultät für Naturwissenschaften, ist im Ranking des Medienkonzerns vertreten.

Weitere häufig zitierte Wissenschaftler der Landesuniversitäten forschen in Heidelberg, Tübingen, Freiburg, Hohenheim, Konstanz und am Karlsruher Institut für Technologie (KIT).

Weitere Informationen: Jan-Christian Möller (Stabsstelle Qualitätsentwicklung, Berichtswesen und Revision): Tel.: 0731 50-25106, jan-christian.moeller[at]uni-ulm.de
Publikationsanalyse Highly Cited Researchers 2015: http://highlycited.com/

Text und Medienkontakt: Annika Bingmann

Die Universität Ulm, jüngste in Baden-Württemberg, wurde 1967 als Medizinisch-Naturwissenschaftliche Hochschule gegründet. Seither ist das Fächerspektrum deutlich erweitert worden. Die zurzeit rund 10 000 Studentinnen und Studenten verteilen sich auf vier Fakultäten („Medizin“, „Naturwissenschaften“, „Mathematik und Wirtschaftswissenschaften“ sowie „Ingenieurwissenschaften, Informatik und Psychologie“).

Die Universität Ulm ist Motor und Mittelpunkt der Wissenschaftsstadt, in der sich ein vielfältiges Forschungsumfeld aus Kliniken, Technologie-Unternehmen und weiteren Einrichtungen entwickelt hat. Als Forschungsschwerpunkte der Universität gelten Lebenswissenschaften und Medizin, Bio-, Nano- und Energiematerialien, Finanzdienstleistungen und ihre mathematischen Methoden sowie Informations-, Kommunikations- und Quanten-Technologien.

10/2015

It’s pouring prizes for Ulm oncologist

Mode of action of thalidomide successor elucidated and used for cancer therapy

Even two awards have been given to Ulm oncologist Dr. Jan Krönke: For figuring out the mechanism of action of "Lenalidomide" in myelodysplastic syndrome and for a follow-up project evaluating resistance to this drug. The 36-year-old has received the award of the Württemberg Cancer Prize Foundation 2015 (20 000 euro) and the Artur-Pappenheim Prize (7500 Euro). Krönke is a physician and scientist at Ulm University hospital’s Department of Internal medicine III (Medical Director: Prof. Hartmut Döhner), where he leads an Emmy-Noether research group.

Lenalidomide is the successor of the drug thalidomide, which caused malformations in many newborns more than 50 years ago. At the end of the 90's the former sleeping pill was rediscovered and successfully used against malignant bone marrow diseases such as multiple myeloma. Lenalidomide also has an effect in myelodysplastic syndrome (MDS), another disease of hematopoiesis. Due to genetic modification of the stem cells, these patients are no longer able to form functional blood cells and develop, in the worst case scenario, acute leukemia. The reason why many patients’ condition improves with lenalidomide, is what Dr. Krönke has explored in a three-year stay at the Brigham and Women's Hospital / Harvard Medical School and at the Department of Internal Medicine III at Ulm University Hospital. In 2014, Krönke and his research colleagues showed that the drug binds to the enzyme cereblon ubiquitin-ligase, which leads to the selective reduction of certain cancer-promoting proteins via the proteasome, the cell’s protein garbage disposal.

In a second study, published in the prestigious journal Nature a few weeks ago, Krönke searched for other substrates of cereblon ubiquitin-ligase, which are regulated by lenalidomide in MDS patients. Apparently, lenalidomide specifically uses the loss of a gene in the cancer cells in order to kill them. In addition, the researchers discovered why mice are resistant to the effects of lenalidomide and were able to do a first drug test on a genetically modified mouse model. For this achievement, Dr. Krönke received the Artur-Pappenheim Prize of the German Society of Hematology and Medical Oncology.

The award ceremony was held in Basel at the Joint Annual Meeting of the German, Austrian and Swiss Societies for Hematology and Medical Oncology. Last February at Ulm University’s Dies Academicus, the physician was also awarded the Franziska-Kolb Prize for the Promotion of leukemia research for previous research.

The award from the Foundation of the Württemberg Cancer Prize, which Krönke received in early October in Tübingen, will fund its successor project: The oncologist wants to explain resistance mechanisms towards lenalidomide and search for appropriate genetic markers. Thus, the treatment of MDS patients will be further individualized.The Württembergische Cancer Prize of the Doctors Carl Maximilian and Carl Manfred Bayer Foundation is awarded to cancer researchers under 40 years of age who were born in Württemberg or do research in Württemberg. Besides Krönke the Foundation chairman Professor Claus Claussen awarded another project prize (EUR 20 000) to Tübingen’s oncologist Professor Julia Skokowa for her research on "mechanisms of malignant transformation of the stem cell". The young talent prize of  EUR 10 000 was awarded to Assistant Physician Dr. Juliane Stickel (Tübingen), which deals with the peptide-based immunotherapy in cancer patients.

Jan Krönke, Emma C. Fink, Paul W. Hollenbach, Kyle J. MacBeth, Slater N. Hurst, Namrata D. Udeshi, Philip P. Chamberlain, DR Mani, Hon Wah Man, Anita K. Gandhi, Tanya Svinkina, Rebecca K Schneider, Marie McConkey, Marcus Jaera, Elizabeth Griffiths, Meir Wetzler, Lars Bullinger, Brian E. Cathers, Steven A. Carr, Rajesh Chopra & Benjamin L. Ebert. Lenalidomide induces ubiquitination and degradation of CK1a in del (5q) MDS. Nature. 2015;523:183-8.

Photo: Prof. Mathias Freund, executive chairman of DGHO (left), gives Dr. Jan Krönke the Artur-Pappenheim Prize (Photo: Reimo Schaaf)

Original article in German by Annika Bingmann (Ulm University)


 

06/2016

10 Million Euros for Collaborative Research Center in Leukemia

The German Research Foundation (Deutsche Forschungsgemeinschaft - DFG) Continues to Promote Cutting-Edge Research of Ulm University Hospital