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[u3gu]
Stress und Traumata beeinflussen Körper und Geist - Psychologie trifft Mitochondrienmedizin

Zeit : Freitag , 15:00-16:30
Veranstalter : Ulmer 3-Generationen-Uni (u3gu)
Ort : Online (Zoom oder Youtube),

Prof. Dr. Iris-Tatjana Kolassa
Abt. Klinische und Biologische Psychologie, Universität Ulm

Belastungen durch chronischen, exzessiven und traumatischen Stress sammeln sich über die Lebensspanne an und erhöhen in einer Dosis-Wirkungs-Beziehung das Risiko für psychische und körperliche Erkrankungen. Kindheitstraumata, unser Lebensstil und auch Infektionen (z.B. Influenza, COVID-19) hinterlassen Spuren im immunmetabolischen Stoffwechsel. Auf molekularer Ebene führt Stress zu mehr zellulären Schäden durch oxidativen Stress und latent erhöhte chronische Entzündungsprozesse. Bei traumatisierten oder depressiven Personen finden sich charakteristische Veränderungen im bioenergetischen Stoffwechsel der Kraftwerke unserer Zellen, den Mitochondrien.  Generell scheint ein besseres Verständnis des Zusammenwirkens von Genetik, Entzündungsprozessen und mitochondrialem Stoffwechsel unser Verständnis von psychischen und einer Vielzahl von körperlichen Erkrankungen zu revolutionieren. Im Vortrag wird das aktuelle Wissen zu Traumafolgestörungen, insbesondere Depression als immunmetabolischer Störung zusammengefasst. Daraus werden neue Behandlungsansätze abgeleitet bzw. bestehende Ansätze in einen neuen Kontext gesetzt. Eine personalisierte Mitochondrienmedizin könnte die Zukunft der Behandlung psychischer Störungen neben klassischer Psychotherapie und einer Verbesserung des Lebensstils (Stressreduktion, gesunde Ernährung, adäquates Maß an körperlicher Aktivität) darstellen und so den psychotherapeutischen Behandlungserfolg maximieren.

Online (Zoom oder Youtube)

Zugangsdaten und weitere Informationen unter:
https://www.uni-ulm.de/einrichtungen/ulmer-3-generationen-uni/angebote/u3gu-ringvorlesung/wintersemester-2021-2022/