Sommersemester 2015

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u3gu Ringvorlesung

Die u3gu bietet jedes Semester eine Vortragsreihe für Kinder und Senioren / Seniorinnen an. Die Referenten sind Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen der Universität Ulm. Sie berichten in kindgerechter Form aus ihren Lehr- und Forschungsgebieten und freuen sich auf die Fragen interessierter, neugieriger Kinder. Die Ringvorlesung ist geeignet für Schülerinnen und Schüler ab 10 Jahren.

Herzoperationen im 21. Jahrhundert - mehr Videospiel als Chirurgie?

Freitag 10. Juli 2015, 15:00 - ca. 16:15 Uhr, N24/H12
Prof. Dr. Robert Bauernschmitt

Herzchirurgie, Universitätsklinikum Ulm

Das Herz ist kein Organ wie jedes andere. Lange Zeit – auch heute noch – wird es gesehen als der Sitz unserer Seele, unserer Gefühle. Ob das tatsächlich so ist, oder nur in der Poesie und in Songtexten, wollen wir gar nicht ergründen, unbestritten aber ist, dass eine Operation am Herzen dem Betroffenen mehr Sorgen macht als eine am Blinddarm. Das Herz ist der „Motor des Lebens“, und um ein Herz operieren zu können, muss es in der Regel zum ersten Mal im Leben des Patienten stillgestellt werden, seine Funktion muss von einer Maschine übernommen werden. Dass diese Operationen heute Routine sind und allein in Deutschland jährlich fast 100.000 mal durchgeführt werden, tröstet den Kranken nur wenig – für den ist es in der Regel die erste Operation an seinem Herzen, die erste Eröffnung des Brustkorbs, und allein das verursacht Angst und Sorgen.

Wir als Ärzte waren zunächst froh, herzkranken Patienten überhaupt helfen zu können.

Operationen im Bauch werden seit etwa 1850 durchgeführt, Herzoperationen erst seit weniger als 50 Jahren. Dennoch haben sich einige von uns vorgenommen, diese großen Eingriffe für den Patienten weniger belastend und damit auch weniger furchteinflößend zu gestalten – und uns dazu der neuesten Technologien zu bedienen. Das Herz weiter schlagen zu lassen, während wir es operieren. Den Brustkorb nicht mehr zu öffnen, sondern natürliche Wege ins Herz zu nutzen – Blutgefäße, die direkt unter der Haut liegen, aber irgendwann alle ins Herz münden und über Sonden, Katheter zu arbeiten. Dadurch hat sich die Chirurgie grundlegend verändert. Wenn wir den Körper unversehrt lassen, fehlt uns der direkte Blick auf das erkrankte Organ, wir müssen ihn ersetzen durch Kameras, Röntgenbilder, Ultraschall. Manchmal müssen wir virtuelle und reale Bilder verschmelzen lassen und in dieser neuen Umgebung, dieser anderen Welt über Tastaturen und Joysticks arbeiten.

Begleiten Sie  mich durch eine der abenteuerlichsten Reisen der Medizingeschichte, die allerdings bei allem Enthusiasmus für die moderne Technologie nur ein einziges Ziel hat: schwerkranken Menschen wirkungsvoll und schonend zu helfen.

Prof. Dr. Robert Bauernschmitt

Computer-Simulationen in der Forschung - fast so schön wie Computerspiele

Freitag 19. Juni 2015, 15:00  - ca. 16:15 Uhr, N25/H8
Dr. Ulrich Simon

Ulmer Zentrum für Wissenschaftliches Rechnen (UZWR)

Heute tragen wir alle - beinahe ständig - kleine aber recht leistungsfähige Computer mit uns herum: unsere Smartphones. Auf diesen wird dann aber „nur gespielt“, hört man oft. Das klingt abfällig, allerdings manchmal völlig zu Unrecht. Denn bei vielen Spielen werden aufwändige Physiksimulationen im Hintergrund ausgeführt, etwas, was sehr ähnlich auch in der Wissenschaft eingesetzt wird, um technische, physikalische oder gar medizinische Vorgänge zu simulieren. Man bringt die Regeln in den Rechner und kann dann mit diesem kleinen Stück virtueller Realität gefahrlos experimentieren. So kann man Atome oder Galaxien zusammenstoßen lassen, kann einen Börsencrash herbeiführen oder Medizinprodukte ausprobieren.

Der Vortrag zeigt, was man heute alles mit dem Computer berechnen kann und er zeigt auch – in anschaulicher, leicht verständlicher Weise – wie das geht und wie viel Spaß das machen kann. Aktuelle Bespiele aus Technik (Optimierung von Tischkickerfiguren) und Medizin (Simulation der Knochenheilung) runden den Vortrag ab.

Dr. Ulrich Simon

Was brummt und rumort denn da? - Vibrationskommunikation bei groß und klein!

Freitag 8. Mai 2015, 15:00 - ca. 16:15 Uhr , N24/H12
Dr. Taina Conrad

Institut f. Evolutionsökologie & Naturschutzgenomik

Viele Tiere kommunizieren mit Hilfe von Vibrationen indem sie z.B. mit den Füßen stampfen wie die Kaninchen oder sogar mit dem Kopf gegen den Boden schlagen. Einige Tiere stoßen sogar so tiefe Rufe aus, dass diese den Boden zum Beben bringen und über diese Bodenvibrationen können sie dann miteinander sprechen. In diesem Vortrag möchte ich die wunderbare Welt der Vibrationskommunikation, die uns Menschen oft verschlossen bleibt, ein wenig öffnen und zeigen, wie von der kleinsten Biene bis hin zum Elefanten viele Tiere diese Art der Kommunikation nutzen und zwar auf unterschiedlichste Weise.

Dr. Taina Conrad

 

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