[ViLE-WEBINAR] - Klimawandel und Witterungskatastrophen
Die Folgen für Mensch und Natur, Teil 1-3

Zeit: Webinar-Reihe am Donnerstag 14. | 21. und 28.10.2021, jeweils 18:00 - 19:30 Uhr
Die Termine können unabhängig voneinander besucht werden!
Veranstalter: ViLE-Netzwerk | ZAWiW
Ort: Online Zoom

Referent: Prof. Dr. Hans-Rudolf Bork
Institut für Ökosystemforschung, Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

Im Jahr 536 beginnt sich die Nordhemisphäre zu verdunkeln. Die Sonne scheint über Jahre kaum heller als sonst der Mond. Aschen und Aerosole eines Vulkanausbruchs bringen Dunkelheit, große Kälte und hohe Niederschläge. Weitere Vulkanausbrüche verlängern die Phase außergewöhnlichen Klimas. Diese Zeit wird als „Spätantike Kleine Eiszeit“ bezeichnet. Dramatische Ernteausfälle, Massensterben und Migration sind die Folge. In diese Phase fällt die Justinianische Pest. Wälder erobern Mitteluropa. Die Gewässerqualität verbessert sich wieder.

Vom 7. bis zum 13. Jh. prägt eine klimatische Gunstphase Europa – bis dann im 14. Jh. ein neues Drama hereinbricht. Auf schlechtes Wetter, Ernteausfälle und Hunger während der Dante-Anomalie von 1309 bis 1321 folgen vom 19. bis zum 25. Juli 1342 die Magdalenenflut und von 1347 bis 1351 der Schwarze Tod. Die Flut lässt fruchtbare Böden verschwinden. Die Pest kostet so viele Menschenleben. Massive Wiederbewaldungen und veränderte Ernährungsgewohnheiten resultieren: Der Braten ersetzt bald den Getreidebrei.

Im Spätmittelalter und in der frühen Neuzeit treffen Häufungen von Kälte und Nässe die Menschen mehrfach hart.

Konfessionsstreitigkeiten und schlechtes Wetter veranlassen 1709 zahllose Menschen aus der Kurpfalz zur Auswanderung nach England. Das ursprünglich geplante Ziel Pennsylvania im östlichen Nordamerika bleibt entgegen der Planungen unerreichbar. Ein Teil der englischen Bevölkerung heißt die Kurpfälzer willkommen, ein anderer möchte sie zurücksenden. Daniel Defoe berichtet präzise über dieses Ereignis.

Das stärkste Winterhochwasser der Neuzeit kostet Ende Februar 1784 Ludwig van Beethoven fast das Leben. Dies Auswirkungen ungewöhnlicher Witterung fördern in der Folgezeit die Auswanderung.

Auf die Eruption des Tambora auf Sumbawa im April 1815 folgt „das Jahr ohne Sommer“ 1816. Ertragsausfälle führen zu Hunger. Auch vielen Haustiere fehlt das Futter; Pferde werden notgeschlachtet. Sie fehlen als Zugtiere. Karl Freiherr von Drais erfindet daraufhin das Fahrrad.

Dann, mit der Intensivierung der Industrialisierung im späten 19. Jahrhundert, beginnt es allmählich wärmer zu werden und in allerjüngster Zeit plagen zunehmend ganz andere Witterungsextreme Mensch und Natur: Hitze und Trockenheit.

Anhand dieser Schlüsselereignisse erläutert Prof. Bork an drei Abenden, welche gewaltigen Auswirkungen Klimawandel und extreme Witterung auf die Menschen und ihre Umwelt hatte und hat.

Weitere Termine: 
21. und 28. Oktober 2021, jeweils 18:00 - 19:30 Uhr

Technik: Videokonferenzsystem Zoom

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