Vortragsreihe anlässlich der Einweihung am 27.Oktober des Erinnerungszeichens für die Ulmer Opfer von NS-Zwangssterilisation und „Euthanasie“-Morden

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Psychisch kranke und behinderte Menschen wurden im Nationalsozialismus verfolgt und ermordet. Das Erinnern daran zwingt uns immer wieder zur Auseinandersetzung mit den mit Krankheit und Heilen verbundenen ethischen Herausforderungen. In dieser Vortragsreihe berichten renommierte Ethiker und Historiker über Abgründe des menschlichen Handelns in der NS-Zeit und stellen so eine Basis für die Betrachtung unseres heutigen Tuns her.

Erinnern an die Patientinnen und Patienten. Medizin der NS-Diktatur - Patientenorientierte Erinnerungsarbeit

Dienstag, 19. 11.2019 um 19:00 Uhr im  Club Orange, Volkshochschule Ulm
Vortrag von Prof. Dr. Florian Steger
Direktor des Instituts für Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin und Vorsitzender der Ethikkommission der Universität Ulm.

Seit einigen Jahren bemüht man sich an Opfer der NS-„Euthanasie“ als Individuen zu erinnern, mit ihren Namen und individuellen Geschichten. Warum ist das wichtig und wo liegen dabei die ethischen Grenzen?

Zwangssterilisation von sozialen Außenseitern im Nationalsozialismus

Dienstag, 26. 11.2019 um 19:00 Uhr im Club Orange, Volkshochschule Ulm
Prof. Dr. Wolfgang Ayaß
Institut für Sozialwesen der Universität Kassel

Im Nationalsozialismus wurden gesellschaftliche Außenseiter als „asozial“ abgestempelt und verfolgt. Sie wurden zwangssterilisiert, um „den gesunden Volkskörper zu schützen“. Später wurden sie in Konzentrationslagern eingesperrt, nicht wenige von ihnen wurden ermordet

„Wie konnten Ärzte im Nationalsozialismus Zwangssterilisation und Krankenmord verantworten?“

Dienstag, 03.12.2019 um 19:00 Uhr im Club Orange Volkshochschule Ulm

Ohne die Mitwirkung von vielen Ärzten wären die systematische Zwangssterilisation von kranken und behinderten Menschen und später ihre systematische Ermordung nicht möglich gewesen. Wie konnte die ärztliche Ethik derart versagen?

I. Professionelle Täter in der NS-Psychiatrie – eine persönliche Reflektion
Prof. Dr. med. Thomas Becker
Ärztlicher Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie II der Universität Ulm, Bezirkskrankenhaus Günzburg

II. Psychiater im Nationalsozialismus: Verhaltensweisen und Handlungsspielräume zwischen Heilen und Vernichten
Prof. Dr. Volker Roelcke
Direktor des Instituts für Geschichte der Medizin der Justus-Liebig-Universität Gießen

Logo des Dokumentationszentrum Oberer Kuhberg, Ulm, ev. KZ-Gedenkstätte