Erinnern an die Patientinnen und Patienten
"Wie konnten Ärzte im Nationalsozialismus Zwangssterilisation und Krankenmord verantworte?"

Time : Tuesday , 3.12.2019, 19:00 Uhr
Organizer : studium generale
Location : Club Orange, Volkshochschule Ulm,

Ohne die Mitwirkung von vielen Ärzten wären die systematische Zwangssterilisation von kranken und behinderten Menschen und später ihre systematische Ermordung nicht möglich gewesen. Wie konnte die ärztliche Ethik derart versagen?

I. Professionelle Täter in der NS-Psychiatrie - eine persönliche Reflektion
Prof. Dr. med Thomas Becker, Ärztlicher Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie II der Universität Ulm, Bezirkskrankenhaus Günzburg

II. Psychiater im Nationalsozialismus: Verhaltensweisen und Handlungsspielräume zwischen Heilen und Vernichten
Prof. Dr. Volker Roelcke, Direktor des Instituts für Geschichte der Medizin der Justuts-Liebig-Universität Gießen

Vortragsreihe anlässlich der Einweihung am 27. Oktober des Erinnerungszeichens für die Ulmer Opfer von NS-Zwangssterilisation und „Euthanasie“-Morden Psychisch kranke und behinderte Menschen wurden im Nationalsozialismus verfolgt und ermordet. Das Erinnern daran zwingt uns immer wieder zur Auseinandersetzung mit den mit Krankheit und Heilen verbundenen ethischen Herausforderungen.
In dieser Vortragsreihe berichten renommierte Ethiker und Historiker über Abgründe des menschlichen Handelns in der NS-Zeit und stellen so eine Basis für die Betrachtung unseres heutigen Tuns her.