Future Skills:

Welche Kompetenzen für den Standort Baden-Württemberg heute und in Zukunft erfolgskritisch sind

Die Arbeitswelt steht vor großen Veränderungen. Die rasante technologische Entwicklung und gesellschaftliche Umbrüche erfordern Antworten darauf, wie die zukünftige Arbeitswelt in Baden-Württemberg gestaltet werden kann. Digitalisierung, Automatisierung und künstliche Intelligenz gelten als Schlüsseltreiber für zukünftiges Wirtschaftswachstum und werden die Arbeitswelt maßgeblich prägen. Daneben bringt die Transformation der Gesellschaft hin zur Klimaneutralität weitreichende Veränderungen mit sich, unter anderem durch die deutliche Reduktion von Treibhausgasemissionen, den Wandel zur ressourceneffizienten Kreislaufwirtschaft und die Umsetzung der Energiewende. Bei der Bewältigung dieser Veränderungen ist vor allem eines wichtig: Menschen, die den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Fortschritt gestalten. Deshalb müssen jetzt die Fähigkeiten aufgebaut werden, die nötig sind, um die Zukunft für alle positiv zu gestalten, sogenannte Future Skills.

Vor diesem Hintergrund wurde die Studie „Future Skills“ initiiert. Mit ihr sollen zwei Fragen beantwortet werden: Welche Kompetenzen werden am Standort Baden-Württemberg in Zukunft benötigt? Wie groß ist der Bedarf der Industrie an solchen Future Skills bis zum Jahr 2026?

Eine Besonderheit dieser Studie ist die Einbeziehung datengetriebener Methoden zur Ableitung von Future Skills. Ausgangsbasis sind über eine Million Stellenausschreibungen der Bandbreite an Unternehmen in Baden-Württemberg aus den Jahren 2018-2020. Die Daten decken dabei umfassend und objektiv die nachgefragten Fähigkeiten seitens der Unternehmen in Baden-Württemberg ab. Aus dieser Datenbasis wurden mithilfe von Methoden des Information Retrieval über 6.000 enthaltene Fähigkeiten identifiziert. Diese wurden anschließend mithilfe einer modernen hierarchischen Clustering-Methode zu Future-Skills-Clustern gruppiert. Die Ergebnisse der Clustering-Methode wurden von mehreren Forschenden unabhängig voneinander geprüft und zusätzlich in Fokusgruppen und Einzelinterviews validiert. Ein Kernergebnis dieses Vorgehens sind 33 Future-Skills-Cluster, die für Baden-Württemberg identifiziert wurden. Zusätzlich zeigt unsere Umfrage mit 245 Unternehmen, wie groß der quantitative Bedarf an Fähigkeiten aus diesen Future-Skills-Clustern bis 2026 ist.

Kooperationspartner: AgenturQ

Gefördert durch: Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus Baden-Württemberg, IG Metall Baden Württemberg, Südwestmetall

Projektzeitraum: April 2021 – Oktober 2021

 

Transfer

Ein Kernergebnis der Studie ist eine Taxonomie mit insgesamt 33 Future-Skills-Clustern sowie jeweils den bedeutendsten zugehörigen Future Skills. Diese 33 Future-Skills-Cluster stellen die wichtigsten Fähigkeiten dar, die Mitarbeiter von Unternehmen in Baden-Württemberg in Zukunft benötigen.

Darüber hinaus wurden Nachfrage und Wachstum dieser Future-Skills generell und im Hinblick auf die vier fokussierten Schlüsselindustrien (Automobil- und Zulieferindustrie, Maschinenbau, Metallindustrie und Medizintechnik) analysiert. Aus dieser Analyse ergaben sich 12 Future-Skills-Cluster mit besonderen Relevanz für die fokussierten Schlüsselindustrien.

Zudem wurde der zusätzliche Bedarf an Future Skills in den vier fokussierten Schlüsselindustrien bis 2026 mittels einer Umfrage mit 245 Unternehmen aus Automobil- und Zulieferindustrie, Maschinenbau, Metallindustrie und Medizintechnik ermittelt. Aus den indikativ hochgerechneten Angaben der Unternehmen lässt sich ableiten, dass die vier betrachteten Schlüsselindustrien bis 2026 über eine Million mehr Fähigkeiten aus den technologischen Future-Skills-Clustern benötigen. Nach Angaben der befragten Unternehmen besteht bis 2026 zudem ein Bedarf an zentralen digitalen Schlüsselqualifikationen, der fast ein Drittel der Beschäftigten in den vier Schlüsselindustrien betrifft. Bemerkenswert ist auch der hohe Bedarf an überfachlichen Fähigkeiten. Auch wenn die Schätzung des Bedarfs an Future Skills aus Sicht der Unternehmen lediglich eine Indikation darstellt, ist eines sicher: Auf das Land Baden-Württemberg wartet eine der größten Weiterbildungsoffensiven seiner Geschichte.