Resilience and Sustainability in Global Supply Chains

Lernziele der Veranstaltung

Nach erfolgreichem Abschluss des Moduls sind die Studierenden in der Lage, 

  • zentrale Konzepte von Resilienz und Nachhaltigkeit in globalen Lieferketten zu verstehen, zu erklären und kritisch einzuordnen,
  • Trade-offs und paradoxe Spannungen zwischen Effizienz, Resilienz und ökologisch-sozialer Nachhaltigkeit zu analysieren, insbesondere unter Bedingungen hoher Umweltunsicherheit,
  • Klimarisiken (physische und transitorische Risiken) systematisch entlang globaler Wertschöpfungsketten zu identifizieren und deren Auswirkungen auf Supply-Chain-Design, Beschaffung und Operations zu bewerten,
  • die Rolle kritischer Rohstoffe und des Minings aus Resilienz- und Nachhaltigkeitsperspektive zu analysieren (z. B. Abhängigkeiten, geopolitische Risiken, soziale und ökologische Auswirkungen),
  • Managementansätze und Strategien zur Stärkung resilienter und nachhaltiger Lieferketten (z. B. Redundanz, Diversifikation, Transparenz, Kooperation, Digitalisierung) kritisch zu bewerten,
  • reale Fallstudien eigenständig zu analysieren, Handlungsempfehlungen abzuleiten und diese strukturiert in Präsentationen und wissenschaftlichen Ausarbeitungen aufzubereiten.

Inhalte

Die Lehrveranstaltung vermittelt ein integriertes Verständnis von Supply Chain Resilience und Sustainability mit besonderem Fokus auf globale Wertschöpfungsnetzwerke unter Krisenbedingungen. Aufbauend auf theoretischen Grundlagen werden aktuelle Praxisbeispiele und Fallstudien diskutiert. 

Zentrale Inhalte sind: 

  • Grundlagen von Supply Chain Resilience und Sustainability
    • Definitionen, Abgrenzung und Zielkonflikte
    • Triple Bottom Line, ESG und Sustainable Operations
    • Effizienz vs. Resilienz vs. Nachhaltigkeit
  • Umweltunsicherheit, Krisen und HILF-Events
    • Pandemie, geopolitische Konflikte, Naturkatastrophen
    • Auswirkungen auf globale Lieferketten und Produktionssysteme
  • Klimarisiken in Lieferketten
    • Physische Risiken (z. B. Extremwetter, Wasserknappheit)
    • Transitorische Risiken (Regulierung, CO₂-Preise, Marktveränderungen)
    • Integration von Klimarisiken in Supply-Chain-Strategien und Risikomanagement
  • Rohstoffe, Mining und kritische Materialien
    • Abhängigkeiten von kritischen Rohstoffen (z. B. Lithium, Kobalt, Seltene Erden)
    • Soziale und ökologische Risiken im Bergbau
    • Resilienzstrategien: Diversifikation, Recycling, Circular Economy, Substitution
    • Zielkonflikte zwischen Versorgungssicherheit und Nachhaltigkeit
  • Trade-offs, Paradox Theory und Managementansätze
    • Sand Cone und cumulative capability logic
    • Paradoxe Spannungen und „both–and“-Strategien
    • Rolle von Netzwerk- und Kooperationsfähigkeiten
  • Digitalisierung und Transparenz in Lieferketten
    • Traceability, Datenplattformen, Risiko-Monitoring
    • Digitale Lösungen zur Unterstützung resilienter und nachhaltiger Supply Chains 

Die Veranstaltung kombiniert Vorlesungsimpulse, Fallstudien, Gruppenarbeiten und Diskussionen. Die Studierenden arbeiten während des Semesters in festen Gruppen an einem praxisnahen Thema.

Literatur

  • Ivanov, D. (2018). Structural dynamics and resilience in supply chain risk management. Springer.
  • Hahn, T., Pinkse, J., Preuss, L., & Figge, F. (2015). Tensions in corporate sustainability: Towards an integrative framework. Journal of Business Ethics, 127(2), 297–316. https://doi.org/10.1007/s10551-014-2047-5
  • Warmbier, P. (2025). Resilience and sustainability in global supply chains: Paradoxes and strategic responses during crises. In C. Bode, R. Bogaschewsky, M. Eßig, & R. Lasch (Eds.), Supply Management Research: Advanced Studies in Supply Management. Springer Gabler, Wiesbaden. https://doi.org/10.1007/978-3-658-48750-8_3
  • Kinra, A., & Warmbier, P. (2025). Von Paradoxien zu Fortschritt: Die Transformation globaler Lieferketten durch fortschrittliche Nachhaltigkeitsgesetze. In B. Zimpelmann, S. A. Wülbers, & T. Eichner (Eds.), Von Freiwilligkeit zur Verpflichtung. Springer VS, Wiesbaden. https://doi.org/10.1007/978-3-658-47260-3_3
  • Moore, K. R., Marquis, E., Shanks, K., & Wall, F. (2024). Mining of primary raw materials as the critical foundation of “sustainable” metals: A wicked problem for technology innovation clusters. Philosophical Transactions of the Royal Society A: Mathematical, Physical and Engineering Sciences, 382(2284), 20230241.
  • Umweltbundesamt. (2020). Impacts of climate change on mining-related environmental risks and raw material supply chains.
  • Kiel Institute for the World Economy. (2025). Climate risks to global supply chains.
  • Umweltbundesamt. (2024). Management von Klimarisiken in Unternehmen.
  • Kreye, M. E. (2023). Sustainable operations and supply chain management. Routledge.
  • Hsuan, J., Skjøtt-Larsen, T., Kinra, A., & Kotzab, H. (2015). Managing the global supply chain (4th ed.). Copenhagen Business School Press.

Dozent

Dr. Piotr Warmbier

Modulbeschreibung

ECTS-Punkte: 4
Arbeitsaufwand: 120 Stunden; davon 24 Stunden Präsenzstudium, 96 Stunden Selbststudium

Die Modulprüfung besteht aus zwei gleichgewichteten Gruppenleistungen: 

1. Gruppenpräsentation (50 %) 

  • Dauer: 20 Minuten
  • Durchführung: Webinar / Online-Präsentation
  • Gruppengröße: 4 Studierende
  • Inhalt: Analyse eines zugewiesenen Themas aus dem Bereich Supply Chain Resilience & Sustainability 

2. Dazugehöriges wissenschaftliches Gruppenpaper (50 %) 

  • Umfang: 15–20 Seiten
  • Vertiefende Analyse des Präsentationsthemas
  • Theorie-Praxis-Verknüpfung, kritische Reflexion 

Themenvergabe: Die Themen werden am ersten Veranstaltungstag ausgegeben und den Gruppen zugeteilt. 

Termine

Die Veranstaltungstermine entnehmen Sie bitte dem aktuellen Stundenplan des Semesters.