Unser Institut ist ständig bemüht, die Lehre im Fach Biochemie in Ulm zu verbessern, um unsere Studierenden optimal auf anstehende Prüfungen wie auch das spätere Berufsleben vorzubereiten. Dabei orientieren wir uns maßgeblich an den Studierendenevaluationen und versuchen anhand derer, die Lernbedingungen stetig zu optimieren. Um den Erfolg unserer Umstrukturierungen und neuen Lehrkonzpete zu überprüfen, führen wir verschiedene Studien durch.

Das umgekehrte Biochemie Klassenzimmer

Im Sommersemester 2016 haben wir für das Integrierte Seminar "Vom Gen zum Protein" auf Basis vergangener Studierendenevaluationen ein neues Lehrkonzept, das sogenannte “umgekehrte Biochemie Klassenzimmer”, entworfen und in einer Pilotphase in einigen Studierendengruppen implementiert. Teil des “umgekehrten Biochemie Klassenzimmers” sind Biochemie Lehrfilme, die von den Studierenden in einer Selbstlernphase vor der eigentlichen Seminarpräsenzzeit studiert und dessen Inhalte in den Präsenzzeiten angewandt und vertieft werden. Dieses Lehrkonzept wurde von den Studierenden im SS16 sehr gut angenommen. Die Ergebnisse unserer begleitenden Studie zeigten, dass sich die Studierenden mit diesem Konzept sehr gut auf anstehende Prüfungen sowie das spätere Berufsleben vorbereitet fühlten. Darüber hinaus fanden die Biochemie Lehrfilme sehr großen Anklang. Die Ergebnisse aus dieser Studie konnten 2017 publiziert werden.In darauf aufbauenden Studien haben wir das Konzept Schritt für Schritt weiter optimiert - Details hier

Biochemie Lehrfilme

Derzeit sind wir an der Produktion von Biochemielehrfilmen, die sowohl im umgekehrten Biochemieklassenzimmer im Rahmen von Biochemieseminaren wie auch vorlesungsbegleitend eingesetzt werden. Erste Umfrageergebnisse zeigen, dass die Studierenden die Filme als sehr lernförderlich empfinden. Bei Interesse kontaktieren Sie gerne Susanne Kühl oder sehen Sie Moodle.

Schauspielpatienten und ärztliche Kommunikation in der Biochemie

Um die ärztliche Kommunikationskompetenz von Medizinstudierenden zu stärken, wurden im Sommersemester 2018  im Rahmen des umgekehrten Biochemieseminars in einer Pilotphase erstmalig Schauspielpatienten in die Präsenzphasen von vier Studierendengruppen integriert. Dabei wurden die Studierenden vor die Aufgabe gestellt, den komplexen biochemischen Hintergrund einer Erkrankung mit einfachen Worten einem von Laienschauspielern simulierten Patienten zu erläutern. Diese Pilotphase wurde wissenschaftliche begleitet. Aufgrund der sehr positiven Ergebnisse werden im Sommersemester 2019 Laienschauspieler flächendeckend für alle Studierenden im Seminar eingesetzt.

In einem aktuellen Projekt wird derzeit untersucht, ob die Studierenden durch das Kommunikationstraining tatsächlich auch einen Zuwachs Ihrer Kommunikationskompetenz erlangen.

Die Ergebnisse aus diesen Arbeiten dienen zur Vorbereitung der Umsetzung  der im Masterplan Medizinstudium 2020 vorgeschlagenen Maßnahmen.

Projekt "Klimakommunikation"

Die globale Erwärmung, der Artenschwund und die Plastikvermüllung stellen zunehmend große Herausforderungen für unsere Gesellschaft dar. Um Studierende der Medizinischen Fakultät für diese Themen zu sensibilisieren, haben wir begonnen, in unseren Lehrveranstaltungen auf Umweltproblematiken aufmerksam zu machen. Weiterhin bieten wir verschiedene Veranstaltungen wie Wahl(pflicht)fächer und außercurriculare Seminare zum Thema an. Derzeit werden diese Angebote wissenschaftlich begleitet, um herauszufinden, ob sich durch die Vermittlung sowie Integration von Umwelt- und Klimathemen in eine Lehrveranstaltung Wissen, Umweltbewusstsein und / oder Verhalten bei den Teilnehmenden messbar verändern. Wir danken allen, die daran teilnehmen und uns damit wichtige Erkenntnisse für eine gute Klimakommunikation verschaffen.

Projekt Wissenschaftlichkeit

Ein Ziel des Masterplans Medizinstudium 2020 ist die stärke Verankerung der Wissenschaftlichkeit im Medizinstudium. Nachweis selbständigen wissenschaftlichen Arbeitens ist die Promotion. Eingebettet in das Konzept wise@ulm und das Promotionsprogramm Experimentelle Medizin wurde daher das Kursangebot Basics der medizinischen-experimentellen Dissertation (Basics MED) durch Susanne Kühl konzeptioniert. Ziel ist die Unterstützung Promovierender der Human- und Zahnmedizin und eine verbesserte Qualität der eingereichten wissenschaftlichen Arbeiten. Inhalte des Kursangebots orientieren sich an eigenen Beobachtungen aus der Betreuung von medizinischen Promotionsarbeiten sowie den offiziellen Richtlinien der Medizinischen Fakultät Ulm. Das Angebot besteht aus drei Kursen. Kurs I beinhaltet Zeit- und Schreibmanagement in der Doktorarbeit, die Literaturrecherche sowie die Regeln guter wissenschaftlicher Praxis inklusive korrektes Zitieren, Laborbucheintrag und Datenhandhabung. Die Kapitel einer wissenschaftlichen Arbeit sowie das Präsentieren und Verteidigen der Doktorarbeit werden besprochen. Im online basierten Kurs II verfassen die Promovierenden Auszüge verschiedener Dissertationskapitel und erhalten Peer- und Experten-Feedback. In Kurs III trainieren die Teilnehmenden wissenschaftliche Vorträge und deren Diskussion. Alle drei Kurse werden derzeit pilotiert und forschungsorientiert evaluiert.