Leitende Kunststoffe

Descartes-Preis für Ulmer Forschergruppe

Damit in Polymeren Elektronen frei beweglich sind und diese somit leitfähig werden, müssen sie über ein konjugiertes System von Doppelbindungen verfügen. Die Amerikaner A. Heeger und A. MacDiarmid sowie der Japaner H. Shirakawa wurden im Oktober dieses Jahres für ihre Entdeckung der Leitfähigkeit von Polymeren mit dem Nobelpreis ausgezeichnet.
Forscher der Universität Ulm konnten nun halbleitfähige Kunststoffe chemisch so modifizieren, dass die Beweglichkeit der Ladungen im Polymer verbessert wird, ohne dass dieses an Löslichkeit einbüßt. Die Chemiker aus der Abteilung Organische Chemie II (Leiter:  Prof. Dr. Peter Bäuerle) haben in den vergangenen drei Jahren gemeinsam mit vier Teams aus Holland, England und Dänemark und in Kooperation mit der Industrie einen leitfähigen „Plastikchip“ hergestellt. Diese internationale Kooperation wurde nun als eines von drei Projekten ausgewählt, die mit dem neuen nach Descartes benannten Spitzenpreis der Europäischen Union ausgezeichnet wurden. Von dem gesamten Preisgeld  in Höhe von insgesamt 1,3 Mio DM erhielt die Forschergruppe der Universität Ulm nun rund 120.000 DM als Auszeichnung für Ihre Forschungsarbeiten.

 


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