Jahresrückblick 2019

Januar

Feierliche Verleihung zu Jahresbeginn: 50 Deutschlandstipendien

Mit Deutschlandstipendien werden 50 begabte Studierende ausgezeichnet, die sich oft auch sozial engagieren. Für ein Jahr werden die Stipendiaten mit 300 Euro monatlich unterstützt. Das Geld kommt jeweils zur Hälfte von Stipendiengeber und zur anderen Hälfte vom Bund. Unter den 20 Förderern sind bekannte Namen wie die Ernst & Young Stiftung oder die Wüstenrot & Württembergische AG. Aber auch Familienunternehmen oder Privatpersonen können Deutschlandstipendien finanzieren.

Um ein Deutschlandstipendium hatten sich 264 Studierende beworben. Die Auserwählten nutzen die feierliche Verleihung, um mit ihrem Stipendiengeber ins Gespräch zu kommen – so wurden oft schon Praktika oder Abschlussarbeiten vermittelt.

In der Wüste Nordafrikas hat Dr. Sarah Pfeffer zu Wüstenameisen geforscht

Forschungs- und Lehrboni: Begabte Nachwuchsforschende und engagierte Dozenten

Am Jahresbeginn werden traditionell die Forschungs- und Lehrboni der Universität Ulm in der Villa Eberhardt vergeben. Die mit je 10 000 Euro dotierten Forschungsboni sollen jungen, vielversprechenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern dabei helfen, selbstständig Forschungsanträge zu stellen. In diesem Jahr verleihen der UUG-Vorsitzende Manfred Oster und Forschungs-Vizepräsident Prof. Joachim Ankerhold die Boni an die Neurobiologin und Ameisenforscherin Dr. Sarah Pfeffer sowie an den Theoretischen Physiker Dr. Ish Dhand.

Weiterhin werden bei der Feierstunde die Zertifikate des Hochschuldidaktik Zentrums des Landes Baden-Württemberg vergeben. Der Lehrforschungspreis der Medizinischen Fakultät  (2500 Euro) geht an PD Dr. Anja Böckers und Friederike Hasselblatt.

Mit Lehrboni à 2000 Euro zeichnet die Vizepräsidentin für Lehre, Prof. Olga Pollatos, engagierte Dozentinnen und Dozenten aller vier Fakultäten aus. Lehrboni erhalten:
- Daniel Würtenberger (Mathematik und Wirtschaftswissenschaften)
- Dr. Mike-Andrew Westhoff (Medizin)
- Prof. Christian Waldschmidt (Ingenieurwissenschaften, Informatik und Psychologie)
- Prof. Marco Tschapka (Naturwissenschaften).

 

Humboldt-Professur für Dr. Ulla Hahn: Lyrikerin spricht über Folgen der KI

Die bekannte Lyrikerin, Erzählerin und Literaturwissenschaftlerin Dr. Ulla Hahn hält als Humboldt-Professorin Vorträge in Ulm. Im Philosophischen Salon spricht Ulla Hahn über „Völkerwanderung und die Suche nach neuer Geborgenheit“. Mit einem Vortrag über die Folgen der Künstlichen Intelligenz wendet sich die vielfach ausgezeichnete Autorin im Stadthaus an ein noch breiteres Publikum. Die Gastprofessur wird vom Humboldt-Studienzentrum an prominente Forschende und Literaten vergeben, die zwei Vorträge im Umfeld der Universität halten.

Vier Wrangell-Habilitationsstipendien gehen nach Ulm

Gleich vier junge Forscherinnen der Universität Ulm werden in das Margarete von Wrangell Habilitationsprogramm für Frauen aufgenommen – so viele wie nie zuvor. Auf dem Weg zur Professur werden die Stellen der Forscherinnen durch das Landesprogramm für fünf Jahre finanziert. Darüber hinaus nehmen die Habilitandinnen an Schulungen und Trainingsangeboten des Mentoringprogramms MuT teil.

Für das Habilitationsprogramm ausgewählt worden sind: Dr. Kerstin Felgentreff und Dr. Julia Zinngrebe von der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendmedizin. Außerdem werden Dr. Sally Olderbak, Abteilung für Differentielle Psychologie und Psychologische Diagnostik, und Dr. Joana Straub (Universitätsklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie/Psychotherapie) gefördert.

Dr. Kerstin Felgentreff
Dr. Julia Zinngrebe
Dr. Sally Olderbak
Dr. Joana Straub

Februar

Foto: Hochschule Biberach (HBC)

„Accelerate!SÜD“ soll Gründerkultur stärken

Unternehmerisches Denken und Handeln fördern: Um den Gründergeist junger Menschen zu wecken erhält das Projekt „Accelerate!SÜD“ 500 000 Euro aus dem Fonds „Erfolgreich Studieren in Baden-Württemberg“. Das Ziel: Studierende frühzeitig für die unternehmerische Selbstständigkeit zu begeistern und ein positives Gründungsklima an den Hochschulen im Land zu erzeugen. Herzstück ist ein Onlineportal, das Studierende, Unternehmen und institutionelle Partnern wie die Industrie- und Handelskammer (IHK) digital miteinander verbindet. Dort sollen Gründungsideen gesammelt und nach Kriterien wie Nachfrage, Umsetzbarkeit, ökonomischer Nutzen, gesellschaftliches Potential geprüft werden. Beantragt wurde das Projekt gemeinsam von der Hochschule Biberach (federführend), der Technischen Hochschule Ulm und der Universität Ulm, die zum Hochschulverbund InnoSÜD gehören.

Carolo Cup: Ulmer Studierende erobern Spitzenplatz

Wieder mal ganz oben auf dem Siegertreppchen! Das Ulmer Team „Spatzenhirn“ gewinnt Anfang Februar den 12. Carolo-Cup. Bei diesem Wettbewerb, der von der TU Braunschweig organisiert wird, treten 17 studentische Teams gegeneinander an – mit hochautomatisierten, selbststeuernden Elektrofahrzeugen im Modellformat. Der Ulmer „Spatz“ brilliert nicht nur im Parcours mit einer rasanten und fehlerfreien Fahrt, sondern überzeugt die Jury auch durch sein technisch ausgefeiltes Konzept. Das 15-köpfige Entwicklerteam aus Studierenden der Ingenieurwissenschaften und Informatik kehrt mit einer Siegprämie von 4000 Euro zurück nach Ulm. Betreut wird das Wettkampf-Projekt, bei dem die Ulmer „Spatzenhirne“ in den letzten zehn Jahren schon fünfmal siegreich waren, vom Institut für Mess-, Regel- und Mikrotechnik.

Zum Film "Carolo Cup 2019 - Impressionen"

Foto: Nils Rexin

Dies academicus zum 52. Universitätsjahr: Blick zurück mit Stolz

Wie erfolgreich sich die Universität Ulm in 2019 entwickelt hat, zeigt Universitätspräsident Professor Michael Weber beim diesjährigen Dies academicus auf. Mit einem Drittmittelrekord von 105 Millionen Euro, neuen Forschungsgebäuden und außeruniversitären Forschungseinrichtungen, mit weiteren Meilensteinen in der Lehre und im Wissenstransfer kann sich die Bilanz der Uni wieder einmal sehen lassen. Ein besonderes Glanzstück: das Exzellenzcluster POLiS (Post Lithium Storage Cluster of Excellence) zur Batterieforschung, das 2018 gemeinsam mit dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und Partnern wie dem Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) eingeworben wurde. Beim Dies erklären die Clustersprecher Prof. Maximilian Fichtner und Prof. Axel Groß welchen Beitrag POLiS bei der Entwicklung leistungsfähiger und nachhaltiger Energiespeicher der nächsten Generation leisten kann. Und natürlich gibt es wieder jede Menge Preise.

Preisträgerinnen und Preisträger des 52. Dies academicus

Zweimal vergeben wurde der Kooperationspreis Wissenschaft-Wirtschaft 2018 (à 4000 Euro):

  • ausgezeichnet wird Prof. Albert Ludolph, Ärztlicher Direktor der Universitätsklinik für Neurologie (RKU), für seine langjährige Zusammenarbeit mit TEVA Pharmaceutical Industries Ltd. zum klinischen und präklinischen Einsatz des Parkinsonmedikaments Rasagilin bei Patienten mit Amyotropher Lateralsklerose (ALS).
  • ausgezeichnet wird Junior-Prof. Claudia Schrader, Leiterin der Abteilung Serious Games (Institut für Psychologie und Pädagogik), für das Simulationsspiel MeisterPower. Gemeinsam mit dem Baden-Württembergischen Handwerkstag e.V. und der Firma Gentle Troll Entertainment GmbH hat Schrader ein Computerspiel entwickelt, bei dem Schülerinnen und Schüler als Handwerksmeister einen Betrieb führen.

Den Franziska-Kolb-Preis zur Förderung der Leukämieforschung 2018 (8000 Euro) erhält Dr. Clarissa Oßwald vom Institut für Physiologische Chemie. Die junge Wissenschaftlerin befasst sich in ihrer Dissertation mit dem klassischen Hodgkin-Lymphom, einer der häufigsten Krebserkrankungen im jungen Erwachsenenalter.

Den Lehrpreis 2018 der Universität Ulm (4000 Euro) bekommt Dr. Susanne Kühl. Die Wissenschaftlerin und Dozentin am Institut für Biochemie und Molekulare Biologie hat unter anderem in einem Biochemie-Seminar für Medizinstudierende ein „Inverted Classroom“-Konzept auf der Grundlage eigens produzierter Lehrvideos eingeführt.

Mit dem Gleichstellungspreis der Universität Ulm (2500 Euro) wird der Trauma-Sonderforschungsbereich 1149 ausgezeichnet, und zwar für das Trauma Start-up-Programm für begabte junge Wissenschaftlerinnen und das „Pregnancy in Trauma Research“-Programm zur Unterstützung von Forscherinnen in Schwangerschaft und Elternzeit.

Den Mileva Einstein-Marić-Preis (2500 Euro) erhält die Psychologin Dr. Sally Olderbak für die vorbildliche Vereinbarung ihrer wissenschaftlichen Arbeit mit den Familienpflichten. Die zweifache Mutter forscht in der Abteilung für Differentielle Psychologie und Psychologische Diagnostik über sozio-emotionale Eigenschaften.

Der Ulmer Universitätssonderpreis für herausragendes studentisches Engagement 2018 (500 Euro) geht an die studentischen Organisatoren des Wahlfachs „MSV – Mit Sicherheit verliebt“. Die Medizinstudierenden engagieren sich in der Sexualaufklärung Jugendlicher an Schulen.

„Mission Statement Gleichstellung“ für mehr Chancengerechtigkeit

Die Universität Ulm setzt sich für mehr Chancengerechtigkeit und bessere Karrieremöglichkeiten für Frauen ein. Mit der Veröffentlichung des Ende letzten Jahres vom Senat der Universität beschlossenen „Mission Statement Gleichstellung“ möchte die Uni Zeichen setzen; nach innen und nach außen. In neun Punkten behandelt das Leitbild Themen wie Führungskultur, Karriereplanung oder Personalentwicklung. Auch Stellenausschreibungen und Berufungsverfahren sollen „genderneutal“ durchgeführt werden. Angestrebt werden ein ausgewogenes Geschlechterverhältnis in Gremien und Studienfächern sowie ein höherer Anteil an Professorinnen, eines der wichtigsten Ziele der neuen Leitlinien.

Das "Mission Statement Gleichstellung" als PDF

840 000 Euro für Verbundprojekt „Eignung und Auswahl“

Die Universitäten Stuttgart und Ulm sowie das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entwickeln gemeinsam ein neues Studienwahl-Orientierungsverfahren für zulassungsfreie Bachelor-Studiengänge in den MINT-Fächern. Dafür erhalten sie vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg 840 000 Euro. Kern des Verbundprojektes „Eignung und Auswahl“ ist die Konzeption und Ausarbeitung von Auswahlgesprächen, Kenntnis- und Studierfähigkeitstest. Diese sollen zukünftigen MINT-Studierenden dabei helfen, fachliche Voraussetzungen und persönliche Eignung besser einzuschätzen. Profitieren können auch die Hochschulen, indem sie stärker an der Auswahl ihrer Studierenden beteiligt werden. Die Universität Ulm kümmert sich insbesondere um die Entwicklung geeigneter Studierfähigkeitstest.

März

Gemeinsam statt einsam bei den Ulmer Denkanstößen

1000 Facebook-Freunde, ständig erreichbar und trotzdem einsam? Die Ulmer Denkanstöße widmen sich in Zeiten andauernder Kommunikation den Höhen und Tiefen der Einsamkeit. Gemeinsam haben das Humboldt-Studienzentrum der Uni Ulm, die Kulturabteilung der Stadt Ulm sowie die Stiftung Bildung und Soziales der Sparda-Bank Baden-Württemberg ein umfangreiches dreitägiges Programm zusammengestellt. Den Eröffnungsvortrag über „Die Unverfügbarkeit der Gefühle“ hält der Jenaer Soziologe und Politikwissenschaftler Prof. Hartmut Rosa. Über "Die Einsamkeit in den Bergen" spricht der Begsteiger Alexander Huber. Den Abschluss bildet ein Vortrag von Prof. Manfred Spitzer, der es mit seinem Buch „Einsamkeit – die unerkannte Krankheit“ erneut in die Bestsellerlisten geschafft hat.

Frühjahrsakademie vom vermessen(d)en Menschen

Um die Macht und Magie der Zahlen geht es bei der Frühjahrsakademie des Zentrums für Allgemeine Wissenschaftliche Weiterbildung (ZAWiW). Unter dem Motto „Der vermessen(d)e Mensch“ beleuchten die Veranstalter den allgegenwärtigen Drang, alles zu quantifizieren. Die Vormittagsvorträge kommen aus den Bereichen Wirtschaft und Medizin, Mathematik und Musik und drehen sich beispielsweise um die Geschichte der Zahlen oder die die Bedeutung von „Big Data in der Medizin“. Ergänzt wird das Programm wie gewohnt durch jeweils mehr als zwei Dutzend Arbeitsgruppen und Mittwochsangebote.

Feierlicher Auftakt für „exzellente“ Energieforschung

In Ulm wird CELEST, die größte deutsche Plattform für elektrochemische Energieforschung, eingeweiht. Das Forschungsziel des "Center for Electrochemical Energy Storage Ulm & Karlsruhe" (CELEST) sind hochleistungsfähige und umweltfreundliche Batterien für Energiewende und Elektromobilität. Hier bündeln Forschende der Uni Ulm, des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) sowie des Zentrums für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) ihre Kompetenzen – von der Grundlagenforschung über die praxisnahe Entwicklung bis zur Batterieproduktion. Staatssekretär Christian Luft vom Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstreicht in seiner Festrede die Bedeutung der Batterieforschung bei der Bewältigung aktueller gesellschaftlicher Herausforderungen. Die Feier im Helmholtz-Institut Ulm markiert zudem den Auftakt des bundesweit einzigen Exzellenzclusters in der BatterieforschungPOLiS „Post Lithium Storage“.

 

Wie funktioniert der Akku meines Smartphones?

Beim Girls‘ und Boys‘Day lernen rund 130 Mädchen und Jungen an der Uni Ulm und der Ulmer Universitätsklinik speziell die Berufe und Studienfächer kennen, in denen das jeweils andere Geschlecht überrepräsentiert ist. Deshalb bleiben diese Arbeitsbereiche und Studienmöglichkeiten bei der Berufsorientierung oft unberücksichtigt. In verschiedenen Workshops, Führungen und Vorträgen besichtigen die Teilnehmerinnen unter anderem das Quadrocopter-Labor der Universität und programmieren selbst Fluggeräte oder sie werfen einen Blick in das Zentrallager der Uniklinik. Jungen informieren sich beispielsweise über Gesundheitsberufe im Umfeld der Intensivstation oder die Aufgaben eines Erziehers in den betriebseigenen Kindertagesstätten.

April

Kein Herz aus Stein! Uni lehnt Negativpreis für Tierversuch ab

Anfang April will der Verein „Ärzte gegen Tierversuche“ Forschenden der Universität Ulm den Negativpreis „Herz aus Stein“ verleihen. Die Tierversuchsgegner kritisieren ein Experiment im Mausmodell, das zu einem besseren Verständnis von Thoraxverletzungen beitragen soll – dem häufigsten Verletzungsmuster bei Traumapatienten. Die Universität respektiert die Meinung des Vereins, wehrt sich jedoch gegen die Unterstellung, die Versuche seien „absurd und grausam“ sowie gegen eine teils irreführende Kampagne. Tatsächlich handelt es sich um relevante, von der Regierungsbehörde genehmigte Traumaforschung, die schwer verletzten Unfallopfern zugutekommt.

Die Preisübergabe an der Uni Ulm scheitert und es kommt zu einer harten aber fairen Diskussion zwischen Wissenschaftlern und Tierversuchsgegnern. Am Rande demonstrieren Forscherkolleginnen und –kollegen.

pdf aus uni ulm intern

Grundsätze Tierforschung der Uni Ulm

370 Erstis starten ins Sommersemester

Für 370 Studierende beginnt Ende April das erste Semester eines Bachelor- oder Masterstudiengangs an der Universität Ulm. Unter den Neulingen sind 131 klassische Erstsemester, die noch nie an einer Hochschule eingeschrieben waren. Wie üblich begrüßen Universitätspräsident Prof. Michael Weber sowie Studierendenvertreter die Anfängerinnen und Anfänger. Im Sommersemester sind die Studierendenzahlen an der Uni Ulm traditionell niedriger – und liegen bei 9700.
Die meisten Erstsemester nehmen ein Bachelorstudium in Informatik auf, gefolgt von Zahnmedizin und Wirtschaftsmathematik.

Neue DFG-Forschungsgruppe: Amyloidose verstehen

Ein besseres Verständnis der systemischen Amyloidose ist das Ziel einer neuen, mit 2,1 Millionen Euro ausgestatteten DFG-Forschungsgruppe. Diese Krankheit hat viele Gesichter und kann bei Herz- und Nierenbefall innerhalb kurzer Zeit eine Organtransplantation nötig machen oder zum Tod führen. Die Ursachen der Amyloidose, bei der sich krankhafte Eiweiße im Körper anlagern, sind allerdings noch nicht ausreichend verstanden. In den kommenden drei Jahren wollen Forschende um den Sprecher Prof. Marcus Fändrich (Leiter des Ulmer Instituts für Proteinbiochemie) mit einem breiten Spektrum biochemischer Methoden und bildgebender Verfahren ergründen, warum es zu unterschiedlichsten Krankheitsausprägungen kommt. Beteiligt sind Forschende aus Ulm, Erlangen, München, Heidelberg und Kiel.

Mai

Anpfiff fürs neue Rasenspielfeld

Nach einjähriger Bauphase wird Anfang Mai das Rasenspielfeld an der Universität Ulm eingeweiht. An der Sporthalle-Nord können Ballsportbegeisterte ihrem Hobby nun auf immerhin 35 000 m2 nachgehen. Eröffnet wird das Spielfeld mit einem Fußballturnier, das die Kicker aus Dezernat V gewinnen. Selbstverständlich werden vom Hochschulsport auch exotischere Sportarten wie Flag Football oder Boot Camp auf dem Sportplatz angeboten, den Uni-Angehörige auch mieten können. Gekostet hat das Feld mit vollautomatischer Bewässerungsanlage und Sitzwellen 750 000 Euro.

Zum Film "Lukas testet Flag Football"
 

73 Millionen Euro für neues Trauma-Gebäude

Grünes Licht für den neuen Traumaforschungsbau: Der Wissenschaftsrat unterstützt den Förderantrag zum Bau eines Gebäudes für „Multidimensionale Trauma-Wissenschaften“ (MTW) an der Universität Ulm. Damit ist die Finanzierung des fast 5000 m2 großen Neubaus gesichert. Bund, Land und die Medizinische Fakultät der Universität übernehmen die Kosten von über 73 Millionen Euro. Die Ulmer Traumaforschung rund um den Sonderforschungsbereich 1149 und der Kooperationsplattform „Zentrum für Traumaforschung“ (ZTF) erhält damit eine neue hochmoderne Wirkstätte, ausgestattet unter anderem mit biomedizinischen Speziallaboren, mit einer Biobank für Blut und Gewebeproben sowie einem klinischen Studienzentrum. Im neuen MTW-Gebäude sollen 19 Arbeitsgruppen mit über 200 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unterkommen.

„Die Grenzen des Wachstums“: Prof. Dennis Meadows an der Uni Ulm

Nie zuvor bewegte eine wissenschaftliche Studie die Menschheit so sehr wie „Die Grenzen des Wachstums“, die 1972 vom „Club of Rome“ veröffentlicht wurde. Kein Wunder also, dass der wissenschaftliche „Vater“ dieser weltberühmten Studie, Prof. Dennis Meadows, bei den Hochschultagen Ökosoziale Marktwirtschaft und Nachhaltigkeit auf größtes Interesse stößt. Der Ökonomieprofessor war kurz zuvor in München mit dem „Deutschen Kulturpreis 2019“ ausgezeichnet worden und nutzte die Gelegenheit, an der Universität Ulm vor Studierenden zu sprechen. Fazit seines Vortrags: seit über 45 Jahren sind die katastrophalen Prognosen nun bekannt, doch geändert habe sich bislang wenig oder gar nichts. Schuld daran: alte Gewohnheiten!

Juni

„Uni hilft!“, Leben zu retten

Zum 9. Mal organisieren Studierende vor allem aus den Fachschaften Medizin und Molekulare Medizin „Uni hilft!“, die große Aktion zur Stammzell-Typisierung an der Uni Ulm, bei der es auch die Möglichkeit zum Blutspenden gibt. Für zahlreiche Blutkrebs-Patientinnen und -Patienten ist eine Übertragung gesunder Stammzellen die einzige Überlebenschance. Jedoch finden viele Betroffene keinen passenden Spender. Bei der Auflage 2019 werden rund 150 Blutspenden gesammelt sowie über 240 Stammzelltypisierungen verzeichnet.

1,5 Millionen Euro für „risikobehaftete“ Quantentechnologie-Forschung

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) bewilligt Prof. Martin Plenio ein Reinhart Kosselleck-Projekt. Im Rahmen dieser sehr selten vergebenen Forschungsförderung in Höhe von 1,5 Millionen Euro für fünf Jahre können durch besondere wissenschaftliche Leistungen ausgewiesene Forschende, relevanten Fragestellungen mit unklaren Erfolgsaussichten nachzugehen. Plenio, Leiter des Instituts für Theoretische Physik, möchte mit seiner Forschung den Weg zur Kernspinresonanz auf der Mikro- und Nanoskala mithilfe der Quantentechnologie ebnen. Das Ziel könnten kleine, kosteneffiziente NMR-Geräte, sein, die einfach zu handhaben sind, und auch beispielsweise in der Hausarztpraxis Anwendung finden.

Drittbeste deutsche „Golden Age“-Uni

In der „Golden Age“-Rangliste von Times Higher Education (THE) belegt die Uni Ulm deutschlandweit einen ausgezeichneten 3. Platz. Im weltweiten Vergleich schafft es die Ulmer Alma Mater auf Rang 16. Das „Golden Age“-Ranking des britischen THE-Verlags bewertet Universitäten, die nach dem Zweiten Weltkrieg bis zum Ende der 1960-er Jahre gegründet worden sind. Verglichen werden die Bereiche Forschung, Lehre, wissenschaftlicher Einfluss (Zitationen), Internationalität und Drittmittel.
Auch im „QS World University Ranking“ des britischen Unternehmens Quacquarelli Symonds mit rund eintausend bewerteten Universitäten weltweit erreicht die Uni Ulm eine respektable Platzierung im oberen Drittel.

Neues DLR-Institut für Quantentechnologien

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) richtet in Ulm ein neues Institut für Quantentechnologien in Raumfahrtanwendungen (DLR-QT) ein. Das Ziel des DLR-QT ist es, Präzisionsinstrumente der nächsten Generation zu entwickeln, die unter anderem für die Navigation und Kommunikation sowie für die Erd- und Wetterbeobachtung im Weltraum eingesetzt werden können. In enger Kooperation mit der Industrie soll das Institut eine Brücke zwischen Forschung und Anwendung schlagen. Finanziert werden das DLR-QT und die rund 150 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mit rund elf Millionen Euro jährlich von Bund und Land. Im November bezieht das Institut eigene Räume in einem Gewerbepark in der Ulmer Weststadt.

Uni-Angehörige treten in die Pedale

Bei ihrer ersten Teilnahme an der Academic Bicycle Challenge (ABC) erreicht die Uni Ulm einen respektablen 8. Platz. 113 Radlerinnen und Radler legen im Juni fast 19 000 Kilometer mit dem Drahtesel zurück; dabei zählen nicht nur die Fahrten zur Uni, sondern auch alle privat geradelten Kilometer. Erfasst werden die gefahrenen Strecken mittels einer Fahrrad-Navigationsapp. Am internationalen Fahrrad-Wettbewerb nehmen 21 Hochschulen weltweit teil. Die ABC soll zu mehr Klimaschutz und Bewegung anregen sowie das Gemeinschaftsgefühl an den teilnehmenden Hochschulen stärken.

Zum Beitrag aus uni ulm intern

Juli

Im ZQB beginnt die Zukunft der Sensorik

Ministerpräsident Winfried Kretschmann übergibt der Universität Ulm ein einzigartiges Gebäude: das Zentrum für Quanten- und Biowissenschaften (ZQB). Im rund 23,5 Millionen Euro teuren Bau wird eine interdisziplinäre Forschergruppe hochleistungsfähige Sensoren entwickeln, bildgebende Verfahren optimieren sowie quantenmechanische Effekte in biologischen Systemen untersuchen. Das für die besonderen Ansprüche der Forschenden aus Physik, Chemie und molekularer Medizin "maßgefertigte" Gebäude verfügt über hochsensible und hochgenaue Mess- und Labortechnik.

Bundesforschungsministerin Anja Karliczek besucht Ulmer Batterieforschung

Die Bundesministerin für Bildung und Forschung, Anja Karliczek, macht sich ein Bild von der Batterieforschung in der Ulmer Wissenschaftsstadt. Denn mit der Universität, dem Helmholtz-Institut Ulm (HIU) und dem Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) ist auf dem oberen Eselsberg ein international führendes Zentrum der elektrochemischen Energieforschung angesiedelt. „Die Begeisterung der Ulmer Forscher für ihre Themen hat mich sehr beeindruckt. Ulm ist einer der wichtigsten Standorte für die Batterieforschung in Deutschland mit großer Zukunft“, so Bundesforschungsministerin Anja Karliczek. Erst Tage zuvor ist bekannt geworden, dass das mit 500 Millionen Euro ausgestattete Vorhaben "Batterieforschungsfabrik" in Münster realisiert wird. Der Standort Ulm hatte bei der Expertenentscheidung überraschend das Nachsehen.

SAPS hilft kleineren Unternehmen bei der Nutzung großer Datenmengen

Ein Verbund aus neun Universitäten und Hochschulen des Landes, an dem auch die Universität Ulm beteiligt ist, erhält zwei Millionen Euro, um mittelständische Firmen bei der intelligenten Nutzung großer Datenmengen zu unterstützen. Geleitet wird das Projekt „Data Literacy und Data Science von der School of Advanced Professional Studies (SAPS). Dieses Zentrum für die berufsbegleitende wissenschaftliche Weiterbildung, das von der Universität Ulm und der Technischen Hochschule Ulm gegründet wurde, kümmert sich auch um die didaktische Konzeption des Qualifizierungsprojektes. Externer Partner ist die Firma SICOS GmbH, ein Spezialist für Simulationen und Big Data. Im Fokus des Projektes steht die Entwicklung von unterschiedlichen Weiterbildungsformaten zur Analyse und Auswertung von Unternehmensdaten, die auf die Bedürfnisse kleinerer und mittlerer Unternehmen (KMU) zugeschnitten sind.

52. Jahrestag zwischen Hochschulpolitik, Internationalisierung und Preisen

Traditionell zum Ende des Sommersemesters feiert die Uni Ulm ihren Jahrestag mit einem Festvortrag und zahlreichen Ehrungen. Unter anderem werden der langjährige Vorsitzende der Ulmer Universitätsgesellschaft (UUG), Hans Hengartner, sowie der Vorstandsvorsitzende der Sparda-Bank Baden-Württemberg, Martin Hettich, für sein Engagement bei den Ulmer Denkanstößen mit Uni-Medaillen geehrt. Den mit 3000 Euro dotierten Harald Rose-Preis erhält der Materialwissenschaftler Janis Köster. Außerdem werden acht Promotionspreise (à 1500 Euro) an hervorragende Nachwuchsforschende aus allen Fakultäten vergeben.
Im Mittelpunkt des Festvortrags steht die „Intelligente Internationalisierung“. Festrednerin und Ehrengast ist Prof. Margret Wintermantel, die Präsidentin des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD). Anknüpfen kann Wintermantel dabei an das DAAD-Stipendiatentreffen, das Anfang Juli an der Universität Ulm unter dem Motto: „Brücken bauen, Netzwerke knüpfen: Forschung im Geiste Alexander von Humboldts“ stattfindet.

Promotionspreisträgerinnen und -preisträger im Überblick

Fakultät für Ingenieurwissenschaften, Informatik und Psychologie
Dr. Alexandra König
Dr. Sven Puchinger

Fakultät für Mathematik und Wirtschaftswissenschaften
Dr. Martin Schönberger

Fakultät für Naturwissenschaften
Dr. Alexandra Capodeanu-Nägler
Dr. Jan Friedrich Haase

Medizinische Fakultät
Dr. Sebastian Karl
Dr. David Messerer
Dr. Cedric Sachser

Der Natur auf der Spur: Wissenschaftspreis der Stadt Ulm

Den „Wissenschaftspreis der Stadt Ulm“ für die Universität erhält PD Dr. Sandra Lang. Die Physikerin forscht am Institut für Oberflächenchemie und Katalyse an innovativen und kostengünstigen Nano-Materialien, die sich – nach dem Vorbild der Natur – für umweltfreundliche katalytische Prozesse einsetzen lassen. Den mit insgesamt 15 000 Euro dotierten Preis teilt sich Lang mit Prof. Michael Kaufeld von der Technischen Hochschule Ulm. Oberbürgermeister Gunter Czisch überreicht die Preise im Rahmen der Schwörfeier auf dem Ulmer Weinhof.

 

August

Medizinerball: Tanzend ins Berufsleben

Beim Medizinerball im Congress Centrum Ulm (CCU) werden rund 200 Absolventinnen und Absolventen ins Berufsleben verabschiedet. Die Alumni der Studiengänge Humanmedizin, Molekulare Medizin sowie Molecular and Translational Neuroscience erhalten Zertifikate und Schärpen als Zeichen ihres erfolgreichen Abschlusses. Allerdings bekommen nicht nur Absolventen Auszeichnungen. Die Fachschaft Medizin ehrt PD Dr. Susanne Kühl (Institut für Biochemie und Molekulare Biologie) und Dr. Benjamin Hagemann aus der Medizinischen Mikrobiologie für ihre hervorragende Lehre. Die Ehrung als bestes Lehrkrankenhaus im Praktischen Jahr erhält die Agaplesion Bethesda Klinik in Ulm.

Der Absolventenball der Fakultät für Mathematik und Wirtschaftswissenschaften fand bereits im Mai im CCU statt und die Fakultät für Ingenieurwissenschaften, Informatik und Psychologie feiert dort erstmals im November.

Besuch vom „Harvard Chinas“

Eine Delegation der renommierten Peking University besucht die Universität Ulm mit dem Ziel,  vorhandene Kooperationen auszubauen. Im Zentrum des wissenschaftlichen Programms stehen die strategischen Entwicklungsbereiche der Universität Ulm: Hämatologie und Onkologie, Neurodegeneration sowie die Traumaforschung. In diesen Bereichen stellen deutsche und chinesische Klinikdirektoren ihre Aktivitäten vor. Weiterhin werden die rund 20 Gäste durch die Chirurgie, das Comprehensive Cancer Center Ulm (CCCU) sowie durch die Universitätsklinik für Neurologie geführt.

In den Neurowissenschaften ist die Zusammenarbeit mit der Peking University bereits eng: In einem virtuellen Institut wird gemeinsam erforscht, warum sich das Vorkommen von Erkrankungen wie Multiple Sklerose oder Schlaganfall in Deutschland und China stark unterscheidet.

Hochschulfinanzierung: Die Unterfinanzierung der Uni muss beendet werden!

Die Verhandlungen zum neuen Hochschulfinanzierungsvertrag lassen bereits im August nichts Gutes erwarten. Dabei klafft an den baden-württembergischen Universitäten schon jetzt eine Finanzierungslücke auf: Vergleicht man den Landeszuschuss pro Studierendem, hat sich dieser seit 1998 inflationsbereinigt  um 3540 Euro verringert. Diese Unterfinanzierung hat insbesondere negative Auswirkungen auf Studium und Lehre. Dazu kommt der Sanierungsstau an vielen Hochschulen sowie notwendige Ausgaben für die Bewältigung der Digitalisierung und anderer Aufgaben. Diese Unterfinanzierung wollen die Landesuniversitäten und -hochschulen nicht länger hinnehmen. Daher beschließen sie im Sommer eine gemeinsame Protestaktion für das Wintersemester.

Hintergrundgespräch mit Universitätspräsident Prof. Michael Weber

September

THE Ranking: Unter den besten 150 Universitäten weltweit

Im THE World University Ranking 2020 schneidet die Universität Ulm hervorragend ab: Im weltweiten Vergleich von fast 1400 Universitäten belegt sie Platz 141 und gehört damit zu den 15 besten deutschen Hochschulen. Mit einem bemerkenswerten Platz 12 im bundesweiten Vergleich lässt die Universität Ulm zahlreiche größere und ältere Hochschulen hinter sich – darunter die Universitäten Stuttgart, Konstanz und Köln sowie das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und die TU Berlin. Im Zentrum dieses THE Rankings stehen die Kernbereiche Forschung, Lehre, Wissenstransfer und Internationalisierung. Besonders gut abgeschnitten hat die Uni Ulm bei den wissenschaftlichen Zitationen und den Drittmitteln aus der Industrie. Verglichen mit letztem Jahr hat sich die Uni Ulm international um acht Plätze verbessert.

ZAWiW Herbstakademie widmet sich Humboldts Erbe

Im Jahr des 250. Geburtstags von Alexander von Humboldt steht die Herbstakademie des Zentrums für Allgemeine Wissenschaftliche Weiterbildung (ZAWiW) ganz im Zeichen dieses weltberühmten Entdeckers und Naturforschers. Den Besucherinnen und Besuchern der Akademiewoche bietet sich ein vielfältiges Programm aus Vorträgen, Arbeitsgruppen und Kulturangeboten. Der Schwerpunkt: Humboldts Leben, Werk und Wirkung. Kooperationspartner bei dieser Herbstakademie ist der Botanische Garten, der das Angebot mit Veranstaltungen zur botanischen Arbeit dieses außergewöhnlichen Wissenschaftlers sowie anderer Pflanzensammler und -jäger seiner Zeit bereichert.

7763 Kilometer beim Einstein-Marathon erlaufen

Gut 600 Männer und Frauen gehen Ende September beim Ulmer Einstein-Marathon für die Universität oder das Universitätsklinikum an den Start. Bei der 15. Auflage dieser sportlichen Großveranstaltung erlaufen sie gemeinsam 7763 Kilometer. In der Teamwertung schaffen es Uni und Klinikum damit auf Platz fünf! Besonders erfolgreich ist die Doktorandin Eva Marie Hering, die mit 3:15:51 die zweitbeste Marathonzeit bei den Frauen erkämpft. Insgesamt waren beim Einstein-Marathon 2019 mehr als 12 400 Sportlerinnen und Sportler in acht Lauf-, Inline- sowie Handbike-Disziplinen am Start und zwar über Distanzen von der Fünf-Kilometer-Kurzstrecke bis zur Marathondistanz von 42,195 Kilometern.

Einstein-Marathon 2019 (Film)

Oktober

ERC Synergy Grant über 9,4 Mio. Euro für Ulmer Physiker

Erneut ist es den Ulmer Physikprofessoren Martin Plenio und Fedor Jelezko gelungen, einen millionenschweren Synergy Grant des Europäischen Forschungsrats (ERC) einzuwerben. Bereits 2012 waren sie mit einem Antrag in dieser hochrenommierten Förderlinie erfolgreich. Der dritte erfolgreiche Antragsteller ist Prof. Hendrik Ardenkjær-Larsen von der Technischen Universität Dänemark. Im Mittelpunkt des Projektes HyperQ, das in den nächsten sechs Jahren mit rund 9,4 Millionen Euro gefördert wird, steht die quantentechnologische Optimierung von Kernspinanwendungen. Dabei geht es nicht nur um „revolutionäre“ Technologien für MRT-Scanner zur Untersuchung von Geweben und Organen, sondern auch um die Entwicklung von winzigen Sensoren, die Stoffwechselprozesse in lebenden Organismen sichtbar machen sollen. Dabei will sich das Forscherteam – mithilfe künstlicher Diamanten – ein besonderes quantenmechanisches Phänomen zunutze machen: die Hyperpolarisation, also die kontrollierte Ausrichtung von Kernspins.

 

1650 Erstsemester starten ins Wintersemester

Zu Beginn des Wintersemesters sind rund 10 000 Studierende an der Uni Ulm eingeschrieben. Dazu gehören 1650 junge Menschen, die neu an der Universität Ulm studieren. Darunter sind sowohl 1150 „klassische Erstsemester“, die ein grundständiges Studium beginnen als auch gut 500 sogenannte Neueinschreiber, die bereits immatrikuliert waren und nun ihr Studium in Ulm fortsetzen oder das Fach gewechselt haben. Die meisten neuen Studierenden haben sich in den grundständigen Fächern Humanmedizin, Psychologie oder Informatik eingeschrieben. Bei den Master-Studiengängen ist nach Psychologie und Wirtschaftswissenschaften auch „Nachhaltige Unternehmensführung“ sehr gefragt. Pünktlich zum Semesterbeginn wird der neue Infofilm für Studierende der Universität veröffentlicht.

 

50 Jahre Lehrbetrieb: ein neues Leitbild für die Lehre

Seit 50 Jahren bildet die Universität Ulm künftige Fach- und Führungskräfte aus. Dies hat die Uni zum Anlass genommen, um mit einem „Leitbild Lehre“ die Studierendenausbildung und universitäre Lehre stärker in Fokus zu rücken. Das neue Leitbild soll den Ausbildungsauftrag der Universität sichtbarer machen und den Lehrenden als Wegweiser dienen. Der Leitfaden für die Lehre wurde gegen Ende des Sommersemesters vom Uni-Senat beschlossen; gegliedert ist er in fünf Bereiche mit den Überschriften „Selbstverständnis der universitären Lehre“, „Didaktischer Anspruch“, „Individuelle Profilbildung“, „Lebenslanges Lernen“ sowie „Internationalisierung“. Die Absolventinnen und Absolventen der Uni Ulm sollen sich durch „Neugierde, Interesse am Querdenken und Selbstständigkeit“ auszeichnen und die Fähigkeit erwerben, sich lebenslang selbstständig Wissen anzueignen. Einen ersten Auftakt in die praktische Umsetzung des Neuen Leitbildes für die Lehre machte Ende September das Zentrum für Lehrentwicklung (ZLE) mit der „Intensivwoche Lehreinstieg“.

Das "Leitbild Lehre" als PDF

Großdemonstration gegen Unterfinanzierung der Hochschulen

„Wir sind hier, wir sind laut! Weil man uns die Bildung klaut!“, schallt es Ende Oktober in Sprechchören durch die Ulmer Innenstadt, als rund 1500 Demonstranten und Demonstrantinnen mit Trillerpfeifen, Schildern und Transparenten gegen die Unterfinanzierung der Hochschulen demonstrieren. Anlass sind die Verhandlungen zum aktuellen Hochschulfinanzierungsvertrag, die nach Ansicht der Studierenden und der Landesrektorenkonferenz nichts Gutes erwarten lassen. Aufgerufen und mobilisiert zu dieser Protestveranstaltung, die mit Sarg und Kranz als Trauerzug daherkommt, haben die Studierendenvertretungen der Universität und der Technischen Hochschule Ulm, allen voran die StuVe der Uni Ulm. Unterstützt wurden sie dabei von den Hochschulleitungen. Bei der Abschlusskundgebung am Markplatz vor dem Ulmer Museum gibt Rebecca Blum den protestierenden Studierenden eine Stimme. Die Wirtschaftschemiestudentin ist studentische Vertreterin im Unirat und gehört zu den Hauptorganisatoren der Demo. Die Botschaft an die Landesregierung kommt aus Tausend Kehlen: „No Science – No Future!“

Zum Hintergrund

November

Ein Traum, der Geschichte schrieb und die Wissenschaft revolutionierte

400 Jahre nachdem quasi im Traum Wissenschaftsgeschichte geschrieben worden ist, feiert die Uni Ulm den weltberühmten französischen Philosophen, Mathematiker und Naturwissenschaftler René Descartes. Denn gerade in Ulm soll Decartes in einer Novembernacht des Jahres 1619 drei Träume gehabt haben, die die Welt nachhaltig veränderten und schließlich zur Erkenntnis führten: „Cogito ergo sum!“. Diesem besonderen Anlass widmet sich auf den Tag genau die Veranstaltung „Eine Nacht in Ulm – 400 Jahre Kartesische Träume“. Der Abend zeigt die Bedeutung Descartes für die verschiedenen Disziplinen auf.

 

Acht Highly cited researchers" forschen an der Uni Ulm

Unter den einflussreichsten Forschenden der Welt, den „Highly cited researchers“, finden sich gleich acht Ulmerinnen und Ulmer. In der Auswertung der „Web of Science Group“ ist zusätzlich zu mehreren „Stammgästen“ der Universität auch ein Neuzugang gelistet. Die Rangliste „Highly cited researchers 2019“ umfasst rund 6200 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die zu dem Top 1 Prozent der meistzitierten Forschenden in ihrem Gebiet weltweit gehören.

„Highly cited researchers" im Überblick

•    Prof. Heiko Braak und Dr. Dr. Kelly Del Tredici-Braak, AG Clinical Neuroanatomy, Klinik für Neurologie (Neurowissenschaften)
•    Prof. Hartmut Döhner, Ärztlicher Direktor der Universitätsklinik für Innere Medizin III
•    Prof. Stephan Stilgenbauer, Universitätsklinik für Innere Medizin III (beide Klinische Medizin)
•    Zum ersten Mal vertreten: Prof. Stephan Grissmer, Institut für Angewandte Physiologie (Pharmakologie und Toxikologie)
•    Prof. Fedor Jelezko, Leiter des Instituts für Quantenoptik
•    Prof. Martin Plenio, Leiter des Instituts für Theoretische Physik (beide Physik)
•    Prof. Steven Jansen, Institut für Systematische Botanik und Ökologie (Pflanzen- und Tierwissenschaften)

Hans Kupczyk-Gastprofessur für Psychologen

Der Psychologe Prof. Lawrence W. Barsalou erhält die Hans Kupczyk-Gastprofessur. Der Wissenschaftler der University of Glasgow erforscht die Rolle von Sinneseindrücken und damit verbundene Konzepte der Wahrnehmung, Gedächtnisbildung und der sozialen Interaktionen beim Menschen. Im Rahmen der feierlichen Verleihung erläutert Prof. Barsalou in seinem Festvortrag, dass unsere Wahrnehmung von einem so genannten „Aktionszyklus“ gesteuert wird. Jedes Jahr ermöglich die Hans Kupczyk-Stiftung im Rahmen der gleichnamigen Gastprofessur internationalen Forschern einen mehrwöchigen Aufenthalt an der Universität Ulm.

 

ZAWiW bietet Bildung, Partizipation und Bürgerwissenschaften für Ältere

Seit 25 Jahren steht das Zentrum für Allgemeine Wissenschaftliche Weiterbildung (ZAWiW) der Universität Ulm für den Brückenschlag zwischen Wissenschaft und Bürgergesellschaft. Mit einem Symposium feiert das ZAWiW ein Vierteljahrhundert Bildungsangebote, die vor allem Menschen im dritten Lebensalter Weiterbildung und Teilhabe ermöglichen. Die ehemalige Akademische Direktorin, Carmen Stadelhofer, schildert die Entstehung und die Anfangsjahre des Zentrums. Der Geschäftsführer des ZAWiW, Dr. Markus Marquard, widmet seinen Vortrag den aktuellen Herausforderungen partizipativer Bildungsforschung.

Dezember

Zwei ERC Consolidator Grants: Professorinnen erforschen Depressionen und Bienen-Virus

Gleich zwei ERC Consolidator Grants für die Universität Ulm! Die Psychologin Prof. Iris-Tatjana Kolassa und die Biologin Prof. Lena Wilfert erhalten jeweils fast zwei Millionen Euro für ihre Projekte. In den kommenden fünf Jahren erforscht Iris-Tatjana Kolassa die biopsychologischen Ursachen von Depressionen. Lena Wilfert untersucht hingegen Verbreitung und Entwicklung eines Erregers, der Bienenvölker bedroht: Der „Flügeldeformationsvirus“ wird oft durch die Varroamilbe übertragen. In einem zweistufigen Verfahren sind aus über 2400 Anträgen rund 12 Prozent für die Förderung des europäischen Forschungsrats (ERC) ausgewählt worden.

Verbundprojekt StartupSÜD greift jungen Gründern unter die Arme

Der neue Verbund StartupSÜD will das unternehmerische Potential junger Talente fördern. Dazu haben sich die eingespielten InnoSÜD-Hochschulen Neu-Ulm, Biberach, die Technische Hochschule Ulm (THU) sowie die Universität Ulm zusammengeschlossen. Künftig wollen sie ihre Unterstützungsangebote und die Infrastruktur für junge Gründer bündeln. Anfang Dezember wird bekannt, dass das Bundeswirtschaftsministerium den Verbund im Zuge der Fördermaßnahme EXIST-Potentiale mit vier Millionen Euro unterstützt. Die Uni Ulm hat Promovierende als Hauptzielgruppe identifiziert: Unter anderem sollen neue Lehrformate wie ein Crashkurs für Gründerinnen und Gründer in die Nachwuchsakademie ProTrainU integriert werden.

 

 

Texte: Presse und Öffentlichkeitsarbeit

Bitte beachten Sie: auf Grund der Fülle der Ereignisse im vergangenen Jahr handelt es sich beim Jahresrückblick nur um eine Auswahl, die keinen Anspruck auf Vollständigkeit erhebt.