Der grünste Arbeitsplatz der Uni

Gärtner im Botanischen Garten

Nah an der Natur und immer körperlich im Einsatz – für Markus Wespel sind das die beiden herausragenden Merkmale des Berufs Landschaftsgärtner, die ihn für diesen Job begeistern. Seit 2015 ist er nun sommers wie winters als Gärtner im Freigelände des Botanischen Gartens der Uni Ulm unterwegs, wo er sät, erntet und pflegt.

Der grünste und größte Arbeitsplatz

Markus Wespels Arbeitsplatz misst stolze 28 Hektar, eine Fläche so groß wie 39 Fußballfelder, denn er ist Gärtner im Freiland des Botanischen Gartens der Uni Ulm. Zu den Hauptaufgaben des 37-Jährigen gehören die Pflege der Pflanzen sowie allgemeine gärtnerische Tätigkeiten wie gießen oder düngen. Dass er dabei oft alleine auf dem riesigen Gelände unterwegs ist, stört ihn nicht. Er genießt die selbständige Arbeit, die sich mit dem Jahreslauf stetig ändert.

„Zurzeit, mitten im Sommer, sammle ich unter anderem in der biologischen Abteilung reife Samen. Diese werden dann getrocknet und richtig überwintert, sodass ich daraus im kommenden Frühjahr wieder ‚Nachwuchs‘ aus dem gleichen Genpool ziehen kann“, schildert Markus Wespel eine seiner aktuellen Aufgaben.

 

 

 

Gartenarbeit ist Teamarbeit

Koordiniert und abgestimmt werden die anstehenden Arbeiten der Freiland-Gärtner jede Woche zusammen mit Gärtnermeister Daniel Glöckler in einer Teamsitzung.

Hier planen die Mitarbeiter auch den Geräte- und Maschineneinsatz und teilen die freiwilligen Helfer ein, die sich aus Mitgliedern des Fördervereins „Freunde des Botanischen Gartens“ zusammensetzen. Neben den festen wöchentlichen Arbeitsstunden haben Gärtner wie Markus Wespel auch vier- bis sechsmal im Jahr am Wochenende Gießdienst in den Gewächshäusern. Weiterhin sind sie teils bei den Sommer- und Herbstfesten des Botanischen Gartens im Einsatz.

Einen Beruf, bei dem er körperlich gefordert und in der Natur ist, genau das wollte Markus Wespel. Deshalb hat er sich mit Ende 20 nach einer Ausbildung zum Bürokaufmann und sieben Jahren Berufserfahrung als IT-Systemadministrator für eine zweite Berufsausbildung zum Gärtner der Fachrichtung Garten- und Landschaftsbau bei einem Betrieb in der Nähe von Wangen im Allgäu entschieden. Danach arbeitete er als Gärtner bei einer Kommune. Als dann eine Stelle im Botanischen Garten der Uni Ulm ausgeschrieben war, bewarb er sich kurzerhand, denn seit seiner Ausbildung hatte ihn ein Botanischer Garten als Arbeitsplatz sehr interessiert.

"Die Vielzahl an Pflanzen, mit denen man hier in Berührung kommt, ist außergewöhnlich.“

Markus Wespel – Gärtner

Aufgaben im Forschungs- und Erhaltungsgarten

Von den kultivierten Pflanzenarten bis hin zu den Nutzern aus der Wissenschaft – der Botanische Garten der Uni Ulm mit seiner Ausrichtung als Forschungs- und Erhaltungsgarten ist auch für die Mitarbeiter etwas Besonderes. So zählt auch die Bereitstellung von Materialien für die Studierenden zu den gärtnerischen Aufgaben. Alle zwei Wochen im Sommersemester sammelt Markus Wespel Pflanzenteile für die Botanische Bestimmungsübung in biowissenschaftlichen Studiengängen.

Tatsächlich werden bestimmte Blumen und Kräuter, die in einem Hausgarten oder in einer Parkanlage schnell der gärtnerischen „Ordnungsliebe“ zum Opfer fallen würden, im Botanischen Garten der Uni Ulm ganz besonders gehegt und gepflegt. „Oft kommen Besucher und bemerken das umfangreiche ‚Unkraut‘ bei uns, und auch im kommerziellen Gartenbau genießen viele Pflanzen, wie zum Beispiel der stinkende Storchschnabel, der Rainkohl oder das kleine Schaumkraut, kein großes Ansehen. Wir hier im Botanischen Garten aber kümmern uns besonders um diese Pflanzen. Denn oft handelt es sich hier um einheimische Arten, die zum Teil auch auf der roten Liste stehen“, erklärt Markus Wespel.

Für den 37-Jährigen persönlich, der auch in seiner Freizeit gerne in der Natur unterwegs ist und oft in den Allgäuer Alpen wandert, ist das späte Frühjahr seine Lieblingsjahreszeit. Wenn alles grünt und blüht, fühlt er sich im Botanischen Garten am wohlsten. „Zu viel Arbeit gibt es dann nicht, ich genieße das Erwachen der Natur jedes Jahr aufs Neue“, freut sich Markus Wespel über seinen grünen Arbeitsplatz an der Uni, der gleichzeitig einer der größten sein dürfte.

Video über Gärtner Markus Wespel

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Text und Video: Daniela Stang

Fotos: Daniela Stang und Elvira Eberhardt