Feuerwerk der Sinne - Synasthesie in Kunst, Musik und Hirnforschung

Zeit : Mittwoch , 16.1.2019, 17:00 - 18:30 Uhr
Veranstalter : studium generale
Ort : Universität Ulm, O 25, Raum 346,

Christine Söffing, Künstlerische Koordinatorin des Musischen Zentrums

Farben nicht nur sehen, sondern auch hören, riechen, schmecken oder fühlen zu können, stellt eine spezielle Form der Wahrnehmung dar, die sich in der Fachsprache „Synästhesie“ nennt.
Wenn also z.B. ein Kind sagt, jemand sei rosa, so hört es vielleicht dessen Stimme als rosa. Oder wenn ein „A“ blau ist oder die Zahl „3“ immer gelb ist, wenn ein Klang sich „wie eine Eissäule in der Hand“ anfühlt, dann sind das Synästhesien. Wenn die Zahl 7 neugierig und die Zahl 5 gutmütig ist, so wäre diese Personifizierung der Zahlen den Synästhesien zuzurechnen.
Mehr Frauen als Männer scheinen Synästhetiker zu sein und zudem legt die Tatsache, dass in Familien gehäuft Synästhesie vorkommt, die Theorie nahe, Synästhesie sei erblich. Für die Hirnforschung ist das Phänomen der Synästhesie interessant, um mehr über die Funktionsweise des menschlichen Bewußtseins zu erfahren. Für die Programmierung der künstlichen Intelligenzen bietet die Synästhesie mehr Verschaltungsmöglichkeiten. Viele Musiker und Künstler waren Synästhetiker: Jimmy Hendrix, David Hockney, Giörgy Ligeti, Oliver Messiaen, Wassily Kandinsky – um nur einige zu nennen.
Was also ist Synästhesie? Wie läßt sie sich erkennen? Welche Vor- und Nachteile bringt sie mit sich? Welche Bedeutung hat die synästhetische Wahrnehmung für die Kunst? Was haben die Forschungsgruppen herausgefunden?

www.theiasas.org

Die „Werkstattgespräche“ sind neu im Programm, hier können Wissenschaftler*innen, Gruppen Forschendes Lernen und Bürger-Forscher*innen (Citizen Science) zukünftig aktuelle Einblicke in ihre Forschungsarbeit geben und ihre Überlegungen und Hypothesen in einem geschützten Raum zur Diskussion stellen.