Ringvorlesung: Frauenforschung - Gender Studies
Mensch sein bedeutet mehr, als nur Mann oder Frau zu sein

Zeit : Montag , 4.11.2019, 18:30 - 20:00 Uhr
Veranstalter : studium generale mit der Gleichstellung und Chancengleichheit der Universität Ulm und des Universitätsklinikums Ulm
Ort : Universität Ulm, O 25, Hörsaal 2

Dozentin: Dr. Marion Mangelsdorf, Zentrum für Anthropologie und Gender Studies, Universität Freiburg

Von der Frauen- zur Geschlechterforschung und Intersektionalitätstheorie – wie eine umstrittene Variable thematisiert wird

»Man ist nicht als Frau geboren, man wird es.« Simone de Beauvoir

Der berühmte Satz von Simone de Beauvoir verweist auf den gesellschaftlichen Kontext, in den unsere Vorstellungen von Geschlecht eingebunden sind. Die französische Philosophin hat darauf aufmerksam gemacht, dass sich unsere Geschlechterbilder und -rollen im Prozess von Sozialisation und kultureller Prägung entwickeln. Dennoch, die Vorstellungen von Geschlecht sind für viele immer noch in einem Entweder-Oder gefangen. Doch lässt sich Gender überhaupt so starr denken und nicht vielmehr fluide?
Wir alle haben einen sozialen, geopolitischen und ethnischen Hintergrund, gehören einer Generation an, haben unterschiedliche sexuelle Begehren, stecken in unterschiedlichen Commitments, die unser Leben prägen, in unterschiedlichen Werte- und Glaubenssystemen etc. Gender lässt sich nur in dieser Weise der Verbindung, nicht in der Trennung denken. Deswegen möchte ich den Blick auf das Dazwischen lenken; zwischen männlich und weiblich, zwischen Frauen-, Männer- und Geschlechterforschung sowie Theorien der Intersektionalität, die die Überschneidungslinien von Geschlecht, Ethnizität, Status, Klasse, Religiosität etc. in den Blick nehmen.

Ringvorlesung "Frauenforschung - Gender Studies"