Erkenntnistransfer - Forschung im Spannungsfeld zwischen Wissenschaft und Praxis

3. September 2017, 14:15 – 18:15 Uhr
Ein Workshop mit Cornelia Betsch, Agostino Mazziotta, Ulrich Wagner und Christiane Mohren

 

Die klassische Unterscheidung zwischen Grundlagenforschung (d.h. Erkenntnisproduktion) und Anwendungsforschung (d.h. Erkenntnisumsetzung) als den zwei großen Forschungstypen wurde in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder in Frage gestellt. Denn die strikte Trennung sowie das lineare Verhältnis der beiden Forschungstypen spiegeln die Realität wissenschaftlichen Arbeitens vielfach nicht wider. Gleichzeitig rückt die praktische Relevanz von Forschungsergebnissen sowie deren Nutzbarmachung zur Lösung gesellschaftlicher Probleme für viele Wissenschaftler*innen und Fachgesellschaften zunehmend ins Zentrum des Interesses.

Diesen Zeitgeist greift die DFG auf, indem sie seit 2010 verstärkt für den Erkenntnistransfer auch in nicht-ingenieurwissenschaftlichen Disziplinen wirbt. Erkenntnistransfer wird dabei als Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis (d.h. Wirtschaft bzw. Gesellschaft) verstanden und soll unterstützen, dass wissenschaftliche Erkenntnisse außerhalb der Wissenschaft genutzt und weiterentwickelt werden (vgl. DFG-Infobrief 1.16).

Im Rahmen des Pre-Conference Workshops möchten wir uns mit dem in der (Sozial-)Psychologie vergleichsweise neuen Forschungstypus des Erkenntnistransfers eingehend auseinandersetzen. Die vier Impulsvorträge von PD Dr. Cornelia Betsch (Universität Erfurt), Dr. Agostino Mazziotta (FernUniversität Hagen) und Prof. Dr. Ulrich Wagner (Philipps-Universität Marburg) spannen anhand laufender oder abgeschlossener Forschungsprojekte einen thematisch weiten Bogen und zeigen auf, wie Erkenntnistransfer in der (Sozial-)Psychologie aussehen kann, gehen aber auch auf spezifische Spannungsfelder ein, die sich bei dieser Art der Forschung ergeben können. Darüber hinaus sollen im zweiten Teil des Workshops (Nachwuchs-)Wissenschaftler*innen ihre eigene (geplante) Forschung in Kurzreferaten (nach Abstract-Einreichung) vorstellen. Den Abschluss macht Christiane Mohren, Ansprechperson der DFG für die Förderung von Erkenntnistransfer. Der Workshop wird darüber hinaus viel Raum für Diskussion über den Forschungstypus Erkenntnistransfer sowie über dessen besondere Herausforderungen und Probleme bieten.

Der Workshop ist offen für Teilnehmende ohne eigenen Beitrag. Interessierte wenden sich bis zum 31. Juli per Email an svenja.diefenbacher(at)uni-ulm.de.

Für den Workshop wird ein Teilnahmebeitrag in Höhe von 20€ erhoben. Dieser berechtigt auch zur Teilnahme am gemeinsamen Abendprogramm aller Pre-Conference Workshops inklusive Fingerfood-Buffet.

Informationen für Einreichende:

1.   Als Forschung zu Erkenntnistransfer im Sinne des Workshops definieren wir die Übertragung und Prüfung theoretischer Modelle und Annahmen auf ein praktisches (z.B. gesellschaftliches) Problem in einem realen Kontext (mit oder ohne Praxispartner) mit dem klaren Ziel einer langfristigen Veränderung bei gleichzeitiger Bestimmung der relevanten Einflussgrößen und/oder Prozesse.

Kriterien im Überblick:

-          Praxisrelevanz

-          lang-/längerfristige Ausrichtung (d.h. möglichst nachhaltige Veränderung)

-          wissenschaftlicher Erkenntnisgewinn

2.   Abstracts sollen eine Länge von 300 Wörtern nicht übersteigen und die folgenden Aspekte beinhalten:

(1)   Kurze Vorstellung der (geplanten) Forschung

(2)   Kurze Begründung, warum es sich dabei um Erkenntnistransfer handelt

(3)   (erwartete) Herausforderungen/Probleme bei der Umsetzung des Forschungsvorhabens

Die Einreichung kann bis einschließlich 31. Juli per Email an svenja.diefenbacher(at)uni-ulm.de erfolgen.

3.  Über die Annahme der Kurzreferate wird bis zum 15. August entschieden. Die Einreichenden werden per Email informiert. Sollte Ihr Beitrag abgelehnt werden, besteht die Möglichkeit einer Teilnahme ohne eigenen Beitrag (s.o.).

4.   Für jedes Kurzreferat stehen 10 Minuten (d.h. 8 Minuten Vortrag zzgl. 2 Minuten Diskussion) zur Verfügung. Der Vortrag soll sich an den drei Aspekten des Abstracts orientieren (s. Punkt 2). Der Schwerpunkt soll auf den Herausforderungen bei der Umsetzung des Forschungsvorhabens liegen.