Lehrveranstaltungen

 


Lehrveranstaltung im SS 2018 / KürzelVeranstaltungTermin/Raum
Entwicklungsstörungen und andere psychische Erkrankungen mit Beginn in Kindheit und Jugend
Einführung in die Gerontopsychologie
Lebensspanne Alter(n)
Entwicklungsaufgaben
Psycho-gerontologische Grundlagen für die Begegnung mit älteren Menschen
Theorien der Entwicklungspsychologie

Themen für Qualifikationsarbeiten

Themenbereich: Autobiographische Erinnerungen über die Lebensspanne

Über das Leben hinweg machen wir Menschen ganz vielfältige Erfahrungen. Einige dieser Erfahrungen geraten schnell in Vergessenheit, andere bleiben uns ein Leben lang in Erinnerung. Diese autobiographischen Erinnerungen können im Alltag zu ganz unterschiedliche Funktionen erfüllen (Bluck & Alea, 2009): So kann man persönliche Erfahrungen z.B. abrufen, um das eigene Selbstbild zu stabilisieren (Selbst-Funktion), um mit aktuellen oder zukünftigen Problemen umzugehen (direktive Funktion) oder um soziale Beziehungen zu fördern, indem  man sich z.B. gemeinsam erinnert (soziale Funktion). Vergangene Erfahrungen werden aber nicht nur gezielt abgerufen, um sie zu einem bestimmten Zweck zu nutzen, sondern werden mindestens ebenso oft unwillkürlich erinnert.
Zu der Häufigkeit von willkürlichen und unwillkürlichen Erinnerungen werden laufend Befragungen durchgeführt. Neben dem Alter werden dabei auch mögliche andere Einflussfaktoren (z.B. Persönlichkeit) untersucht. Innerhalb dieses Forschungsbereiches können auch eigene Fragestellungen und Forschungsideen eingebracht werden.


Kontakt: tabea.wolf(at)uni-ulm.de

Anmerkung: Zu diesem Thema können mehrere Abschlussarbeiten vergeben werden.

Themenbereich: Metakognition über die Lebensspanne


Metakognition beherbergt die Fähigkeit Kognitionen analysieren und bewerten zu können. Dieses sogenannte metakognitive Monitoring führt dazu, dass Personen während dem Lernen in der Lage sind Wissen über ihr eigentliches Wissen – also das Lernen - zu generieren. Die Metaebene des Wissens kann den Prozess des Lernens in der Folge regulieren und verbessern. So können beispielsweise subjektive Lernurteile gefällt werden, die eine metakognitive Heuristik bilden, wie gut Lernmaterial eingespeichert worden ist und inwieweit dieses Lernmaterial zu einem späteren Zeitpunkt wieder erinnert oder vergessen werden wird. Ziel der Abschlussarbeit ist es, in einer Lern-Leistungssituation verschiedene prospektive und retrospektive Maße des metakognitiven Monitorings zu erheben (Judgments-of-Learning, Erinnerungen an die vorherige Testleistung, Confidence-judgments) und zu überprüfen wie akkurat diese im Vergleich zu der eigentlichen Lernleistung sind. Zusätzlich soll untersucht werden, inwieweit Altersunterschiede in der Anwendung von metakognitiven Fähigkeiten bestehen. Es besteht die Möglichkeit eine eigene Fragestellung zu entwickeln oder ein bestehendes Experiment fortzuführen und weiterzuentwickeln.

Mögliche Themenschwerpunkte:

Metakognitive Heuristiken: Welchen Heuristiken bildet der Lerner während des Lernens und durch welche Hinweisreize werden diese Vorhersagen abgeleitet? Wann sind diese Heuristiken akkurat und wie lassen sich Fehleinschätzungen – insbesondere im Alter -  vermeiden? Inwieweit basieren diese Heuristiken auf impliziten oder expliziten Repräsentationen des Gedächtnisses?

Persönlichkeit und Metakognition: Wirken sich Persönlichkeitseigenschaften daraus aus, inwieweit wir metakognitive Fähigkeiten verwenden und wie wir sie anwenden? Kann beispielsweise das Persönlichkeitsmerkmal des Kognitionsbedürfnisses (need for cognition) vorhersagen, ob wir aktiv metakognitives Monitoring nutzen und akkurat einsetzen können?

Intelligenz und Metakognition: Beeinflussen intellektuelle Fähigkeiten, ob wir akkurate Lernurteile fällen können und so unser Lernen regulieren und verbessern können? Wie hängen Intelligenz und das metakognitive Monitoring zusammen?

Wunschthema nach Absprache: Eigene Ideen sind immer sehr willkommen.

Kontakt: Janos.Frisch(at)uni-ulm.de

Anmerkung: Zu diesem Thema können mehrere Abschlussarbeiten vergeben werden.



Themenbereich: Lernen im Alter
Unser Lernerfolg hängt von vielen Faktoren ab, welche sich im Laufe des Lebens ändern können. Dabei spielt neben dem Lerninhalt auch kognitive Leistung und Lerndesign eine Rolle (bspw. wie oft lernen/wiederholen wir etwas und wie oft fragen wir uns ab). Neben möglichen Altersgruppenunterschieden, sollen auch individuelle Unterschiede berücksichtigt werden. Ziel der Abschlussarbeit ist es, in einer Stichprobe Vpn verschiedener Altersgruppen anhand einer verbalen Lernaufgabe zu untersuchen, welche Eigenschaften (bspw. kognitive Fähigkeiten und Alter) bei der Passung Lernender und Lerndesign eine wichtige Rolle für den Lernerfolg spielen.

Kontakt: philipp.handschuh(at)uni-ulm.de

Themenbereich: Transkranielle Gleichstromstimulation und Kognition bei älteren und jüngeren Erwachsenen
Bei der transkraniellen Gleichstromstimulation (transcranial direct current stimulation – tDCS) wird eine schwache Gleichstromspannung zwischen einer Stimulationselektrode und Referenzelektroden, die auf dem Kopf platziert werden, angelegt. Anodische Stimulation (d.h. mit positiver Elektrode) erhöht die neuronale Feuerungsrate in den darunter liegenden Hirnregionen (Nitsche et al., 2008) und verursacht dort synaptische Veränderungen (Liebetanz et al., 2002). Auf diese Prozesse ist vermutlich zurückzuführen, dass Studien mit jüngeren Erwachsenen gezeigt haben, dass sich die transkranielle Gleichstromstimulation positiv auf die Gedächtnisleistung auswirkt (Javadi & Walsh, 2012). Studien mit älteren Erwachsenen liegen zu diesem Themenbereich (noch) nicht vor. Dabei könnten insbesondere ältere Menschen, deren Gedächtnisleistung geringer ist, von einer solchen Stimulation evtl. sogar überdurchschnittlich (d.h., stärker als jüngere Erwachsene) profitieren. Ziel der Abschlussarbeit ist, in einer Stichprobe Vpn verschiedener Altersgruppen anhand einer kognitiven Aufgabe die Auswirkungen transkranieller Gleichstromstimulation zu untersuchen.

Kontakt: philipp.handschuh(at)uni-ulm.de

Literatur:

  • Javadi, A. H., & Walsh, V. (2012). Transcranial direct currenct stimulation (tDCS) of the left dorsolateral prefrontal cortex modulates declarative memory. Brain Stimulation, 5, 468-474.

  • Liebetanz et al. (2002). Pharmacological approach to the mechanisms of transcranial DC_stimulation-induced after-effects of human motor cortex excitability. Brain, 125, 2238-2247.

  • Nitsche et al. (2008). Transcranial direct current stimulation: State of the art 2008. Brain Stimulation, 1, 206-223.