Graduiertenkolleg PULMOSENS

Die Lunge ist eines der wichtigsten Organe des Menschen: Sie versorgt unseren Körper mit Sauerstoff und ist für den Abtransport von Kohlendioxid verantwortlich. Ob chronische Lungenerkrankungen wie COPD oder Lungenfibrose, angeborene Defekte wie Mukoviszidose oder Lungenverletzungen durch Unfälle – Leiden des Atemorgans werden mit rund einem Sechstel aller Todesfälle weltweit in Verbindung gebracht. Bei der Krankheitsentstehung scheint das Lungenepithel – die Zellschicht, die das Organ umgibt – eine wichtige Rolle zu spielen. Doch welche Mechanismen an dieser Barriere zwischen Luft und Gewebe im Detail ablaufen und wie sich krankhafte Veränderungen verhindern lassen, ist noch nicht hinreichend untersucht und verstanden.

Das Graduiertenkolleg PULMOSENS hat zum Ziel, mit innovativen, sensorischen Methoden die Funktion des Lungenepithels und der Lunge als Gesamtorgan unter physiologischen und pathophysiologischen Bedingungen zu erforschen. Die Sensorik kommt dabei übergreifend in in vivo und in vitro Experimenten zum Einsatz, wobei die Steigerung der Nachweisempfindlichkeit und Ortsauflösung, die Multimodalität, bzw. einzigartige, auf das Lungenepithel spezialisierte Messtechniken im Fokus stehen, um zur Aufklärung von Mechanismen auf molekularer, zellulärer und Ebene des Gesamtorgans beizutragen. Die Entwicklung und Anwendung neuartiger Verfahren zur Untersuchung an epi- bzw. endothelialen Zellmodellen, sowie Untersuchungen am intakten Organ sind dabei ein zentraler Forschungsschwerpunkt.

Mit einem interdisziplinären Forschungsteam bestehend aus 13 Forscherinnen und Forschern aus 5 Fachbereichen in 3 Fakultäten der Ingenieur-, Natur- und Lebenswissenschaften bietet PULMOSENS einen interdisziplinären Ansatz, der gewährleistet, dass neuartige Konzepte kontinuierlich auf ihre Praxisrelevanz geprüft werden, um langfristig in der klinischen Praxis nutzbaren Gewinn zu erzielen. 

PULMOSENS bietet den Kollegiatinnen und Kollegiaten die Möglichkeit einer interdisziplinären Ausbildung in einem Querschnittsthema zwischen den Lebens-, Natur- und Ingenieurwissenschaften, welche Sprachbarrieren schon in einem frühen Stadium der wissen¬schaftlichen Karriere abbaut und die Fachgrenzen überwindendes Denken fördert.