Gestaltung und Steuerung von Wertschöpfungsnetzwerken

Überblick und Lernziele

Unternehmen können ohne Kooperationen nicht mehr erfolgreich am Markt agieren. Beinahe jedes Unternehmen ist Teil eines Wertschöpfungsnetzwerks. Beispiele für solche Netzwerke sind komplexe Supply Chains, Vertriebskooperationen oder F&E-Netzwerke. In Zukunft wird der Wettbewerb nicht mehr zwischen Unternehmen, sondern vielmehr zwischen Wertschöpfungsnetzwerken stattfinden. Im Zeitalter der Digitalisierung rückt neben dem klassischen Wertschöpfungsmanagement zunehmend das Management digitaler Plattformen in den Fokus, welche in den vergangenen Jahren zu einem dominierenden Geschäftsmodell der Wertschöpfung geworden sind. Als Intermediäre verbinden digitale Plattformen Nutzer verschiedener Marktseiten miteinander und vereinfachen deren Interaktion.

In der Vorlesung „Gestaltung und Steuerung von Wertschöpfungsnetzwerken“ lernen Studierende sowohl die Möglichkeiten zum erfolgreichen Aufbau und der Steuerung von Wertschöpfungsnetzwerken kennen als auch die Veränderungen, welche sich im Zuge der Wertschöpfung digitaler Plattformen für Betreiber und Nutzer ergeben, illustrieren zu können.

Dozierende

Prof. Dr. Mischa Seiter, Institut für Business Analytics
Prof. Dr. Mischa Seiter
Fabian Fritzsche, Institut für Business Analytics
Fabian Fritzsche

Inhaltliche Informationen

  • Lernziele

    Studierende, die dieses Modul erfolgreich absolviert haben,

    • kennen die unterschiedlichen Formen von Wertschöpfungsnetzwerken (Supply Chains, Vertriebsnetzwerke etc.),
    • können wesentliche Instrumente und Konzepte zum Aufbau und zur Steuerung von Wertschöpfungsnetzwerken beurteilen und anwenden,
    • können Instrumente zur Auswahl von Partnern in Wertschöpfungsnetzwerken beurteilen und anwenden,
    • sind in der Lage Mechanismen der Zusammenarbeit zwischen den Netzwerkpartnern (Planungs- und Kontrollsysteme, Anreize etc.) zu erarbeiten und zu implementieren,
    • beherrschen Instrumente zur effizienten Verteilung der Aufgaben in Netzwerken und die Steuerung der zugehörigen Prozesse (SCOR-Prozessmodell etc.),
    • sind vertraut mit Instrumenten zur Bewertung der Leistung der Partner, der Prozesse und des Netzwerks als Ganzes,
    • kennen den Unterschied zwischen der Wertschöpfung klassischer Unternehmen und derer digitaler Plattformen,
    • können die Merkmale einer digitalen Plattform erörtern und digitale Plattformen typologisieren sowie einzelne Managementfelder einer Plattform unterscheiden,
    • sind in der Lage, die einzelnen Instrumente des Plattformmanagements anzuwenden,
    • kennen die wesentlichen Steuerungsmechanismen von digitalen Plattformen und können dieses Wissen auf Anwendungsfälle transformieren,
    • können bestehende digitale Plattformen analysieren und Strategien zur Gestaltung und Steuerung von digitalen Plattformen ableiten.
  • Modulplanung

    In diesem Modul werden folgende fachliche Inhalte vermittelt:

    • Typologie von Wertschöpfungsnetzwerken
    • Theoretische Grundlagen zur Analyse von Wertschöpfungsnetzwerken
    • Managementfunktionen zur Gestaltung und Steuerung von Wertschöpfungsnetzwerken (strategische Netzwerkplanung und -kontrolle)
    • Instrumente und Konzepte der operativen Netzwerkplanung (Grobkonfiguration, Partnerselektion, Prozessdefinition, Kapazitätsplanung)
    • Instrumente und Konzepte der operativen Netzwerkkontrolle (Leistungs- und Kostendimensionen, Analyse der Abweichungen, Ableitung von Maßnahmen)
    • Typologien und Entwicklungsphasen von digitalen Plattformen
    • Managementfelder zur Planung, Steuerung und Kontrolle digitaler Plattformen (Skalierung, Steuerungsmechanismen, Pricing, Performance Measurement)
    • Skalierungsstrategien und wesentliche Steuerungsmechanismen digitaler Plattformen
    • Pricing und Performance Measures in Abhängigkeit der veränderten Wertschöpfung digitaler Plattformen
    • Die erlernten Instrumente und Konzepte werden im Rahmen der Übungen anhand von Fallstudien eingeübt.
  • Literatur

    • Chopra, S./Meindl, P. (2014): Supply Chain Management: Strategie, Planung und Umsetzung, 5. Aufl., Hallbergmoos.
    • Eßig, M./Hofmann, E./Stölzle, W. (2013): Supply Chain Management, 1.Aufl., München.
    • Evans, D.S./Schmalensee, R. (2016): Matchmakers, 1. Aufl., Boston.
    • Hess, T. (2002): Netzwerkcontrolling: Instrumente und ihre Werkzeugunterstützung, 1. Aufl., Wiesbaden.
    • Otto, A. (2002): Management und Controlling von Supply Chains: Ein Modell auf Basis der Netzwerktheorie, 1. Aufl., Wiesbaden.
    • Parker, G. G./Alstyne van, M. W./Choudary, S. P. (2016): Platform Revolution. How networked markets are transforming the economy – and how to make them work for you, 1. Aufl., New York.
    • Steur, A. J./Seiter, M. (2020): Properties of feedback mechanisms on digital platforms: An exploratory study. Journal of Business Economics, Forthcoming.
    • Sydow, J. (1992): Strategische Netzwerke: Evolution und Organisation, 1. Aufl., Wiesbaden.
    • Sydow, J./Möllering, G. (2015): Produktion in Netzwerken: make, buy & cooperate, 3.Aufl., München.
    • Sydow, J. (Hrsg.) (2010): Management von Netzwerkorganisationen – Beiträge aus der „Managementforschung“, 5. Aufl., Wiesbaden.
    • Tiwana, A. (2014): Platform Ecosystems, Waltham.
    • Van Alstyne, M. W./Parker, G. G./Choudary, S. P. (2016): Pipelines, platforms, and the new rules of strategy. Harvard business review, 94(4), 54-62.
    • Weber, J./Wallenburg, C. M. (2010): Logistik und Supply Chain Controlling, 6. Aufl., Stuttgart.
    • Wohlgemuth, O. (2002): Management netzwerkartiger Kooperationen. Instrumente für die unternehmensübergreifende Steuerung, 1. Aufl., Wiesbaden.

    Literatur ist im Semesterapparat von Prof. Dr. Mischa Seiter verfügbar.

Organisatorische Informationen

  • Zeit und Ort

    Nächster Veranstaltungsbeginn: WiSe 20/21

    Ort: Online - alle weiteren Informationen auf Moodle

    Termine: 

    • Dienstag, 10 bis 14 Uhr
    • Ersttermin: 03.11.2020
  • ECTS-Punkte und Lehrform

    ECTS: 7

    Vorlesung (3 SWS) mit Übung (1 SWS)

  • Bewertungsmethode

    Die Vergabe der Leistungspunkte erfolgt aufgrund des Bestehens der schriftlichen Modulprüfung. Die Anmeldung zu dieser Prüfung setzt keinen Leistungsnachweis voraus.

  • Schwerpunkt und Studiengänge

    Schwerpunktfächer: Technologie- und Prozessmanagement, Business Analytics, sowie Unternehmensführung und Controlling, Wahlpflicht BWL

    Studiengänge: M.Sc. Wirtschaftswissenschaften, M.Sc. Wirtschaftsmathematik, M.Sc. Wirtschaftschemie, M.Sc. Wirtschaftsphysik und Master-Studiengänge mit Nebenfach Wirtschaftswissenschaften; M.Sc. Nachhaltige Unternehmensführung