Smart Service Design

Smart Services sind ein wesentlicher Treiber der digitalen Transformation von Wirtschaft und Gesellschaft. Sie nutzen die Möglichkeiten verteilter Intelligenz, um technische Operationen individuell nach den Erfordernissen der jeweiligen Anwendungssituation auszurichten. Erst durch Smart Services entsteht ein echter Mehrwert aus der Verbreitung digitaler Geräte im Alltag. Ohne sie wäre der gesamte Apparatepark, der uns ständig umgibt, nicht viel mehr als sinnlose Spielerei.

Die Vorlesung befasst sich mit den Gestaltungsprinzipien von Smart Services aus Sicht der Betriebswirtschaftslehre und Designforschung. Sie gibt Einblicke in die übliche Vorgehensweise bei der Entwicklung von Smart Services. Darüber hinaus werden theoretische Grundlagen vermittelt, anhand derer der Entwicklungsprozess bewertet werden kann.

Aufgrund der gegenwärtigen Krisenlage wird die Vorlesung ausschließlich online durchgeführt. Das Zeitschema wird gegenüber der ursprünglichen Planung leicht entzerrt, folgt aber weiterhin dem ursprünglichen Konzept einer Blockveranstaltung. Es gibt daher drei unterschiedliche Arbeitsphasen:

Phase 1: Inhaltsvermittlung

  • Die Inhalte der Vorlesungen werden auf Moodle verfügbar gemacht. Sie sind in kurze Videoclips gestückelt, die jeweils mit einer kleinen Übungsaufgabe enden.
  • Die Studierenden sollen die Übungsaufgaben zur Vorlesung individuell bearbeiten und die Ergebnisse mit dem Dozenten teilen.
  • Direkte Fragen zur Vorlesung können im Moodle-Forum gestellt werden. Dort wird der Dozent sie bestmöglich beantworten.
  • Als Hintergrundinformation wird auch ein verdichtetes Script auf Moodle bereitgestellt. Das Script ist zur Vertiefung der Inhalte aus den Videos gedacht und nennt die wissenschaftlichen Quellen.
  • Anhand der Übungsaufgaben wird der Dozent prüfen, ob weitere Erläuterungen notwendig sind. Diese werden dann ebenfalls per Videoclip auf Moodle hochgeladen

Von den Studierenden wird erwartet, dass sie die Videoclips und Übungsaufgaben bis zum 10.5.2020 durcharbeiten.

Phase 2: individuelle Arbeit

  • Die Studierenden arbeiten individuell mit mobiler Ethnographie als Methode des Service-Designs. Dies erfordert eine Smartphone App, die ab dem 18.5. für zwei Wochen zur Verfügung gestellt wird.
  • Mit dieser App identifizieren die Studierenden eigenständig Bedarfe für Services im Zusammenhang mit Smart Cities. Die kann an beliebigen Orten erfordern, ohne Auflagen des Gesundheitsschutzes zu verletzen
  • Am 18.5. erfolgt eine Einweisung in die Nutzung der App per Videoclip. Ebenso wird ein weiteres Moodle-Forum eröffnet, um die Nutzung zu diskutieren.
  • Der Dozent kann individuellen Support bei einzelnen Problemen leisten. Sollte es flächendeckend zu Schwierigkeiten kommen, müssen statt der App einfache Textnotizen verwendet werden.

Von den Studierenden wird erwartet, dass sie innerhalb der zweiwöchigen Bearbeitungszeit die App mehrere Stunden nutzen und Beiträge generieren. Details werden im weiteren Verlauf beschrieben.

Phase 3: Gruppenarbeit

  • Auf Basis der individuell erarbeiteten Ergebnissen entwickeln die Studierenden systemische Lösungen für digitale Services in Smart Cities.
  • Die Größe der Gruppen richtet sich nach Anzahl der Teilnehmenden an der Vorlesung.
  • Jede Gruppe hat die Möglichkeit, eine Videokonferenz mit dem Dozenten durchzuführen, um die Inhalte zu besprechen.
  • Die Ergebnisse der Gruppenarbeit werden dem Dozenten vorgestellt, wobei jede Person in der Gruppe für einen Teil der Präsentation verantwortlich ist

Die Vorstellung der Ergebnisse muss bis zum 3.7. erfolgt sein. Die Gruppen können auch frühere Termine festlegen.

 

Die Note für die Veranstaltung ergibt sich aus der Leistung der Studierenden in Phase 2 und Phase 3. Mit dem fristgerechten Durcharbeiten der Übungsaufgaben können die Studierenden Bonuspunkte erwerben.

Durch die Neuheit des Lehrformats lässt sich leider nicht ausschließen, dass Änderungen im Ablauf nötig werden. Wir bitten um Verständnis und werden uns bemühen, die Studierenden bestmöglich zu betreuen!

Eine Anmeldung auf Moodle ist ohne Passwort möglich. Dort wird zur Beginn der Vorlesungszeit ein Videoclip mit weiteren einführenden Informationen bereitgestellt.

Lernziele

Studierende, die dieses Modul erfolgreich absolviert haben,

  • wissen um die Bedeutung von Smart Services in Wirtschaft und Gesellschaft
  • kennen die zugrundeliegenden theoretischen Begriffe und Gestaltungsprinzipien
  • können ein Vorgehen zur Entwicklung von Smart Services konzipieren
  • sind in der Lage, Designprozesse fachkundig zu bewerten
  • haben eigene Erfahrung im Smart Service Design gewonnen

Inhalt

In diesem Modul werden folgende fachliche Inhalte vermittelt:

  • Theoretische Grundlagen von digitalen Services, Künstlicher Intelligenz und Industrie 4.0
  • Design-Konzepte und Methoden
  • Nutzung von Werkzeugen für mobile Ethnographie
  • Beschreibung von Wertschöpfungsnetzwerken und ihrer Entwicklung
  • Konzeption und Bewertung von Geschäftsmodellen

Literatur

  • Boukhris, A. & Fritzsche, A. 2019. What is smart about services? Breaking the bond between the smart product and the service. ECIS, Stockholm.
  • Bohnert, A., Fritzsche, A. & Gregor, S. 2019. Digital agendas in the insurance industry: the importance of comprehensive approaches. Geneva Papers on Risk and Insurance, 44, 1-19. 
  • Fritzsche, A., Jonas, J. M. & Roth, A. 2018. Entwicklung digitaler Servicesysteme - Akteure, Ressourcen und Aktivitäten. In Meyer, K., Klingner, K., Zinke, C. (Eds), Service Engineering: von Dienstleistungen zu digitalen Service-Systemen (51-61). Wiesbaden: Springer Vieweg.
  • Gölzer, P. & Fritzsche, A. 2017. Data-driven operations management: organisational implications of the digital transformation in industrial practice. Production Planning & Control, 28(16), 1332-1343.
  • Hassenzahl, M. & Tractinsky, N. 2006. User experience-a research agenda. Behaviour & information technology, 25(2), 91-97.
  • Matzner, M., Büttgen, M, Demirkan, H., Spohrer, J., Alter, S., Fritzsche, A., Ng, I., Jonas, J.M., Martinez, V., Möslein, K.M. & Neely, A. (2018). Digital transformation in service management. Journal of Service Management Research, 2(2), 3-21.
  • Porter, M. E. & Heppelmann, J. E. 2014. Wie smarte Produkte den Wettbewerb verändern. Harvard Business Manager, 12, 35–60.
  • Stickdorn, M. & Schneider, J. 2011. This is service design thinking: Basics, tools, cases, Hoboken: Wiley.

Materialien

Sie finden Materialien, wie Skript oder Übungsblätter, auf der Lernplattform Moodle.

Zeit und Ort

  1. Do 23.04.2020 (08:00 - 13:00 Uhr) 47.0.501
  2. Fr 24.04.2020 (08:00 - 13:00 Uhr) H12
  3. Sa 25.04.2020 (08:00 - 13:00 Uhr) H12
  4. Fr 20.06.2020 (13:00 - 18:00 Uhr) TBA
  5. Fr 03.07.2020 (08:00 - 13:00 Uhr) H12

Modulbeschreibung

Detaillierte Modulbeschreibung siehe Modulhandbuch!

Alle Angaben ohne Gewähr, es gelten ausschließlich die Angaben des Modulhandbuchs!

Einordnung des Moduls

B.Sc. Wirtschaftswissenschaften, B.Sc. Wirtschaftsmathematik, B.Sc. Wirtschaftschemie, B.Sc. Wirtschaftsphysik und Studiengänge mit Nebenfach Wirtschaftswissenschaften

Grundlage für

Schwerpunktfächer Technologie- und Prozessmanagement, Business Analytics, sowie Unternehmensführung und Controlling, Wahlpflicht BWL

Turnus

Einmalig Sommersemester 2020

Leistungsnachweis und Note

Die Vergabe von Leistungspunkten setzt die aktive Teilnahme an einer Fallstudie sowie die Präsentation und Diskussion der Ergebnisse voraus.

Für das Modul wird eine Note ermittelt, die sich aus dem Ergebnis der schriftlichen Ausarbeitung der Fallstudie sowie der Präsentation und Diskussion der Ergebnisse ergibt.