Gestaltung und Steuerung von Wertschöpfungsnetzwerken

Überblick

Unternehmen können ohne Kooperationen nicht mehr erfolgreich am Markt agieren. Viele betriebswirtschaftliche Vorlesungen konzentrieren sich jedoch auf das einzelne Unternehmen als Betrachtungsobjekt. Beinahe jedes Unternehmen ist allerdings Teil eines Wertschöpfungsnetzwerks. Beispiele für solche Netzwerke sind komplexe Supply Chains, Vertriebskooperationen oder F&E-Netzwerke. In Zukunft wird der Wettbewerb nicht mehr zwischen Unternehmen, sondern vielmehr zwischen Wertschöpfungsnetzwerken stattfinden. Im Zeitalter der Digitalisierung rückt neben dem klassischen Wertschöpfungsmanagement zunehmend das Management digitaler Plattformen in den Fokus, welche in den vergangenen Jahren zu einem dominierenden Geschäftsmodell der Wertschöpfung geworden sind. Als Intermediäre verbinden digitale Plattformen Nutzer verschiedener Marktseiten miteinander und vereinfachen deren Interaktion.

Für Studierende wirtschaftswissenschaftlicher Fächer ist es daher notwendig, sowohl die Möglichkeiten zum erfolgreichen Aufbau und der Steuerung von Wertschöpfungsnetzwerken zu verstehen als auch die Veränderungen, welche sich im Zuge der Wertschöpfung digitaler Plattformen für Betreiber und Nutzer ergeben, illustrieren zu können.

Diese Themenkomplexe deckt die Vorlesung „Gestaltung und Steuerung von Wertschöpfungsnetzwerken“ ab. Die wesentlichen Funktionen eines Netzwerkmanagements (Selektion, Regulation, Allokation, Evaluation) sowie die zugehörigen Instrumente werden erörtert und eingeübt. Zudem erlangen die Studierenden fundierte Kenntnisse über die Managementfelder zur Planung, Steuerung und Kontrolle digitaler Plattformen.

Fallstudien stellen dabei den aktuellen Bezug zur Praxis her.

 

Lernziele

Studierende, die dieses Modul erfolgreich absolviert haben,

  • kennen die unterschiedlichen Formen von Wertschöpfungsnetzwerken (Supply Chains, Vertriebsnetzwerke etc.),
  • können wesentliche Instrumente und Konzepte zum Aufbau und zur Steuerung von Wertschöpfungsnetzwerken beurteilen und anwenden,
  • können Instrumente zur Auswahl von Partnern in Wertschöpfungsnetzwerken beurteilen und anwenden,
  • sind in der Lage Mechanismen der Zusammenarbeit zwischen den Netzwerkpartnern (Planungs- und Kontrollsysteme, Anreize etc.) zu erarbeiten und zu implementieren,
  • beherrschen Instrumente zur effizienten Verteilung der Aufgaben in Netzwerken und die Steuerung der zugehörigen Prozesse (SCOR-Prozessmodell etc.),
  • sind vertraut mit Instrumenten zur Bewertung der Leistung der Partner, der Prozesse und des Netzwerks als Ganzes,
  • kennen den Unterschied zwischen der Wertschöpfung klassischer Unternehmen und derer digitaler Plattformen,
  • können die Merkmale einer digitalen Plattform erörtern und digitale Plattformen typologisieren sowie einzelne Managementfelder einer Plattform unterscheiden,
  • sind in der Lage, die einzelnen Instrumente des Plattformmanagements anzuwenden,
  • kennen die wesentlichen Steuerungsmechanismen von digitalen Plattformen und können dieses Wissen auf Anwendungsfälle transformieren,
  • können bestehende digitale Plattformen analysieren und Strategien zur Gestaltung und Steuerung von digitalen Plattformen ableiten.

Inhalt

In diesem Modul werden folgende fachliche Inhalte vermittelt: 

  • Typologie von Wertschöpfungsnetzwerken
  • Theoretische Grundlagen zur Analyse von Wertschöpfungsnetzwerken
  • Managementfunktionen zur Gestaltung und Steuerung von Netzwerken (Selektion, Regulation, Allokation, Evaluation)
  • Instrumente und Konzepte der Selektion (Selektionskriterien, Selektionsprozess)
  • Instrumente und Konzepte der Regulation (Planungs- und Kontrollsysteme, Anreize etc.)
  • Instrumente und Konzepte der Allokation (Modelle interorganisationaler Prozesse, Nutzung gemeinsamer Ressourcen)
  • Instrumente und Konzepte der Evaluation (Evaluationskriterien und Evaluationsprozesse)
  • Transformationsprozess „From Pipeline to Platform“
  • Typologien und Entwicklungsphasen von digitalen Plattformen
  • Managementfelder zur Planung, Steuerung und Kontrolle digitaler Plattformen (Skalierung, Steuerungsmecha-nismen, Pricing, Performance Measurement)
  • Skalierungsstrategien und wesentliche Steuerungsmechanismen digitaler Plattformen
  • Performance Measures in Abhängigkeit der jeweiligen Plattform Entwicklungsphasen

Die erlernten Instrumente und Konzepte werden im Rahmen der Übungen anhand von Fallstudien eingeübt.
 

Literatur

  • Eßig, M/Hofmann, E./Stölzle, W. (2013), Supply Chain Management, 1.Auflage, München.
  • Harvard Business Review (2006), Harvard Business Review on Supply Chain Management.
  • Hess, T. (2002), Netzwerkcontrolling: Instrumente und ihre Werkzeugunterstützung, 1. Auflage, Wiesbaden.
  • Otto, A. (2002), Management und Controlling von supply chains, 1.Auflage, Wiesbaden.
  • Stölzle, W. (Hrsg.) (2003), Supply Chain Controlling in Theorie und Praxis: aktuelle Konzepte und Unternehmensbeispiele, 1.Auflage, Wiesbaden.
  • Sydow, J. (1992), Strategische Netzwerke: Evolution und Organisation, 1. Auflage Wiesbaden.
  • Sydow, J./Möllering, G. (2009), Produktion in Netzwerken: make, buy & cooperate, 2.Auflage, München.
  • Sydow, J. (Hrsg.) (2010), Management von Netzwerkorganisationen – Beiträge aus der „Managementforschung“, 5. Auflage, Wiesbaden.
  • Weber, J./Wallenburg, C. M. (2000), Logistik und Supply Chain Controlling, 6. Auflage, Stuttgart.
  • Wohlgemuth, O. (2002), Management netzwerkartiger Kooperationen. Instrumente für die unternehmensübergreifende Steuerung, 1. Auflage, Wiesbaden.
  • Zentes, J. (Hrsg.) (2005), Kooperationen, Allianzen und Netzwerke: Grundlagen, Ansätze, Perspektiven, 2. Auflage, Wiesbaden.
  • Cusumano, M. A./Gawer, A./Yoffie, D. B. (2019): The Business of Platforms. Strategy in the Age of Digital Competition, Innovation, and Power, New York, NY.
  • Evans, D. S./Schmalensee R. (2016): Matchmakers. The New Economics Of Multisided Platforms, Harvard Business Review Press, Boston.
  • Evans, D. S., Schmalensee, R., Noel, M. D., Chang, H. H., & Garcia-Swartz, D. D. (2011). Platform economics: Essays on multi-sided businesses. PLATFORM ECONOMICS: ESSAYS ON MULTI-SIDED BUSINESSES, David S. Evans, ed., Competition Policy International.
  • Parker, G. G./Alstyne van, M. W./Choudary, S. P. (2016): Platform Revolution. How networked markets are transforming the economy – and how to make them work for you. W.W Norton & Company, New York, 2016.
  • Tiwana, A. (2014): Platform Ecosystems. Aligning Architecture, Governance, and Strategy, Amsterdam, Heidelberg.

 Literatur ist verfügbar im Semesterapparat von Prof. Dr. Mischa Seiter. 

Materialien

Sie finden Materialien, wie Skript oder Übungsblätter, auf der Lernplattform Moodle.

Modulverantwortlicher

Prof. Dr. Mischa Seiter

Übungsleiter

Niklas Bayrle, M.Sc.

Zeit und Ort

Dienstag, 10-14 Uhr in H12

Der erste Termin findet am 15.10.2019 statt. 

 

Modulbeschreibung

Detaillierte Modulbeschreibung siehe Modulhandbuch!

Alle Angaben ohne Gewähr, es gelten ausschließlich die Angaben des Modulhandbuchs!

Einordnung des Moduls

M.Sc. Wirtschaftswissenschaften, M.Sc Wirtschaftsmathematik, M.Sc. Wirtschaftschemie, M.Sc. Wirtschaftsphysik und Studiengänge mit Nebenfach Wirtschaftswissenschaften

Leistungsnachweis und Note

Die Vergabe von Leistungspunkten setzt das Bestehen einer schriftlichen Prüfung voraus. Die Modulnote ergibt sich aus dem Ergebnis der schriftlichen Prüfung.