Aktuelles

Gleichstellungsbericht 2019 veröffentlicht

Universität Ulm

Der Gleichstellungsbericht 2019 ist jetzt zum Download verfügbar.

»Es geht doch!«. So könnte man die Jahresbilanz 2019 aus Sicht der Gleichstellung zusammenfassen. Im Gremienwahljahr 2019 ist die Universität Ulm ihrem Ziel, in allen universitären Funktionen und Gremien ein ausgewogenes Geschlechterverhältnis zu erreichen, ein richtig großes Stück nähergekommen. Viele Frauen haben ihr passives Wahlrecht genutzt und für Senat und Fakultätsräte kandidiert - mit einem Super-Ergebnis. Im Senat liegt der Frauenanteil nun bei 40 %. Damit ist in fast allen Statusgruppen eine Parität erreicht, die dem universitätsweiten Frauenanteil der jeweiligen Gruppe entspricht. Der Anteil der Professorinnen liegt mit 30 % sogar weit über dem entsprechenden Universitätsmittel von 17%.

Inzwischen gibt es auch in zwei der vier Fakultäten eine Prodekanin. In der Fakultät für Mathematik und Wirtschaftswissenschaften hat man, um die von allen Kandidatinnen und Kandidaten stets befürchtete zu hohe Arbeitsbelastung durch solche Ämter zu vermeiden, kreativ und unbürokratisch ein weiteres Prodekansamt geschaffen, so dass sich die Aufgaben nun auf mehr Personen verteilen. Auch im Universitätsrat gab es Veränderungen. Anfang 2019 schieden zwei Mitglieder aus und zwei neue wurden berufen. Aktuell hat damit der Universitätsrat einen Frauenanteil von 73 %. Insgesamt ist also festzustellen, dass Führungs- und Gestaltungsverantwortung an der Universität Ulm heute in sehr viel stärkerem Maße von Frauen wahrgenommen wird als dies noch vor einem Jahr der Fall war.

Darüber hinaus zeigen viele Entwicklungen, dass die Ende 2018 im Mission Statement Gleichstellung formulierten Leitlinien allen Universitätsangehörigen zunehmend ins Bewusstsein rücken und Beachtung finden.

In 2019 hat die Universität Ulm ihre Gleichstellungsstrategie neu ausgerichtet und in einem Konzeptpapier niedergelegt. Entlang der Leitlinien des Mission Statement zielt sie auf einen beispielhaften Kulturwandel an einer medizinisch-naturwissenschaftlich-technischen Universität. Dieser beinhaltet ein neues geschlechter- und chancengerechtes Verständnis der Wissenschafts- und Universitätskultur, das nachhaltig in allen universitären Prozessen und Entscheidungen verankert ist. Mit diesem Gleichstellungszukunftskonzept konnte sich die Universität in einem kompetitiven Auswahlverfahren zum dritten Mal in Folge für eine Teilnahme am Professorinnenprogramm von Bund und Ländern qualifizieren und damit an ihre Erfolge aus den ersten beiden Förderperioden anknüpfen.

Bereits im aktuellen Struktur- und Entwicklungsplan 2017 – 2021 hat sich die Universität Ulm einen Professorinnenanteil von 20 bis 25 Prozent zum Ziel gesetzt. Um dieses zu erreichen, müssten aus heutiger Sicht noch 17 Professorinnen neu berufen werden.

Das ist in den verbleibenden zwei Jahren nicht zu schaffen, zeigt aber die dringende Notwendigkeit an der Erhöhung des Professorinnenanteils wirksam zu arbeiten. In einem ersten Schritt hat daher der Senat im Juli 2019 verbindliche Vorgaben für die Durchführung
von Berufungsverfahren verabschiedet und in einem Leitfaden festgeschrieben.

Vor dem Hintergrund des harten Wettbewerbs um die besten Köpfe und insbesondere die besten Wissenschaftlerinnen, ist es jedoch unabdingbar, die Berufungspolitik generell zu überdenken, die aktive Rekrutierung weiter zu professionalisieren und ein attraktives
Arbeits- und Forschungsumfeld mit guten Rahmenbedingungen zu schaffen. Hier ist unter anderem die Etablierung einer echten Willkommenskultur für neue Professorinnen und Professoren sowie die Ausweitung und Professionalisierung des Dual Career-Service für
die Attraktivität des Universitätsstandorts Ulm von entscheidender Bedeutung.

Gleichzeitig bleiben die Unterstützung und Förderung junger Wissenschaftlerinnen auf ihrem akademischen Karriereweg ganz oben auf der Agenda, denn der so genannte Dropout, die Aufgabe der wissenschaftlichen Karriere nach der Promotion oder Postdoc-Phase,
ist bei Frauen weiterhin extrem hoch.

Ich danke allen, die sich 2019 für die Gleichstellung an der Universität engagiert und stark gemacht haben, und ganz besonders den Referentinnen und Mitarbeiterinnen des Gleichstellungsreferats, Frau Dr. Güttel, Frau Gobiet, Frau Decker und Frau Riegg.

Prof. Dr. Susanne Biundo-Stephan
Gleichstellungsbeauftragte der Universität Ulm

Gleichstellungsbericht 2019