Promotionspreise 2021

Beim Jahrestag 2021 zeichnete die Ulmer Universitätsgesellschaft (UUG), vertreten durch den Vorsitzenden Manfred Oster, acht hervorragende Nachwuchsforschende mit Promotionspreisen aus.

Dr. Christian Baur hat an der Universität Ulm Chemie studiert und für seine Promotion am Helmholtz-Institut Ulm geforscht. In seiner nun ausgezeichneten Doktorarbeit untersucht Baur die Speichermechanismen und das Alterungsverhalten von kobaltfreien Materialien für Lithium-Ionenbatterien. Dabei zeigt der Chemiker Wege zur Stabilisierung solcher Materialien auf. Inzwischen forscht Christian Baur als Postdoc an der Technical University of Denmark (DTU)

Li-rich disordered rock salt transition metal oxyfluorides as novel cathode materials in lithium-ion batteries

Dr. Franziska Gehringer hat Molekulare Medizin an der Universität Ulm studiert. In ihrer Doktorarbeit zeigt Gehringer, wie wichtig die Regulation des Transkriptionsfaktors FOXO1 für die Entwicklung des Burkitt-Lymphoms ist. Dabei handelt es sich um einen schnell wachsenden Tumor des lymphatischen Systems. Die Molekularmedizinerin konnte zunächst zeigen, dass ein physiologisches Aktivitäts-Niveau der Kinase AKT zur Aufrechterhaltung der FOXO1-Expression beiträgt. Darüber hinaus wies sie eine so genannte Goldilocks-Regulierung von FOXO1 nach. Dies bedeutet laut Urkundentext, „dass nur eine intermediäre FOXO1 Aktivität das Überlebens- und Proliferationsprogramm des Burkitt-Lymphoms unterstützt, während sowohl die Hemmung als auch die supra-physiologische Aktivierung zu Wachstumsstillstand und Apoptose führen.“ Dr. Franziska Gehringer forscht weiterhin am Ulmer Institut für Physiologische Chemie.

Tight regulation of the PTEN-Pl3K-AKT axis and FOX01 is required for maintenance of Burkitt lymphoma

Dr. Sandra Mai-Lippold studierte Psychologie in Bamberg. Anschließend schloss sie ihre Promotion in der Abteilung Klinische und Gesundheitspsychologie der Universität Ulm ab, wo sie bis heute als wissenschaftliche Mitarbeiterin tätig ist und begann ihre Weiterbildung zur psychologischen Psychotherapeutin. In ihrer Doktorarbeit untersucht sie neuronale Netzwerke im Zusammenspiel mit Körperwahrnehmung, Körperbild sowie emotionalen Prozessen. Hierfür setzte Mai-Lippold in verschiedenen Stichproben psychophysiologische, neurowissenschaftliche und experimentalpsychologische Methoden ein. Insgesamt identifizierte sie bestimmte Hirnstrukturen –namentlich das frontotemporale insuläre Netzwerk und den somatosensorischen Kortex – als kausal relevante Strukturen der Körper- und Emotionswahrnehmung.

Neuronale Substrate im Wechselspiel von Interozeption, Emotion und Körperbild

Dr. Christoph Lübbehüsen studierte an der Universität Ulm Medizin. In seiner Doktorarbeit hat er mithilfe von H3F3A-mutierten Zelllinien ein neues Modell zur Erforschung von Riesenzelltumoren des Knochens entwickelt. Durch die Analyse des WEE1-Signalwegs zeigt er eine neue Behandlungsoption für fortgeschrittene Riesenzelltumore auf. Heute arbeitet Christoph Lübbehüsen als Assistenzarzt (Anästhesie) in einem Frankfurter Krankenhaus.

Etablierung H3F3A-mutierter Riesenzelltumorzelllinien und molekulare Analyse des WEE1-Signalwegs

Dr. Matthias Neumann hat an der Universität Ulm studiert und am Institut für Stochastik seine Doktorarbeit geschrieben. Dafür entwickelte er neue mathematische Konzepte für virtuelle Materialtests auf der Basis hochaufgelöster tomographischer Bilddaten. Seine „Ergebnisse bilden eine wesentliche Bereicherung der Schnittstelle zwischen stochastischer Strukturmodellierung und der hierauf aufbauenden numerischen Simulation von makroskopischen physikalischen Eigenschaften der untersuchten 3D-Morphologien“, heißt es im Urkundentext. Der Preisträger ist mittlerweile Postdoc am Institut für Stochastik der Universität Ulm.

Stochastic 3D microstructure modeling for virtual materials testing based on tomographic image data

Dr. Katja Rogers hat Medieninformatik an der Universität Ulm studiert und hier auch promoviert. In ihrer Doktorarbeit befasst sie sich mit Rolle und Einfluss von Realismus im Spielerleben bei Computerspielen. Um den Entwurfsraum solcher „Games“ zu charakterisieren, führte Katja Rogers mehrere Studien durch: Sie untersuchte u.a. Interaktionsrealismus, Realismus des Spielnarrativs sowie auditive Komponenten. Inzwischen forscht Rogers als Postdoktorandin an der kanadischen University of Waterloo.

Realism in Player Experience – Exploring Game Interaction, Narrative, and Audio

Dr. Manuel Rach studierte Wirtschaftsmathematik an der Universität Ulm. In seiner Doktorarbeit untersucht er die bestmögliche Ausgestaltung der betrieblichen und privaten Altersvorsorge. Während sich Rach bei der betrieblichen Altersvorsorge auf den Ansparprozess fokussiert, liegt sein Schwerpunkt im privaten Bereich auf neuartigen Produkten, die zur optimierten Aufteilung von Langlebigkeitsrisiken zwischen Versicherern und Versicherungsnehmern beitragen. Inzwischen ist Rach Postdoktorand am Institut für Versicherungswissenschaften der Uni Ulm.

Optimal Design of Private and Occupational Retirement Plans

Dr. Lisa Wrba schloss ihr Medizinstudium an der Uni Ulm ab. In ihrer nun ausgezeichneten Doktorarbeit zeigt sie in einem Polytraumamodell und an menschlichen Darmzellen, dass die Blut-Darm-Barriere durch Mehrfach-Verletzungen (Polytrauma) geschädigt werden kann. Insbesondere den Blutungsschock identifiziert Lisa Wrba als „Treiber“ des Darm- und Multiorganversagens nach einem Polytrauma. Mittlerweile ist Wrba Assistenzärztin für Unfallchirurgie und Orthopädie am Universitätsklinikum Augsburg.

Auswirkungen des experimentellen Polytraumas auf die Blut-Darm-Schranke