Solidarität mit der Ukraine

Solidarität mit der Ukraine: Universität Ulm verurteilt russischen Angriff
Wissenschaftliche Zusammenarbeit mit Russland bis auf Weiteres ausgesetzt


„Die Universität Ulm verurteilt den Einmarsch Russlands in die Ukraine aufs Schärfste. Ein solcher Völkerrechtsbruch mitten in Europa ist nicht hinnehmbar. Auch für die deutsch-russischen Wissenschaftsbeziehungen kann dieser Angriff auf Frieden, Freiheit und Demokratie nicht folgenlos bleiben. Deshalb hat die Universität Ulm alle Verbindungen zur Russischen Föderation und zu Belarus mit sofortiger Wirkung eingefroren", erklärt Universitätspräsident Professor Michael Weber. Anfang März hatte das Wissenschaftsministerium die baden-württembergischen Hochschulen aufgerufen, Beziehungen nach Russland und zu russischen Einrichtungen kritisch zu prüfen und möglichst auszusetzen.

Konkret bedeutet dieser Schritt, dass die Universität Ulm laufende Projekte, Austauschprogramme bzw. den Studierendenaustausch und gegenseitige Forschungsbesuche im Zuge von Kooperationsprogrammen mit russischen oder belarussischen Einrichtungen bis auf Weiteres unterbricht. Der Transfer von Forschungsergebnissen in diese Staaten und gemeinsame wissenschaftliche Veröffentlichungen (aus Kooperationsprogrammen) unterbleiben. Auf individueller Ebene kann der Austausch mit russischen oder belarussischen Forschenden bestehen bleiben.

Gleichzeitig gilt die Solidarität der Universität Ulm der ukrainischen Bevölkerung sowie den betroffenen Forschenden und Studierenden im Kriegsgebiet. Unsere Gedanken sind insbesondere bei unseren Kooperationspartnern sowie bei allen Studierenden und Beschäftigten mit ukrainischen Wurzeln. Derzeit werden pragmatische Unterstützungsmöglichkeiten für ukrainische Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler geschaffen, die in Baden-Württemberg forschen und lehren. Studierenden aus der Ukraine werden die Studiengebühren erlassen. Gleiches gilt für ukrainische Geflüchtete, die sich künftig an Landesuniversitäten und Hochschulen einschreiben.

Die Universitätsleitung betont aber auch, dass sich nicht alle russischen oder belarussischen Kooperationspartnerinnen und -partner mit den Regimes ihrer Heimatländer identifizieren. Vor diesem Hintergrund sind russische und belarussische Studierende, Promovierende, Beschäftigte oder Gastforschende, die sich bereits an der Universität Ulm aufhalten, weiterhin willkommen. Sie können ihr Studium oder ihre wissenschaftliche Arbeit fortsetzen. Allerdings muss von künftigen Anreisen aus diesen Staaten sowie von neuen Kooperationsprojekten abgesehen werden.

Der russische Angriff auf die Ukraine stellt auch die Werte der freien Wissenschaft in Frage. Hoffen wir gemeinsam, dass der grausame Krieg bald endet.

 

Stellungnahme der Hochschulrektorenkonferenz

 

Im Einzelnen hat die Universität Ulm folgende Schritte beschlossen:

  1. Es werden keine Konsequenzen für die bereits immatrikulierten Studierenden bzw. immatrikulierten und beschäftigten Promovierenden aus der Russischen Föderation und aus Belarus, die sich vor Ort befinden, gezogen.
  2. Bewerberinnen und Bewerber aus den genannten Staaten, die in den letzten Wochen eine Zulassung zum Studium bzw. zur Promotion erhalten haben, können ihr Studium bzw. ihre Promotion an der Universität Ulm aufnehmen.
  3. Alle Partnerschaftsaktivitäten mit russischen Universitäten werden vorläufig ausgesetzt. Dies umfasst insbesondere unsere Cotutelle Vereinbarungen aus der Russischen Föderation und aus Belarus und den Studierendenaustausch.

Informationen für Geflüchtete, die an der Uni Ulm studieren möchten (pdf; 118 KB)

Das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst (MWK) wird sicherstellen, dass für die rund 460 Studierenden aus der Ukraine sowie Flüchtende, die ein Studium in Baden-Württemberg aufnehmen, keine Belastungen durch Studiengebühren anfallen. Auch für die rund 180 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus der Ukraine, die sich derzeit im Land befinden, werden unter Berücksichtigung der besonderen Lage pragmatische Unterstützungsmöglichkeiten geprüft.


Ukraine-Krise: Aktuelle Informationen des MWK

Zur Pressemitteilung des MWK

Spenden- und Unterstützungsmöglichkeiten

  • Der Verein Menschlichkeit Ulm engagiert sich für ukrainische Geflüchtete: Der Verein wird von Studierenden getragen und vom DAAD bzw. dem International Office der Universität unterstützt (Welcome Programm). Aktuelle Informationen: https://menschlichkeit-ulm.de/news/
     
  • Auf der Seite https://scienceforukraine.eu/ werden dezentrale Hilfsangebote von Forschungsgruppen und -einrichtungen gesammelt
     
  • Weitere Möglichkeiten, Geflüchtete zu unterstützen und ihnen z.B. Wohnraum anzubieten, finden sich auf einer Webseite der Stadt Ulm
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Ulmer Münster in den Farben der Ukraine