Abstracts Tag 2 – ZKI Dienstag, 13. September, 2016, 09:00 – 18:00

Block 1: Einführung

Gestaltung von Innovationsprozessen an Rechen- und Informationszentren

Referent: Prof. Dr.-Ing. Stefan Wesner, Uni Ulm, Leiter des kiz

Digitalisierung in der Lehre ist ein Beispiel für den Innovationsdruck, dem Rechen- und Informationszentren effektiv begegnen müssen. Auch wenn das Thema eLearning schon längere Zeit zum Standardportfolio eines jeden Rechenzentrums gehört, sind im Kontext aktueller Entwicklung, wie MOOCs/Vorlesungsaufzeichnung, elektronische Klausuren, Hörsaalinfrastruktur, viele neue Anforderungen mit kurzen Vorlaufzeiten aufzugreifen und in Dienste umzusetzen.

In diesem Vortrag werden verschiedene Möglichkeiten Innovationsprozesse zu gestalten dargestellt, miteinander verglichen und ihre Eignung zur Weiterentwicklung von Diensten diskutiert. Dabei werden Kooperationskonzepte zwischen Rechenzentren, mit Wissenschaftlern sowie auch Kooperationen mit Firmen betrachtet.

Digital ist keine Option, sondern unser Standard

Referentin: Anja Lorenz, FH Lübeck

Über 180.000 Kursbuchungen, mehr als 27.000 Nutzer auf unserer MOOC-Plattform mooin, 1,6 Mio. YouTube-Klicks – bei Papierskripten oder Präsenzvorlesungen hätten Drucker und Raumplanung vor diesen Zahlen Angst. Allein 3.850 Studierende nutzten 2015 unsere Infrastruktur für Ihr Bachelor- oder Masterstudium und nur ein Bruchteil von ihnen war je auf dem Lübecker Campus. Sie besetzen keine Hörsäle, gehen nicht in die Mensa oder die Bibliothek, sondern meistens auf Arbeit, denn der Großteil von ihnen ist berufstätig. Seit 1997 arbeiten wir an der Fachhochschule Lübeck und ihrer Tochter oncampus dafür, (nicht nur) diesen Online-Studierenden eine optimale Lernumgebung bereitzustellen. Über Weiterbildungskurse, MOOCs, Angebote für Geflüchtete u.v.m. ist die viel gepriesene „Öffnung der Hochschule“ bei uns Alltag… und in den gebe ich gern einen Einblick. 

Block 2: Hörsaalinfrastruktur zur Unterstützung digitaler Lehre

Die räumliche Komponente digitaler Lehre

Referent: Uwe Pirr, HU Berlin

Mit der Digitalisierung der Lehre wandeln sich auch die Anforderungen an die Räume. Die Veränderungen gehen weit über die Digitalisierung der Signalwege hinaus. Neue Lehrformen, wie Flipped-Classroom-Szenerien, stellen andere Anforderungen als die klassische Vorlesung. Aufzeichnung und Übertragung von Lehrveranstaltungen müssen einfach und flexibel gehandhabt werden können und BYOD wird zum Standard. Auch elektronische Prüfungen sollen durchgeführt werden. Erfahrungen aus mehreren gemeinsamen zki- und amh-Workshops zum Thema Medientechnik fließen in den Vortrag ein.

E-Prüfungen / E-Assessment / Baumaßnahmen

Referent: Dieter Huth, Bergische Universität Wuppertal

Das Projekt E-Prüfungen an der Uni Wuppertal startete im Januar 2015 und konnte im Sommersemester 2016 die erste E-Prüfung durchführen. Das Vorhaben gehört im Rahmen der Digitalisierungsstrategie der Universität zum Teilbereich Digitale Lehre. Der Vortrag zeigt die vorbereitenden Maßnahmen auf, stellt den bisherigen und geplanten Projektverlauf dar und geht auf die ausgewählte Prüfungssoftware LPLUS ein. Es geht um die Unterschiede zwischen einer E-Prüfung und einem E-Assessment, wie wir sie verstehen, und um Konsequenzen aus der vergeblichen Suche nach einem geeigneten Raum. In Kombination mit einem vorhandenen PC-Pool wurde eine mobile Lösung mit einer eigenentwickelten Tisch-PC-Netzwerk-Lösung mit Anbindung an das Prüfungssystem über eine Virtual Desktop Infrastructure (VDI) realisiert. Der Referent skizziert auch den Umgang mit der anfänglichen Skepsis der Prüfenden und lässt dabei persönliche Erfahrungen aus einem früheren Projekt zur Einführung PC-gestützter Prüfungen einfließen. Das Wuppertaler Beratungskonzept zur Gewinnung interessierter Lehrender beinhaltet neben Workshops zur Prüfungssoftware auch Seminare zur (E-)Prüfungsdidaktik.

Block 3: E-Klausuren

bw-Lehrpool - Basisinfrastruktur für verschiedene E-Prüfungstypen

Referent: Dr. Dirk von Suchodoletz, Uni Freiburg

“bwLehrpool” und "bwEKlausuren", vom baden-württembergischen Ministerium
für Forschung, Wissenschaft und Kunst geförderte Landesprojekte,
erarbeiten ein flexibles Konzept für Computer-Pools, welches parallel
verschiedene Lehr- und Lern- sowie Klausurumgebungen verwalten kann. Auf
dieser technologischen Basis lassen sich verschiedene
E-Prüfungsszenarien abbilden, die vom Zugang zu klassischen
LMS-Klausuren in E-Learning-Systemen bis hin zu abgesicherten Tests in
originalen Arbeitsumgebungen beispielsweise für Softwareentwicklung,
Statistik oder Grafikdesign reichen.

E-Klausuren Erfahrungsbericht (Kopie 1)

Referent: Stefan Röhle, Uni Mainz

An der JGU Mainz werden seit mehr als 11 Jahren erfolgreich E-Klausuren mit Ilias durchgeführt, seit dem Start hatten wir bislang mehr als 288.000 Klausurenfälle, je Semester kommen zurzeit etwa 20.000 hinzu.
Welche Probleme (und Lösungen) dabei entstehen, wie wir das bewältigen und welche Ressourcen wir dafür benötigen, dazu möchte ich einen Einblick geben und ein wenig aus dem Nähkästchen plaudern

Eine pragmatische Sicht auf Rechtsprobleme bei E-Klausuren

Referent: Prof. Michael Beurskens, Universität Bonn

Prüfungen unter Einsatz digitaler Medien werden vor allem aus rechtlicher Sicht angezweifelt. Ursachen sind nicht nur einige ältere Gerichtsurteile, sondern vor allem die für viele Juristen typischen Vorbehalte gegenüber neuartigen Verfahren. Dabei bestehen auch bei klassischen handschriftlichen Klausuren vergleichbare, wenn nicht sogar höhere Risiken von Systemausfällen (Licht im Hörsaal) und Täuschungen. Um einen sicheren Rahmen für E-Prüfungen zu gewährleisten, soll ein Kriterienkatalog vorgestellt werden. Dazu gehört, dass Prüfungen auf hochschuleigenen Geräten gegenüber BYOD-Lösungen vorzugswürdig sind und der gesamte Ablauf präzise zu dokumentieren ist. Ein besonderes Augenmerk soll auf die Gestaltung von Multiple-Choice-/Single-Choice -Fragen sowie ähnlichen automatisiert auswertbaren Verfahren gelegt werden.