Abstracts Tag 3 – ZKI/DINI Mittwoch, 14. September, 2016, 09:00 – 17:30

Block 4: E-Learning

Aufbau und Erbringung von E-Learning-Angeboten – Eine Umfrage des ZKI-Arbeitskreises E-Learning

Referenten: Andreas Brennecke, Uni Paderborn & Holger Striegl, Uni Regensburg

Hochschulen müssen für eine zeitgemäße Lehre auch eine fortschrittliche Infrastruktur und entsprechende E-Learning-Angebote bereitstellen. Doch welche E-Learning-Dienste gehören bereits zum Standardangebot, welche Dienste sind noch Exoten und wie sind die Dienste in den Hochschulen verankert, insbesondere in den Rechen- und Medienzentren?

Ende 2015 hat der ZKI-Arbeitskreis E-Learning an deutschen Hochschulen eine Online-Umfrage durchgeführt. Darin ging es neben der Erhebung der Angebote auch um die strategische Bedeutung von E-Learning, um organisatorische Fragen sowie um die eingesetzte Ressourcen und deren Finanzierung.

 Die Umfrage wurde über die ZKI-Mitglieder verteilt und ist dadurch nicht repräsentativ für den Grad der Digitalisierung der Hochschulbildung insgesamt, sie zeigt aber einige Tendenzen. Die Ergebnisse werden − wo möglich − mit anderen Umfragen in Beziehung gesetzt und um Erfahrungen aus dem Arbeitskreis ergänzt.

Das Hochschulnetzwerk Digitalisierung in der Lehre BW

Referentin: Dr. Nicole Wöhrle, Uni Freiburg

In Baden-Württemberg führte die Diskussion zur Digitalisierung in der Lehre im vergangenen Jahr unter Mitwirkung aller Hochschularten zur Formulierung eines Fachkonzepts „Opens external link in new windowE-Learning – Strategische Handlungsfelder der Hochschulen des Landes Baden-Württemberg zur Digitalisierung in der Hochschullehre". Über eine Positionierung zum aktuellen Status Quo hinaus wird darin aus gemeinsamen Überlegungen der Hochschulvertreterinnen und -vertreter die Notwendigkeit der Gründung eines hochschulübergreifend kontinuierlich tätigen Gremiums gesehen, das die Umsetzung der im Fachkonzept genannten hochschulartenübergreifenden Maßnahmen für den Hochschulstandort Baden-Württemberg initiiert und begleitet. Derzeit befindet sich das „Hochschulnetzwerk Digitalisierung in der Lehre BW“ mit Unterstützung des MWK in Gründung, das durch eine zweistufige Struktur, bestehend aus jeweils einem hochschulartenspezfischen Expertenkreis und einem darauf aufgesetzten hochschulartenübergreifendem Netzwerk darauf ausgerichtet ist, die Kooperation unter den Hochschulen zu stärken und zu fördern. Die Netzwerkstruktur bildet dabei alle relevanten Ebenen der Hochschuleinrichtungen ab und setzt sich aus Vertreterinnen und Vertretern der Hochschulleitungen, der Rechenzentren, der Bibliotheken, sowie der bestehenden E-Learning und hochschuldidaktischen Serviceeinrichtungen zusammen. Im Fokus der initialen Phase stehen landesweit ausgerichtete Handlungsschwerpunkte in den Bereichen hochschulübergreifendes Content Sharing und Offene Bildungsangebote (OER). Über ein Partizipationskonzept wird auch die Einbindung von Lehrenden und Studierenden angestrebt, so dass Lösungen mit einem ganzheitlichen Ansatz erarbeitet und umgesetzt werden.

Block 5: Digitalisierungs-strategien

Keynote

Digitalisierung in der Hochschule - Potenziale digitaler Transformation von Studium und Lehre

Referent: Prof. Dr. Ulf-Daniel Ehlers, DHBW Stuttgart

Die nachhaltige Verankerung von digitalen Bildungsformaten in den Hochschulen ist weit mehr als nur eine technische Herausforderung. Die erfolgreiche Digitalisierung akademischer Lehre stellt einen tiefgreifenden institutionellen Veränderungsprozess dar. Digitale Bildungsangebote weisen vielversprechende Chancen für das Hochschulen auf – in der Verbesserung der Effizienz und Qualität der Lehre trotz fortschreitender Massifizierung, im Einsatz für Hochschulmarketing oder Recruiting, in der lebenslangen Weiterbildung sowie als Vehikel für ihre gesellschaftliche Verantwortung.

Die derzeitigen Digitalisierungsaktivitäten der Hochschulen beschränken sich jedoch weitestgehend auf grundlegende Infrastruktur-Angebote sowie punktuelle Initiativen, die in der Regel weit entfernt sind von einer systematischen Nutzung der mit digitalen Bildungsformaten verbundenen Potenziale. Es hat sich gezeigt, dass die nachhaltige Verankerung digitaler Bildungsangebote nur mit erheblichen Veränderungsprozessen in der realen Welt der Hochschulen erreicht werden kann. Gerade auch im lehr-Lernprozess gilt es hier einen Transformationsvorgang zu realisieren. Auf den verschiedenen institutionellen Ebenen der Hochschulen müssen dafür Strukturen und Prozesse verändert werden sowie tiefgreifende Einstellungs- und Verhaltensänderungen einsetzen. Dabei gilt es, die besonderen institutionellen Merkmale des  Hochschulsystems zu berücksichtigen.

Die Einführung und Etablierung innovativer Strukturen und Prozesse in der Organisation setzt daher eine gerichtete, proaktive Veränderungsfähigkeit und -bereitschaft voraus, die zu dem bestehenden Verständnis institutioneller und persönlicher Autonomie grundsätzlich in Widerspruch steht und entsprechend verhandelt und als professioneller Change Prozess realisiert werden muss.

What does digitalization mean in practice in the context of European universities?

Referent: Ilkka Siissalo, CIO and Director of IT Center at the University of Helsinki and also Vice President of Eunis

Everybody talks about digitalisation right now. Besides being a common hype buzzword, it also seems to be "the magic word" for applying for money for IT currently. In this presentation Mr Siissalo will first be listing the different topics or fields within a university, which could be "digitalised". Setting up priorities and defining a rough digitalisation strategy plan is discussed, followed by many examples of "spot digitalisations" - projects from various universities where some individual area has been the focus of a digitalisation project. There are examples not only from teaching and learning, but also research, facilities management etc. Nobody has done this yet as a complete and holistic programme, but there are many interesting case studies throughout Europe.

Block 6: Umsetzung der Digitalisierungs-strategie

Partizipation und Openness - Eckpfeiler der HOOU und weiterer Digitalisierungsinitiativen in Hamburg

Referenten: Christina Schwalbe (Universität Hamburg) & Marc Göcks (Multimedia Kontor Hamburg)

Die Stadt Hamburg hat sich im Rahmen einer breit angelegten Initiative zur „Digitalen Stadt“ auf den Weg zur Umsetzung einer Vielzahl von unterschiedlichen Digitalisierungsvorhaben gemacht. Eines der Ziele ist es, neben der Digitalisierung von Verwaltungs- und wirtschaftlichen Wertschöpfungs-prozessen, den zunehmend digital geprägten Alltag der Bürgerinnen und Bürger in seiner Lebensqualität zu erhöhen. In diesem Rahmen wird – mit Blick auf „Partizipation und Openness“ – eine Öffnung der Hochschulen in den Bereichen Lehre und Forschung auch für eine interessierte Zivilgesellschaft angestrebt. Unter anderem werden aktuell In zwei Vorprojekten zu den Kernbereichen Lehre und Forschung in hochschulübergreifender Zusammenarbeit und mit Unterstützung des Hamburger Senats konzeptionelle und organisatorische Grundlagen für eine nachhaltige Umsetzung der im Rahmen der Initiative gesteckten Zielsetzungen geschaffen.  Ausgehend von einer kurzen Darstellung der „Digitalen Stadt“ sowie weiterer Digitalisierungsinitiativen im Wissenschaftsbereich geht der Vortrag schwerpunktmäßig auf das 2015 gestartete Vorprojekt im Bereich der Hochschullehre (HOOU – Hamburg Open Online University) ein. Die HOOU ist konzeptionell sowie organisatorisch ein auf Partizipation und Offenheit ausgerichtetes Projekt. Inhaltlich geht es vor allem um die Förderung von OER im Hochschulkontext und die Bereitstellung von didaktisch auf Lernendenzentrierung  ausgerichteten Angeboten für Studierende sowie interessierte Bürgerinnen und Bürger. Aus der Perspektive der Organisationsentwicklung sind die Erprobung und Etablierung von Prinzipien der agilen Entwicklung im Hochschulkontext zentraler Bestandteil des Vorprojekts.

Innovationsmanagement als Teil einer Digitalisierungsstrategie

Referentin: Prof. Dr. Gudrun Oevel, Uni Paderborn

Die Digitalisierung stellt Hochschulen vor organisatorische, inhaltliche und technische Herausforderungen, insbesondere wenn Hochschulen sich auch als Ort verstehen, an dem die aktive Mitgestaltung der Entwicklung digitaler Medien durch Lehrende und Studierende bewusst gefördert wird. Ein solcher Ansatz benötigt ein explizites Innovationsmanagement als Teil der partizipativen Digitalisierungsstrategie in dessen Rahmen Maßnahmen zur Unterstützung von Innovatoren und zur Sicherstellung von nachhaltiger Verankerung notwendig sind. Die an der Universität Paderborn entwickelten Maßnahmen und ihre theoretische Rahmung werden vorgestellt und diskutiert.