Hallo Bergwanderer,

hier finden Sie einige Informationen zum Thema Ausrüstung beim Bergwandern. Viele Dinge, die uns die Sportartikel-industrie verkaufen will, sind nicht nur überflüssig, sondern einfach nur teuer. Daneben gibt es Ausrüstung, die durchaus ihre Berechtigung hat und Hilfreich sein kann. Leider denken viele Menschen, sie könnten einen Mangel an "Können" und "Erfahrung" durch "Ausrüstung" ausgleichen. Auf solche Kunden freuen sich die Verkäufer der Sportgeschäfte.

Schuhe:
Für leichte und mittlschwere Bergwanderungen reichen stabile, knöchelhohe Wander- oder Trekkingschuhe mit guter Profilsohle. Turnschuhe sind nicht geeignet. Je schwerer die Bergtouren sind, um so stabiler muss der Schuh sein. Für Hochtouren sind steigeisenfeste Schuhe mit starrer Sohle ein MUSS. "bedingt steigeisenfeste" Wanderschuhe sind Quatsch, entweder ist ein Hochtourenschuh steigeisenfest oder er soll bleiben wo er ist, nämlich im Schuhregal.
Die Schuhe sind ein zentraler, wichtiger Bestandteil unserer Ausrüstung. Die Ursache für viele Bergunfälle ist unangepasstes Schuhwerk. Wer hier spart, spart am falschen Ende.

Wanderstöcke:
Wanderstöcke sind kein Ersatz für fehlende Trittsicherheit, wer sich ohne diese Stöcke nicht sicher fühlt, hat in den Bergen eigentlich nichts verloren. Wanderstöcke können sehr hilfreich sein, insbesondere beim Abstieg können sie die Belastung auf die Kniegelenke reduzieren. Aber das Gehen mit Wanderstöcken muss man üben. Anfänger sollten zunächst das Bergwandern ohne Stöcke lernen. Aber auch "Profis" dürfen hin und wieder auf die Stöcke verzichten. Man verlernt das sichere Gehen, ich spreche da aus eigener Erfahrung.
Nordic-Walking-Stöcke sind im Gebirge vollkommen ungeeignet. Beim Kauf der Teleskopstöcke sollte man darauf achten, dass sie gut in der Hand liegen, die Handschlaufe muss breit und verstellbar und die Federn wenn möglich austauschbar sein. Auf einen verschiebaren Griff kann man verzichten.

Trinkflasche:
Der Mensch besteht zu über 70% aus Wasser, Wasser ist lebensnotwendig. Alle unsere Stoffwechselvorgänge funktionieren ohne Wasser nicht. Beim Bergwandern verlieren wir große Mengen Wasser über das Schwitzen, aber auch der Wasserverlust über die Atemluft ist nicht unerheblich. Insbesondere bei Kälte, kalte Luft ist trocken. Deshalb ist ein gewisser Getränkevorrat (1 - 1,5 Liter) ein wesentlicher Bestandteil der Ausrüstung beim Bergwandern.
Leitungswasser, leicht gezuckert, mit einem Schuss Zitronensaft oder verdünnter Apfelsaft sind optimal. Isotonische Sportlerdrankerl sind einfach nur teuer und bieten keine Vorteil, auch wenn uns die Werbung etwas Anderes erzählt. Kohlensäurehaltige Getränke sind wegen des geringeren Luftdrucks in der Höhe ungeeignet.
Ich verwende eine sogenannte Mehrweg-PET-Flasche (die starkwandige PET). Sie sind sozusagen kostenlos (Pfand-System), stabil und leicht, allerdings für heise Getränke weniger gut geeignet. Nur im Winter, bei Skitouren, habe ich zusätzlich eine kleine Edelstahl-Thermosflasche dabei.
Die schicken, bunten Aluminiumflaschen eines namenhaften schweizer Herstellers sind zwar nett, wie sie so am Rucksack baumeln, ich halte davon aber nichts. Nach einiger Zeit ist es gut, dass man nicht in sie rein schauen kann um das Ökosystem darin zu beobachten. Meine PET-Flasche gebe ich einfach zurück, wenn sie mir nicht mehr gefällt und kaufe eine neue mit lecker brauner Brause drin.

 

 

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