Institut für
Organische Chemie II
und Neue Materialien
- 1:
Direktor: Prof. Dr. P. Bäuerle. - 2:
Dr. M. Mastalerz. - 3:
Mitarbeiter. - 4:
Forschung.- 4.1:
Arbeitsgruppen (AG).- 4.1.1:
Bioinspirierte Organische Halbleiter. - 4.1.2:
Farbstoffe für Organische Solarzellen. - 4.1.3:
Konjugierte Dendrimere und Organische Solarzellen. - 4.1.4:
Leitfähige Polymere und Biomedizinische Anwendungen. - 4.1.5:
Oligomere und Organische Solarzellen. - 4.1.6:
Organische Käfigverbindungen und poröse Materialien. - 4.1.7:
Rastersonden-Mikroskopie, Spektroskopie und Theorie.
- 4.1.1:
- 4.1:
- 5:
Veröffentlichungen. - 6:
Veranstaltungen/Vorträge. - 7:
KOPO 2009. - 8:
Projekte/Kooperationspartner. - 9:
Stellenangebote. - 10:
Ehrungen und Preise. - 11:
Presse. - 12:
OC II intern. - 13:
Lageplan. - 14:
Links/Disclaimer.
AG Bioinspirierte Organische Halbleiter
AG-Leiter: Dr. Sylvia Schmid (sylvia.schmid(at)uni-ulm.de)
Mitarbeiter: Angela Digennaro (angela.digennaro(at)uni-ulm.de)
Alumni: Anja Jatsch
Eva-Kathrin Schillinger
Die AG Bioinspirierte konjugierte Materialien befasst sich mit der Verknüpfung leitfähiger Oligothiophene und Polythiophene mit selbstorganisierenden Biomolekülen wie Peptiden, Kohlehydraten oder Nukleosiden. Kombination der unterschiedlichen Bausteine ermöglicht die Ausbildung von Überstrukturen und die kontrollierte Anordnung der Hybridmoleküle in Lösung und auf Oberflächen. Die Bildung der Überstrukturen ist auf nicht-kovalente intermolekulare Wechselwirkungen der verschiedenen Molekülteile zurückzuführen. Die "Bioblöcke" bilden vorrangig stärkere Wasserstoffbrückenbindungen aus, während die konjugierten Thiophen-Rückgrate van-der-Waals- und π-π-Wechselwirkungen beitragen. Charakterisierung der optoelektronischen Eigenschaften dieser neuartigen Konjugate erfolgt durch optische und CD-Spektroskopie sowie durch elektrochemische Methoden, während die Selbstorganisations-Eigenschaften hauptsächlich durch bildgebende Verfahren wie Rastersonden-Mikroskopie (AFM, STM) oder Elektronenmikroskopie (TEM, SEM) untersucht werden. Anwendungen der neuartigen Biokonjugate in der Organischen Elektronik als selbstorganisierende Halbleiter-Materialien sowie in der Sensorik als spezifische Rezeptorschichten werden gezielt entwickelt.
Einige ausgewählte Beispiele aus unseren Forschungsarbeiten zu diesem Thema:
Nukleobasen-funktionalisierte Polythiophene
Literatur: A. Emge, P. Bäuerle, Synth. Met. 1997, 84, 213-214
P. Bäuerle, A. Emge, Adv. Mater. 1998, 10, 324-330
A. Emge, P. Bäuerle, Synth. Met. 1999, 102, 1370-1373
Nukleosid-funktionalisierte Oligothiophene
Literatur:
A. Jatsch, A. Kopyshev, E. Mena-Osteritz, P. Bäuerle, Org. Lett. 2008, 10, 961-964.
E. Schillinger, A. Jatsch, S. Schmid, P. Bäuerle, J. Mater. Chem. J. Mater. Chem., 2010, DOI: 10.1039/B926594E: “Biomolecule Assisted Self-Assembly of π-Conjugated Oligomers”.
Peptid-funktionalisierte Oligothiophene
Die erstmalige Verknüpfung eines halbleitenden Oligothiophens mit der β-Faltblatt-bildenden Sequenz Gly-Ala-Gly-Ala-Gly wurde durch vollautomatische Festphasensynthese realisiert. FTIR-Experimente bestätigten den Erhalt der β-Faltblatt-Struktur des Peptidteils im Hybridmolekül. STM-Aufnahmen der Halbleiter-Biohybride zeigten durch den Peptidteil vermittelte Überstrukturen in Form von faserartigen Strängen, eine bis dahin für Oligothiophene unbekannte Anordnung. Dieses Konzept wurde durch halbleitende Quaterthiophene erweitert, die symmetrisch mit β-Faltblatt- bildenden Sequenzen (Valin-Threonin)3 ausgestattet sind. Der Einbau von „switch“-Einheiten sowie Pseudoprolin ermöglichte eine Festphasensynthese. | |||
| Die zunächst noch strukturell gestörten Systeme zeigten neue, faserartige Überstrukturen mit einer links-helikalen Feinstruktur. Nach Transformation der β-Ester-Verknüpfung in die native Amidgruppe kann das ungestörte Peptidgerüst zurückgewonnen und für das Hybridsystem eine hohe Selbstorganisationstendenz (β-Faltblatt) beobachtet werden. | |||
Literatur:
H.-A. Klok, A. Rösler, G. Götz, E. Mena-Osteritz, P. Bäuerle, Org. Biomol. Chem. 2004, 2, 3541-3544
E.-K. Schillinger, E. Mena-Osteritz, J. Hentschel, H.-G. Börner, P. Bäuerle, Adv. Mater. 2009, 21, 1562-1567: „Oligothiophene versus ß-sheet peptide: Synthesis and self-assembly of an organic semiconductor-peptide hybride”
„Süße“ Oligothiophene: Kohlenhydrat- oder Zucker-Funktionalisierungen
Durch Sonogashira C-C Kreuzkupplungs-reaktionen können neuartige, Mannose- und Glucose-funktionalisierte Ter (3T)- und Quater (4T)-thiophene synthetisiert werden. Quaterthiophene, die Ester-geschützte Glycokonjugate tragen, adsorbieren auf Mica-Oberflächen in terassenartigen Multischichten mit einem hohen Bedeckungsgrad von 84% (AFM). Die Schichtdicke pro Lage korreliert hierbei perfekt mit der Moleküllänge, die Moleküle stehen aufrecht auf der Oberfläche.
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| Nach Verseifung und Entschützung der Estergruppen zeigten sämtlicher Bio-Hybride Aggregationsverhalten in Lösung, das mit Circulardichroismus (CD)-Spektroskopie untersucht wurde. Durch den Verlauf und die Form der CD-Kurven wird die Präsenz von helikalen Überstrukturen deutlich. Über die Auswahl geeigneter Kohlenhydrate gelingt es, die gewünschte Chiralität in den supramolekularen Selbstorganisaten gezielt zu induzieren. Enantiomere Strukturen, wie hier für L- und D-Mannose-funktionalisierte Quaterthiophene (D,L-Man-4T-OH) abgebildet, zeigen erwartungsgemäß inverse CD-Effekte. | ||
Literatur:
S. Schmid, E. Mena-Osteritz, A. Kopyshev, P. Bäuerle, Org. Lett. 2009, 11, 7146-7148: “Self-assembling carbohydrate-functionalized oligothiophenes”. (IF 4.80)
S. Schmid, A. Mishra, P. Bäuerle, Chem. Commun. 2011, 47, 1324-1326: "Carbohydrate-Functionalized Oligothiophenes for Concanavalin A Recognition".
