Kostenfrei und „für alle offen“. Wir freuen uns über Ihr Interesse!
Den Programmflyer für das Wintersemester 2026/2027 finden Sie demnächst hier.
Wissenschaft im Dialog - Ringvorlesungen
Im Wintersemester erwarten Sie im studium generale drei zentrale Themenfelder:
- Kinder- und Jugendgesundheit
Das Deutsche Zentrum für Kinder- und Jugendgesundheit (DZKJ) stellt seine Forschung vor. Sie erhalten Einblicke in aktuelle Entwicklungen und deren Bedeutung für die Gesundheit junger Menschen. - Energiewende
Wie sieht die Energie von morgen aus? Vier Vorträge im November und Dezember nehmen heutige und zukünftige Energiesysteme in den Blick. Dabei geht es um Chancen, Herausforderungen und mögliche Wege in eine nachhaltige Energiezukunft. - Quantentechnologie
Ab Januar 2027 widmen sich Vorträge der Frage: Was steckt hinter Quantentechnologie und was bringt die Zukunft? Sie lernen Grundlagen dieses Zukunftsfeldes kennen und erfahren, welche Anwendungen bereits heute diskutiert werden.
Inhaltliche Details zu den Vorträgen finden Sie auf dieser Seite weiter unten.
Informationen
Uhrzeit und Ort
Montags von 18:30 bis ca. 20:00 Uhr
Universität Ulm | Hörsaal H2-O25 oder online
Sofern die Genehmigung zur Veröffentlichung erteilt wird, werden wir die Vorträge auf dem YouTube-Kanal des ZAWiW zum Nachhören bereitstellen.
Kontakt
studium generale | 0731/50-26666
studium-generale(at)uni-ulm.de
Teilnahmemöglichkeiten
In Präsenz im Hörsaal H2, Universität Ulm Campus Ost, Gebäude O25
Online über folgenden Link: https://uni-ulm.zoom-x.de/j/61242922637
Webinar-ID: 612 4292 2637
Oder Schnelleinwahl mobil: +49 69 3807 9883 unter Angabe der Webinar-ID
Fragen zum Vortrag können im Hörsaal oder über die Fragen- und Antwort-Funktion (F&A) in Zoom gestellt werden.
Die Vortragsreihen
Das Deutsche Zentrum für Kinder- und Jugendgesundheit (DZKJ) stellt sich vor
Das DZKJ am Standort Ulm setzt Schwerpunkte insbesondere auf das Immunsystem, Adipositas, seltene genetische Erkrankungen und Mental Health.
Prof. Dr. Klaus-Michael Debatin
Stellvertretender Sprecher des DZKJ und Standortdirektor Ulm
Kindheit und Jugend sind entscheidende Entwicklungsabschnitte, in denen die Grundlagen für die Gesundheit des gesamten Lebens gelegt werden. Generelle medizinische Forschungsergebnisse können aber nicht einfach auf Kinder übertragen werden. Das Deutsche Zentrum für Kinder- und Jugendgesundheit (DZKJ) befasst sich mit medizinischer Forschung, Versorgung und Prävention, die speziell auf junge Menschen ausgerichtet ist. Für eine gesunde Zukunft.
Dr. Julia Zinngrebe und Dr. Alexandra Niedermayer
Universitätsklinikum und DZKJ Ulm
Bei seltenen angeborenen Erkrankungen kann das Immunsystem aus dem Gleichgewicht geraten und starke Entzündungsreaktionen auslösen, obwohl keine Infektion vorliegt. Am Beispiel eines schwer erkrankten Kindes wurde im Labor untersucht, wie eine genetische Veränderung das Immunsystem stört und so die Erkrankung verursacht. Diese Erkenntnisse haben geholfen, die richtige Therapie zu finden – und können auch anderen betroffenen Kindern zugutekommen.
Die meisten Kinder mit akuter lymphatischer Leukämie können heute erfolgreich behandelt werden. Dennoch gibt es seltene Fälle, in denen die Krankheit auf die üblichen Therapien nicht anspricht. In diesem Vortrag wird am Beispiel eines betroffenen Kindes gezeigt, wie moderne Forschung direkt helfen kann und veranschaulicht, wie Erkenntnisse aus dem Labor den Weg ans Krankenbett finden und wie personalisierte Medizin Kindern mit schwer behandelbaren Krebserkrankungen neue Chancen eröffnen kann.
Prof. Dr. Reiner Siebert
DZKJ Ulm
Über 70 Prozent der mehr als 6.000 Seltenen Erkrankungen sind genetisch bedingt oder mitbedingt. Der Vortrag gibt Einblicke in die Zusammenhänge zwischen Genveränderungen und Seltenen Erkrankungen und zeigt auf, wie der Nachweis (epi)genetischer Veränderungen die Diagnostik und Therapie beeinflussen kann.
Prof. Dr. Manfred Hönig
DZKJ Ulm
Patientinnen und Patienten mit Schweren kombinierten Immundefekten (SCID für Severe Combined Immunodeficiency) haben die Medizin vor große Herausforderungen gestellt und in den vergangenen Jahrzehnten in der Diagnostik und der Therapie wiederholt zu Pionierleistungen geführt. Die Patientengeschichten sind ein Schlüssel für das Verständnis zentraler Fragestellungen der Immunbiologie, der Infektiologie, der Transplantationsmedizin und der Gentherapie. Diese zum Teil komplexen Zusammenhänge werden an den Krankengeschichten von Patientinnen und Patienten dargestellt, die über die vergangenen sechs Jahrzehnte in Ulm behandelt wurden.
Energie anders denken: Zwischen Labor, Gesellschaft und Klimaneutralität
Die Energiewende verlangt mehr als neue Technik – sie erfordert neue Denkweisen. Vier Vorträge beleuchten, wie Forschung, Gesellschaft und das Ziel der Klimaneutralität zusammenwirken und wo sie in Spannung geraten.
Dabei stehen Fragen im Mittelpunkt wie: Welche neuen Energiequellen stecken noch im Untergrund – etwa natürlicher Wasserstoff, der bislang kaum bekannt ist? Wie lässt sich Sonnenenergie speichern, ohne Kabel und Umwege? Welche Rolle spielt Wasserstoff für eine Industrie, die klimaneutral werden will? Und warum reicht gute Technik allein nicht aus, damit die Energiewende gelingt?
Die Referierenden geben Einblicke in aktuelle Forschung und zeigen die Herausforderungen der Transformation – verständlich erklärt und mit Raum für Fragen und Diskussion.
Führung durch das ZSW als Ergänzung zur Vorlesungsreihe “Energiewende”
Das Zentrum für Allgemeine Wissenschaftliche Weiterbildung (ZAWiW) der Universität Ulm lädt am Montag, 23.11.2026 um 15:00 Uhr interessierte Bürgerinnen und Bürger zu einer kostenfreien Führung mit Dr. Ludwig Jörissen durch die Brennstoffzellen-Forschungsfabrik HyFaB des Zentrums für Sonnenenergie-und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) ein. Weitere Informationen & Anmeldung zur Führung
Dr. Berit Erlach
Energiesysteme der Zukunft (ESYS)
Für ein klimaneutrales Energiesystem werden große Mengen an klimafreundlich erzeugtem Wasserstoff benötigt. Doch der Hochlauf von grünem Wasserstoff, der durch Wasserspaltung mit erneuerbarem Strom erzeugt wird, kommt nicht so schnell voran wie erhofft. In den letzten Jahren ist daher eine weitere Form zunehmend in den Fokus gerückt: natürlich vorkommender geologischer Wasserstoff. Dieser sogenannte weiße Wasserstoff könnte ähnlich wie Erdgas im Untergrund abgebaut werden – und wäre damit eine völlig neue Energiequelle.
Wie entsteht molekularer Wasserstoff in der Erde, und wie viel gibt es davon? Wie lassen sich Vorkommen finden und erschließen? Und welche wirtschaftlichen Anwendungsfälle könnten sich ergeben? Der Vortrag beleuchtet den aktuellen Wissensstand zu dieser noch wenig bekannten Ressource und ordnet ein, ob und unter welchen Bedingungen natürlicher Wasserstoff zu einem relevanten Baustein der Energiewende werden kann.
Prof. Dr. Simon Krause
Institut für Anorganische Chemie II, Universität Ulm
Die Sonne ist die zentrale und nachhaltigste Energiequelle für unseren Planeten. Die direkte Umwandlung von Sonnenenergie in elektrischen Strom oder in chemische Energieträger wie Wasserstoff ist für die nachhaltige Energielandschaft der Zukunft von zentraler Bedeutung. Im Prinzip haben wir aber schon alle nötigen Technologien entwickelt um die Sonne möglichst gut zu nutzen, wäre da nicht die Nacht... Die Überbrückung der Dunkelflauten ist eine zentrale Herausforderung ohne einfache Antwort und Lösung.
Was aber, wenn wir eine Technologie hätten, die Sonnenenergie direkt in elektrische Energie umwandeln könnte, oder als solche speichern könnte, oder alternativ in chemische Energieträger wie Wasserstoff umwandeln kann? Gibt es doch schon, könnte man meinen: Einfach eine Photovoltaikanlage mit einem Batteriespeicher oder Elektrolyseur verbinden. Der Vortrag stellt Solarbatterien als Lösung vor, die all diese Funktionalitäten in einem einzigen Bauteil vereinen und das ganz ohne Kabel. Prof. Krause geht dabei auf die fundamentalen Prinzipien ein, stellt den Stand der Technik in der Grundlagenforschung dar und gibt einen Ausblick, wohin diese Technologie führen könnte.
Dr. Florian Müller
Arbeitsgruppe Gesundheits- und Umweltpsychologie, Medical School Hamburg
Der Ausbau erneuerbarer Energien wird von einer Mehrheit in Deutschland befürwortet – und auch vor Ort werden lokale Anlagen meist positiv gesehen. Dennoch kommt es immer wieder zu Konflikten um Anlagenstandorte, die Planungsprozesse verlangsamen oder ganz zum Stillstand bringen können. Warum ist das so, obwohl die grundsätzliche Zustimmung hoch ist?
Der Vortrag geht dieser Frage nach und zeigt, welche Faktoren die Akzeptanz vor Ort entscheidend beeinflussen: von wirtschaftlichen Auswirkungen über den Ablauf von Planungsprozessen bis hin zu Fragen der Gerechtigkeit und sozialer Normen. Dr. Müller beschreibt die zentralen Konfliktfelder und arbeitet heraus, wie Beteiligungsmöglichkeiten, Ausgleichsmaßnahmen und gelungene Kommunikation dazu beitragen können, Widerstände zu verringern und den Ausbau erneuerbarer Energien gesellschaftlich zu verankern.
Prof. Dr. Kristin Hecht
Nachhaltige Ingenieurwissenschaften, HAW Hamburg
Wie kann die Industrie klimaneutral werden, ohne auf Stahl, Chemikalien oder Zement zu verzichten? Warum reicht erneuerbarer Strom allein nicht aus? Und welche Rolle spielt Wasserstoff tatsächlich – jenseits des aktuellen Hypes? Der Vortrag nimmt die Zuhörerinnen und Zuhörer mit auf den Weg von der erneuerbaren Kilowattstunde bis zur klimaneutralen Produktion im Kilotonnenmaßstab.
Anhand aktueller Forschungs- und Demonstrationsprojekte stellt Prof. Hecht neue Verfahren zur Herstellung und Nutzung von Wasserstoff vor – von Wasserstoffnetzen und Speichern bis zur Kopplung von Energie- und Industriesektoren. Dabei geht es nicht nur um technische Innovationen, sondern auch um die Frage, wie eine sichere, bezahlbare und nachhaltige Industrie der Zukunft aussehen kann.
Quantensysteme erkunden
Quantentechnologie in Theorie und praktischer Anwendung: Was steckt dahinter und was bringt die Zukunft?
Dr. Patrick Emonts
CZS Junior Research Group Leader, Institut für Komplexe Quantensysteme Universität Ulm
Quantencomputer, Quantensensoren und die ersten Bausteine eines Quanteninternets versprechen, Dinge zu können, die klassische Technik nicht schafft: Informationen auf eine Weise verarbeiten, messen und übertragen, die auf den Gesetzen der Quantenmechanik beruht. Doch woher wissen wir eigentlich, dass ein solches Gerät tatsächlich hält, was es verspricht? Ein Quantencomputer könnte fehlerhaft rechnen und ein Hersteller könnte – absichtlich oder nicht – zu viel versprechen.
In diesem Vortrag nehme ich das Publikum mit auf eine Reise durch die Grundlagen der Quantenmechanik und die aktuellen Quantentechnologien, bevor wir uns der spannenden Frage widmen: Wie lässt sich einem Quantengerät auf den Zahn fühlen, ohne es zu öffnen oder ihm blind zu vertrauen? Der Vortrag zeigt Beispiele für Methoden der Quantenzertifizierung, mit denen Physiker*innen die Echtheit von Quanteneffekten nachweisen können, selbst wenn das Gerät selbst eine Blackbox bleibt. Anschaulich, mit wenig Formeln und viel Anschauung wird erklärt, warum Vertrauen in der Quantenwelt buchstäblich messbar ist.
Dr. Alexander Hahn
Quantenalgorithmen & Quantenanwendungen, Technische Universität München
Quantensysteme sind die kleinsten Bausteine unserer Welt. Sie folgen den Gesetzen der Quantenmechanik, die oft superkompliziert wirken. Woher wissen wir also, wie sich ein Quantensystem verhält und wie können wir vorhersagen, was es als Nächstes tut? Diese Fragen werde ich in meinem Vortrag beantworten. Wir werden gemeinsam das wissenschaftliche Prinzip kennenlernen, wie wir aus Beobachtungen das verborgene Bewegungsgesetz herausfinden können. Wir werden verstehen, warum das in der Quantenmechanik gar nicht mal so einfach ist und wie Physiker*innen dieses Problem trotzdem lösen wollen. Diese Reise wird uns tiefe Einblicke in die aktuellste Forschung geben: Ich werde durch intuitive Beispiele und ohne Formelwirrwarr die Ideen hinter erst kürzlich veröffentlichten Forschungsergebnissen präsentieren.
Carina Kanitz
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) e.V. Ulm
Quantentechnologie ist längst kein Science Fiction mehr, sondern wird schon lange in der Medizin, Kommunikationstechnik, Sensorik und vielen anderen Bereichen eingesetzt. Auch wird kontinuierlich daran geforscht, neue Einsatzgebiete von Quantentechnologien zu erschließen. Ein Bereich, in dem das DLR Institut für Quantentechnologien dabei in den letzten Jahren große Fortschritte erzielen konnte, ist der Einsatz zur Untersuchung von besonders dünnen Materialien. Hierzu werden die Welleneigenschaften von Atomen ausgenutzt. Diese atomare Materiewelle wird dann durch eine zweidimensionale Materialprobe geschickt und das dahinter entstehende Bild gibt Auskunft über die Struktur der Kristallprobe und Wechselwirkung dieser mit den Atomen.