Wissenschaft im Dialog - Ringvorlesungen

Montags 18:30 - 20:00 Uhr | Uni Ulm Campus Ost | Hörsaal H2-O25 oder online
Kostenfrei und „für alle offen“. Wir freuen uns über Ihr Interesse!

Programmflyer Sommersemester 2026

Sommersemester 2026

Gesellschaftlicher Zusammenhalt ist kein Selbstläufer sondern eine gemeinsame Aufgabe. In Zeiten von Krisen, Polarisierung, wachsender Ungleichheit und tiefgreifendem Wandel steht das Zusammenleben unter Druck.  Mit den ersten drei Vorträgen im studium generale führen wir im Sommersemester 2026 die Impulse aus der Frühjahrsakademie 2026 zum Thema “ZusammenLeben. Verbinden statt spalten” weiter und laden dazu ein, Zusammenhalt neu zu denken.

Der zweite Themenschwerpunkt stellt das “i3R-Center Ulm” vor. Die biomedizinische Forschung ist nach wie vor auf Tierversuche angewiesen, doch innovative Alternativen wie Organoide, Bioprinting und Mikrofluidtechnik gewinnen zunehmend an Bedeutung. Im integrativen 3R-Centrum Ulm werden die 3R-Prinzipien (Replace, Reduce, Refine) konsequent gefördert und in den Forschungsalltag integriert. Durch die Vernetzung im 3R-Netzwerk Baden-Württemberg sollen Tierversuche so weit wie möglich ersetzt und die noch unerlässlichen Tierversuche so gut, schonend und stressarm wie möglich gestaltet werden. Ziel ist eine nachhaltigere und ethisch verantwortliche medizinische Forschung. 

Der dritte Vortragszyklus “Faszination Sterne” widmet sich aus gegebenem Anlass unserer Sonne. Am 12.  August 2026 verschwindet die Sonne über Europa - die erste totale Sonnenfinsternis in Europa seit 2015. In Deutschland ist eine totale Sonnenfinsternis erst wieder im September 2081 zu sehen. Grund genug, sich unsere Sonne und den Sternenhimmel genauer anzusehen.

Zusätzlich findet in diesem Sommersemester wieder ein bundesweite Online-Ringvorlesung (ORV) statt, ab dem 15. April immer mittwochs von 16:00 - 18:00 Uhr. Mit dem Thema „Gesundheit im Wandel: Interdisziplinäre Perspektiven auf Medizin und Gesellschaft“ werden aktuelle Entwicklungen und zentrale Herausforderungen in der Medizin und im Gesundheitswesen aus unterschiedlichen wissenschaftlichen Blickwinkeln beleuchtet. Expertinnen und Experten aus Medizin, Pharmazie, Lebensmittelchemie, Ethik, Sozialwissenschaften, Ökonomie und Gesundheitsforschung diskutieren, wie sich Gesundheit, Versorgung und gesellschaftliche Verantwortung im 21. Jahrhundert verändern. Diese Online-Ringvorlesung ist ein Beitrag der Bundesarbeitsgemeinschaft Wissenschaftliche Weiterbildung Älterer (BAG WiWA) in der Deutschen Gesellschaft für wissenschaftliche Weiterbildung und Fernstudium (DGWF) zum Wissenschaftsjahrs 2026 „Medizin der Zukunft“. Weitere Informationen zur ORV finden Sie unter: https://online-ringvorlesung.de/ 

Informationen

Teilnahmemöglichkeiten


In Präsenz im Hörsaal H2, Universität Ulm Campus Ost, Gebäude O25

Online über folgenden Link: https://uni-ulm.zoom-x.de/j/61242922637
Webinar-ID: 612 4292 2637
Oder Schnelleinwahl mobil: +49 69 3807 9883 unter Angabe der Webinar-ID

Fragen zum Vortrag können im Hörsaal oder über die Fragen- und Antwort-Funktion (F&A) in Zoom gestellt werden.

ZusammenLeben. Verbinden statt spalten

Online über folgenden Link: https://uni-ulm.zoom-x.de/j/61242922637
Webinar-ID: 612 4292 2637
Oder Schnelleinwahl mobil: +49 69 3807 9883 unter Angabe der Webinar-ID

Julia Jirmann
Netzwerk Steuergerechtigkeit e.V. Berlin

In kaum einer anderen westlichen Demokratie sind Vermögen so ungleich verteilt wie in Deutschland. Wir sind ein Hochsteuerland für mittlere Arbeitseinkommen, aber ein Niedrigsteuerland für Vermögen. Woran liegt das? Warum haben Superreiche geringere Steuer- und Abgabensätze als der Durchschnitt? Wer sind Deutschlands Superreiche? Wer erbt am meisten? Unterscheiden sich die Verhältnisse in Ost- und Westdeutschland und gibt es einen Unterschied zwischen Männern und Frauen? Und wie kann eine gerechtere Besteuerung im Sinne der Allgemeinheit gelingen?

Dr. Kathrin Leipold
Forschungsinstitut Gesellschaftlicher Zusammenhalt, Universität Konstanz

Der Vortrag geht der Frage nach, was Infrastrukturen und öffentliche Güter ausmacht und an welchen Punkten ihre Bedeutung für gesellschaftlichen Zusammenhalt sichtbar wird. Dabei rücken Fragen von Governance, Macht und Teilhabe in den Vordergrund: Wer gestaltet Infrastrukturen, wer nutzt sie, und welche gesellschaftlichen Narrative prägen ihre Entwicklung?
Ausgehend von dieser Perspektive werden Infrastrukturen der Integration als empirisches Beispiel betrachtet. Integrationsarbeit steht heute unter Bedingungen tiefgreifender gesellschaftlicher Transformation und ist zugleich stark von implizitem Wissen geprägt. Sie bewegt sich in dynamischen Prozessen zwischen Verwaltung, Zivilgesellschaft und Politik.
Der Vortrag stellt das Projekt Kompetenz Kommunale Integrationsarbeit (KKI) vor, das neue Kooperations- und Organisationsformen für Integrationswissen und -praxis entwickelt und damit zur Stärkung gesellschaftlichen Zusammenhalts beitragen will.

Prof. Dr. Dirk Brockmann
Center Synergy of Systems, TU Dresden

Evolution wird oft als Kampf um Ressourcen verstanden. Die am besten angepassten Arten setzen sich durch. Doch neben Darwins Prinzip vom Überleben der Stärksten steht ein zweites, ebenso wichtiges Prinzip: Kooperation. Wettbewerb schärft Prozesse. Wirkliche Innovation entsteht meist durch Zusammenarbeit. Die großen Schritte der Evolution beruhen auf Zusammenschlüssen. Aus eigenständigen Bakterien wurden Bestandteile komplexer Zellen. Zellen verbanden sich zu Organismen. Organismen bildeten Gemeinschaften. Immer wenn Energie, Information oder Funktionen geteilt wurden, entstand eine neue Ebene des Lebens. Kooperation ist kein moralisches Ideal. Sie ist ein Naturprinzip. Sie schafft Netzwerke, stabilisiert Systeme und eröffnet neue Möglichkeiten. Individualität entsteht so auf höherer Ebene. Leben lässt sich daher nicht nur als Selektion von Individuen verstehen, sondern als Selektion von Beziehungen. Der Vortrag schlägt vor, Evolution als Netzwerkprozess zu denken und daraus neue Perspektiven auf Natur, Gesellschaft und Technologie zu gewinnen.

i3R-Center Ulm

Online über folgenden Link: uni-ulm.zoom-x.de/j/61242922637
Webinar-ID: 612 4292 2637
Oder Schnelleinwahl mobil: +49 69 3807 9883 unter Angabe der Webinar-ID

Prof. Dr. Jan Tuckermann
Institut für Molekulare Endokrinologie und Physiologie Universität Ulm

Tierversuche bleiben ein kontroverses Thema der biomedizinischen Forschung. Während viele wissenschaftliche Durchbrüche ohne Tierversuche derzeit nicht denkbar sind, schreitet die Entwicklung von Ersatzmethoden wie Organoiden und In vitro Systemen rasant voran. Gleichzeitig führen komplexe Genehmigungsverfahren und rechtliche Unsicherheiten zu Herausforderungen für Forschende, während Expertisen in Alternativmethoden oft unzureichend sind. Die Universität Ulm begegnet diesen Spannungsfeldern mit der Gründung des integrativen 3R Zentrums im Netzwerk Baden-Württemberg. Ziel ist es, durch Vernetzung von Expertisen in Ersatzmethodik, Reduktionsstrategien und Refinement Maßnahmen Tierversuche auf das notwendige Minimum zu beschränken, ihre Qualität zu verbessern und Tierversuchsersatzmethoden systematisch zu fördern – für exzellente und zugleich ethisch verantwortbare Forschung.

Prof. Dr. Alexander Kleger
Institut für Molekulare Onkologie und Stammzellbiologie, Universitätsklinikum Ulm

Organoide sind im Labor gezüchtete Mini-Organe, mit denen sich Krebs heute so realitätsnah wie nie zuvor untersuchen lässt. Sie helfen dabei, Tumoren besser zu verstehen, neue Therapien zu testen und Forschung näher an die individuelle Erkrankung von Patientinnen und Patienten zu bringen. Der Vortrag zeigt, warum diese Modelle als Hoffnungsträger der modernen Krebsforschung gelten – und wo ihre Grenzen liegen.

Dr. Svenja Stein
Tierforschungszentrum Universität Ulm

Die Universität Ulm steht für exzellente Forschung, die ein Umfeld von Verantwortung, Respekt und gegenseitiger Unterstützung voraussetzt. Vor diesem Hintergrund widmet sich der Vortrag dem Konzept der Culture of Care. Tierversuche bewegen sich in einem Spannungsfeld zwischen wissenschaftlichem Erkenntnisgewinn, ethischer Verantwortung und gesetzlichen Rahmenbedingungen. Ziel der Forschung ist es, neue Erkenntnisse zu gewinnen und medizinischen Fortschritt für Mensch und Tier zu ermöglichen. Zugleich besteht eine besondere Verantwortung gegenüber dem Tier als Mitgeschöpf. Diese umfasst sowohl den Schutz des individuellen Tierwohls als auch den Anspruch an hohe wissenschaftliche Qualität. Das Konzept der Culture of Care beschreibt daher eine Haltung, die über die bloße Einhaltung gesetzlicher Vorgaben hinausgeht und das Wohlergehen der Tiere, der Mitarbeitenden sowie die Qualität der Forschung gleichermaßen in den Mittelpunkt stellt.

Faszination Sterne

Online über folgenden Link: uni-ulm.zoom-x.de/j/61242922637
Webinar-ID: 612 4292 2637
Oder Schnelleinwahl mobil: +49 69 3807 9883 unter Angabe der Webinar-ID

Klaus Bühler
Planetarium und Volkssternwarte Laupheim e.V.

Am Nachthimmel haben die Menschen schon vor Jahrtausenden auffällige Sterne in Gruppen zusammengefasst. Diese Sternbildformationen beeindrucken uns im besonderen Maße, weil sie ewig während und immer wiederkehrend erscheinen. Offensichtlich nichts kann den Lauf der Gestirne beeinträchtigen. Beim genaueren Hinsehen erkennen wir feine Unterschiede, manche Sterne haben z.B. eine auffällige Färbung. Auch ungewöhnliche Ansammlungen sind am 
Nachthimmel zu finden, besonders die kleinen „Nebelfleckchen“ haben die Neugier der Astronomen schon in früheren Zeiten geweckt.

Wir wollen auch besprechen, was der Hobbyastronom mit bloßem Auge und einfachem optischen Gerät beobachten kann. Was können wir darüber hinaus mit Teleskopen der Volkssternwarten und was mit denen der großen Observatorien sehen?

Sterne neigen dazu Ansammlungen zu bilden, Doppel- und Mehrfachsysteme sind häufig anzutreffen. Darüber hinaus finden wir offene und kugelförmige Sternhaufen. All diese Objekte stehen in gravitativer Wechselwirkung zueinander und formieren sich zu einer Galaxie, in deren Zentrum ein Schwerkraftmonster weilt, das alles zusammenhält. Auch Galaxien weisen unterschiedliche Formen, Aktivitäten und Besonderheiten auf, die wir betrachten werden.

Die mysteriöse „Dunkle Materie“ beeinflusst hier das Geschehen. Das sind die interessanten Themen und Fragestellungen, mit denen wir uns an diesem Abend beschäftigen möchten. 

Dr. Andreas Payer
Planetarium und Volkssternwarte Laupheim e.V.

Die Sonne ist die wichtigste Energiequelle für das Leben auf der Erde. Wie ist die Sonne aufgebaut und wie erzeugt sie ihre Energie, die unser Sonnensystem so dominant beeinflusst? Wie ist das gesamte Sonnensystem mit seinen Planeten, Asteroiden und Kometen überhaupt entstanden?

Wir gehen der spannenden Frage der Wissenschaftsgeschichte nach, woher die Energie der Sonne kommt. Lange Zeit gab es dazu die unterschiedlichsten Ideen. Erst im 20. Jahrhundert konnte das Rätsel endgültig gelöst werden.

Der Vortrag zeigt, wie sich unser Verständnis der Sonne und des Sonnensystems Schritt für Schritt entwickelt hat - und warum die Sonne bis heute eine faszinierendes Forschungsobjekt bleibt.

Prof. Dr. Frank Kargl
Planetarium und Volkssternwarte Laupheim e.V. und Universität Ulm

Am 12. August 2026 und 2. August 2027 erwarten uns zwei spektakuläre Sonnenfinsternisse, die auch in Europa als totale Finsternisse zu sehen sein werden. Das ist ein seltener astronomischer Glücksfall, denn auch wenn es im Schnitt eine totale Finsternis pro Jahr zu beobachten gibt, so verteilen sich diese über den gesamten Globus und die Totalität ist oft nur entlang eines sehr kleinen Streifens zu sehen.

Die letzte in Europa sichtbare Sonnenfinsternis war tatsächlich am 11. August 1999 entlang eines Pfades von Südengland über Nordfrankreich, Süddeutschland (u. a. Stuttgart, Ulm und München), Österreich, Ungarn und weiter Richtung Rumänien und Türkei zu sehen.

Grund und Anlass genug also, sich die anstehenden Finsternisse genauer anzusehen. Im Vortrag wird zunächst einiges grundlegendes Wissen zu Sonnen- und Mondfinsternissen vermittelt, bevor dann die beiden anstehenden Finsternisereignisse im Mittelpunkt stehen. Diese können wir übrigens auch in Deutschland beobachten, allerdings „nur“ als partielle Finsternisse. Zum Schluss gibt der Vortrag dann noch wichtige Hinweise zur sicheren und erfolgreichen Beobachtung von Sonnenfinsternissen.

Bundesweite Online-Ringvorlesung

mittwochs 15.04. bis 15.07.2026 | 16:00 - 18:00 Uhr

Zugangsdaten zum Zoom-Webinar der ORV